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Vor 13 Jahren wurde die Bundesrepublik Jugoslawien bombadiert!

Erstellt von Jovanović, 24.03.2012, 23:13 Uhr · 247 Antworten · 15.849 Aufrufe

  1. #121
    Avatar von Bambi

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    ............................

  2. #122
    Avatar von Vatrena

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    Rupert Neudeck von der Hilfsorganisation Cap Anamur und der Balkan-Korrespondent der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", Matthias Rüb, kritisierten den Film scharf. Dagegen erklärte der beim WDR für das Ausland zuständige Programmbereichsleiter, Albrecht Reinhardt: "Unsere Recherchen halten stand."
    Die beiden Autoren dieser Doku sind mitsamt Filmaterial und ihren Recherchen vors Gericht gegangen und haben alles rechtlich prüfen lassen...und sie bekamen Recht!

    I(ch hab das hier auch schon tausend mal gepostet....

    Aber das hier könnte dir auch sehr gefallen


  3. #123
    Pejan
    Zeig mal, wo sie recht bekamen.

  4. #124
    Avatar von Vatrena

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    Zitat Zitat von Pejan Beitrag anzeigen
    Zeig mal, wo sie recht bekamen.
    Sie bekamen Recht! Ich hab das hier schonmal gepostet....wenn ich zu Hause bin schau ich ob ichs nochmal finde...ansonsten kannste gerne hier im Archiv stöbern!

    Aber hier gibts noch vieles interessantes:

    Rudolf Scharping (27. 03. 1999):
    "Wir wären ja auch niemals zu militärischen Maßnahmen geschritten, wenn es nicht diese humanitäre Katastrophe im Kosovo gäbe mit 250.000 Flüchtlingen innerhalb des Kosovo, weit über 400.000 Flüchtlingen insgesamt, und einer zurzeit nicht zählbaren Zahl von Toten."

    Nicht zählbare Tote schon vor Beginn der Nato-Bombardierung? Die OSZE, Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, müsste davon doch gewusst haben. Denn ihre Beobachter hatten penibel die Vorkommnisse im Kosovo gemeldet. Ihr Fazit für den März 1999: 39 Tote im gesamten Kosovo - bevor die Nato-Bomber kamen. Drohte also eine "humanitäre Katastrophe"?

    Der damals leitende deutsche General bei der OSZE und eine amerikanische Diplomatin, die damals im Kosovo war, erinnern sich.

    Heinz Loquai, General a. D. - OSZE:
    "Die Legitimationsgrundlage für die deutsche Beteiligung war die so genannte humanitäre Katastrophe, eine solche humanitäre Katastrophe als völkerrechtliche Kategorie, die einen Kriegseintritt rechtfertigte, lag vor Kriegsbeginn im Kosovo nicht vor."

    Norma Brown, US-Diplomatin im Kosovo:
    "Bis zum Beginn der Nato-Luftangriffe gab es keine humanitäre Krise. Sicher, es gab humanitäre Probleme, und es gab viele Vertriebene durch den Bürgerkrieg. Aber das spielte sich so ab: Die Leute verließen ihre Dörfer, wenn die Serben eine Aktion gegen die UCK durchführten -und kamen danach wieder zurück. Tatsache ist: Jeder wusste, dass es erst zu einer humanitären Krise kommen würde, wenn die Nato bombardiert. Das wurde diskutiert: In der Nato, der OSZE, bei uns vor Ort und in der Bevölkerung."

    Ein eindeutiges Urteil! Gewalt im Kosovo - in keinem einzigen Bericht der OSZE findet sich auch nur ein Indiz für eine drohende humanitäre Katastrophe. Was die internationalen Fachleute beobachteten, waren Situationen wie diese: Rebellen der so genannten Kosovo-Befreiungsarmee UCK kämpften gegen reguläre jugoslawische Truppen. Ein Bürgerkrieg - so die OSZE. Vor diesen Kämpfen flohen die Dorfbewohner. Später kehrten sie dann meist in ihre völlig zerstörten Häuser zurück.

