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Albaner sind Europäer !

Erstellt von Ciciripi, 11.11.2012, 08:20 Uhr · 132 Antworten · 9.098 Aufrufe

  1. #91
    Avatar von Bambi

    Registriert seit
    16.06.2008
    Beiträge
    37.047
    Zitat Zitat von Dolls Beitrag anzeigen
    Waaaaaas der ist Kroate und noch aus Slawonien???!!!

    OMG, was für eine Schande
    was stimmt mit Slavonien nich?

  2. #92
    Feuerengel
    Zitat Zitat von Axha Paqarriz Beitrag anzeigen
    E pse pra e kan Katolikt e Shqipnis Mentalitetin sikur t'Arabve, hajt kallxom?
    Mos kujto qe i perkrahi Katoliket

  3. #93

    Registriert seit
    29.01.2012
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    4.579
    Warum redet ihr immer so komisch?

  4. #94
    Avatar von Macedonian

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    24.05.2005
    Beiträge
    5.739
    Wie dachte man vor über 100 Jahren über die Albaner?
    Über das Volk und die Blutrache der Albaner

    Zunächst einmal eine ethnographische Karte zur geographischen und demographischen Aufklärung:

    Quelle: H. Kiepert, Berlin 1876

    Albanesen, die Bewohner Albaniens und von Epirus, ein Volk von isolierter Stellung unter den Indoeuropäern, das als Nachkommen der alten Illyrier angesehen wird. Der einheimische Name der Albanesen ist Schkipetaren (Felsbewohner); von den Türken, ihren Beherrschern, werden sie Arnauten genannt. Ihr Hauptgebiet umfaßt das heutige Albanien (das alte Illyricum und Epirus), jenen Landstrich am Adriatischen Meer, der östlich vom Pindus begrenzt wird und von Skutari bis zumMeerbusen von Korinth [* 3] reicht. Im N. werden sie von den Serben begrenzt, im S. von Griechen, während sie im O. sich mitBulgaren und Zinzaren berühren.

    Die Verwüstungen in Epirus durch den Römer [* 4] Paullus Ämilius, die germanischen, serbischen und bulgarischen Einfälle in Albanien wirkten ohne Zweifel auf die ethnischen Verhältnisse des Landes stark ein. Als Arbanitai treten die Albanesen zum erstenmal im 11. Jahrh. auf; im Peloponnes werden sie 1349 erwähnt. Im 14. Jahrh. wandern sie nachBöotien, Attika, Euböa, dem Archipel, und heute finden wir sie außer ihrem Stammland noch in Makedonien im Bezirk Kolonja, in Attika und Megara auf dem Land sowie in Böotien und Lokris.

    Auf den Inseln kommen sie im südlichen Euböa vor und bewohnen etwa ein Drittel von Andros. Vorherrschend sind sie auf Salamis, Poros, Hydra und Spezzia. Im Peloponnes bilden sie die Hauptmasse der Bevölkerung [* 5] von Argolis, Corinthia und Sicyonia, ebenso nehmen sie bedeutende Teile von Arkadien, Lakonien, Messenien und Elis ein. Wohl ein Fünftel der Bewohner Griechenlands gehört den Albanesen an, und dieses Verhältnis ist durch die neuen Erwerbungen in Epirus noch verstärkt worden. Doch sind diese griechischen Albanesen mehr oder minder in der Hellenisierung begriffen.
    Durch Kolonien, welche gegen Ende des 15. Jahrh. nach dem Fall des einheimischen Fürstengeschlechts auszogen, wurden die Albanesen auch nach Italien, [* 6] namentlich Kalabrien und Sizilien, [* 7] versetzt, wo sie bis heute sich erhalten haben.

    In Bezug auf die Körperbeschaffenheit lassen sich keine einheitlichen Merkmale für die Albanesen aufstellen. Sie zerfallen in einen nördlichen Stamm, die Gegen, und einen südlichen, die Tosken, zwischen denen der Fluß Schkumb die Grenze bildet; diese beiden Stämme stehen sich ferner, als man gewöhnlich annimmt, können sich untereinander nur schwer verständigen und hassen einander. Es ist auffallend, daß blonde Haare [* 8] und graue Augen besonders bei den südlichen Toskenvorkommen, im N. aber die dunkle Gesichtsfarbe herrscht.

