21.06
Medwedew lehnt Forderung nach Abzug aus Abchasien ab
"Russische Friedenstruppen gemäß internationaler Abmachungen auf georgischem Territorium"
Moskau - Russlands Präsident Dmitri Medwedew hat Georgiens Forderung nach einem Abzug russischer Friedenstruppen aus der Konfliktregion Abchasien kategorisch abgelehnt. "Sie (die Soldaten) befinden sich gemäß internationaler Abmachungen auf georgischem Territorium", sagte Medwedew am Samstag in St. Petersburg. Der 42-Jährige stellte sich erstmals im Amt in seiner Heimatstadt den Fragen von Studenten, wie die Agentur Interfax meldete. Medwedew warnte Georgien vor "Provokationen". Ziel Russlands sei es, den Konflikt um die von Georgien abtrünnige Region Abchasien friedlich zu lösen.
Die prowestliche Kaukasusrepublik Georgien will mit Hilfe der EU und der NATO erreichen, dass die russischen Soldaten in Abchasien ersetzt werden. Tiflis wirft Moskau vor, Abchasien annektieren zu wollen. Um die Beziehungen zwischen Russland und Georgien sei es nicht zum Besten bestellt, sagte Medwedew. Dennoch könnten die engen "historischen und kulturellen Verbindungen" einen konstruktiven Dialog ermöglichen. "Georgien ist uns sehr nah, und die territorialen Probleme lassen sich nur gemeinsam lösen", sagte Medwedew.Vor den Studenten der Juristischen Fakultät erneuerte Medwedew zugleich seine Absicht, rigoros gegen die Korruption und stärker gegen die Umweltverschmutzung vorzugehen. "Der Umweltschutz ist eine Frage der nationalen Sicherheit", sagte Medwedew. "Wenn wir jetzt nichts tun, werden Teile unseres Landes in 10, 20, 30 Jahren unbewohnbar sein." Außerdem kündigte der Kremlchef eine Verjüngung im Staatsdienst an. Schlüsselposten müssten künftig anders als bisher verstärkt mit "jungen, frisch ausgebildeten Leuten" besetzt werden. (APA/dpa)
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