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Im Bett mit Horst :)

Erstellt von Vuk, 31.03.2005, 20:01 Uhr · 3 Antworten · 906 Aufrufe

  1. #1
    Vuk

    Registriert seit
    26.03.2005
    Beiträge
    1.007

    Im Bett mit Horst :)

    Wie eine Engländerin über deutsche Männer denkt!


    Also ich weiß nicht ob das hier reingehört, ein witz ist es zwar nicht. Aber ich finds witzig deswegen "vicevi"! Hab das aus dem Politikforum kopiert.


    Plump, humorlos und ein wenig lächerlich: Die englische Kolumnistin Anne McElvoy über ihre leidvollen Begegnungen mit dem deutschen Mann:


    «Mir wurde klar, dass ich meinen Marktwert steigern könnte» Der deutsche Mann ist ein seltsames Geschöpf Er mag, wie sein grantiger Verteidiger Herbert Grönemeyer erklärt, unersetzlich sein, er ist aber zumindest aus angelsächsischer Sicht auch unverwechselbar Mein Kollege Theo Koll, einige Jahre ZDF-Korrespondent in London, hat oft gesagt: «Anne, ich weiss, was ihr in Wahrheit von uns deutschen Männern haltet Für euch sind wir doch alles Hornbrillenträger, die keinen Geschmack haben»

    Was soll ich sagen – es stimmt

    Es fängt schon bei der Garderobe an Dafür, dass «Kleider machen Leute» eine deutsche Maxime ist, laufen sie in den unmöglichsten Farbkombinationen herum – in braungelb karierten Sakkos beispielsweise Niemand sonst trägt solche Sachen, nur ein bestimmter Typus des Deutschen in der Mitte seines halbwegs erfolgreichen Lebens, der damit eine Weltläufigkeit signalisieren will

    Diese Sakkos treten immer zusammen mit der Hornbrille in Erscheinung Und jeder hat seine Macke Als Aupair in Düsseldorf wurde ich angehalten, beim Bügeln der Lacoste-Hemden ja nicht das Krokodil zu verkrumpeln Ich vergoss jedes Mal Krokodilstränen, wenn eines dieser Tierchen etwas abbekam Die Welt geht deswegen nicht unter Für den durchschnittlichen deutschen Banker allerdings schon: Wegen Vernachlässigung der Lacoste-Krokodile hätte ich fast meinen Job verloren

    Aber, mein Gott, noch schlimmer sind deutsche Männer in Freizeitkleidung Die stonewashed Jeans, das schwarze Tote-Hosen-T-Shirt, obwohl sie alt genug sind, um es besser zu wissen Ich habe nur einen deutschen Freund, der wirklich Geschmack hat – und er ist Adliger Die übrigen sind eine Lachnummer, sobald sie nicht mehr ihren grauen Anzug mit Boss-Krawatte tragen Und das sage nicht nur ich, die snobistische Engländerin Gabriele Strehle, die Chefin von Strenesse, urteilt noch härter «Die geilsten Männer laufen abends wie die Clowns herum», sagte sie in einem Stern-Interview «Hier warten grosse Herausforderungen» Angesichts des Ausmasses dieser Herausforderungen kann aber offenbar selbst Frau Strehle nichts ausrichten

    Meine anderen deutschen Freunde wenn mir nach diesem Text noch welche bleiben flüchten sich beim Thema «deutscher Mann» immer in geografische Unterschiede «Na ja», sagen sie, «der Hamburger ist doch ganz anders als der Stuttgarter – vom Berliner ganz zu schweigen – und wehe, du scherst sie über einen Kamm»Tatsächlich wollen sie damit sagen, dass die anderen provinziell und langweilig sind, sie selbst aber, versteht sich, ganz normal Das ist einer der Vorzüge der föderalen Struktur und der ausgeprägten regionalen Identität – man kann sich einbilden, dass bis auf einen selbst und seine Kumpel alle anderen etwas merkwürdig sind

    Wehe, wenn sie «rummachen»

    Wenden wir uns den Fakten zu Sex in Deutschland ist anders Nicht im technischen Sinn, das wirklich nicht, aber in der Sprache, im Verhalten, in den Obsessionen Im Grunde ist deutscher Sex etwas sehr Geschäftsmässiges