    Die Nato in Brüssel kannte die Berichte der OSZE. Sie deckten sich mit ihren eigenen Beobachtungen, bleiben aber intern. Diese Erkenntnisse wurden damals nicht auf einer der vielen Nato-Pressekonferenzen veröffentlicht. Mehr noch: Auf der letzten Tagung des Nato-Rates vor Kriegsbeginn, am 14. März 1999, wurde berichtet: Die Gewalt gehe eher von terroristischen Aktionen der UCK aus, die Serben übten dann allerdings mit unverhältnismäßiger Härte Vergeltung. Dennoch drohte die Lage im Kosovo zu der Zeit nicht außer Kontrolle zu geraten. Denn die Nato-Führung bereitete sich längst auf einen Angriff gegen Jugoslawien vor.
    NATO-Krieg, Kosovo, Manipulation, Kriegspropaganda, 17.02.2001 (Friedensratschlag)


    usw usw usw

  5. #125

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    Es wäre vermutlich niemals zum Luftangriff der NATO gekommen, wenn die serbischen Truppen nicht schon 91 in Kroatien und später in Bosnien gezeigt hätten, was sie "können". Auch wenn ich unterstelle, dass ein Grossteil der Soldaten in der VRSK oder VRS im Grunde nichts anderes gemacht hat als dort zu dienen und im Krieg eine Pflicht zu erfüllen, so sind die umfassenden Verbrechen -ganz besonders in Bosnien- nun einmal eine Tatsache.

    Wenn es etwas gab was die Serben in diesem Zeitabschnitt wohl mehr hassten als die bosnischen Moslems, dann waren es die Kosovo-Albaner. Bevor es also zu einer vollständigen Eskalation kam, griff die NATO an & ein.

    Daran ändert der ein oder andere PR-Lapsus, ein Polizeiopa oder eine WDR-Doku nicht das geringste (Schon gar nicht wenn man im Rahmen seiner journalistischen Tätigkeit nicht auch anderen Hinweisen nachgeht, wie im hier geposteten Fall). Im übrigen laufen da Nachts häufig komische Dokus auf den öffentlich Rechtlichen. Mal gab es den 11. September nicht, dann gilt die AQ als Erfindung des Amis...u.s.w.u.s.f....*gähn*

  6. #126
    Avatar von Vatrena

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    Ein armseliger Versuch die Fakten zu verdrehen!!!

    Das sind Journalisten die a) recherchiert haben und Recht bekamen! b) sprechen hier Zeugen vor Ort und OSZE Beobachter!!!

    Wie authentisch braucht es der Serbophobe der seine Scheuklappen nicht runternehmen kann und wenn es etwas nicht in sein Opferweltbild passt, dann als verrückte und komische Doku abtut!!

    Du bist und bleibst lächerlich!

    Amen!

  7. #127
    Gast829627
    Die Brücke von Varvarin

    Der 30. Mai 1999 war der 67. Tag des NATO-Luftkrieges gegen Jugoslawien - Beweisaufnahme zu einem "Kollateralschaden, der keiner war


