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Albaner keine Illyrer

Erstellt von Amphion, 09.08.2009, 17:20 Uhr · 1.016 Antworten · 237.584 Aufrufe

  1. #1

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    Idee Albaner keine Illyrer

    Albaner keine Illyrer:
    Wenn ich den Text hier richtig deute, so fühlten sich zuerst die Südslawen als Illyrer, überwiegend Kroaten und Slowenen. Die Albaner sind auf dem Zug des Illyrers erst druafgesprungen, als sich die Kroaten und Slowenen davon freigemacht hatten. Bitte selber prüfen, hier der Text mit Quellen-URL:
    -


    Illyrer Infos

    Illyrer ist ein Sammelname für indoeuropäische Völker am Ostufer der Adria. Sie besiedelten ein Gebiet, das von Ostösterreich über Serbien und Albanien bis nach Nordgriechenland reichte. Die Illyrer gelten als die Träger der Hallstattkultur. Im Gebiet des heutigen Österreich wurden sie jedoch schon gegen 500 v. Chr von den Kelten verdrängt.
    Seit dem 6. Jahrhundert v. Chr kamen die Händler der griechischen Städte mit Illyrern in Kontakt, die als Piraten sehr gefürchtet waren. Deren politische Zentren waren in der Nähe der heutigen Städte Durres und Skutari. 228 v. Chr kamen sie in die Abhängigkeit Roms und wurden unter Caesar dem Reich angegliedert. Mit dem Erreichen der Donaugrenze unter Augustus wurden die Provinzen Dalmatia und Pannonia geschaffen. Nach einem Aufstand 9 v. Chr setzte eine intensive Romanisierung ein. Die Armee des spätrömischen Reiches bestand zu grossen Teilen aus diesen romanisierten Illyrern. Mehrere römische Kaiser waren Illyrer, z.B. Claudius II. Gothicus, Aurelian, Probus, Diokletian und Constantin. Nach dem Einfall der Slawen ging die illyrische Vorbevölkerung, wie auch die Thraker, im Laufe weniger Jahrhunderte zum großen Teil in den Südslawen auf.

    Illyrer und Albaner

    Von der illyrischen Sprache kennt man bis auf wenige Worte nur Orts- und Personennamen, die vornehmlich auf Grab- und Gebäudeinschriften überliefert sind. Bis heute umstritten, ist die von einigen Sprachwissenschaftlern vertretene These, dass sich die albanische Sprache auf der Basis eines illyrischen Substrats entwickelt hat. Die Beweisführung ist schwierig, weil es von der Spätantike bis zum 14. Jahrhundert keine Quellen über die Sprachentwicklung, dieser nur mündlich gebrauchten Idiome gibt. Allerdings bietet die Illyrer-Albaner-These eine plausible Erklärung für die Existenz des modernen Albanischen, als einem isolierten Glied der indoeuropäischen Sprachgruppe, wie auch die griechische Sprache eines ist. Denn nur auf der Basis einer älteren Sprache konnten sich solche Sprachen entwickeln. Die besonders unter albanischen Sprachwissenschaftlern betonte enge Verwandtschaft der antiken illyrischen Dialekte mit dem modernen Albanisch ist jedoch recht zweifelhaft, lassen sich doch im Albanischen überaus zahlreiche Entlehnungen aus dem Lateinischen und Griechischen und auch dem Slawischen nachweisen, die schon lange wirksam waren, ehe im 15. Jahrhundert die ersten Überlieferungen über die albanische Sprache einsetzen.

    Illyrismus und Südslawen

    Durch ihren halb legendenhaften Charakter eigneten sich die Illyrer gut als Anknüpfungspunkt für nationale Identitätsstiftung. Die Vorkämpfer der südslawischen Nationalismen im 19. Jahrhundert behaupteten, dass ihre Völker von den Illyrern abstammen. Besonders verbreitet war diese These bei den Kroaten und Slowenen. Der südslawische Illyrismus postulierte die ethnische Einheit aller Südslawen, die nur in eng verwandte Stämme untergliedert seien. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts spielte die Illyrerthese für die südslawischen Nationalismen keine Rolle mehr. Heute berufen sich nur die Albaner auf ihre illyrische Abstammung.
    Siehe auch: Illyrien, Veneter, Nordwestblock, Seevölker


    • Cabanes, Pierre: Les Illyriens de Bardylis à Genthios (IVe - IIe siècles avant J.-C.). (= Regards sur l'histoire. 65). Paris 1988. ISBN 2-7181-3841-6
    • Cabanes, Pierre (Hrsg.): Grecs et Illyriens dans les inscriptions en langue grecque d'Epidamne-Dyrrhachion et d'Apollonia d'Illyrie. Actes de la table ronde internationale (Clermont-Ferrand, 19 - 21 octobre 1989). Paris 1993. ISBN 2-86538-241-9
    • Ceka, Neritan: Ilirët. Tiranë 2000. ISBN 99927-0-098-X
    • Frommer, Hansjörg: Die Illyrer. 4000 Jahre europäischer Geschichte. Vom 3. Jahrtausend bis zum Beginn der Neuzeit. Karlsruhe 1988. ISBN 3-88190-100-0.
    • Lippert, Andreas (Hrsg.): Die Illyrer. Katalog zu einer Ausstellung von archäologischen Funden der albanischen Eisenzeit (12. - 4. Jh. v. Chr.) aus den Sammlungen des Archäologischen Institutes der Albanischen Akademie der Wissenschaften in Tirana und des Archäologischen Museums in Durrës. Sonderausstellung im Museum für Urgeschichte des Landes Niederösterreich, Asparn an der Zaya vom 3. April bis 30. November 2004. (= Katalog des NÖ. Landesmuseums. N.F. 448 .[St. Pölten] 2004. ISBN 3-85460-215-4.
    • Wilkes, John: The Illyrians. Oxford [u.a.] 1995. ISBN 0-631-19807-5

    Eine Quelle zum kroatischen Illyrismus:

    • Draskovic, Janko: Ein Wort an Iliriens hochherzige Töchter über die ältere Geschichte und neueste literarische Regeneration ihres Vaterlandes. Agram 1838.

    -
    Illyrer Info

  2. #2
    Pejani1
    Die Kroaten meinten einst Illyrer zu sein, dann wurde der südslawische Illyrismus wiederlegt und man stellte die Albaner als Nachfahren der Illyrer in Frage. Sicher ist es heute nicht. Es ist aber der einzig logische Ethnos.

