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Albanien - Erbe Illyriens

Erstellt von Gentos, 05.04.2011, 17:34 Uhr · 1.341 Antworten · 101.073 Aufrufe

  1. #1331
    Avatar von Albion

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    Genthios der letzte König der Illyrer







    Der Illyrische Sohn - ( Held der Nation )


  2. #1332
    Avatar von Albion

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    Teuta



    Teuta war eine illyrische Königin. Sie folgte ihrem Gatten Agron aus dem Volksstamm der Labeaten in der Herrschaft nach und regierte von 230 bis 228 v. Chr.

    Teutas Herrschaftsbereich (230 BC - 228 BC)


    Nach dem Tod Agrons übernahm Teuta im Namen ihres minderjährigen Stiefsohns Pinnes die Herrschaft. Die Königin startete mit ihrer Flotte Angriffe auf die griechischen Städte Epidamnos und Phoinike an der illyrischen Küste, konnte sie aber nicht einnehmen.
    Unterdessen musste Teuta auch einen Angriff der Dardaner aus dem Landesinneren abwehren.
    Bei ihren Plünderungszügen im Seegebiet zwischen Butrint und Korfu schädigten Teutas Piraten auch römische Kaufleute und provozierten damit das Eingreifen des Senats. Dieser war ohnehin schon auf die Illyrer aufmerksam geworden, weil sich noch zu Zeiten König Agrons die Griechen von Issa mit der Bitte um Unterstützung an die Römer gewandt hatten. Mittlerweile hatte Demetrius, ein Flottenkommandeur Teutas, 229 sogar Korfu besetzen können. Der Senat schickte zwei Gesandte zu Teuta nach Shkodra, um Wiedergutmachung für die geschädigten Kaufleute und die Einstellung der Kaperaktivitäten zu fordern. Die Königin antwortete, dass sie keine rechtliche Möglichkeit habe, den illyrischen Seefahrern das Plündern zu verbieten. (Tatsächlich hatte sie wohl weder die Macht dazu, noch lag es in ihrem Interesse, denn einerseits übte sie nur eine wenig gefestigte Oberherrschaft über verschiedene illyrische Stämme aus und andererseits kassierte sie Steuern von den Piraten.) Nachdem einer der Gesandten mit dem militärischen Eingreifen der Römer drohte, ließ Teuta ihn töten.
    Daraufhin begann Rom 229 v. Chr. den Krieg gegen Teuta (Erster Illyrischer Krieg) und zum ersten Mal wurde eine römische Armee nach Illyrien entsandt. Sie stand unter dem Kommando der beiden Konsuln Gnaeus Fulvius Centumalus und Lucius Postumius Albinus. Die aus 200 Schiffen bestehende römische Flotte fuhr zuerst nach Korfu, das von Demetrius kampflos übergeben wurde. Er wechselte auf die römische Seite und durfte die Insel nun im Namen der neuen Herren verwalten.
    Die Römer landeten dann bei Apollonia und stießen nach Norden vor. Vor Shkodra wurde die Königin endgültig besiegt. Sie musste sich 228 v. Chr. harte Friedensbedingungen diktieren lassen. Ihr blieb nur die Herrschaft über Shkodra und sie musste Tribut an die Römer zahlen. Das Königreich der Labeaten war beseitigt und sein Gebiet im heutigen Albanien stand nun unter römischer Kontrolle. Über das weitere Schicksal der Teuta schweigen die Quellen.

  3. #1333
    Avatar von Zoran

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    Zitat Zitat von Albion Beitrag anzeigen
    Teuta



    Teuta war eine illyrische Königin. Sie folgte ihrem Gatten Agron aus dem Volksstamm der Labeaten in der Herrschaft nach und regierte von 230 bis 228 v. Chr.

    Teutas Herrschaftsbereich (230 BC - 228 BC)


