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70 Jahre "Unternehmen Barbarossa"

Erstellt von Lilith, 17.06.2011, 14:54 Uhr · 328 Antworten · 18.581 Aufrufe

  1. #61
    Avatar von Lido

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    Die Ostfront war keineswegs vergleichbar mit der Westfront was Morde, Schrecken, Zerstörung, und allgemein Horror anbelangt. Für Nazideutschland, ich gehe sogar soweit zu sagen für ganz Westeuropa, waren Russen bzw. Slawen nichts weiter als Menschen 2ter Klasse. "Moormenschen" wurden sie auch genannt. Während an der Westfront verhältnismäßig "humane" Kriegsbedingungen herrschten (Genfer Konventionen, Vasallenstaaten, etc.) hat sich Nazideutschland von Anfang an davon verabschiedet im Osten. Ziel war Lebensraumpolitik, gekoppelt mit dem Bild vom Moormenschen, führte das zur erbarmunglosen und skrupelosen Vertreibung und Ermordung von einheimischen Russen (und Juden). Auch das Kriegsrecht war fern weg, es war die reinste Abschlachterei. Es muss ein Albtraum gewesen sein, zur damaligen Zeit dies miterlebt zu haben.

  2. #62
    Avatar von Lilith

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    Zitat Zitat von Pejani Beitrag anzeigen
    Hallo Lilith

    Logisch; sie wollen mit dieserm Teil ihrer Geschichte so schnell wie möglich abschliessen. Die Frage ist nur, wie das innert, mehr oder weniger, drei Generationen möglich war?

    Die müssen ja damals einen richtig enormen Nationalstolz gehabt haben, angespornt durch die Theorien ihrer rassischen Überlegenheit und der vermeintlichen Weltherrschaftsübernahme der Juden, welche die "arische Rasse" auslöschen wollten.

    Wo sieht man das heute in Deutschland? Nirgends.
    Ein paar Nazis in ihren "germanischen Weltnetzgemeinschaften" die glauben, dass bald ein Umsturtz kommen würde. Das gar die Revolution im arabischen Raum () sich auf Deutschland übertragen würde.

    Ich frage mich nur, wie das ging? Die Deutschen wurden halt richtig geknechtet, von allen ihren Nachbarn. Zahlen heute noch Gelder an Israel, etc., obwohl eben diese heutigen Generationen nichts mit dem Krieg zu tun haben und auch nichts zu tun haben wollen.

    Naja, irgendwie komme ich nicht auf den Punkt.
    Hi! Glaube diese Frage wird kaum jemand zufriedenstellend beantworten können. Klassischerweise werden als sehr "hilfreiche" Ausgangsfaktoren der Vertrag von Versailles genannt, Weltwirtschaftskrise. Und da hast du einen Mann, der mit seinem "Stab" rhethorisch brilliant Arbeitsplätze, eine Wiedergutmachung der Demütigung durch Versailles etc. versprach. Weiterhin kommt dazu, dass tatsächlich offenbar eine gewisse Furcht vor der sozialistisch/bolschewistischen Revolution überall herrschte. Da braucht es nicht viel, dies geschickt auszunutzen. Siehe dieses Experiment aus "Der Welle", was so ziemlich jedem aus der Schule bekannt sein dürfte.
    Was dazu kommt. Es ist sooo leicht, Vorurteile zu schüren, Feindbilder zu schaffen, bis hin zur Bereitschaft zum Krieg, wenn kein oder kaum Kontakt besteht und die Leute es auch nicht besser wissen können. Man muss etwa mein Land und mein Volk nicht "mögen". Aber genau deshalb freue ich mich immer über jeden, der sich daran wenigstens etwas interessiert zeigt und sich mit mir unterhalten möchte. So wie ich umgekehrt mich für sehr vieles interessiere und hoffe, Interesse, Neugier und Offenheit allgemein auch den Kindern weiter geben zu können.