  3. #3

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    Zitat Zitat von Purple Rain Beitrag anzeigen
    Die Kroaten meinten einst Illyrer zu sein, dann wurde der südslawische Illyrismus wiederlegt und man stellte die Albaner als Nachfahren der Illyrer in Frage. Sicher ist es heute nicht. Es ist aber der einzig logische Ethnos.
    darin ist nichts logisches, was du sagst, Sorry.

  4. #4
    Avatar von AulOn

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    Von den Illyrern zu den Albanern



    Tirana Fassade des Nationalmuseum (Foto: 2007 © by timediver®)


    2. Jt. v. Chr.

    Im nordwestlichen Balkan entwickeln sich lokale Kulturen, die heute als proto-illyrisch angesehen werden. Nebenprä-indoeuropäischen Volksgruppen, sind die ältestenindoeuropäischen Einwanderer, die Träger der Tumulus-Kultur ander Ethnogenese der Illyrer beteiligt. Danach geben die indoeuropäischenTräger der spätbronzezeitlichen Glasinac-Kultur (im heutigenBosnien) der weiteren Ethnogenese der Illyrer einen Schub. Danebensind auch Kontakte und kultureller Austausch mit dem mykenisch-kretischenKulturkreis denkbar.

    1. Jt. v. Chr.

    Die Zuordnung der Illyrer zu den mittel- und ostmitteleuropäischen Kulturen, wie z. B. Lausitz-Kultur oder Urnenfelderkultur ist zwar umstritten, ein Beeinflussung jedoch wahrscheinlich, da Errungenschaften einer (Leit-)Kultur selten auf eine Ethnie beschränkt bleiben, sondern häufig auch von anderssprachigen Nachbarvölkern übernommen werden. Bestimmte Techniken der Keramikherstellung und die Erdbestattung verbreiten sich vom Balkan aus bis nach Süditalien. (Die Wahrscheinlichkeit einer Verwandtschaft der Stämme beiderseits der Adria stützt sich z. B. auf Ähnlichkeiten zwischen der illyrischen Sprache und jener der süditalienischen Messapier.)

    8. Jh. v. Chr.

    Die kontinuierliche Entwicklung von Regionalkulturen, spiegelt sich in der Differenzierung der illyrischen Stämme. Homer nennt in seiner Ilias die Dardani und Paeones als Verbündete der Trojaner. Auch später treten die Illyrer in Opposition und Konkurrenz zu den Griechen und später zu den Makedonen auf. Der Begriff Illyrer (grie.: Illúrioi) wird uneinheitlich gebraucht. Die Zahl ihrer bekannten Stämme, wird mit den Erkundungsfahrten der Griechen entlang Adria in den nächsten Jahrhunderten anwachsen.
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    5. Jh. v. Chr.


    Hekataios von Milet, bezeichnet die Japyger, Taulantier, Chelidonier, Sesarether als Illyrer. Um die Städte herum entstehen kleinere illyrische Fürstentümer. Daneben kam es auch zu oftmals recht kurzlebigen Reichsbildungen.
    Griechische Siedler beginnen mit der Kolonisierung des illyrischen Siedlungsgebietes. Nicht immer friedliche Kontakte zu den griechischen Städten führen zur Übernahme griechischer Kulturelemente durch die Illyrer, für deren Elite griechische Luxuswaren zu Prestigegütern werden. (Im 20. Jh. werden die Ausgrabungen der Sippengrabhügel im nordalbanischen Mati-Tals und am Ohrid-See zahlreiche griechische Importwaren zu Tage fördern.)
    So offenbaren die Entstehung und der Ausbau von befestigten Höhensiedlungen zu städtischen Zentralorten, wie z. B. Byllis oder Berat, die verstärkten griechischen Einflüsse, die auch bedeutende Veränderungen in der Wirtschaft und der Gesellschaftsstruktur nach sich ziehen. Neben dem städtisches Handwerk und dem Handel gewinnt auch die Seefahrt an Bedeutung.

    455/452 v. Chr.

    Herodot beschreibt in seinen Historien (I 96) das Volk der Illyriōn Enetoí (die sich tätowieren und Menschenopfer zelebrieren) als Nachbarn der Triballer, Dardaner und Makedonen und stellt dadurch eine Verwandtschaft zu den oberitalischen Venetern in Frage, was zur Vermutung führt, dass er die Illyrer lediglich als einen Unterstamm der Makedonen ansieht. Neben den balkanillyrischen Stämmen kennen die griechischen Autoren auch jenen der italischen Messapier.
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    4. Jh. v. Chr.

    Schriftliche Überlieferungen griechischer Historiker berichten von Kriegen zwischen dem Königreich Makedonien gegen die Illyrer und die in Epirus ansässigen Molosser.
    So hat der Periplus des Pseudo-Skylax bereits Kenntnis von illyrischen Stämmen, bei denen er zwischen an den Küsten lebenden Buliner, Hyller, Hierastammer, Nestäer, Manier, Encheleer, Taulantier, Oriker, sowie Amantier) und solchen des Hinterlandes , wie Autariaten, Atiutaner und Dexarer unterscheidet. Das Fehlen der Japyger lässt sich mit deren Vertreibung durch die Liburner erklären.
    Die Ansicht, dass die Illyrer ein Volk an der Adriaküste des Balkan sind, mit den Liburnern als nördliche und den Chaonen als südliche Nachbarn, hält sich im griechischen Kulturraum bis in die römische Zeit hinein.

    um 400 v. Chr.


    Der illyrische Siedlungsraum liegt an der Peripherie der Hallstadt- und Latenkultur.
    Illyrische Stämme geraten in kriegerische Auseinandersetzung mit den Kelten. In der südlichen Region kommt es zu ethnischen Vermischungen zwischen den Völkern.
    Die landschaftlichen Gegebenheiten bestimmen die ökonomische Basis der eisenzeitlichen Bewohner Illyriens.
    Während die Gebirgsregionen des westlichen Balkans von Hirtenkulturen bestimmt sind, dominiert in den Ebenen der Ackerbau. Die illyrische Gesellschaft der Eisenzeit ist in Sippen- und Familienverbände gegliedert.
    Spätere Grabfunde sind ein Beleg dafür, dass die einzelnen Stammesgebiete von Fürsten beherrscht wurden, deren Familien sich sozial deutlich von der übrigen Bevölkerung abhoben.
    Illyrische Grabstätte an der Straße Gjirokast ër-Kakvij ë /Südalbanien
    (Foto: 2007 © by timediver®)
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    359 v. Chr.