    Die Zahl sämtlicher im türkischen Reichlebender Albanesen gibt Gopčević auf 1,400,000 an. Dazu kommen 250,000 in Griechenland, [* 9] von denen 38,000 bloß albanesisch sprechen, und 100,000 in Italien (meist in Sizilien), so daß die Gesamtzahl des Volks sich auf 1,750,000 Seelenbeläuft. Der Religion nach zerfallen die Albanesen in Mohammedaner, Griechen und Katholiken. Die Zahl der erstern dürfte sich auf 1 Mill. belaufen; dem griechisch-orthodoxen Glaubensbekenntnis huldigen im osmanischen Reich etwa 280,000, in Griechenland sämtliche Albanesen. Katholisch sind in Albanien 120,000, in Italien sämtliche Albanesen.

    Kultur. Die Albanesen wurden bisher zu den nur halb zivilisierten Völkern Europas gerechnet. Während Serben, Griechen,Rumänen, Montenegriner und Bulgaren nach und nach das Türkenjoch abwarfen, waren die Albanesen wie vergessen und lieferten erst in der letzten Zeit Beweise, daß sie aus einem 400jährigen Schlummer zu politischem Leben erwachen. NochFallmerayer schreibt ihnen das negative starre Prinzip des Stillstands zu, der alle Bildung abweist. Sie seien überall selbstsüchtig, meuterisch, unzuverlässig, grausam, dabei aber rührige, unerschrockene, sparsame und hartknochigeHandarbeiter, Schiffer, Bauern und Soldaten.

    Andre heben namentlich an den Albanesen der griechischen Inseln (z. B. den Hydrioten) edle Züge hervor. Gyurkewicz kennzeichnet sie als Hirten, Krieger, Räuber, nur für den Notbedarf Ackerbauer; sie kennen und schätzen nicht Kultur, Gesetz, Gesellschaft und Staat, nur Traditionen, namentlich Herkommensrecht der Stämme, Faustrecht des Einzelnen, Blutrache. Die fortwährenden Stammesfehden und die konfessionelle Verschiedenheit ließen nur selten einen durch die Grausamkeit des türkischen Despotismus geweckten Patriotismus, ein Gefühl der Zusammengehörigkeit aufkommen. Ihr gefeierter Volksheld und Märtyrer Georg Kastriota (Skanderbeg, gest. 1467) war der Abstammung nach nicht Albanese, sondern Slawe.
    Artikel über Skanderbeg:
    https://peter-hug.ch/lexikon/Skanderbeg/14_1012

    Wohl aber ist ein engeres Heimatsgefühl bei den Albanesen vorhanden, das sich in warmen Zügen offenbart. Die türkische Regierung benutzte die wohlbekannte Kriegstüchtigkeit des Volks als ein geeignetes Mittel, um in allen Provinzen des weiten Reichs nicht sowohl die Ordnung als den Despotismus zu stützen. Damit entzog sie zugleich dem Lande die beste Widerstandskraft. Leider waren aber die Albanesen dort, wie in der Fremde, gesetzlose Räuber. G. v. Hahn [* 10] zeichnet in kräftigen Strichen den Zustand des Landes: Faustrecht, Fehde, Blutrache, besonders bis zum Beginn des 19. Jahrh. Der Adelnährte sich von Erpressungen, das verarmte Volk von Straßenraub und Viehdiebstahl, während der Ackerbauer in unaussprechlichem Elend lebte.