    Als ich jünger und in weniger festen Händen war, habe ich es versucht Ich verknallte mich in einen Deutschen, der mich offenbar ebenso sympathisch fand Er lud mich zum Essen ein Als ich klingelte, stand er schon halb entkleidet in der Tür und sagte: «Komm, zieh dich aus, lass uns ins Bett gehen» Ich hatte gedacht, dass wir uns vorher vielleicht noch ein bisschen unterhalten und sogar etwas essen Aber nein, der Mann hatte es wirklich eilig Verstehen Sie nun, warum die Deutschen so schnelle Autos bauen? «Äh, können wir uns nicht ein bisschen unterhalten?», murmelte ich «Warum sollen wir uns unterhalten, wenn wir ins Bett gehen können?», antwortete er

    All das erzählte ich einer Freundin in Berlin «Nach den üblichen Massstäben war das ja halbwegs romantisch» Ihr Typ hatte sie nach Hause begleitet und an der Haustür gesagt: «Also, wo wir schon mal hier sind, könnten wir eigentlich auch zusammen ins Bett gehen» Wo wir gerade hier sind? Wie in: «Wo du gerade hier bist, könntest du mir bitte helfen, das Sofa umzustellen» Ausgesprochen irritierend finde ich aber das Wort «rummachen», das in Deutschland als Umschreibung für sexuelle Aktivitäten dient eher von Männern als von Frauen verwendet Wie sind sie bloss darauf gekommen? Das tönt eher nach einer Tätigkeit, die mit einem Schraubenzieher und einem Ikea-Regal zu tun hat Gibt es irgendein Wort, das weniger sexy klingt?

    Bei uns in England lernen nette Jungs und Mädchen, dass man sich während des Liebesrituals vorsichtig näher kommt Man hält Händchen, berührt sich leicht, und schliesslich kommt es zu einem Kuss Von da an wird mehr oder weniger improvisiert, aber es scheint – mit Blick auf die Produktion kleiner Engländer – ganz gut zu funktionieren

    Der direkte Weg ist umso schlimmer, wenn die Antwort «Nein» lautet Was hätte ich dem jungen Politiker antworten sollen, der während eines Gesprächs über die russische Aussenpolitik plötzlich erklärte: «Ich finde, wir sollten unsere Unterhaltung im Liegen fortsetzen», etwa: «Äh, bedaure, aber nett von Ihnen, dass Sie an mich gedacht haben»? Die britische Art, sich dezent näher zu kommen und zu checken, ob man sich halbwegs sympathisch ist, statt verbal zu werden, erscheint mir viel weniger peinlich

    Die meisten Deutschen betrachten die Engländer als Puritaner Fasziniert verfolgen sie die britische Boulevardpresse und malen sich aus, wie wir in Liebesdingen sind oder nicht sind Und natürlich sind wir «verklemmt», was der deutsche Ausdruck für «anders als wir» ist Aber angenommen, Sie haben all diese Schwierigkeiten überwunden und begegnen Ihrem deutschen Traummann Dann müssen Sie sich auf eine endlose Nabelschau gefasst machen Ich hatte für kurze Zeit einen deutschen Freund, der nicht sonderlich mitteilsam war Als ich es wagte, ihn daraufhin anzusprechen, erwiderte er: «Ich habe keine Lust, ein Psychogramm von mir zu liefern» Verdammt, ich hatte ihn nicht um ein Psychogramm gebeten und hätte wohl auch gar nichts damit anfangen können, wenn ich eines bekommen hätte

    Jeder hat seine Beziehungskiste

    Es gibt einen bestimmten Typus Deutschen ich meine hier die Generation der Mittdreissiger, der gebildet ist, relativ gut verdient und eigentlich ganz zufrieden sein könnte, wenn er nicht noch etwas hätte, was ausser ihm kein anderer Europäer hat: die Beziehungskiste, die er ständig mit sich herumschleppt Über die Probleme ihrer Beziehungskiste zu jammern, gilt vielen als Zeichen emotionaler Reife Der deutsche Mann weiss instinktiv von den Problemen anderer deutscher Männer Im letzten Erzählband von Bernhard Schlink «Liebesfluchten» wimmelt es von kultivierten Männern mit Beziehungskiste, die sich allesamt unglaublich egozentrisch verhalten und dabei noch das Gefühl haben, authentisch zu sein Da ist der Mann, der sich von seiner jüdischen Freundin trennt, weil sie nicht bemerkt, dass er sich ihr zuliebe hat beschneiden lassen Ein anderer unternimmt, um seine Ehe neu zu beleben, mit seiner Frau eine weite Reise, doch irgendwann steigt er aus und geht einfach davon