    Vesna Milenkovic´, Mutter der getöteten 16jährigen Sanja Milenkovic´
    Alles war eiskalt
    "Von Anfang 1998 bis März 1999 lebte meine Tochter San-ja in Belgrad, in einem Schülerheim für Mädchen. Ich war froh, sie dort untergebracht zu haben, weil sie ständig mit gleichaltrigen Mädchen zusammen sein konnte, die wie sie begabt waren. Anfangs soll Sanja öfter geweint haben, die Sehnsucht nach ihrem Zuhause, besonders nach ihrem Bruder, war wahrscheinlich zu groß, aber ihre Betreuerin war sehr einfühlsam und liebevoll. Nach Sanjas Tod schrieb sie sogar ein Gedicht über meiner Tochter."
    Als in der Nacht zum 24. März 1999 die Bombardierung Jugoslawiens beginnt, ruft Vesna im Internat an und bittet Sanja,die Sachen zu packen. Zusammen mit ihrer Mutter fährt sie unmittelbar danach von Varvarin nach Belgrad, um die Tochter zu holen. "Auf der Rückfahrt hielt ich sie in den Armen. ›Nun bist du sicher‹, tröstete ich sie", kann sich Vesna erinnern.
    "Zwar gab es dann in den folgenden Wochen Luftangriffe auf die Nachbarstadt Cuprija, aber keiner wäre auf die Idee gekommen, Varvarin könnte auch betroffen sein. Im Keller hatten wir dennoch Betten vorbereitet. Es kamen auch Kinder aus den Nachbarhäusern, wir aßen, spielten, lachten nachts zusammen und sagten uns immer wieder, die kommen schon nicht bis hierher."
    Am 30. Mai steht Sanja früher auf als sonst, um sich mit ihren Freundinnen am Fluss zu treffen. Vesna und ihr Mann Zoran sind an diesem Tag den gesamten Vormittag über mit Vorbereitungen für ein Festessen beschäftigt, das am nächsten Tag stattfinden soll. Dann hören sie die erste Detonation. Zoran meint, das werde wohl wieder in Cuprija gewesen sein.
    Vesna: "Mir kam das sofort viel näher vor. Und bald spürten wir eine noch stärkere Erschütterung und wussten, das kann nur irgendwo in der Umgebung passiert sein. Jetzt hat es Varvarin getroffen." - Gemeinsam mit der Nachbarin, der Mutter von Sanjas Freundin Marina, bricht Vesna sofort auf, um nach den Mädchen zu suchen. "Unterwegs sahen wir in jedes entgegenkommende Gesicht, aber keine Sanja, keine Marina. Wir hörten dabei zum ersten Mal, die Brücke über die Morava sei bombardiert worden. Ob es Tote oder Verletzte gegeben hatte, wusste keiner. Als wir schon fast unten am Fluss waren, hörten wir von einer Frau, da seien noch drei Mädchen auf der zerstörten Brücke. Unten, an der Morava, herrschte völlige Stille, kein Mensch war zu sehen. Die Brücke lag im Fluss, wie mit dem Messer abgeschnitten. In den Häusern ringsumher gesplitterte Fenster und geborstene Türen. ›Sanja! Sanja!‹ schrie ich und hörte die Stimmen von zwei Mädchen, die um Hilfe riefen ..."
    Die beiden Frauen klettern die Uferböschung hinab. Die Mädchen versuchen krampfhaft, an dem halb im Wasser liegenden Fußgängerweg der Brücke Halt zu finden. Sanja liegt mit dem Kopf nach unten. "›Sie atmet, sie lebt, ich helfe ihr!‹ rief mir Marina zu. Ich stand schon bis zur Brust im Wasser, um zu meiner Tochter vorzudringen, aber die Strömung war viel zu stark. Dann versuchte ich, über die Brückenteile zu ihr zu klettern, aber plötzlich waren meine Beine wie gelähmt. Ich sah alles um mich herum, aber war wie erstarrt."
    Inzwischen sind Rettungsfahrzeuge eingetroffen und es gelingt, Sanja zu bergen. Sie wird auf ein Brett gelegt und so in den Krankenwagen geschoben. Vesna steigt mit ein. "Ich beobachtete mein Kind. Die Augen waren offen und bewegten sich, auch der Mund war geöffnet, aber sie war nicht bei Bewusstsein. Ich nahm ihre Hand und sagte immer wieder: ›Sei stark, ich bin doch bei dir‹. Sie atmete sehr schwer."
    Im Hospital muss Vesna auf dem Flur warten, es dauert nicht lange, bis ein Arzt aus dem Operationssaal kommt und sich die Handschuhe abstreift - da weiß sie Bescheid. "Ich schrie ihn an, ›lassen Sie mich zu meiner Tochter‹. Er versuchte, mich zu beruhigen, das gerade verstorbene Mädchen sei nicht meine Tochter gewesen. Aber ich wollte selbst sehen, was passiert war."
    Vesna darf in den Behandlungsraum und sieht sofort, das dort auf dem Bett liegende, 1,65 Meter große Mädchen mit den offenen Augen ist Sanja - ihre tote Tochter. "Von da an arbeitete und funktionierte bei mir alles wie bei einem Roboter. Sanja wurde gebadet. Sie hatte eine Wunde an der linken Hüfte, vom Rücken zum Bein, Splitter im Hinterkopf, im Rücken, in den Beinen. Es gab innere Verletzungen, auch an der Lunge. Ihr Körper war völlig zerstört. In dieser Situation habe ich meinen Sohn gar nicht beachtet, habe nicht bedacht, wie er sich fühlt, habe ihn nicht getröstet. Ich wollte nur mit ihr zusammen sein, fühlte kein Blut in mir, nur Eis, alles war eiskalt. Eine Freundin schlief die erste Nacht bei mir, weil ich Angst hatte, aufzustehen und zu begreifen, meine Tochter ist nicht mehr da."
    Predrag Milosevic´, am 30. Mai 1999 in Varvarin schwer verletzt
    Unerträgliche Stille
    Mit seinen Eltern und seiner Frau verabschiedet Predag Milosevic´ an jenem vorletzten Maitag vor zwei Jahren seinen Bruder zum Reservistendienst im Kosovo. Anschließend geht er zur Kirche, um für den Bruder zu beten. Dort hört er die erste Detonation. Als sofort Panik ausbricht, warnt er die anderen davor, aus dem Gebäude zu rennen, da die Verletzungsgefahr durch umherfliegende Splitter vermutlich sehr groß sei. "Mir war sofort klar, der Angriff kann nur der nahegelegenen Brücke gegolten haben. Zusammen mit dem Priester machten ich mich deshalb sofort auf den Weg dorthin und sah bereits von weitem, dass ein Teil der Brücke in die Morava gestürzt war. Außerdem lagen da zwei Autos - ein roter Zastava und ein weißes Combi -, die in den Fluss gestürzt waren, und drei Mädchen, die sich an Brückenresten festklammerten. Eines von ihnen schien verletzt."