    Den Despotismus der mohammedanischen Raubstände, des Adels und der Krieger, brach zuerst der bekannte Ali Paschavon Janina; danach versuchten im bessern Sinn die türkischen Reformgesetze aus dem Chaos einen Mechanismusherzustellen, der aber ebensowenig zum Organismus werden konnte wie anderwärts im türkischen Reich. Selbstsucht, Not und eine Art patriotischer Anhänglichkeit an alte Sitten und Unsitten erzeugten fortwährende Aufregung gegen die türkischeRegierung, kehrten sich aber auch feindlich gegen andre Völker, wie Montenegriner und Griechen, was sich 1878 in der Bildungder albanesischen Liga äußerte.

    Verwaltung, Rechtspflege. Die Autorität der Türken ist, namentlich im N., nur eine scheinbare, denn in Wirklichkeit regiert jeder Stamm sich selbst. Mit dem Wali (Gouverneur) stehen bloß einige Stämme durch eine Mittelsperson, den Bulukbaschi, in Verbindung. Jeder Stamm bildet eine kleine, für sich bestehende aristokratische Republik, deren Präsident Barjaktar heißt und die Verpflichtung hat, im Krieg den Oberbefehl über das Kontingent zu führen. Er ist in seiner Stellung erblich, ebenso wie die Woiwoden oder Gemeindevorstände.

    Letztere werden bei den meisten Stämmen durch die Gjobars ersetzt, welche das Strafgeld (Gjobe, in Vieh entrichtet) beiVerurteilungen einzuziehen haben; sie werden aus den tapfersten und kühnsten Leuten erwählt. Nach ihnen folgen die Dovrans oder Bürgen, die dem Wali für das gute Verhalten des Stammes haften müssen. Alle diese Würdenträger gehören zu den Plektje, Ältesten, welche den Rat (Pletschenia) bilden und über alle Dinge von nicht allgemeiner Wichtigkeit entscheiden.

    Übrigens liegen die »Ältesten«, weil deren Würde erblich, oft noch in den Windeln. Barjaktars und Woiwoden sind im allgemeinen mit der Regierung betraut, doch dürfen sie keine Neuerungen einführen und müssen sich nach dem alten Herkommen (Adet) richten. Angelegenheiten, die das Wohl des ganzen Stammes betreffen: Entscheidung über Krieg undFrieden, Erlaß oder Aufhebung eines Gesetzes, Änderung alter Gebräuche, können nur von der Volksversammlung (Kuvent) entschieden werden, zu der jedes Haus einen Vertreter sendet.

    Zwei solcher Versammlungen finden jährlich, im Frühling und im Herbste, statt, um über die Zeit zu entscheiden, wenn die Herden ausgetrieben und wieder heimgeführt werden sollen. Verletzungen des Herkommens werden mit Geldstrafen oder Viehkonfiskation gestraft. Von dem Erträgnis derStrafen werden Feste abgehalten. Privatstreitigkeiten schlichten gewählte Schiedsrichter. Diebstahl kommt nur zur Bestrafung, wenn er im Inland verübt wird; jener im Ausland wird gebilligt, da er den Nationalwohlstand bereichert.

    Unabsichtliche Tötung wird mit 225 Mk. geahndet, vorsätzliche zieht die Blutrache nach sich, desgleichen Verleumdung, Entführung, Schändung,Ehebruch. Totschlag, Raub, Diebstahl und Gewalt, während des Kriegs begangen, sind von jeder Entschädigungsforderung frei. Die Blutrache, welchein der Leidenschaftlichkeit und Empfindlichkeit des Volks ihren Grund hat und durch das Herkommen geboten ist, fordert noch jetzt schreckliche Opfer inAlbanien. Sie kann bei einigen Stämmen, wie den Miriditen, nie aufgehoben werden und geht von der Familie auf den Stamm über; es entsteht dadurch ein Krieg aller gegen alle, der nur durch bestimmte gesetzliche Zeiten der Waffenruhe beschränkt ist.

    Während des Blutrachekriegs haben die feindlichen Stämme jederzeit plötzliche Angriffe zu befürchten. Sieg und Ruhm hängen von der Zahl der Erschlagenen ab. Ist genug des Bluts geflossen, und tritt Abspannung ein, so vermittelt der türkische Gouverneur den Frieden. In Mittelalbanien kam nach Gopčević in den 50er Jahren, wo die Blutrache besonders stark wütete, auf je zehn Häuser ein Erschlagener, und in Skutari allein lebten 500 vor der Blutrache dorthin geflüchtete Albanesen.

