SBB unterschlagen Polen


Die SBB haben sich aus Sicht von Polen einen peinlichen Missgriff geleistet: Sie warben mit einer Europakarte, auf der Polen nicht existiert und Deutschland direkt an Russland grenzt. Jetzt haben sich die Bundesbahnen bei der polnischen Botschaft entschuldigt.


SBB-Sprecher Roland Binz bestätigte am Donnerstag einen Bericht im Berner «Bund». Das Corpus Delicti findet sich auf der Rückseite von Umschlägen, welche die SBB Käufern von internationalen Billetten in die Hand drückt. Darauf ist ein Wasserball abgebildet, der den Grenzverlauf aus dem Zweiten Weltkrieg in Erinnerung ruft.
Polen fehlt auf der Karte ebenso wie Tschechien und viele andere osteuropäische Staaten. Die polnische Botschaft in Bern habe deshalb bei den SBB interveniert, schrieb der «Bund».
Seit einigen Jahren im Umlauf
Die SBB räumen nun ein, dass «die Produktverantwortlichen bei der Sujetauswahl bedauerlicherweise die historischen Hintergründe nicht beachtet haben», wie Sprecher Binz sagte. Die Auflage des Sündenfalls beträgt demnach mehrere hunderttausend Stück. Laut Binz ist sie am Auslaufen.
«In den nächsten Wochen werden neue Billett-Taschen mit anderen Sujets gedruckt», versicherte Binz. «Das alte Sujet wird also demnächst Geschichte sein, nachdem es einige Jahre ohne jegliche Beanstandung in Umlauf war.»
Andere Länder fehlen auf der Karte übrigens auch. Zum Beispiel die Schweiz.