    Nach dem Tod Agrons übernahm Teuta im Namen ihres minderjährigen Stiefsohns Pinnes die Herrschaft. Die Königin startete mit ihrer Flotte Angriffe auf die griechischen Städte Epidamnos und Phoinike an der illyrischen Küste, konnte sie aber nicht einnehmen.
    Unterdessen musste Teuta auch einen Angriff der Dardaner aus dem Landesinneren abwehren.
    Bei ihren Plünderungszügen im Seegebiet zwischen Butrint und Korfu schädigten Teutas Piraten auch römische Kaufleute und provozierten damit das Eingreifen des Senats. Dieser war ohnehin schon auf die Illyrer aufmerksam geworden, weil sich noch zu Zeiten König Agrons die Griechen von Issa mit der Bitte um Unterstützung an die Römer gewandt hatten. Mittlerweile hatte Demetrius, ein Flottenkommandeur Teutas, 229 sogar Korfu besetzen können. Der Senat schickte zwei Gesandte zu Teuta nach Shkodra, um Wiedergutmachung für die geschädigten Kaufleute und die Einstellung der Kaperaktivitäten zu fordern. Die Königin antwortete, dass sie keine rechtliche Möglichkeit habe, den illyrischen Seefahrern das Plündern zu verbieten. (Tatsächlich hatte sie wohl weder die Macht dazu, noch lag es in ihrem Interesse, denn einerseits übte sie nur eine wenig gefestigte Oberherrschaft über verschiedene illyrische Stämme aus und andererseits kassierte sie Steuern von den Piraten.) Nachdem einer der Gesandten mit dem militärischen Eingreifen der Römer drohte, ließ Teuta ihn töten.
    Daraufhin begann Rom 229 v. Chr. den Krieg gegen Teuta (Erster Illyrischer Krieg) und zum ersten Mal wurde eine römische Armee nach Illyrien entsandt. Sie stand unter dem Kommando der beiden Konsuln Gnaeus Fulvius Centumalus und Lucius Postumius Albinus. Die aus 200 Schiffen bestehende römische Flotte fuhr zuerst nach Korfu, das von Demetrius kampflos übergeben wurde. Er wechselte auf die römische Seite und durfte die Insel nun im Namen der neuen Herren verwalten.
    Die Römer landeten dann bei Apollonia und stießen nach Norden vor. Vor Shkodra wurde die Königin endgültig besiegt. Sie musste sich 228 v. Chr. harte Friedensbedingungen diktieren lassen. Ihr blieb nur die Herrschaft über Shkodra und sie musste Tribut an die Römer zahlen. Das Königreich der Labeaten war beseitigt und sein Gebiet im heutigen Albanien stand nun unter römischer Kontrolle. Über das weitere Schicksal der Teuta schweigen die Quellen.

    Woher hat er das Albinus? Konnte nichts finden, hat das eine Verbindung zu Albanien?

    Thx

    http://de.wikipedia.org/wiki/Lucius_...l_234_v._Chr.)

  4. #1334
    Avatar von Ilir B

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    Zitat Zitat von Zoran Beitrag anzeigen
    Woher hat er das Albinus? Konnte nichts finden, hat das eine Verbindung zu Albanien?

    Thx

    Lucius Postumius Albinus (Konsul 234 v. Chr.)

    Wahrscheinlich hat Albinus folgende Bedeutung:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Albinus_(cognomen)

  5. #1335
    Avatar von Albion

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    Die Illyrier, eines der ältesten Völker Europas