    In der Familie ist der Mann der Herr, dem alle Familienglieder unterthan sind. Das Weib teilt oft in verwilderter Weise die männliche Thätigkeit, indem es mit in den Fehdekampf zieht und den Gefallenen die Köpfe abschneidet. Verlobung, Hochzeit, Ehe zeigen noch viele Spuren altbarbarischerGebräuche, wie Brautkauf und Brautraub. In den religiösen Anschauungen aller Stämme, gleichviel welchem Glauben sie huldigen, hat sich noch sehr viel Heidnisches erhalten.

    Feen, Elfen, Hausgeister, Drachen, Gespenster, Flügelpferde, Geister erfüllen die Phantasie der Albanesen. DerAberglaube ist auf allen Gebieten des Lebens reichlich vertreten. Die Tracht wechselt oft nach den Stämmen, ist aber stets malerisch. Der typische Albanese erscheint in roter Mütze und Turbanshawl, langem Schnurrbart und bloßem Hals, mit knopfloser, weißer Weste, weißer Fustanella, weißen Beinkleidern und bis an die Zähne [* 12] bewaffnet. Die Häuser der Albanesen gleichen in vielem denen der griechischen Bauern.

    Das geräumige Gehöft ist mit Schilfrohr umhegt und umfaßt Wohnhaus [* 13] und die Gebäude für Vieh undLandwirtschaft. Holz [* 14] und Lehm bilden das Baumaterial; der Herd liegt auf dem Lehmboden; Kamin und beweglicher Zimmerhausrat fehlen. Decken dienen statt der Betten. Die Dörfer sind klein und liegen zerstreut im Gebirge. Bei aller Roheit ist ein naturwüchsiger alteinheimischer Kunstsinn den Albanesen eigen. Sie singen (besonders in Dardanien) viel und gut; es gibt unter ihnen Erzähler, Sänger, Spieler auf der Mandoline; das Volkslied ist in der Regel elegisc. Der Tanz ist die Albanitika, verwandt der griechischen Rhomaika.

    Albanesische Sprache [* 2] und Litteratur. Das Albanesische, die Sprache der Albanesen, wird in einer Anzahl von Mundarten gesprochen, von denen die nördlichen, die sog. gegischen, im großen Ganzen die altertümlichern sind. Die südlich vom Flusse Škumbi gesprochenen Mundarten heißen im allgemeinen toskisch; auch das griech. und ital. Albanesische trägt im wesentlichen diesen Charakter. Das Albanesische ist ein selbständiger Zweig des indogerman. Sprachstamms, und zwar eine jüngere Phase des alten Illyrischen.

    Quelle:
    https://peter-hug.ch/lexikon?such=albaner&m=Los%21






    Macedonian

  5. #95
    Avatar von Sazan

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    13.046
    Zitat Zitat von LS_89 Beitrag anzeigen
    Mos kujto qe i perkrahi Katoliket
    ...veq i urren muslimanet vetem dyfytyreshat i urrejn muslimanet.

  6. #96
    PejaniAL
    Zitat Zitat von Macedonian Beitrag anzeigen
    Wie dachte man vor über 100 Jahren über die Albaner?
    Über das Volk und die Blutrache der Albaner

    Zunächst einmal eine ethnographische Karte zur geographischen und demographischen Aufklärung:

    Quelle: H. Kiepert, Berlin 1876

    Albanesen, die Bewohner Albaniens und von Epirus, ein Volk von isolierter Stellung unter den Indoeuropäern, das als Nachkommen der alten Illyrier angesehen wird. Der einheimische Name der Albanesen ist Schkipetaren (Felsbewohner); von den Türken, ihren Beherrschern, werden sie Arnauten genannt. Ihr Hauptgebiet umfaßt das heutige Albanien (das alte Illyricum und Epirus), jenen Landstrich am Adriatischen Meer, der östlich vom Pindus begrenzt wird und von Skutari bis zumMeerbusen von Korinth [* 3] reicht. Im N. werden sie von den Serben begrenzt, im S. von Griechen, während sie im O. sich mitBulgaren und Zinzaren berühren.