    Perdikkas III. von Makedonien fällt im Kampf die Truppen des illyrischen Königs Bardyllis.

    323 v. Chr.

    Philipp II. von Makedonien kann die Illyrer zwar entscheidend schlagen, sie bleiben jedoch auch unter seinem Sohn Alexander (dem Großen) weiterhin selbständig.

    3. Jh. v. Chr.

    Die illyrischen Könige Glaukias und Agron errichten bedeutende regionale Fürstentümer. In dieser Zeit werden die Illyrer auch für ihre Seeräuberei berüchtigt.

    230 v. Chr.

    Zum Schutz vor illyrischen Piraten unterstellen sich einige griechische Kolonien an der Adriaküste und der vorgelagerten dalmatinischen Inseln dem Schutze Roms.
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    229/228 v. Chr.


    Gestützt auf das illyrische Königreich Ardiaierreich von Shkodra und der Schwäche der griechischen Küstenstädte kann sich Piraterie auf der Adria ausbreiten. Die von Rom zur illyrischen Königin Teutana (=Königin der teu-ta, ein Name der mit der mit den indoeuropäischen Begriffen für Gemeinschaft, (Volks-)stamm verwandt ist) entsandte Delegation kehrt ohne Verhandlungsergebnis, jedoch mit einem auf der Rückkreise Ermordeten Römer an den Tiber zurück.
    Im darauf folgenden 1. Illyrischen Krieges muss die Königin im Angesicht der gewaltigen römischen Flotte einlenken.
    In Folge eines oktruierten Friedensvertrages muss sie auf einen großen Teil Illyriens verzichten und jährliche Kriegskostenentschädigung zahlen. Der Küstenstreifen Zwischen Lissos (Lezh) und Epiros, mit den Inseln Korkyra (Korfu), Pjaros (Hvar), Issa (Vis), der Stadt Epidamnos (Dyrrhachion/Urazzo/Duerrёs), Atintanien und das Gebiet der Parthiner wird ein römisches Protektorat unter dem Regenten Demetrios von Pharos.Südlich von Lissos ist illyrischen Kriegschiffen jegliche Operation verboten.
    Illyrische Waffen - Helm - Schild; Skanderbeg Museum Kruj
    (Foto: 2007 © by timediver®)

    220/219 v. Chr.


    Demetrios von Pharos bricht den Vertrag von 22. Im 2. Illyrischen Krieg zerstört Konsul L. Aemilius die Stadt Pharos. Demetrios flieht zu Philipp II. von Makedonien.
    Die gesamte kommt Region endgültig unter die Herrschaft des römischen Adlers.

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    168 v. Chr.


    Unter König Genthios (Gentius), der in Shkodra residiert gibt es die einzige eigenständige Münzprägung der Illyrer. Nachdem Gentius als letzter illyrischer König von den Römern geschlagen wurde, wird er als Gefangener nach Rom geführt.
    Damit ist die 61jährige Zeit des Kampfes zwischen Römern und Illyrern jedoch noch nicht beendet. Die Eroberung des gesamten von Illyrern bewohnten Gebiets dauert noch an, das von den Römer in mehrere Vasallenstaaten aufgeteilt wird.

    Teuta & Gentius Nationalmuseum Tirana
    (Foto: 2007 © by timediver®)
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    178/155 v. Chr.

    Durch die Eroberung Istriens und einem Feldzug gegen die Delmatae (Dalmatiner) mit Eroberung deren Hauptstadt Delminium (Županjac) wird die Adria bis auf wenige Ausnahmen zu einem römischen Binnenmeeer.

    32 v. Chr.


    Nach den Feldzügen Oktavians wird das gesamte "befriedete" Gebiet zwischen raetischen Alpen bis nach Mazedonien dem Imperium Romanum als Provinz Illyricum eingegliedert, die wegen ihrer Bodenschätze (Gold, Silber, Kupfer und Eisen), Waldbestände und Marmor wirtschaftlich attraktiv ist.

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    Da die Illyrer kein ethnisch homogenes Volk waren, sondern eine Konföderation verschiedener Stämme, wird der Begriff von den römischen Autoren unterschiedlich verwendet.
    Die im Dalmatien ansässigen Dalmater (auch Dalmaten oder Delmaten), die Taulantiner (Nordalbanien), Breuker (am Unterllauf der Save, Sirmien), Iapoden westliches Bosnien) und Paeoner (nordöstlich von Mazedonien) gehören hierzu. Deren vormalige Nachbarn, die Liburner (im heutigen Norwestdalmatien), werden vom römischen Historiker Florus bereits auch zu den Illyrern (I 21) gerechnet.
    Bei Eustathios und Appian (Illyr. 8) werden noch die Histrier und bei Strabon die Breuni und Genauni in den Alpen (VII 314) als weitere illyrische Stämme aufgeführt.
    Pomponius Mela (II 56), sowie Plinius der Ältere (in seiner naturalis historia III 144), empfehlen entgegen den Verallgemeinerungen des Begriffes Illyrer diesen nur in Sinne von "Illyrii proprie dicti" (Illyrer im engeren Sinne) zu verwenden. Sie meinten damit lediglich die illyrischen Stämme an der mittleren italischen Adriaküste.
    Zu den illyrischen Stämmen Italiens werden Daunier, Peuketier, Kalabrer und Japyger sowie drei Stämme, die in Italien neue Namen angenommen haben (Messapier, Sallentiner und Poediculi) gerechnet.
    Mit Aussnahme von 260 messapischen Inschriften sollten jedoch von diesem Zweig der Illyrer keine nennenswerten Sprachzeugnisse erhalten bleiben. Die Illyrer anderer Berichte treten hingegen zwischen Donau und Save im Norden und dem Epirus im Süden auf, wo sie als Nachbarn der Thraker angesehen werden.
    Bei den Dardanern des oberen Axiotals wird heute vermutet, dass sie ursprünglich ein Stamm der Thraker gewesen sein könnten, dessen Kultur von den Illyrern überformt wurde.
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    Amphitheater Duerr (Fotos: 2007 © by timediver®)


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    3. Jh. n. Chr.