    Da ihm übel wird, geht Predag instinktiv ein paar Meter von der Brückenkante zurück, als ein Zischen einen erneuten Einschlag ankündigt. Was danach geschieht, daran kann er sich bis heute nicht erinnern. Ein Schulfreund wird ihm später erzählen, sie seien beide durch die Druckwelle der Detonation in die Luft geschleudert worden und auf der Böschung gelandet. Als Predag aus der Ohnmacht erwacht, sieht er, dass sein linkes Bein von der Hüfte an fast abgetrennt ist.
    "Ich drehte mich zur Straße und rief um Hilfe. Aber zunächst kam niemand. Die Menschen befürchteten wahrscheinlich noch einen dritten Angriff. Sieben oder acht Meter rutschte ich auf den Ellenbogen von der Brücke weg in Richtung Straße ..."
    Predrag ist danach wieder bewusstlos und wird mit einem Krankenwagen zur Ambulanz nach Krusevac gebracht. "Ich bat sie inständig, mir das Bein zu erhalten, und wusste doch zugleich, dass es wahrscheinlich amputiert werden musste ..." Doch die Operation gelingt. Die Ärzte staunen selbst über das gelungene Ergebnis. 66 Tage verbringt Predrag im Hospital, danach muss er noch einmal 46 Tage zu Hause unbeweglich im Bett auf dem Rücken liegen. Nach dreieinhalb Monaten schließlich erste Gehversuche. "Dabei half die ganze Familie. Ich stand maximal eine halbe Stunde, bis ich in Ohnmacht fiel." Diese Schwäche ist auch eine Folge der anderen schweren Schädigungen seines Körpers. Predrag musste Haut transplantiert werden, weil das andere Bein ebenfalls stark verletzt war. Auch sein Gehör wurde in Mitleidenschaft gezogen.
    "Immer wieder sehe ich die Bilder dieses Tages vor mir und durchlebe alles noch einmal. Ich zwinge mich, ein normales Leben zu führen, aber ich habe Alpträume und ertrage keine Stille mehr."
    Predrags Mutter erinnert sich, wie sie am 30. Mai 1999 nach ihrem Sohn suchte, eigentlich auf dem Markt einkaufen wollte und dann mit vielen anderen zur Brücke rannte, als die erste Rakete einschlug. "Ich suchte ihn dort und fand nur zerstörte Körper. Ich suchte ihn in der Kapelle und sah die vielen Toten. Ich suchte ihn in der Ambulanz und blickte in die Gesichter der vielen Verletzten. Erst dort erfuhr ich dann, Predrag sei in Krusevac, aber ich solle nicht auf die Idee kommen, dort hinzufahren, man werde mich nicht zu ihm lassen. Dann bin ich doch fast drei Wochen lang jeden Tag mit dem Fahrrad die 25 Kilometer von Varvarin nach Krusevac unterwegs gewesen. 18 Tage lang vergeblich, um 19. durfte ich ihn endlich besuchen. Der Arzt sagte zu mir: "Wenn Sie Ihren Sohn jetzt sehen, tun Sie das auf Ihr eigenes Risiko hin ..."
    Zivadinka Jovanovic´, Mutter des getöteten 24-jährigen Milan Savic´
    Schwarze Fahne als Richtkrone
    "Am 30. Mai 1999, kurz vor 13 Uhr etwa, wollte ich in die Stadt, um meinen Sohn Milan zu treffen, und befand mich gerade auf dem Markt, als es die erste Detonation gab. Danach herrschte um mich herum Panik, Glas splitterte, die Leute versteckten sich unter ihren Markttischen. In Richtung Brücke sah ich eine große Staubfontäne."
    Zivadinka Jovanovic´ will unbedingt ihre Sohn finden, doch da gibt es bereits die nächste Erschütterung. Blutverschmierte Menschen rennen an ihr vorbei, die Sirenen der Krankenwagen heulen, sie irrt durch die Stadt, fragt alle nach ihrem Sohn. Schließlich wartet sie in der Wohnung von Verwandten auf eine Nachricht, die anderen suchen weiter.
    "Als ich sie verweint zurück kommen sah, wusste ich alles."
    Dann läuft Zivadinka zur Brücke und sieht ihren Milan dort liegen, am Ufer der Morava. Beide Beine abgetrennt, Verletzungen am Kopf. Man versucht, sie zu beruhigen, und bringt sie zum Arzt. Der Sohn wird in der Kapelle bei den anderen Todesopfern aufgebahrt.
    "Ich werde nie vergessen, wie sie ihn nach Hause brachten. Es wurde schon dunkel, eine wundervolle Mainacht. Milan und ich, wir hatten noch soviel vor, wollten uns eine neues Haus bauen, wir hatten gerade damit angefangen ..."
    Zivadinka Jovanovic´ lebt heute vollkommen allein, ihr früheres Haus, das schon baufällig war, wurde durch die Bombardierung vollends unbewohnbar und musste abgerissen werden. Es stand nur etwa 200 Meter vom Zentrum der Detonationen an der Brücke entfernt. Seit zwei Jahren bewohnt sie nun einen winzigen Bungalow, ohne Wasser, ohne Radio- oder Fernsehapparat, beleuchtet nur mit einer Glühbirne an der Decke. Über dem Rohbau ihres neuen Hauses, den der Sohn noch vor seinem Tod begonnen hatte, wehte monatelang statt der Richtkrone eine schwarze Fahne - die Baustelle blieb verwaist. Zivadinka arbeitet inzwischen als Hilfsschneiderin in einer Varvariner Textilfirma.
    "Ein Freund meines Sohnes hat mir später erzählt, dass er Milan daran hindern wollte, nach dem ersten Raketeneinschlag zur Brücke zu laufen. Aber Milan hat ihn angeschrieen, ›du bist ein Feigling, wir müssen doch helfen‹. Und dann soll er versucht haben, die Mädchen zu bergen in dem Augenblick, als die Brücke noch einmal beschossen wurde. Er wäre nicht umgekommen, hätte er nicht andere Leben retten wollen. Ich verstehe nicht, weshalb sie noch einmal angegriffen haben, es war ja schon alles zerstört, was sie zerstören wollten ... "