    Als Illyrier oder Illyrer bezeichneten antike Autoren jene Stämme, die das Land nordwestlich des antiken Makedonien bewohnten. Vorerst sollte man sagen, dass die Illyrier keine eigene Schrift besassen (jedenfalls bis heute noch nicht gefunden) so dass wir alles worüber wir über die Illyrier wissen, von “Fremden” Völkern haben. Hauptsächlich von den Römern und den alten Griechen. Man weiss vieles noch nicht über die Illyrier und man streitet noch über viele Fragen dieses Volkes, doch vieles konnte auch erforscht und geklärt werden. Hier versuchen wir dieses Volk, mit den Mitteln der heutigen Forschung vorzustellen. Wir stellen jedoch auch Vermutungen auf, welche noch nicht bewiesen werden konnten. Von der Donau im Norden zu Thrakien im Osten den Keraunischen Bergen im Süden und der Adria im Westen erstreckt sich das Reich der Illyrier. Es umfasste fast alle Länder des heutigen Balkan (Slowenien, Kroatien, Bosnien, Serbien, Montenegro, Kosova, Albanien, Griechenland und Teile Makedoniens).
    Als Illyrier wurden anfangs viele Völker im heutigen Balkan bezeichnet, welche keine waren. Die Römer differenzierten hier und bezeichneten die echten Illyrier als “Illyrii proprie dicti” also als die wahren Illyrier. Als wahre Illyrische Stämme bezeichnen die Illyrologen viele. Die bekanntesten unter ihnen sind die Dardaner, Taulantier, Pirusten, Labeaten, Delmaten und viele andere. Die ethnischen Grenzen zwischen diesen Stämmen und anderen Völkern waren oft fliessend, denn die Illyrier vermischten sich im Süden mit den Stämmen der Landschaft Epirus, im Norden im Savatal und an der Donau mit keltischen Stämmen, im Osten bildeten die Thraker eine starke ethnische Komponente. Als illyrisch galten auch einige Stämme an der Ostküste Italiens, vor allem Apulien, so die Japyger, Messapier, Salentiner und Peuketier. Nach einem von dem griechischen Grammatiker Apollodor im 2. Jahrhundert v. Chr. beschriebenen Mythos wurden die Illyrier nach ihrem Stammvater Illyrios, dem Sohn des Kadmos und der Harmonia, benannt. Kadmos galt als phönikischer Königssohn auf der Suche nach seiner Schwester Europa, die von Zeus in Stiergestalt geraubt worden war, soll er zuerst nach Böotien gelangt sein, wo er die Festung Kadmeia, Kern der späteren Stadt Theben, gegründet Jahre danach, von den am heutigen Ohërsee siedelnden Encheleern gegen die Nachbarstämme zu Hilfe gerufen, besiegte er die Illyrier und wurde ihr König. Seinen späteren geborenen Sohn nannte er Illyrios. Am Ende ihres Lebens wurden Kadmos und Harmonia in Schlangen verwandelt und als solche ins Elysium aufgenommen. Nach einer anderen Version dieses Mythos waren sie schon als Schlangen nach Illyrien gekommen.
    Die moderne Forschung hat andere Theorien woher der Name “Illyrier” kommen könnte. Gemäss den Albanologen kommt die Bezeichnung “Illyrier” vom heutigen albanischen bzw. vom illyrischen für “Frei”. “I lirë” heisst auf albanisch schlicht “frei”. Illyrien würde somit “das Land der freien” bedeuten. Diese Theorie macht viel mehr Sinn und wird auch von vielen Forschern gestützt. Der tatsächliche Ursprung der Illyrier beschäftigt seit langem Archäologen, Sprachwissenschaftler und Historiker. Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, wie die illyrischen Stämme sich in einem langen, kontinuierlichen Prozess aus der alteingesessenen, “autochthonen” Bevölkerung des westlichen Balkan entwickelt haben und wie weit im frühen 2. Jahrtausend v. Chr. zugewanderte indogermanische Gruppen die alte, vorindogermanische Bevölkerung überlagert, verdrängt oder sich mit ihr vermischt haben.

    illyrien.jpg

    Die Illyrischen Sprache und Religion
    alba-sprachbaum.jpg

    Da die Illyrier keine eigene Schrift entwickelt haben, ist ihre indogermanische Sprache weitgehend unbekannt geblieben. Durch römische Inschriften kennen wir lediglich einige Eigennamen und geographische Namen. Wahrscheinlich wurden viele Dialekte gesprochen. Die Illyrische Sprache galt schon in der Antike als ausgestorben. Als Nachfolge der Illyrischen Sprache wird die albansiche Sprache gesehen, diese These jedoch ist noch nicht ganz bewiesen, doch sind viele Worte aus dem Illyrischen im albanischen vorhanden. Auch im alt griechischen findet man illyrische Wörter.
    Die Religion der Illyrier zeigt einige Züge uralter Überlieferung. Der Stammvater Illyrios erscheint in Verbindung mit einer Schlange als Totemtier. Weitere Totemtiere sind in eingen Stammesnamen zu erkennen: Die Encheleer wurden nach dem Aal, die Taulantier nach der Schwalbe, die Delmaten nach dem Schaf (albanisches Wort für Schaf: Delme) benannt. Nähere Einzelheiten der illyrischen Religion kennen wir nicht. Bekannt sind lediglich einige Namen einheimischer Gottheiten, so Eia, Melosocus, Boria, und Iria in Istrien, Bindus bei den Japoden, Ausdotica und Ica bei den Liburnern, Vidasus in Pannonien und Medaurus als Schutzgott in Rhizon, aber sie sind erst in römischer Zeit, in lateinischen Inschriften, bezeugt.