    Durch Jahrhunderte andauernden Kontakt akkulturierten sich die Illyrer allmählich an die römische Lebensweise, was im Laufe der Generationen auch zu einem Wechsel der Sprache zum Lateinischen hin führte. Die illyrisch-römischen Beziehungen sind jedoch wechselseitig, denn die Truppen des Illyricums rekrutieren sich vornehmlich aus romanisierten Illyrern und der Elite der romanisierten Illyriciani aus Sirmium entstammen einige römische Kaiser.

    • 260-270 Kaiser Marcus Aurelius Claudius
    • 270-276 Kaiser Probus
    • 284-305 Kaiser Cäsar Valerius Diocles (Diokletian)
    • bis 324 rivalisierende Regenten der Tetrachie


    Um 500 n. Chr.

    Während die illyrischen Bewohner an der Schwelle zum Mittelalter im Küstengebiet der Adria größtenteils romanisiert sind, lassen sich in ihrer Nachbarschaft Bewohner des Inlandes nieder, die ihre illyrische Muttersprache beibehalten haben.
    Aus dieser Siedlungssymbiose entsteht im nördlichen Albanien das Volkstum der Albaner, in deren kollektiver Ethnizität die Spuren des Illyrertums bewahrt blieben. Als Fusionsprodukt zwischen dem Illyrischen des Binnenlandes und der Sprache der Küstenillyrer, die sich teilweise an das Lateinische assimiliert hatten, entsteht die albanische Sprache. Deren weitere Sprachelemente dem Thrakischen entstammen, das sich ebenfalls in einer Phase der Lateinisierung befunden hatte. Zu den ältesten Begriffen des albanischen Wortschatzes gehören ca. 70 Substratwörter aus vorrömischer Zeit (die auch im heutigen Rumänischen präsent sind.)
    Das Albanische wird zum einzigen, bis heute existenten Vertreter eines eigenen Sprachzweiges der indogermanischen Sprachfamilie, zu dem die ausgestorbenen illyrischen und messapischen Idiomen gehörten.
    ( "MIA"-Sprachzweig" © timediver 2007)
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    7. Jahrhundert

    Während Gebiete südlich des Flusses Skhumbin von slawischen Stämmen erobert werden, zieht sich die alteingesessene Bevölkerung, in das unzugängliche Bergland zurück. Ein großer Teil der romanisierten-illyrischen Bevölkerung, geht, ebenso wie die Thraker, im Laufe weniger Jahrhunderte in den Südslawen auf.

    Um 1000

    Das gesamte Gebiet zwischen Schwarzem Meer und Adria, einschließlich des heutigen Albanien gehört zum Großreich des bulgarischen Zaren Samuel.

    11. Jahrhundert

    Erstmalige Bezeichnung der Bewohner um Duerrës als Albaner nach dem dort einstmals ansässigen Illyrerstamm "Albanoi".

    1014

    Nachdem die Bulgaren am 29. Juli in der Schlacht von Kleidion (Clidium) von Kaiser Basileios II. (Bulgaroktonos ) vernichtend geschlagen werden, kann dieser erneut die byzantinische Herrschaft über Albanien ausdehnen.
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    1054


    Das große Schisma zwischen Rom und Byzanz hat zur Folge, dass sich im Norden Albaniens die römisch-katholische Kirche etabliert, während sich im Süden die griechisch-orthodoxe Richtung verbreitet.
    Aufgrund ihrer diesseits orientierten Haltung passen sich albanischen Großgrundbesitzer, Bischöfe und Bevölkerung gemäß ihren jeweiligen Interessen mal der einen, mal der anderen Glaubensrichtung an. Der katholisch-orthodoxer Konflikt sollte in Albanien niemals zu gewalttätigen Auseinandersetzungen führen.



    1081

    Die sizilianischen Normannen landen in der Nähe von Vlora (Vlorë) und dringen über die Via Egnatia ins Landesinnere in. Eine dauerhafte Herrschaft können sie jedoch nicht errichten.
    1190-1216

    Mit Arberien (Arberia)und seiner Hauptstadt Krujë etabliert sich das erste unabhängige Fürstentum. Unter Fürst Dhimiter erreicht Arberien, seine größte Ausdehnung, von Pult im Norden bis zum Fluss Devoll im Süden, von Shkodër und Duerrës im Westen bis Dibër im Osten.

    Principata e Abrit Tirana Nationalmuseum
    (Foto: 2007 © by timediver®)

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    1205

    Die Republik Venedig bringt die Stadt Dyrrachim (Durazzo/Duerrës) unter ihre Kontrolle.
    1272-1282

    Der sizilianische König Karl von Anjou errichtet eine kurzzeitige Herrschaft an der Küste und nennt sich "Rex Albanae"


    14. Jahrhundert








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    Ab 1348

    Nachdem albanische Volksstämme immer weiter in den Süden, bis in den Epirus und nach Thessalien vorgedrungen sind und das aufgrund innerer Unruhen geschwächte Byzanz nicht mehr auf dem Balkan eingreifen kann, bringt der serbische König Stefan Dushan im Bündnis mit nordalbanischen Adligen ein großes Territorium unter seine Herrschaft. Als Kaiser der Serben und Griechen regiert Stefan fortan sein serbisches Großreich, das jedoch wegen einer fehlenden Zentralregierung allmählich machtpolitisch und geografisch zersplittert.
    Albanische Familienclans gründen eigene halbautonome Fürstentümer, die sich dem serbischen König wiedersetzten. Die Balsha mit der Unterstützung Venedigs im Norden und Skhodra als Mittelpunkt einen gut organisierten Staat. Ballsha II. trägt den Titel eines Königs. Daneben gibt es die Kastrioti, die Topia um Duerrës., die Muzakas um Berat, die Zenebisht in Gjirokaster und die Arta von Shpatads (heute GR).

    1354

    Die Osmanen überqueren die Dardanellen und beginnen in Makedonien mit der Errichtung von Militärbasen.

    1389


    Am 28. Juni tritt eine aus Serben, Ungarn, Bosniern, Bulgaren und Albanern gebildete Allianz unter dem serbischen Prinzen Lazar auf dem Amselfeld (Kosovo/Kosova) auf die Truppen Sultan Murads I. Obwohl neben Lazar auch Murad I. den Tod fand, sollte der Sieg des osmanischen Heeres das Schicksal der Balkanländer für die nächsten 500 Jahre bestimmen.