    die drecks nato bombt für den frieden wie ich für die jungfräulichkeit bums.....mieses verlogenes pack ........

  8. #128
    Gast829627
    Die einzige Antwort, die sie bekommen hat, sind die wenigen Zeilen, die das Public Information Office der Supreme Headquarters Allied Powers in Europe (Shape) schon am Tag des Angriffs veröffentlichte: "Heute haben Nato-Flugzeuge einen koordinierten Angriff gegen die Autobahnbrücke von Varvarin geflogen. Diese war eine Hauptkommunikationslinie und ein vorgesehenes, legitimes Ziel. Vier Flugzeuge griffen zwischen 1101 und 1106 Zulu Time an und verwendeten dabei präzisionsgelenkte Waffen, die alle ihre vorgesehenen Ziele erfolgreich trafen. Die Nato ist nicht in der Lage, serbische Berichte über Opfer zu bestätigen, zielt aber niemals absichtlich auf Zivilisten."
    Diese Zeilen klingen militärisch kalt und arrogant, und vor allem sind sie im einzig nachprüfbaren Punkt falsch: Es gibt keine "Autobahn", die nach Varvarin führt, und es gab nie eine "Autobahnbrücke". Das "designierte" Ziel, das die Bomber "erfolgreich" trafen, hatte eine Breite von 4,50 Metern und eine Tragfähigkeit von acht Tonnen. Die "Autobahnbrücke" war so schmal, dass Autos sie nur einspurig überqueren durften. Hätten mehrere Militärlaster versucht, die Eisenkonstruktion aus dem Jahr 1924 zu benutzen, wäre sie zusammengebrochen



    DER SPIEGEL 23/2003 - Die Brücke von Varvarin





  9. #129

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    Zitat Zitat von Vatrena Beitrag anzeigen
    Ein armseliger Versuch die Fakten zu verdrehen!!!