    Du musst noch nicht mal von einer Sache überzeugt sein, damit es "klappt". Sieh mal, wie auch heute die meisten vorbei gehen, Augen und Ohren verschließen, wenn sie merken, da pöbelt jemand Leute an oder gar mehr. Usw. Und dann stell dir vor, sich in so einer Zeit gegen alltägliches Unrecht zu stellen. In der Dokureihe erzählt eine Berliner Schauspielerin, wie man sehr wohl in den Geschäften die Diskriminierung und Behandlung der jüdischen Mitbürger mitbekam. Und wie man lieber einfach die Augen davor verschloss, nichts sagte, sich lieber in sein Schneckenhaus zurück zog. Das ist kein Vorwurf, liegt wahrscheinlich eher in der Natur als in solcher Situation sich gegen die Masse zu stellen, anzukämpfen und dabei ggf. sogar sein Leben zu riskieren, wie es etwa die Geschwister Scholl auch in so jungem Alter taten.

  3. #63
    Avatar von BlackJack

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    Zitat Zitat von Pejani Beitrag anzeigen
    Ich frage mich nur, wie das ging? Die Deutschen wurden halt richtig geknechtet, von allen ihren Nachbarn. Zahlen heute noch Gelder an Israel, etc., obwohl eben diese heutigen Generationen nichts mit dem Krieg zu tun haben und auch nichts zu tun haben wollen.
    "Reparationszahlungen" wurden schon vor langer Zeit eingestellt, im neuen Jahrtausend wurde wegen drohender Sammelklagen nochmal ein Topf über 4,3 Milliarden Euro aufgemacht für ca. 1,6 Millionen Sklavenarbeiter, der bis 2007 verteilt wurde.

    Dass sich damit jüngere, unbeteiligte Generationen abplagen müssen liegt daran, dass die Bundesrepublik Jahrzehnte lang geschickt die Entschädigung umgangen hat.


    Deutsche Wiedergutmachungspolitik

    Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft

  4. #64
    Avatar von Lilith

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    Wayne's interessiert und wer Russich lesen und verstehen kann. Novaya Gazeta hat ein ganz interessantes kleines Spezial dazu gemacht.

    Íîâàÿ Ãàçåòà | ¹ 66 îò 22 èþíÿ 2011 ãîäà | 22 èþíÿ

  5. #65
    Avatar von kiko

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    10.647
    Hier ein Text, den ich sehr gut finde.

    Der Massenmord wird verdrängt: Kein Erinnern, keine Scham - taz.de


    Kein Erinnern, keine Scham

    Der Überfall Nazideutschlands auf die Sowjetunion vor 70 Jahren verdiente es, ein prägendes Datum des kollektiven Erinnerns zu sein. Er war nicht nur der Beginn eines Angriffskriegs, sondern Auftakt zu einem Massenmord. Fast 30 Millionen Menschen starben...

  6. #66
    Kıvanç


    Das Buch ist nicht schlecht.

  7. #67

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    6.317
    Zitat Zitat von Lilith Beitrag anzeigen
    Hallo!
    Auch, ja. Allerdings wäre es sowohl 1812 als auch im Zweiten Weltkrieg es zu einfach, alles darauf zu schieben. Russen sind nicht wetterbeständiger als andere an sich, hatten genauso mit Kälte, Regen, sumpfigen Gebieten etc. zu kämpfen.

    Wenn du veröffentlichte Tagebuchaufzeichnungen, Briefe auch deutscher Soldaten nimmst, haben mehr als einer ihrem Gegner ungeahnte Opferbereitschaft, Mut und "Sturheit" bescheinigt.
    Ich denke, ein großer Faktor war irgendwann auch die Produktion. Und so komisch es klingt, vielleicht ein Vorteil der Planwirtschaft. Man hat doch recht schnell einige sehr wichtige Betriebe samt Belegschaft in den Osten verlegt um dort zu produzieren. Und überhaupt, es wurden alles und alle auf Krieg umgestellt. wirklich jeder verfügbare, arbeitsfähge Mensch mobilisiert, die Produktion ganz und gar auf Krieg umgestellt. Von benötigter Kleidung bis hin zu Kriegsmaterial. Was irgendwann, ich glaube ab 1943 dazu führte, dass plötzlich die SU in der Kriegsproduktion sogar besser dastand als die Deutschen.