    Die Verwüstungen in Epirus durch den Römer [* 4] Paullus Ämilius, die germanischen, serbischen und bulgarischen Einfälle in Albanien wirkten ohne Zweifel auf die ethnischen Verhältnisse des Landes stark ein. Als Arbanitai treten die Albanesen zum erstenmal im 11. Jahrh. auf; im Peloponnes werden sie 1349 erwähnt. Im 14. Jahrh. wandern sie nachBöotien, Attika, Euböa, dem Archipel, und heute finden wir sie außer ihrem Stammland noch in Makedonien im Bezirk Kolonja, in Attika und Megara auf dem Land sowie in Böotien und Lokris.

    Auf den Inseln kommen sie im südlichen Euböa vor und bewohnen etwa ein Drittel von Andros. Vorherrschend sind sie auf Salamis, Poros, Hydra und Spezzia. Im Peloponnes bilden sie die Hauptmasse der Bevölkerung [* 5] von Argolis, Corinthia und Sicyonia, ebenso nehmen sie bedeutende Teile von Arkadien, Lakonien, Messenien und Elis ein. Wohl ein Fünftel der Bewohner Griechenlands gehört den Albanesen an, und dieses Verhältnis ist durch die neuen Erwerbungen in Epirus noch verstärkt worden. Doch sind diese griechischen Albanesen mehr oder minder in der Hellenisierung begriffen.
    Durch Kolonien, welche gegen Ende des 15. Jahrh. nach dem Fall des einheimischen Fürstengeschlechts auszogen, wurden die Albanesen auch nach Italien, [* 6] namentlich Kalabrien und Sizilien, [* 7] versetzt, wo sie bis heute sich erhalten haben.

    In Bezug auf die Körperbeschaffenheit lassen sich keine einheitlichen Merkmale für die Albanesen aufstellen. Sie zerfallen in einen nördlichen Stamm, die Gegen, und einen südlichen, die Tosken, zwischen denen der Fluß Schkumb die Grenze bildet; diese beiden Stämme stehen sich ferner, als man gewöhnlich annimmt, können sich untereinander nur schwer verständigen und hassen einander. Es ist auffallend, daß blonde Haare [* 8] und graue Augen besonders bei den südlichen Toskenvorkommen, im N. aber die dunkle Gesichtsfarbe herrscht.

    Die Zahl sämtlicher im türkischen Reichlebender Albanesen gibt Gopčević auf 1,400,000 an. Dazu kommen 250,000 in Griechenland, [* 9] von denen 38,000 bloß albanesisch sprechen, und 100,000 in Italien (meist in Sizilien), so daß die Gesamtzahl des Volks sich auf 1,750,000 Seelenbeläuft. Der Religion nach zerfallen die Albanesen in Mohammedaner, Griechen und Katholiken. Die Zahl der erstern dürfte sich auf 1 Mill. belaufen; dem griechisch-orthodoxen Glaubensbekenntnis huldigen im osmanischen Reich etwa 280,000, in Griechenland sämtliche Albanesen. Katholisch sind in Albanien 120,000, in Italien sämtliche Albanesen.

    Kultur. Die Albanesen wurden bisher zu den nur halb zivilisierten Völkern Europas gerechnet. Während Serben, Griechen,Rumänen, Montenegriner und Bulgaren nach und nach das Türkenjoch abwarfen, waren die Albanesen wie vergessen und lieferten erst in der letzten Zeit Beweise, daß sie aus einem 400jährigen Schlummer zu politischem Leben erwachen. NochFallmerayer schreibt ihnen das negative starre Prinzip des Stillstands zu, der alle Bildung abweist. Sie seien überall selbstsüchtig, meuterisch, unzuverlässig, grausam, dabei aber rührige, unerschrockene, sparsame und hartknochigeHandarbeiter, Schiffer, Bauern und Soldaten.