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    1415

    Nachdem weder das geschwächte byzantinische Reich, noch die kleineren christlichen Balkanstaaten das weitere Vordingen der Osmanen verhindern konnten, stoßen diese bis nach Zentralalbanien vor, wo sie die Stadt Krujë einnehmen.

    1417

    Die Osmanen erobern Vlora, Kanina, Berta und Gjirokastër.

    Ab 1431


    Durch die Eroberung weiterer Gebiete festigt Murad II. die Herrschaft der Osmanen auf dem Balkan. Zur Sicherung der eroberten Gebiete werden Garnisonen errichtet und Volksstämme aus Kleinasien angesiedelt. Südlich des Flusses Mat und nördlich des Epirus wird das heutige Albanien zu einer osmanischen Provinz (Sanjak) zusammengefasst.
    Um ihren Herrschaftsanspruch gegenüber Rom und Venedig zu sichern, gewährten die Osmanen auch auf dem Balkan eine bemerkenswerte Toleranz gegenüber den ansässigen Ethnien und deren Sprachen.
    Um die den Christen auferlegte Kopfsteuern zu sparen, treten Bewohner des Balkans zum Islam über. Zur Sicherung der Loyalität müssen christliche Familien in regelmäßigen Abständen ihre Söhnen an die Hohe Pforte des Sultans ausliefern (Devşirme), wo diese im Islam erzogen, zu Beamten ausgebildet oder eine soldatische Ausbildung bei den Janitscharen erhalten. Gjon Kastrioti beherrscht ein Gebiet von Prizren im Norden bis Lezhë im Süden.
    Auch er muss seinen Sohn Gjergi Kastrioti (den späteren Skanderbeg) und dessen drei Brüder den Osmanen übergeben......

    Albanische Fürstentümer - Museum Kruj (Foto: 2007 © by timediver®)
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    1455

    In Venedig wird mit dem "Mëshari" (Missale) das erste Buch in gegischer Sprachform gedruckt.

    1462

    Die älteste schriftliche Überlieferung des gegisch-albanischen besteht in einer katholischen Taufformel.


    Ab 1468

    Während Skanderbegs Sohn mit seinen Arbëreshe (eine Ableitung von Albanoi) nach Süditalien emigriert, bezeichnen sich die "Daheimgebliebenen" mit der Zeit als Shiqtarë und ihr Land als Shiqipëria.
    Neben Shqipponjë (Adler) wird die Eigenbezeichnung auch auf shqip (deutlich) oder das Verb shqippoj (verständlich sprechen) zurückgeführt. Dies deutet darauf hin, dass sich die Albaner nach der osmanischen Eroberung anhand ihrer eigenen Sprache gegenüber anderssprachigen Ausländern definierten.
    Da der Adler ins Gebirge passt und zudem für Stärke, Stolz, Freiheit steht, also auch für das Volk der Shkiptaren, korrespondieren beide Deutungen, die legendäre und die sprachhistorisch reale, mit dem Nationalbewusstsein der Albaner, das sich neben der kriegerischen Wehrhaftigkeit auch über Sprache definiert.

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    1492

    Der Katechismus des italo-albanischen Priesters Leke Matranga erscheint in der toskischen Variante.

    1496

    Die erste deutsch-albanische Wörtersammlung entsteht.

    17. Jahrhundert

    Der Begriff Illyria taucht als poetischer Begriff in William Shakespeares "Was ihr wollt" auf.

    1809

    Napoleon benennt die von Österreich eroberten Gebiete Dalmatien, Fiume, Görz, Istrien, Krain, Triest und Teile Kroatiens und Kärntens als "Illyrische Provinzen " der Kaiserreiches Frankreich.
    1816

    Der Wiener Kongress gibt einem Teil der ehemals napoleonischen Gebiete den Namen "Königreich Illyrien", das sich allerdings als kurzlebig erweisen sollte.

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    1830


    Beginn einer geistigen Bewegung der nationalen Wiedergeburt von Völker Südosteuropas, die seit Jahrhunderten unter osmanischer Vorherrschaft standen.
    Die albanische "Rilindja" muss sich auf andere Wurzeln berufen, als die nationale Wiedergeburt der Griechen und der Südslawischen Völker. Anders als bei der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts unter slawischen, insbesondere kroatischen intellektuellen populären illyrischen-panslawischen Idee, die eine Vereinigung aller Südslawen zum Ziel hatte, geht der albanische Ansatz nicht von einem geographischen Begriff Illyrien aus, der nach der slawischen Landnahme im 6. Jahrhundert aufgehört hatte zu existieren.
    Es werden Forschungen durchgeführt, um eine sprachliche Kontinuität zwischen den antiken Illyrer und den Albanern herzustellen. So sind neben albanischen auch nichtalbanische Forscher der Überzeugung dass die albanische Sprache, die neben Griechisch und Armenisch zu den isolierten Zweigen der indoeuropäischen Sprachfamilie zählt, eine Nachfolgerin des Illyrischen sei. Dies ist strittig, weil sich die Beweisführung aufgrund der wenigen Quellen, die zudem ausschließlich aus kurzen Inschriften bestehen, sehr schwierig gestaltet.
    Von Kritikern wird daher neben einer illyrischen Herkunft der Albaner auch deren spätere Einwanderung (wie bei den Slawen) in ihren heutigen Sprachraum erwogen.
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    1908

    Der Kongress von Manastir (Bitola, heute FYRM) nimmt das lateinische Alphabet als allgemeingültiges für albanische Sprache an.
    1912

    Am 8. November wird in Vlora die Republik Albanien ausgerufen.