    Judith Hermann, die Autorin von «Sommerhaus, später», beobachtet etwas Ähnliches aus weiblicher Sicht – die Beziehungslosigkeit der neuen Generation im wiedervereinigten Berlin Ziellos, unbeschwert, zynisch leben diese jungen Männer vor sich hin, geradezu tschechowsche Figuren, die nichts mit sich anzufangen wissen, sich nicht fordern, sich nicht wirklich einlassen

    Heutzutage komme ich – berufsbedingt – mehr mit den Machern und Lenkern zusammen als mit den liebenswürdigen Hippies, die mich in das deutsche Stadtleben einführten Die neue Generation der grossen Medienstars – die Döpfners, Diekmanns und andere Masters of the Universe – erinnert mich an die New Yorker der achtziger Jahre: ehrgeizig, opportunistisch, absolut karriereorientiert

    Ein junger Redaktor beschrieb mir seinen Aufstieg so: «Angefangen habe ich bei einer linken Zeitung in München Doch dann wurde mir klar, dass ich meinen Marktwert steigern könnte, wenn ich nach Hamburg gehe und mich ganz leicht links von der Mitte positioniere Da kann man mich nicht so leicht in eine Schublade tun, und ich bin in der Branche weniger angreifbar»

    Oder nehmen wir Til Schweigers Begründung, warum er keine Rolle in Steven Spielbergs «Saving Private Ryan» übernehmen wollte «Ich habe mir den Film angesehen und gedacht, sei froh – auch wenn der Film handwerklich genial ist, es bleibt ein patriotisches Machwerk Die Message ist extrem deutschfeindlich Was hätte mir das bringen sollen?» Erstaunlich ist weniger Schweigers Denkweise als vielmehr die Tatsache, dass er, wie der erwähnte Redaktor, der seinen unaufhaltsamen Aufstieg schildert, keine Angst hat, von allen anderen für ein furchtbarer Egoist gehalten zu werden

    Schurken und Sonderlinge

    Was Aussenstehende sehen, ist natürlich immer nur ein Teil der Realität und gefiltert durch den Schleier der Wahrnehmung, der über fremden Ländern und Kulturen liegt Besonders deutlich fällt mir das bei Gerhard Schröder auf, den ich, mit seinen falschen Gesten und dem künstlichen Lächeln und seinem offensichtlichen Scheitern als Reformer, für den unglaubwürdigsten Politiker seit Nixon halte Aber was wissen wir schon Die Deutschen vertrauen ihm nach wie vor Kürzlich meldete die FAZ: «Knapp 4,5 Millionen Arbeitslose Schröders Kritiker in der SPD isoliert» Das war die interessanteste Schlagzeile der letzten Wochen Wie Schröders Kritiker es schaffen, angesichts von 4,5 Millionen Arbeitslosen isoliert zu bleiben, ist ein Rätsel Vermutlich wissen die Wähler und Wählerinnen längst, dass Schröder ein Gaukler ist – trotzdem halten sie zu ihm Das ist die Alchemie der Attraktivität – und jedes Land hat seine Geheimrezepte, die Aussenstehende nie ganz ergründen können

    Deutsche Männer sind kein besonders guter Exportartikel Selbst Til Schweiger an dem nicht einmal ich etwas auszusetzen habe ist ausserhalb der deutschsprachigen Welt kein wirklich grosser Name Internationalen Erfolg haben sie nur in der Rolle von Schurken und Sonderlingen – siehe Rutger Hauer, Klaus Kinski, Uwe Ochsenknecht –, nicht als elegante Stars Auf einen deutschen James Bond werden wir wohl noch lange warten müssen

    Als international anerkanntes Sexsymbol und «Botschafter des neuen Deutschland» konnte sich eine Zeit lang einzig Boris Becker halten – ein übergrosser kleiner Junge mit einem rotblonden Haarschopf Becker eroberte die Herzen von Briten und Amerikanern, weil er häufig Pech hatte und sich immer wieder aus dem Schlamassel herausarbeitete In den Augen der Welt zeichnet sich der Deutsche nämlich durch einen mechanischen, gefühllosen Perfektionismus aus Mit seinen katastrophalen Unternehmungen der letzten Jahre ist der Ex-Tennisspieler allerdings das genaue Gegenteil von deutscher Tüchtigkeit Dass er es schaffte, in der Besenkammer eines japanischen Nobelrestaurants in London innerhalb von acht Sekunden ein Kind zu zeugen, war eine Höchstleistung, die in England viel Beifall fand