    Das sind Journalisten die a) recherchiert haben und Recht bekamen! b) sprechen hier Zeugen vor Ort und OSZE Beobachter!!!
    Verdreht wird da niggs. Ich frage mich nur warum die Journalisten im Rahmen ihrer journalistischen Tätigkeiten nicht den Hinweisen auf der anderen Seite nachgegangen sind.

    Im Grunde genommen ist es doch genau das, was Du und ähnliche den westlichen Medien doch zum Dauervorwurf machen. Nämlich diese belosvetska-zavera-protiv-srpske-nejaci Nummer....

    Und is klar: Zeugen und OSZE-Beobachter sind immer nur so lange gut, wie sie ins serbische Weltbild passen. Anders ist nämlich schlecht...

    Zitat Zitat von Vatrena Beitrag anzeigen
    Wie authentisch braucht es der Serbophobe der seine Scheuklappen nicht runternehmen kann und wenn es etwas nicht in sein Opferweltbild passt, dann als verrückte und komische Doku abtut!!

    Du bist und bleibst lächerlich!
    Das hoch stilisieren eines einzelnen Vorgangs mit dem Ziel die nachweislichen Verbrechen an Albanern als Kampfhandlungen und Natobombardierung abzutun ist das wirklich lächerliche hier. Genau hier liegt auch mehr das serbische Wahrnehmungsproblem, als meine (angebl.) Serbophobie....

    Aber gut...wenn Du Nachts nichts besseres zu tun hast als Dokus zu glotzen...

  10. #130
    Gast829627
    "Hier wurde eine der größten Greueltaten der Geschichte begangen"
    Ein spanischer Pilot berichtet: Angriffe auf Zivilbevölkerung in Jugoslawien geschahen auf Befehl der USA
    Von Chris Marsden
    30. Juni 1999
    aus dem Englischen (25. Juni 1999)

    Am 14. Juni veröffentlichte eine spanische Wochenzeitung einen Artikel mit Einzelheiten, wie die amerikanischen NATO-Befehlshaber Angriffe auf zivile Ziele befohlen haben. Der Bericht in der Zeitschrift Articulo 20(der Name nimmt Bezug auf Artikel 20 der spanischen Verfassung, der die Redefreiheit garantiert) stützt sich auf ein Interview mit dem Hauptmann Adolfo Luis Martin de la Hoz, einem spanischen Piloten der NATO. Der Artikel wurde von Jelena Karovic übersetzt und über das Netz für Frieden auf dem Balkan (BalkanPeaceNetwork@listbot.com) verbreitet.

    Adolfo de la Hoz hatte seit Kriegsbeginn als Pilot eines Kampfflugzeugs F-18 an den Bombardierungen teilgenommen und kehrte Ende Mai nach Spanien zurück. Er sagte, daß die Operation von den USA geleitet wurde, und daß die NATO all diejenigen mit Medaillen auszeichnete, die zivile Ziele bombardiert hatten.

    "Zu allererst möchte ich klarstellen, daß die Mehrheit (und ich meine wirklich die Mehrheit, wenn nicht sogar alle) meiner Kollegen, gegen Krieg im allgemeinen und gegen diesen barbarischen Krieg insbesondere sind," sagte de la Hoz. "Unsere schlimmsten Feinde sind unsere eigenen Regierungen, der Verteidigungsminister und sein ganzer Stab, die Regierungsmitglieder, die über Krieg nichts wissen und ihn doch unterstützen, ohne sich in irgendeiner Weise zu informieren und die, was das Schlimmste ist, die Schuld dafür tragen, daß die spanische Bevölkerung von Zeitungen, Radio, Fernsehen, ausländischen Korrespondenten und Presseagenturen belogen wird," betonte er.

    De la Hoz wies die Behauptung zurück, daß die wiederholten Bombardierungen ziviler Einrichtungen durch die NATO ein Versehen gewesen seien: "Mehrere Male hat unser Oberst gegenüber den NATO-Befehlshabern protestiert, weil es sich bei den gewählten Zielen nicht um militärische Ziele handelte. Er wurde von ihnen verflucht und hinausgeworfen, und man sagte ihm, wir Spanier sollten uns darüber im Klaren sein, daß die Amerikaner eine Beschwerde gegen die spanische Armee einreichen würden, einmal über Brüssel und dann über den Verteidigungsminister."