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    1913

    Der Schausteller und Hochstapler Otto Witte regierte angeblich als König Otto I. fünf Tage das Land. Eine balkanische Köpenickiade, die 2008 als Andreas Izquierdos "König von Albanien" mit dem Goldenen Lorbeer des vom Autorenkreis historischer Roman - Quo Vadis - verliehenen "Sir Walter Scott Preis" ausgezeichnet wurde.

    timediver's Roman-Lesetipp


    2005

    Neritan Ceka veröffentlicht sein Buch "The Illyrian to the Albanians"

    Sprachfamilie


    Mehr als 600 Lehnwörter lateinischer Herkunft, zeugen von einer fortgeschrittenen Akkulturation einer vormals autochthonen Bevölkerung an die römische Lebensweise und Sprache.
    Im Alltag und über die Terminologie der griechisch-orthodoxen Kirche gelangten auch Gräzismen in das Albanische. Seit dem 6 Jahrhundert kamen Slawische, vornehmlich serbische, im 12. Jahrhundert venezianische, ab dem 15. Jahrhundert schließlich auch türkische Entlehnungen hinzu.
    Die Namen der illyrischen Könige Gent(ius) und Agron, sowie der Königin Teuta sind bei den Albaner(innen) auch heute noch oftmals anzutreffen. Die in einigen Enklaven Griechenlands lebenden Arvanitika sprechen eine Variante mit starkem Lokalkolorit, das sich von anderen Formen des Albanischen deutlich unterscheidet.
    Auch die Entwicklung des in Süditalien gesprochenen Arbëreshë weist erhebliche Abweichungen vor. Bei vernünftiger Betrachtung kann davon ausgegangen werden, dass die heutigen Albaner in einer Beziehung zu den antiken Illyrern stehen. Die bereits seit der Antike unterschiedlich definierten und klassifizierten Illyrer verkörpern hierbei nur einige von vielen Elemente, die zur albanischen Ethnogenese führen sollten.
    Das Albanische ist der einzige Vertreter des sogenannten "MIA"-Sprachzweiges (©) der indogermanischen Sprachfamilie, zu dem u. a. die ausgestorbenen illyrischen und messapischen Idiomen gehörten.

  5. #5
    Pejani1
    Zitat Zitat von Amphion Beitrag anzeigen
    darin ist nichts logisches, was du sagst, Sorry.
    Pure Logik.

  6. #6

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    Du bist aber auf den Inhalt des Einleitungstextes nicht eingegangen,
    also ist dein Beitrag Off-Topic,
    nicht wahr?

  7. #7
    Avatar von AulOn

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    Institut für Ur- und Frühgeschichte,
    Universität Wien
    ORF ON Science : Otto Urban : Wissen und Bildung . Gesellschaft Die Illyrer - ein kriegerisches Bergvolk?
    Neue archäologische Funde der Eisenzeit aus Albanien Archäologische Funde der Illyrer bieten den Albanern eine Identität zwischen den griechischen und slawischen Nachbarkulturen - zu sehen im Urgeschichtsmuseum von Asparn (NÖ). Albanische Funde in Österreich
    Illyrischer Helm,
    um 500 v. Chr.
    Dem Museum für Urgeschichte des Landes Niederösterreich in Asparn an der Zaya ist es gelungen, archäologische Funde aus Albanien für eine Ausstellung nach Österreich zu bringen.

    Durch die guten Kontakte von Prof. Dr. Andreas Lippert vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien und in Zusammenarbeit mit dem Archäogischen Institut der Albanischen Akademie der Wissenschaften in Tirana ist es gelungen, mehr als 350 Originalfundstücke aus albanischen Museen im Museum für Urgeschichte in Asparn/Zaya zu zeigen.

    Sowohl das albanische Ministerium für Kultur wie die Botschafterin der Republik Albanien in Wien haben sich für das Zustandekommen der Kooperation eingesetzt. Viele Fundstücke werden das erste Mal außerhalb Albaniens gezeigt.
    Republik Albanien (www.ausserfern.at) Illyrer - gefürchtete Krieger und Seeräuber
    Illyrischer Helm,
    4. Jhdt. v. Chr.
    Die Illyrer waren gefürchtete Krieger und ihren Nachbarn, den Makedonen, über Jahrhunderte militärisch zumeist gleichwertig, manchmal sogar überlegen. So fiel Perdikkas II., König der Makedonen, im Jahr 359 v. Chr. in einer Schlacht gegen die Illyrer.

    Erst sein Nachfolger, König Philipp II. (359-336 v. Chr.), konnte den Illyrern erfolgreich Widerstand entgegensetzen. Trotz der großartigen Siege Alexander des Großen (336-323 v. Chr.) erhielt die Kultur der Illyrer ihre Eigenständigkeit.

    Die Illyrer waren nicht nur gefürchtete Krieger in Illyrien, sondern auch berüchtigte Seeräuber. So unterstellten sich 229 v. Chr. die griechischen Kolonien im adriatischen Küstengebiet und auf den vorgelagerten dalmatinischen Inseln dem Schutz Roms. Im anschließenden 1. Illyrischen Krieg 229-228 v. Chr. errichteten die Römer einen Brückenkopf an der dalmatinischen Küste. Im 2. Illyrischen Krieg (etwa 218-201 v. Chr.) gelangte dann die Region unter römische Herrschaft.
    Die Illyrer und ihre archäologischen Wurzeln

    Die Entwicklung von einem so genannten wehrhaften Hirtenvolk zu Ackerbauern wird an Hand archäologischer Funde fassbar. Im Rahmen der Ausstellung werden rund 350 Exponate des 13. bis 2. Jhdt. v. Chr. gezeigt. Im 6. Jhdt v. Chr. kam dann das Gebiet der Illyrer durch die Gründung griechischer Kolonien an der Adriaküste verstärkt in die Einflußsphäre Griechenlands. Griechische Luxuswaren wurden Prestigegüter der illyrischen Eliten.

    In den großen und reich ausgestatteten Sippengrabhügeln im Mat-Tal (Nordalbanien) oder am Ohrid-See finden sich daher auch zahlreiche griechische Importe.

    Die verstärkten griechischen Einflüsse zeigen sich aber auch besonders in der Entstehung und im Ausbau der befestigten Höhensiedlungen zu städtischen Zentralorten.

    Das Bild zeigt neben der bronzenen Speerspitze fein gearbeitete Goldbeschläge, die am Gewand im Bereich der Brust angenäht waren. Die Objekte stammen aus verschiedenen Gräbern der Spätbronzezeit (13./12. Jhdt. v. Chr.)
    Information zur Ausstellung (www.wipa.at) Reiche Grabfunde



    In der Sonderausstellung DIE ILLYRER werden mehrere reiche Sippengrabhügel, darunter das Grab des so genannten Fürsten von Belsh präsentiert. Es enthielt einen Bronzehelm, Beinschienen, Schmuck und Geschirr für eine repräsentative Festtafel sowie griechische Importstücke, vermutlich Geschenke, die im Zuge diplomatischer Beziehungen bzw. wirtschaftlicher Kontakte ausgetauscht worden sind. Die befestigte Bergstadt dieses Fürsten lag, wie Prof. Lippert bei der Führung anlässlich der Eröffnung sagte, an der Hauptverkehrsroute, die von der Adria ins nördliche Griechenland führte.

