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Moratorium ~
Registriert seit: 20.03.2008
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Zitat:
Zitat von Bambi
Ja das ist leider so bei vielen Balkaneltern, mit ihrer Strenge erreichen sie genau das Gegenteil von dem, was sie eigentlich wollen. Bestes Beispiel ist mein Vater. Er ist Moslem und hat mir immer und immer wieder eingetrichtert, dass ich mich nicht mit Typen einlassen und mich nur auf die Schule konzentrieren soll und dann predigte er mir obendrein noch von Aids und verfrühter Schwangerschaft. Meine Mutter tat das nicht, aber dafür schnüffelte sie in meinem Zimmer rum und las irgendwelche Briefchen und auch mal mein Tagebuch, was dazu führte, dass ich meinen Eltern nichts anvertraute. Zumal sah ich dass andere Jugendliche komplett anders lebten als ich. Während ich Freitag abend las und Schulaufgaben machte, gingen sie weg, tranken und lernten Leute kennen.
So mit 17/18 hatte ich dann genug und holte männer-und alkoholtechnisch ein bißchen was nach (wirklich nur ein bißchen, nicht so krass wie sich das im ersten Moment anhören mag). Hätten mir meine Eltern klargemacht, dass sie mir vertrauen und nichts dagegen haben, dass ich in Maßen Erfahrungen sammle, solange ich dabei meinen gesunden Menschenverstand benutze, dann hätte ich diese Phase mit 17-18 gar nicht gehabt, da bin ich mir sicher.
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Na das erinnert mich so ziemlich an meine Teenagerzeit. Ich hatte zwar keine Mutter (diese lebt seit je in Belgrad), die mir nachspionierte und mir predigte, aber dafür einen Vater, der diesen Job für beide erledigte, teilweise auch eine Spur too much. Schon seine Erscheinung ist furchteinflössend. Handkehrum konnte (und kann heute, noch besser als je zuvor) ich mit ihm offen über vieles sprechen und wusste/weiss, dass er mein bester Freund ist, auch wenn wir oftmals Zustände wie im "Weltkrieg" hatten. Heute jedoch sind wir wie zwei bekloppte Brüder drauf, am Rande des Wahnsinns 
Klar habe ich dann meinen Teil auch gründlich und bestens "nachgeholt" - wobei nachgeholt wohl eher der falsche Ausdruck dafür ist, denn verpasst hat man vor dieser "Nachholung" nichts, bzw. einfach gesagt - besser etwas älter und bewusster à la "ich mache es vorsätzlich", anstatt in was reinzurennen. Heute kann ich sagen, dass mich diese teilweise harte Erziehung geprägt hat und dafür bin ich dankbar, abgesehen von Sachen, die vielleicht nicht mal nötig gewesen wären. Hinzu kommen auch erschwerte Lebensumstände, die auf Menschen grossen Einfluss haben und den Charakter genauso formen.
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