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Bosniens No-Future-Generation

Erstellt von Emir, 08.05.2009, 17:38 Uhr · 2 Antworten · 787 Aufrufe

  1. #1
    Emir

    Daumen runter Bosniens No-Future-Generation

    Wenn die das ändern wollen, dann sollen die sich auch so Verhalten bzw. bei sich anfangen! Die sind selbst käuflich und beschweren sich, wenn der Lohn so niedrig ist aber Zeugnisse verkaufen, Korruption und alles andere ist möglich ....

    Drzava je u kurca... dann kommt noch dazu, das alle nen bisschen ihre Fahne zu gern haben ....


    Projekte der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit In der Aula der Universität Tuzla im Nordosten Bosniens herrscht am Montagvormittag reges Treiben. Mehr als 15.000 junge Leute studieren hier, in der drittgrößten Stadt des Landes. Sie alle werden schon bald auf den Arbeitsmarkt drängen.

    Die 22-jährige Englisch-Studentin Vladena glaubt nicht, dass ihre Jobaussichten gut sind. Sie habe wenig Chancen, dafür Hoffnung - und das sei das wichtigste, meint Vladena. Sie möchte einmal an einer bosnischen Schule Englisch unterrichten. Auch ihr Studienkollege Fert kann sich das vorstellen: "Die Lehrer und ihre Gewerkschaften beschweren sich immer über die Gehälter. Sie sind wahrscheinlich nicht hoch. Aber man hat einen sicheren Beruf und eine sichere Zukunft."

    Fert und Vladena sind typisch für die junge Generation in Bosnien-Herzegowina. Für sie zählt Sicherheit, und daher finden viele einen staatlichen Job sehr attraktiv - wenn er auch meist schlecht bezahlt ist. Das Problem dabei: Der auf äußerst schwachen Beinen stehende Staat kann nicht vielen Menschen Arbeit bieten.


    Zwei Drittel der jungen Bosnier und Bosnierinnen würden gerne das Land verlassen.



    Selbständig machen statt Job suchen
    Die in Tuzla tätige regierungsunabhängige Organisation TALDi betreut Projekte, die darauf abzielen, die Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen. TALDi-Chefin Indira Prljatscha erklärt, es sei wichtig, den jungen Leuten bewusst zu machen, dass sie ihre Situation selbst in die Hand nehmen müssen: "Der schwierigste Teil unserer Arbeit ist, diese Mentalität zu ändern, die uns aus kommunistischen Zeiten geblieben ist: Im ehemaligen Jugoslawien, in der sozialistischen Planwirtschaft wurde von dir nur erwartet, dass du die Schule beendest, dann würde dir der Staat schon einen Job bieten. Diese Situation hat sich aber völlig geändert."

    Mit dem Geld der Austrian Development Agency, der Agentur der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, wurde an der Universität Tuzla ein sogenanntes Business-Startup-Center errichtet. Es bietet Starthilfe für junge Universitätsabsolventen und Absolventinnen, die eine Idee haben und eine Firma gründen wollen. Von den Expertinnen der NGO TALDi bekommen sie unter anderem persönliche Beratung in juristischen Fragen und Training.

    Wer den jährlichen Wettbewerb für die beste Geschäftsidee gewinnt, bekommt außerdem ein kleines Startkapital. 25 Firmen wurden auf diese Art und Weise schon gegründet, einer der erfolgreichsten Jungunternehmer ist Kristian Smiljanic. Seine Firma erstellt unter anderem Webportale und betreibt eine Buchbörse im Internet. Heute, drei Jahre nach der Firmengründung, hat der 28-jährige Kristian Smiljanic bereits 11 Angestellte, allesamt Computerexperten, die an der Uni Tuzla ihren Abschluss gemacht haben. Schon demnächst will er zwei weitere Personen einstellen.

    Veraltetes Bildungssystem
    Doch Erfolgsgeschichten wie diese sind in Bosnien-Herzegowina äußerst selten. Die offizielle Arbeitslosenrate beträgt 40 Prozent, bei Jugendlichen sogar sage und schreibe 60, wobei diese Zahlen sicher etwas verfälscht sind. Viele Menschen arbeiten schwarz und melden sich am Arbeitsamt arbeitslos, um wenigstens krankenversichert zu sein - Arbeitslosengeld bekommt man in Bosnien ohnehin nicht.

    Die Gründe für die hohe Jugendarbeitslosigkeit liegen nicht allein am fehlenden Angebot auf dem Arbeitsmarkt. Das bosnische Bildungssystem ist veraltet, sagt David Blackburn von der Beratungsfirma GOPA, die ein weiteres Jugendbeschäftigungsprojekt der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit koordiniert: "Das Bildungssystem bereitet die jungen Leute nicht für den Arbeitsmarkt vor. Denn der an den Schulen gelehrte Stoff hat keinen Bezug zur Praxis. Die Absolventen bekommen zwar ein Zeugnis, auf dem steht, sie können dies oder das. Aber in der Praxis können sie es dann nicht."

    Österreich finanziert Lehrlingsmodell
    Das Projekt zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit, das von der österreichischen und der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit finanziert wird, hilft jugendlichen Berufseinsteigern aktiv bei der Arbeitssuche. So erhalten etwa auch Firmen Unterstützung, die sich bereit erklären, junge Leute auf Probezeit anzustellen und am Arbeitsplatz auszubilden - ähnlich unserem Lehrlingsmodell. Geplant ist auch die Zusammenarbeit von öffentlichen Arbeitsämtern und privaten Arbeitsvermittlern. Ziel des Projekts ist es, etwa 1.500 jungen Menschen einen Job zu verschaffen.

    All diese Hilfe ist freilich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Angesichts der Wirtschaftslage wird die Arbeitslosenrate in Bosnien wohl vorerst weiter steigen. Trotzdem besteht die Hoffnung, dass sich die, nach dem Krieg noch immer etwas melancholisch-gedrückte Stimmung im Land bald einmal heben könnte. Und dass sich mit der Wirtschaft auch Perspektiven für die jungen Leute in Bosnien entwickeln.

    Text: Elisa Vass
    oe1.ORF.at / Bosniens No-Future-Generation

  2. #2
    Lopov
    Endlich mal wieder ein Thread über Bosnien wie es wirklich ist, und nicht immer diese politische Scheiße. Hoffentlich gehts für die Bosnier bald bergauf.

  3. #3
    sky
    Avatar von sky

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    Bosniens No-Future-Generation

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