Wer illegal Musiktitel im Internet verbreitet oder herunterlädt, muss künftig mit Verfolgung rechnen. Der Schweizer Verband der Musikwirtschaft (IFPI Schweiz) zieht neu auch Private zur Rechenschaft und startete er die Aktion "Game over".

[sda] - Zwei Jahre lang kämpfte der IFPI Schweiz gegen professionelle und halbprofessionelle Raubkopierer. Mit Erfolg, wie Beat Högger vom IFPI Schweiz an einer Medienkonferenz in Zürich sagte: 1500 Fälle wurden verfolgt. De facto gebe es heute dieses Segment der Internet-Piraterie nicht mehr.
Private kamen bisher ungeschoren davon. "Ab heute wird das anders", sagte Högger. Urheberrechts-Verletzungen würden nicht mehr toleriert.
Wie IT-Fachmann Guido Rodolphi erklärte, hinterlässt jeder User eine Spur. Damit sei exakt belegbar, wer wann welche Daten heruntergeladen habe.
Über die Internet-Spur gelangen die Piraten-Fahnder zum jeweiligen Provider und ersuchen ihn um die Identität des Kunden. Will er diese nicht preisgeben, wird er aufgefordert, seinerseits mit dem Fehlbaren in Kontakt zu treten. Geschieht nichts, folgt laut Högger eine Anzeige gegen Unbekannt, adressiert an den Provider.
In erster Linie strebt der IFPI aussergerichtliche Einigungen an. Kommt eine solche nicht zu Stande, gibt es ein Strafverfahren. Auf Verletzung des Urheberrechts stehen in der Schweiz Gefängnis und Busse bis 100 000 Franken.
Das Schweizerische Urheberrechtsgesetz (URG) datiert allerdings von 1992. Es entspricht den modernen digitalen Möglichkeiten nicht, sondern ist laut Högger "im analogen Zeitalter steckengeblieben". Die Regelungen müssten internationalen Verträgen angepasst werden.
Illegales Kopieren von Musiktiteln beschere der Branche in der Schweiz jedes Jahr Umsatzeinbussen von mehr als 25 Millionen Franken, sagte Högger. Seit 2000 sei der Umsatz um 32 Prozent zurückgegangen. 600 Arbeitsstellen - vom Komponisten über den Tontechniker bis zur CD-Verkäuferin - habe dies in den vergangenen drei Jahren gekostet.

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