    Das Bild zeigt eine Auswahl verschiedener Prunkgräber der späten Bronzezeit bis beginnenden jüngeren Eisenzeit (13. - 4. Jhdt. v. Chr.), die als Beigaben mitgegeben worden sind.
    Die Illyrer - ein eisenzeitliches Volk im Hinterland Griechenlands
    Importgefäß aus Durres, 6. Jh. v. Chr. Die Illyrer sind, trotz ihrer räumlichen Nähe zu mediterranen Hochkulturen, recht wenig bekannt. Die Nachrichten antiker Autoren sind zumeist sehr selektiv - eigenständige Schriften sind, mit Ausnahme zumeist recht kurze Grabinschriften, nicht erhalten. So bilden als Grundlage für eine historische Interpretation, wie zumeist bei frühgeschichtlichen Kulturen, die archäologischen Funde die Hauptquelle.

    Dabei werden besonders die wirtschaftlichen Veränderungen sowie die schrittweise Übernahme griechischer Einflüsse deutlich. Diese führen nicht nur zum Import fremder Güter, sondern auch zu lokalen Imitationen und Nachahmungen. Am Ende dieses mehrere Jahrhunderte dauernden kulturellen Prozesses, der den Großteil der jüngeren Eisenzeit prägte, steht eine stark griechisch beeinflusste illyrische Stadtkultur. Es überrascht - und zeigt die starken traditionellen Kräfte - dass sich trotz dieser griechischen und späteren römischen Überprägung innerhalb der Sprache eine gewisse Eigenständigkeit zumindest im südlichen Illyrien (dem Gebiet des heutigen Albaniens und des angrenzenden Kosovo) erhalten hat.

    Eine gute und übersichtliche Zusammenschau des derzeitigen Forschungsstandes bietet ein zur Ausstellung herausgegebenes Buch "Die Illyrer", an dem österreichische wie albanische Wissenschaftler beteiligt waren. Neben der eigentlichen Geschichte wird die Kultur, Lebensweise, Wirtschaft und Sprache in eigenen Beiträgen dargestellt.
    Illyrer, Illyrien, Illyricum - ein Sprachenbabylon

    Unter Illyrien wird die Region entlang der adriatischen Ostküste verstanden, die heute etwa von Kroatien im Norden bis Albanien im Süden reicht.

    In Folge der Illyrischen Kriege gelangten große Teile Illyriens unter die Herrschaft Roms. Die Provinz Illyricum konnte allerdings erst nach den Kriegszügen von Oktavian 35-33 v. Chr. eingerichtet werden - endgültig befriedet (unterworfen) wurde dieser Raum erst 9 n. Chr. durch Tiberius. In claudischer Zeit, Mitte des 1. Jhdts. n. Chr., wurde dann die Provinz Illyricum in die Provinzen Pannonien und Dalmatien geteilt. Trotzdem wurden noch Jahrhunderte später, im 3. und 4. Jhdt. n. Chr., die bedeutenden römischen Herrscher Aurelian, Diokletian und Constantinus als "illyrische Kaiser" bezeichnet. Die Periode dieser illyrischen Kaiser, die von 249 bis 337 n. Chr. dauerte, leitete Claudius Gothicus ein.

    Auch als Zollbezirk blieb der Name Illyricum noch lange erhalten. Das portorium Illyricum umfasste beispielsweise ursprünglich Teile Norditaliens und das Hinterland der adriatischen Ostküste. Mitte des 2. Jhdts. n. Chr. wurden dann die Zollbezirke zusammengelegt, um große Wirtschaftsgebiete zur bilden. Der illyrische Zolldistrikt wurde mit dem thrakischen verschmolzen und reichte dann als publicum portorii Illyrici "von der Quelle der Donau bis zum Pontischen Meer", wie Appianus in seiner Illyrica mitteilte, das heißt dem neuen Zollraum der Illyriker gehörten die Provinzen Raetien, Noricum, Pannonien, Moesien, Dacien und natürlich Dalmatien an.

    Bild: Tonstatuete in spätarchaischem Stil, vermutlich Göttin Demeter. Apollonia, Anfang 6. Jhdt. v. Chr.

    Sonderausstellung: DIE ILLYRER,
    Archäologische Funde der Eisenzeit aus Albanien

    Im Museum für Urgeschichte des Landes Niederösterreich,
    Asparn an der Zaya,
    vom 3. April bis 28. November 2004, täglich außer Montag, von 9.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.
    Museum für Urgeschichte Museum für Urgeschichte (science.orf.at) Illyrischer Einzelfund im Leitharaum
    Mannersdorf/Lgb. Der nördlichste Fundpunkt eines typischen illyrischen Gegenstandes, einer Frauennadel, wurde im Grab 76 eines keltischen Kriegers in Mannersdorf am Leithagebirge entdeckt, wie Peter C. Ramsl im Rahmen eines FWF-Forschungsprojektes feststellen konnte. Das Grab datiert um 300 v. Chr.

    Die Hintergründe für dieses wohl persönliche Erinnerungsstück des Kelten bleiben naturgemäß im Dunkeln. Er starb, nach Aussagen der Anthropologin, im relativ hohen Alter von über 50 Jahren. Es ist unbekannt, wie lange er dieses Einzelstück getragen hat. Sie belegen allerdings eine direkte Beziehung, wohl zwischen einer Illyrerin und einem Kelten. Damit öffnet die Archäologie ein Fenster, das bisher praktisch völlig geschlossen war: Die Kontakte der Illyrer zu ihren nördlichen Nachbarn.



    Der Fund wurde im Zuge archäologischer Rettungsgrabungen des Bundesdenkmalamtes 1979 geborgen. Neben einer Lanze und einem Schwert fand sich im Grab 76 auch das zierliche Schmuckstück einer illyrischen Frau: Eine Doppelnadel mit omegaförmiger Schleife.