    Andre heben namentlich an den Albanesen der griechischen Inseln (z. B. den Hydrioten) edle Züge hervor. Gyurkewicz kennzeichnet sie als Hirten, Krieger, Räuber, nur für den Notbedarf Ackerbauer; sie kennen und schätzen nicht Kultur, Gesetz, Gesellschaft und Staat, nur Traditionen, namentlich Herkommensrecht der Stämme, Faustrecht des Einzelnen, Blutrache. Die fortwährenden Stammesfehden und die konfessionelle Verschiedenheit ließen nur selten einen durch die Grausamkeit des türkischen Despotismus geweckten Patriotismus, ein Gefühl der Zusammengehörigkeit aufkommen. Ihr gefeierter Volksheld und Märtyrer Georg Kastriota (Skanderbeg, gest. 1467) war der Abstammung nach nicht Albanese, sondern Slawe.
    Artikel über Skanderbeg:
    https://peter-hug.ch/lexikon/Skanderbeg/14_1012

    Wohl aber ist ein engeres Heimatsgefühl bei den Albanesen vorhanden, das sich in warmen Zügen offenbart. Die türkische Regierung benutzte die wohlbekannte Kriegstüchtigkeit des Volks als ein geeignetes Mittel, um in allen Provinzen des weiten Reichs nicht sowohl die Ordnung als den Despotismus zu stützen. Damit entzog sie zugleich dem Lande die beste Widerstandskraft. Leider waren aber die Albanesen dort, wie in der Fremde, gesetzlose Räuber. G. v. Hahn [* 10] zeichnet in kräftigen Strichen den Zustand des Landes: Faustrecht, Fehde, Blutrache, besonders bis zum Beginn des 19. Jahrh. Der Adelnährte sich von Erpressungen, das verarmte Volk von Straßenraub und Viehdiebstahl, während der Ackerbauer in unaussprechlichem Elend lebte.

    Den Despotismus der mohammedanischen Raubstände, des Adels und der Krieger, brach zuerst der bekannte Ali Paschavon Janina; danach versuchten im bessern Sinn die türkischen Reformgesetze aus dem Chaos einen Mechanismusherzustellen, der aber ebensowenig zum Organismus werden konnte wie anderwärts im türkischen Reich. Selbstsucht, Not und eine Art patriotischer Anhänglichkeit an alte Sitten und Unsitten erzeugten fortwährende Aufregung gegen die türkischeRegierung, kehrten sich aber auch feindlich gegen andre Völker, wie Montenegriner und Griechen, was sich 1878 in der Bildungder albanesischen Liga äußerte.

    Verwaltung, Rechtspflege. Die Autorität der Türken ist, namentlich im N., nur eine scheinbare, denn in Wirklichkeit regiert jeder Stamm sich selbst. Mit dem Wali (Gouverneur) stehen bloß einige Stämme durch eine Mittelsperson, den Bulukbaschi, in Verbindung. Jeder Stamm bildet eine kleine, für sich bestehende aristokratische Republik, deren Präsident Barjaktar heißt und die Verpflichtung hat, im Krieg den Oberbefehl über das Kontingent zu führen. Er ist in seiner Stellung erblich, ebenso wie die Woiwoden oder Gemeindevorstände.

    Letztere werden bei den meisten Stämmen durch die Gjobars ersetzt, welche das Strafgeld (Gjobe, in Vieh entrichtet) beiVerurteilungen einzuziehen haben; sie werden aus den tapfersten und kühnsten Leuten erwählt. Nach ihnen folgen die Dovrans oder Bürgen, die dem Wali für das gute Verhalten des Stammes haften müssen. Alle diese Würdenträger gehören zu den Plektje, Ältesten, welche den Rat (Pletschenia) bilden und über alle Dinge von nicht allgemeiner Wichtigkeit entscheiden.