  6. #1336
    Avatar von Albion

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    Die Illyrischen Stämme

    illyrische-staemme1.jpg

    Das Illyrische Gebiet wurde von vielen Stämmen besiedelt. Im Süden, am Rande der antiken Welt, wohnten die Taulantier. Ihr Königreich lag im heutigen Albanien, im Hinterland der griechischen Kolonie Epidamnos (später Dyrrhachion, heute Durës) und Apollonia (heute Pojani bei Fier). erstere war 627, letztere 588 v. Chr. von Kolonisten aus Korinth und Korkyra (Kerkyra, heute Korfu) gegründet worden. Die Encheleer siedelten am heutigen Ohërsee, die Ardiäer (Ardiaier) am Naronafluss, der heutigen Neretva, nordöstlich von ihnen wohnten ihre Nachbarn, die Autariaten mit denen sie ständig Kriege um die Salzquellen führten. Des Weiteren sassen die Dassareten nahe der Stadt Lychnidos (heute Ohër) am Ohërsee, die Labeaten am Shkodrasee, die Pirusten in den Bergen nördlich von Lissos (heute Lezhë) nördlich des Ardiäergebiets erstreckte sich das Territorium der kämpferischen Delmaten, nach denen Dalmatien benannt wurde. Die grössten Stämme der nordillyrischen Gruppe waren die Histrier im heutigen Istrien, die Japoden in deren Hinterland und die Liburner zwischen den Delmaten und dem Adriazufluss Titius der heutigen Krka (mündet bei Schibenik) zwischen Donau und Save wohnten die pannonischen Illyrier, die sich seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. stark mit den keltischen Boiern, Tauriskern und Skordiskern vermischten. Bekannt durch ihren Widerstand gegen die römische Herrschaft sind vor allem die Breuker geworden, die Colapianen hatten ihren Wohntsitz an der Kupa (in der Antike Colapis) bei Siscia, dem heutigen kroatischen Sisak, die Amantiner in Sirmien (heute Strem), der

    illyrien-helm.jpg


    Landschaftzwischen Save und Donau.eich sind auch die illyrischen Stämme, die das zentralbalkanische Gebiet, das heutige Bosnien und Serbien, besiedelten. Ihre Wohnsitze genau zu lokalisieren ist nicht immer möglich. Zu den tapfersten gehörten die Däsitiaten, die zu Beginn der christlichen Ära in der Umgebung von Sarajevo in einer lateinischen Inschrift bezeugt sind. Als nordöstliche Nachbarn der antiken, griechischen Makedonen sind in Kosova, Serbien und im heutigen Makedonien die Dardaner und südlich von diesen die Päonen bezeugt.
    Am besten kennen wir die südillyrischen Stämme, die ständig mit den makedonischen Herrschern und später den Römern Kriege führten. Die Stämme kämpften auch gegeneinander, wodurch einige von ihnen aus ihren alten Wohnsitzen vertrieben wurden. Dafür werden aber auch andere Gründe genannt. Merkwürdig mutet uns an, was über die Aussiedlung der Autariaten aus ihrem Land berichtet wird: Vom Himmel seien statt gewöhnlichem Regen Frösche und Mäuse gefallen, die alle Quellen verstopften und die Häuser füllten. Dadurch kam es zu einer Epidemie, und alle Stammesangehörigen mussten das Land verlassen. Zuflucht fanden sie erst bei den Agrianern unweit der Donau. Dort wurden sie so stark, dass Alexander der Grosse bei seinem Feldzug gegen die thrakischen Triballer Furcht vor dem Angriff der Autariaten hatte.
    Zwischen den Stämmen gab es Unterschiede in den staatlichpolitischen und wirtschaftlichen Formen, in den Sitten und wahrscheinlich auch in der Sprache und im Glauben. Im Vergleich zu den Nordstämmen besassen die südillyrischen Stämme ein höher entwickeltes politisches System, die Monarchie. An der Spitze der des Stammes oder Stammesbündnisses stand der König, der im Kriegsfall das Heer führte. Das von ihm regierte Volk lebte grösstenteils auf dem Lande und musste Tribut zahlen. Neben den Königen stand die Aristokratie, deren Mitglieder bei den antiken Schriftstellern als “principes”, “nobiles” oder “dynastai” bezeichnet wurden. Im 4. und 3. Jahrhundert v. Chr. herrschten bei den Dardanern, Päonen, Taulantiern und Encheleern Könige, vom 4. Jahrhundert bis in die Sechzigerjahre des 2. Jahrhunderts v. Chr. im Süden, im heutigen Albanien, ein illyrisches Reich bezeugt, dessen Hauptstadt Skodra (heute Shkodër) und Rhizon (heute Risan in der Boka Kotorska, dem Gebiet um die Bucht von Kotor) waren. Unter Königen lebten auch die Liburner, bei denen für den Fall, dass männliche Nachkommen ausblieben, auch die weibliche Thronfolge vorgesehen war. Die Pannonier an der Save kannten keine feste politische Organisation, sondern lebten zerstreut und nach Sippen aufgeteilt auf den Feldern. Nur im Kriegsfall taten sie sich zusammen und kämpften gemeinsam unter einem Anführer. Im Krieg war ein solcher Stammesverband oder auch ein Staat wie der in Südillyrien schon einmal in der Lage, ein Heer von 10 000 Mann Fussvolk und 500 Mann starke Reiterei auf die Beine zu stellen. Dazu kamen Kriegsschiffe, Liburnen und Lemben, die bis zu 50 Mann mit ihren Waffen aufnehmen konnten.
    Zu den Untertanen der illyrischen Könige zählten auch Halbfreie: Bei den Ardiäern arbeiteten 300 000 “prospelatai” (abhängige Bauern) auf den Feldern, bei den Dardanern wurden mehrere Tausend Kriegsgefangene in Friedenszeiten als Arbeitskräfte auf den Feldern und im Krieg als Soldaten eingesetzt. Die Delmaten verlangten von den Unterjochten Steuern in Form von Vieh und Getreide. Der Adel war privilegiert und reich, was die Grabbeilagen deutlich zeigen, wie sie z.B. in den “Fürstengräbern” der Glasinac-Hochebene bei Sarajevo und in Shticna im heutigen Slowenien gefunden wurden.
    In den von Illyriern bewohnten Gebieten hab es zwei Siedlungstypen: befestigte Höhensiedlungen (oppida) und Pfahlbausiedlungen. Die befestigten Siedlungen wurden auf schwer zugänglichen Bergen aus grossen Steinquadern erbaut, die Pfahlbauten lagen in Flusstälern, auf hölzernen Terrassen standen Holzhäuser. Die Dardaner sollen nach der Überlieferung in mit Dünger zugedeckten Erdhöhlen gelebt haben, wie es z.B. Tacitus auch von den Germanen berichtet hat. Gleichzeitig errichteten die Dardaner aber auch befestigte Siedlungen.