    Üblicherweise werden diese speziellen Nadeln mit zwei Spitzen von illyrischen Frauen getragen: Den albanischen Archäologen sind aus dem südlichen Balkanraum bereits mehr als zweihundert solcher Nadeln bekannt. Sie werden häufig in illyrischen Frauengräbern gefunden und scheinen als Haarnadeln zur Befestigung eines Schleiers gedient zu haben.
    Museum Mannersdorf am Leithagebirge (www.mannersdorf-lgb.at)

    Braunsberg Achtung, alter Forschungsstand:
    die illyrische Hallstattkultur in Österreich

    Bis etwa 1960 bezeichneten viele Sprachwissenschafter eine ältere und über weite Bereiche Kontinentaleuropas verbreitete Sprachschicht als "Illyrisch"; in der Folge bezeichneten dann die Prähistoriker oftmals die Hallstattkultur irrtümlicherweise als illyrisch. Beides ist heute nicht mehr aufrecht zu erhalten.
    Der Hinweis auf die illyrische Urbevölkerung auf einem Gedenkstein auf dem Braunsberg bei Hainburg (Bild) ist daher falsch - er soll allerdings, meines Erachtens, als Zeitzeugnis stehen bleiben.

    Eine ethnische Deutung ältereisenzeitlicher archäologischer Kulturen ist nur beim Vorliegen eindeutig lokalisierbarer historischer Volksnamen möglich. Die ehemals als "illyrisch" bezeichnete Sprachschicht wird heute von den Linguisten zumeist als "alteuropäisch" bezeichnet.
    Braunsberg (science.orf.at) Illyrische Sprache, heute

    Die illyrische Sprache gehört zu den indogermanischen Sprachen. Mit Ausnahme des albanischen Raumes wurde das Gebiet der Illyrer weitgehend romanisiert. Zum Teil wurden erst in im 19. Jhdt. diese romanischen Sprachen, insbesondere Dalmatisch, durch slawische Sprachen verdrängt.

    In der albanischen Sprache haben sich noch kennzeichnende Elemente der illyrischen Sprache erhalten. Die illyrische Sprache ist jedoch nur durch Orts- und Personennamen sowie einigen wenigen hundert kurzen Inschriften, die im heutigen Albanien und den angrenzenden Räumen bis Unteritalien gefunden worden sind, bekannt. Dennoch können sich die heutigen Albanier mit gutem Recht auf die antiken Illyrer zurückleiten.
    Danksagung

    Berichterstatter möchte Prof. Lippert sowie Kollegen Dr. Ernst Lauermann, Direktor des Urgeschichtsmuseum Asparn (Bild), und Mag. Josef Engelmann (wipa) für diverse Informationen und Bilder danken.

    Copyright der Bilder bei Aktuelles und Museum fuer Urgeschichte — content ohne Nennung der Urheber (Fotografen)
    o.Univ.Prof.Dr. Andreas Lippert Neue Literatur zu Albanien
    ALBANIEN,
    Geographie - Historische Anthropologie -
    Geschichte - Kultur - Postkommunistische Transformation

    Herausgegeben vom Öster. Ost- u. Südosteuropa-Institut
    Osthefte, Sonderband 17, Wien 2003.

  8. #8

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    Zitat Zitat von Purple Rain Beitrag anzeigen
    Pure Logik.
    Laß mal.
    Ich vermute, du wärest nicht in der Lage, zu erklären, was unter Logik zu verstehen wäre.

  9. #9
    Avatar von AulOn

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    Die Illyrer: Hirten, Krieger, Handelsherren

    Dem Museum für Urgeschichte des Landes Niederösterreich in Asparn an der Zaya ist es gelungen, archäologische Funde aus Albanien für eine Ausstellung nach Österreich zu bringen. Das ist umso bemerkenswerter, als archäologische Funde aus Albanien bisher erst ein einziges Mal in Westeuropa zu sehen waren.
    Für kulturbegeisterte Österreicher wird die vier Räume umfassende Sonderausstellung DIE ILLYRER also vermutlich zu einem Pflichttermin werden. Denn wer weiß, ob sich die Gelegenheit, diese Funde so einfach im Original bestaunen zu können, in den kommenden Jahrzehnten nochmals wiederholt.
    Die Bewohner des heutigen Albanien wurden in der Antike ILLYRER genannt. Sie waren gefürchtete Krieger und Ihren Nachbarn, den Makedonen, über Jahrhunderte militärisch überlegen. So starb etwa der Makedonen-König Perdikkas II. im Jahr 359 v. Chr. in einer Schlacht gegen die Illyrer. Erst sein Nachfolger, der Makedonen-König Philipp II. (359-336 v. Chr.) und sein Sohn Alexander der Große (336-323 v. Chr.) konnten den Illyrern erfolgreichen Wiederstand entgegensetzen. Die Kultur der Illyrer existierte neben dem Weltreich Alexander des Großen weiter, wie in der Ausstellung zu sehen sein wird. Dazu o.Univ.-Prof. Dr. Muzafer Korkuti, Direktor des Archäologischen Instituts der Albanischen Akademie der Wissenschaften: "So wie die Griechen und die Römer haben auch die Illyrer ihre Kultur bewahrt."
    Die spannende Entwicklung von einem wehrhaften Hirtenvolk zu Ackerbauern und der Gründung von befestigten Städten läßt sich in Illyrien von den Archäologen besonders gut beobachten. Im 6. Jh. gründeten schließlich die Griechen Handelsstützpunkte, die das illyrische Hinterland mit Luxusgütern versorgten. Die Illyrer lernten schnell: Sie bauten ihre Städte ebenfalls zu Handelszentren aus. In den reich ausgestatteten Fürstengräbern im Mati-Tal (Nordalbanien) oder am Ochrid-See finden sich daher auch zahlreiche griechische Importe.
    In der Sonderausstellung "DIE ILLYRER" wird unter anderem das Grab des sogenannten "Fürsten von Belsh" zu sehen sein, das 1975 durch Zufall bei Feldarbeiten entdeckt wurde. Es enthielt einen Helm aus Bronze, Beinschienen, Schmuck, Geschirr für eine fürstliche Fest-Tafel und griechische Importe.


    Informationen zur Ausstellung DIE ILLYRER finden Sie im Internet unter
    www.wipa.at bzw. unter www.urgeschichte.com


    Import aus Griechenland: Herkules mit Keule und seinem Löwenmantel auf einem attisch-rotfigurigen Gefäss.
    Foto: wipa
    kostenloses Bildmaterial hier
    Den Göttern geweiht: Die Statuette eines Speerwerfers wurde in der archaischen Schicht eines Tempels gefunden.
    (Mitte 6. Jh. v. Chr.)
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  10. #10

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