    Er berichtete weiter: "Einmal erteilte das amerikanische Militär einen kodierten Befehl, über Pristina und Nis Splitterbomben abzuwerfen. Unser Oberst weigerte sich, diesen Befehl auszuführen. Einige Tage später erhielt er dann seinen Versetzungsbefehl."

    Die Beobachtungen von de la Hoz lassen die nationalen Spannungen zwischen den imperialistischen Mächten spürbar werden, die unter der Oberfläche der "vereinten" NATO-Offensive schwelen. De la Hoz kritisierte, daß das spanische Militär wiederholte Male "Erniedrigungen und Beleidigungen" ausgesetzt war, weil die USA die Kontrolle über die ganze Operation hatte.

    Er sagte: "Die Befehlsgeber sind ausschließlich die amerikanischen Generale und sonst niemand. Wir sind Nullen, und die, die uns ersetzen, werden auch nicht mehr zu sagen haben. Aber das ist noch nicht alles. Hier hieß es, daß mehrere Operationen von spanischen Befehlshabern und Piloten geleitet worden seien. Nichts als Lügen! Sämtliche Missionen, die wir geflogen sind, wirklich alle waren von den oberen US-Militärbehörden geplant. Und zwar ging die Planung bis ins kleinste Detail, einschließlich der einzusetzenden Angriffsflugzeuge, der Ziele und der Munitionsarten, die wir abwerfen sollten. Wir haben nie irgend etwas selbst geleitet und unsere Missionen beschränkten sich darauf, über die Grenzen von Mazedonien, Albanien, Bosnien und Slowenien zu fliegen."

    De la Hoz hielt der spanischen Regierung ihre unterwürfige Haltung gegenüber dem Weißen Haus, dem Pentagon und dem CIA vor und empfand besondere Wut auf "unseren eigenen Mann, Javier Solana", den NATO-Generalsekretär. Er beschrieb ihn als "eine Marionette, die von den Yankees auf diesen Posten gesetzt wurde, um genau das zu tun, was sie ihm sagen."

    De la Hoz berichtete von dem Gefühl tiefer Entfremdung unter den am Kosovo-Krieg beteiligten spanischen Soldaten. Angesprochen auf offizielle Erklärungen, die hervorhoben, daß die spanischen Piloten "diszipliniert und patriotisch" seien und "sich auf die komplexen Aufgaben ihrer Kriegsmissionen konzentrierten", meinte er: "Wir mußten so viel Widersprüchliches lesen, so viele Lügen, daß wir beschlossen, bis zu unserer Rückkehr keine einzige Zeitung mehr zu lesen. Wir sind wirklich sehr wütend."

    Seine abschließende Schilderung über das wahre Gesicht dieses NATO-Krieges, das von den Regierungen verborgen gehalten wird, läßt den Leser erschaudern.

    Er sagte: "Kein einziger Journalist hat auch nur die leiseste Ahnung, was in Jugoslawien wirklich passiert. Sie zerstören das Land, bombardieren es mit neuartigen Waffen, toxischen Nervengasen, platzieren Oberflächenminen, die mit Fallschirmen abgeworfen werden, werfen Bomben ab, die Uran, schwarzes Napalm und sterilisierende Chemikalien enthalten, setzen Spritzmittel ein, die die Ernten vergiften und verwenden Waffen, die auch uns noch völlig unbekannt sind. Die Amerikaner begehen eine der größten Barbareien gegen die Menschheit. In der Zukunft wird man viele sehr schlimme Dinge hören, die hier passiert sind, denn -und das haben uns übrigens die Gespräche mit den britischen und deutschen Offizieren klar gemacht - dieser Krieg zielt darauf ab, die Europäer zu spalten und für viele Jahrzehnte zu unterwerfen."

    "Ich kann Ihnen versichern, daß ich mich durch diese Aussagen keineswegs reinwaschen und meine Teilnahme an diesem Krieg durch ein "mea culpa"-Geständnis entschuldigen will, denn ich werde nie vergessen können, daß hier eine der größten Greueltaten der Geschichte begangen wurde."

    "Hier wurde eine der größten Greueltaten der Geschichte begangen"

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