    Übrigens liegen die »Ältesten«, weil deren Würde erblich, oft noch in den Windeln. Barjaktars und Woiwoden sind im allgemeinen mit der Regierung betraut, doch dürfen sie keine Neuerungen einführen und müssen sich nach dem alten Herkommen (Adet) richten. Angelegenheiten, die das Wohl des ganzen Stammes betreffen: Entscheidung über Krieg undFrieden, Erlaß oder Aufhebung eines Gesetzes, Änderung alter Gebräuche, können nur von der Volksversammlung (Kuvent) entschieden werden, zu der jedes Haus einen Vertreter sendet.

    Zwei solcher Versammlungen finden jährlich, im Frühling und im Herbste, statt, um über die Zeit zu entscheiden, wenn die Herden ausgetrieben und wieder heimgeführt werden sollen. Verletzungen des Herkommens werden mit Geldstrafen oder Viehkonfiskation gestraft. Von dem Erträgnis derStrafen werden Feste abgehalten. Privatstreitigkeiten schlichten gewählte Schiedsrichter. Diebstahl kommt nur zur Bestrafung, wenn er im Inland verübt wird; jener im Ausland wird gebilligt, da er den Nationalwohlstand bereichert.

    Unabsichtliche Tötung wird mit 225 Mk. geahndet, vorsätzliche zieht die Blutrache nach sich, desgleichen Verleumdung, Entführung, Schändung,Ehebruch. Totschlag, Raub, Diebstahl und Gewalt, während des Kriegs begangen, sind von jeder Entschädigungsforderung frei. Die Blutrache, welchein der Leidenschaftlichkeit und Empfindlichkeit des Volks ihren Grund hat und durch das Herkommen geboten ist, fordert noch jetzt schreckliche Opfer inAlbanien. Sie kann bei einigen Stämmen, wie den Miriditen, nie aufgehoben werden und geht von der Familie auf den Stamm über; es entsteht dadurch ein Krieg aller gegen alle, der nur durch bestimmte gesetzliche Zeiten der Waffenruhe beschränkt ist.

    Während des Blutrachekriegs haben die feindlichen Stämme jederzeit plötzliche Angriffe zu befürchten. Sieg und Ruhm hängen von der Zahl der Erschlagenen ab. Ist genug des Bluts geflossen, und tritt Abspannung ein, so vermittelt der türkische Gouverneur den Frieden. In Mittelalbanien kam nach Gopčević in den 50er Jahren, wo die Blutrache besonders stark wütete, auf je zehn Häuser ein Erschlagener, und in Skutari allein lebten 500 vor der Blutrache dorthin geflüchtete Albanesen.

    In der Familie ist der Mann der Herr, dem alle Familienglieder unterthan sind. Das Weib teilt oft in verwilderter Weise die männliche Thätigkeit, indem es mit in den Fehdekampf zieht und den Gefallenen die Köpfe abschneidet. Verlobung, Hochzeit, Ehe zeigen noch viele Spuren altbarbarischerGebräuche, wie Brautkauf und Brautraub. In den religiösen Anschauungen aller Stämme, gleichviel welchem Glauben sie huldigen, hat sich noch sehr viel Heidnisches erhalten.

    Feen, Elfen, Hausgeister, Drachen, Gespenster, Flügelpferde, Geister erfüllen die Phantasie der Albanesen. DerAberglaube ist auf allen Gebieten des Lebens reichlich vertreten. Die Tracht wechselt oft nach den Stämmen, ist aber stets malerisch. Der typische Albanese erscheint in roter Mütze und Turbanshawl, langem Schnurrbart und bloßem Hals, mit knopfloser, weißer Weste, weißer Fustanella, weißen Beinkleidern und bis an die Zähne [* 12] bewaffnet. Die Häuser der Albanesen gleichen in vielem denen der griechischen Bauern.