    Eine Zeit lang schwärmten wir auch für Jürgen Klinsmann, den Sportbotschafter aus dem Schwabenland In gepflegtestem Deutsch bat ich um ein Interview mit dem bekanntesten Exportartikel des Bundeslands seit der Luxuskarosse aus Untertürkheim Das war die Zeit, als Klinsmann, von der puritanischen britischen Sportpresse beschuldigt, eine «Schwalbe» hingelegt zu haben, in der Öffentlichkeit mit einer witzigen «Schwalben»-Geste reagierte Die Zeitungen waren begeistert Sie hatten einen Deutschen gefunden, der Humor besass

    Klinsmann begrüsste mich sehr freundlich Auf die Frage, wie er auf diese spontane Geste gekommen sei, antwortete er, dass ein Stuttgarter Freund mit England-Erfahrung ihm empfohlen habe, sich um etwas Humor zu bemühen, sonst würde er mit dem Stress nicht fertig Und siehe da, unser Jürgen trainierte sich Humor an Der Freund hatte den Einfall, Klinsmann setzte ihn um, und, wie er mir stolz erklärte: «Die ganze Sache war ein Riesenerfolg»

    Dieser Mann war also derart methodisch, dass er an seinen Witzen ebenso gründlich feilte wie an seiner Schusstechnik

    Inzwischen könnten die Engländer einen neuen deutschen Sportstar gut gebrauchen Eine kurze Phase der Bewunderung für Oliver Kahn endete mit der Enthüllung, dass er seine hochschwangere Ehefrau mit einem Partyluder betrogen hatte Doch es kommt noch schlimmer Laut Stern war die Sache nur deswegen aufgeflogen, weil Kahn die Wohnung seiner Geliebten «mit dem Toilettenbeutel noch unterm Arm» verliess Ein Seitensprung, bei dem der vorausschauende Mann seine ganzen Utensilien mitbringt – das verleiht der Geschichte eine ganz neue Dimension Wenn ein Engländer fremdgeht, zieht er normalerweise nicht mit seinem Deo und einer Tube Colgate los

    Nehmen wir nur meinen Freund Matti, der sich viel auf seine lockere Art einbildet und, wenn ich mich mit ihm in der Stadt treffe, tatsächlich ein witziger Gesprächspartner ist Besucht man ihn aber zu Hause, hat man, wie bei vielen seiner Geschlechtsgenossen, das Gefühl, dass ein Hausdrachen in ihm schlummert Seine Küche ist blitzblank wie ein Operationssaal Einmal verschüttete ich morgens beim eiligen Teemachen etwas Wasser auf dem Herd, worauf praktisch ein Verhör stattfand, wie so etwas nur passieren konnte Wenn Matti uns besucht, braucht er mehrere Tage, um darüber hinwegzukommen, dass vieles in unserem chaotischen englischen Haushalt nicht sehr gut beziehungsweise überhaupt nicht funktioniert, vor allem aber, dass wir uns daran nicht stören

    Mir gefallen diese Unterschiede Sie prägen eine Beziehung, die mir in all den Jahren als Korrespondentin viel Freude bereitet hat Ich hoffe, die deutschen Männer werden mir verzeihen Die Engländerin ist nun mal sehr viel rationaler, klarsichtiger und ausgeglichener Das soll als Charakterisierung reichen

    Aus dem Englischen von Matthias Fienbork

    Anne McElvoy ist Executive Editor und Kolumnistin des Evening Standard Zuvor lebte sie während sechs Jahren als Korrespondentin für die Times in Berlin

  2. #2
    Vuk

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    26.03.2005
    Beiträge
    1.007
    Naja, es ist schon ein trockener humor muss ich sagen. Gut finde ich das
    Internationalen Erfolg haben sie nur in der Rolle von Schurken und Sonderlingen

  3. #3
    FtheB
    Wie eine Engländerin über deutsche Männer denkt!
    Gäähhhnn!

  4. #4
    Avatar von BalkanSurfer

    Registriert seit
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    3.018
    Zitat Zitat von FtheB
    Wie eine Engländerin über deutsche Männer denkt!
    Gäähhhnn!
    und ich hab mich gewundert wieso du so lange brauchst um darauf zu reagieren. du wirst wohl alt was?

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