    Und glücklicherweise war so etwa 1942 Stalin endlich davon abgekommen, die Armeeführung nach politischen Maßstäben zu behandeln. Hat sich selbst nicht mehr eingemischt. Wurden Teils sogar politische Verurteilte, allerdings wirkliche Militärexpärten, wieder geholt und hat sie machen lassen, Und da gab es genug, die da ihr Handwerk verstanden.
    Ja, wenn man Menschemassen auf seiner Seite hat.
    Deutschland hatte in jeder Schlacht geringere Verluste zu verzeichnen, als die Russen. Das mag daran liegen, dass die Kommandeure der Russen am Anfang aus recht unerfahrenen Leuten bestand. Stalin selbst fürchtete stets um seine Macht (Was ein Idiot) (Genauso wie Hitler).

    Deutsche waren damals noch hart, stark etc. Heute sind die meisten Deutschen Weicheier.

  8. #68
    Avatar von Lilith

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    Zitat Zitat von kiko Beitrag anzeigen
    Hier ein Text, den ich sehr gut finde.

    Der Massenmord wird verdrängt: Kein Erinnern, keine Scham - taz.de


    Kein Erinnern, keine Scham

    Der Überfall Nazideutschlands auf die Sowjetunion vor 70 Jahren verdiente es, ein prägendes Datum des kollektiven Erinnerns zu sein. Er war nicht nur der Beginn eines Angriffskriegs, sondern Auftakt zu einem Massenmord. Fast 30 Millionen Menschen starben...
    Danke. Dazu auch ein sehr guter Artikel einer gebürtigen Kiewerin. Wer mag. BlackJack hatte auch schon einen sehr interessanten zum Thema Aufarbeitung in Deutschland gepostet. Nun ja. Auf jeden Fall spricht er mir aus der Seele.

    Überfall auf die Sowjetunion: Zweiundzwanzigster Juni in Kiew - Hintergründe - Feuilleton - FAZ.NET

  9. #69
    Leo
    Avatar von Leo

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    Entscheidende Faktoren die bei dem Sieg der Sowjets eine Rolle spielten:

    - Der Winter ( Die Deutschen waren nicht auf so einen Winter vorbereitet)
    - die große Bevölkerung und die große Fläche
    - und zu guter Letzt die Tatsache dass Stalin es schaffte den Großteil der Industrie
    in den Osten und somit unerreichbar für deutsche Bomber zu verlegen

  10. #70
    Avatar von Josip Frank

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    Zitat Zitat von Lilith Beitrag anzeigen
    Danke. Dazu auch ein sehr guter Artikel einer gebürtigen Kiewerin. Wer mag. BlackJack hatte auch schon einen sehr interessanten zum Thema Aufarbeitung in Deutschland gepostet. Nun ja. Auf jeden Fall spricht er mir aus der Seele.

    Überfall auf die Sowjetunion: Zweiundzwanzigster Juni in Kiew - Hintergründe - Feuilleton - FAZ.NET

    Das Bild der Sowjets ist geprägt durch

    Zitat aus dem taz Link

    Doch die Bundesrepublik übernahm das Feindbild vom bösen Bolschewisten, und in der DDR bewirkten all die offiziellen deutsch-sowjetischen Verbrüderungen eher das Gegenteil. Weil die Sowjetunion wahlweise Feind oder Besatzer blieb, weil auch Stalin ein Massenmörder war, weil die Rotarmisten auch deutsche Frauen vergewaltigten: Deshalb blieb diese Geschichte liegen.

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