    Das geräumige Gehöft ist mit Schilfrohr umhegt und umfaßt Wohnhaus [* 13] und die Gebäude für Vieh undLandwirtschaft. Holz [* 14] und Lehm bilden das Baumaterial; der Herd liegt auf dem Lehmboden; Kamin und beweglicher Zimmerhausrat fehlen. Decken dienen statt der Betten. Die Dörfer sind klein und liegen zerstreut im Gebirge. Bei aller Roheit ist ein naturwüchsiger alteinheimischer Kunstsinn den Albanesen eigen. Sie singen (besonders in Dardanien) viel und gut; es gibt unter ihnen Erzähler, Sänger, Spieler auf der Mandoline; das Volkslied ist in der Regel elegisc. Der Tanz ist die Albanitika, verwandt der griechischen Rhomaika.

    Albanesische Sprache [* 2] und Litteratur. Das Albanesische, die Sprache der Albanesen, wird in einer Anzahl von Mundarten gesprochen, von denen die nördlichen, die sog. gegischen, im großen Ganzen die altertümlichern sind. Die südlich vom Flusse Škumbi gesprochenen Mundarten heißen im allgemeinen toskisch; auch das griech. und ital. Albanesische trägt im wesentlichen diesen Charakter. Das Albanesische ist ein selbständiger Zweig des indogerman. Sprachstamms, und zwar eine jüngere Phase des alten Illyrischen.

    Quelle:
    https://peter-hug.ch/lexikon?such=albaner&m=Los%21






    Macedonian
    Die Frage ist, nach welchen Kriterien man zu dieser Zeit als zivilisiert galt.

  7. #97
    Avatar von Buntovnik

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    2.826
    Unfassbar!

  8. #98
    Avatar von Macedonian

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    5.739
    Zitat Zitat von PejaniAL Beitrag anzeigen
    Die Frage ist, nach welchen Kriterien man zu dieser Zeit als zivilisiert galt.
    Der Text dient nur zur Information.
    Es ist doch interessant zu lesen, wie die Lexika vor 100-150 Jahren schrieben.
    Hauptsächlich stört dich doch nur dieser Abschnitt mit der Zivilisation und evtl. noch der mit Skanderbeg (''Halb-Slawe''). Alles andere ist doch sehr interessant zu lesen.
    Im ''ZivilisiertenAbschnitt'' wird ja danach bewertet, wer sich gegen die Osmanen erhoben hat und war nicht.

    Evtl. aus diesem Grund konnten die Albaner sich nicht gleichschnell mit allen anderen Balkan-Völkern organisieren:
    Die fortwährenden Stammesfehden und die konfessionelle Verschiedenheit ließen nur selten einen durch die Grausamkeit des türkischen Despotismus geweckten Patriotismus, ein Gefühl der Zusammengehörigkeit aufkommen.
    Ist übrigens aus dem selben Text.4




    Macedonian

  9. #99
    Avatar von AlbaJews

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    Zitat Zitat von LS_89 Beitrag anzeigen
    Mos kujto qe i perkrahi Katoliket
    Nuk po thom se je ka i perkrah, po deshta me t'kallxu se Shqiptart pa mar parasysh a Musliman apo Katolik, nuk e kan Mentalitetin sikur Gjermant, Francezet, Anglezet etc.

  10. #100
    Avatar von Heraclius

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    13.284
    Zitat Zitat von Muhaxher Beitrag anzeigen
    Wir Albaner sind ein autonomes Volk in Europa , und gehören mit zu den ältersten Völkern in Europa !

    Aber warum behandeln uns die Europäer nicht wie solche ? Mir fällt oftmals auf , das uns die anderen Europäer gar nicht wie welche betrachten . Wie die Deutschen z.b wenn ich zu denen sage ich bin genau so viel Europäer wie ihr wenn nicht sogar mehr ( geschichtlich betrachtet ) verdrehen die die Augen und denken ich mache Witze .

    Woran liegt das , denk ihr ?




    Du meinst wohl eher ein autochthones Volk in Europa? "Autonom" nennt man die welche an der 1.Mai-Demo schwarz vermummt jeweils Randale machen.


    Heraclius

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