  7. #1337
    Avatar von Albion

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    Die Kriege der Illyrier in der Weltgeschichte

    In Homers Ilias, werden die Dardaner als Verbündete der Troer erwähnt. Hier sollte man sich fragen, wenn der Trojanische Krieg tatsächlich so geschehen ist, wie Homer dies in der Ilias berichtet, dann waren die Illyrier weit mächtiger als uns die Geschichte Seitens der Römer und Griechen wissen lässt. Klar ist auch, dass die Dardaner auch mit den Hethitern verbündet gewesen sein müssen. Bei der Schlacht von Kadesh so berichten die Ägypter seien den Hethitern ein verbündetes Volk bei gestanden, welche sie als “drdny” identifizieren. Bei der Schlacht von Kadesh, welche Ramses II nur mit Glück überlebte, versuchten die Ägypter diese von den mächtigen Hethitern zu erobern. Fatal ging die Schlacht für die Ägypter welche sich 1275 v. Chr. im heutigen Syrien zugetragen hatte. Gemäss der neusten Forschungen um Troja ist auch bewiesen, dass auch Troja (bzw. Wilusa) mit den Hethitern verbündet gewesen sein muss.
    Solche Beispiele, zeigen immer wieder, wie wenig man über Illyrien und seine Geschichte weiss. Wir wissen nur einen kleinen Bruchteil und dies nur aus Berichten der Römer und Griechen. Nie werden wir die volle Wahrheit erfahren. Dies macht aber die ganze Sache so interessant, dass ein Stamm wie die Dardaner in der Weltgeschichte in zwei der grössten Kriege der antiken Welt auftauchen. Man kann rätseln, denn die volle Wahrheit wird man leider nie erfahren können.
    Gegen Makedonen und Römer

    Den ersten historischen greifbaren Zusammenstoss zwischen der griechischen Welt und den südillyrischen Taulantiern schildert uns Thukydides als Vorgeschichte des Peloponnesischen Krieges zwischen Athen und Sparta (431 – 404 v. Chr.). Es ging dabei um die Griechenkolonie Epidamnos/Dyrrhachion, deren entmachteter und vertriebener Adel bei den Illyriern militärische Unterstützung fand (um 436 v. Chr.). Die Stadt verlor dabei weitgehend ihre Unabhängigkeit an den Taulantierkönig, ebenso wohl auch Apollonia. Im weiteren Verlauf des Peloponnesischen Krieges gehörten die Makedonen zu den Verbündeten Spartas, das deshalb in einer illyrisch-makedonischen Auseinandersetzung um die Herrschaft am Ohërsee – es ging um das Gebiet der Lynkesten, der illyrischen Bewohner des obermakedonischen Gaus Lynkestis, die sich von Makedonien losgesagt hatte – dem makedonischen König Perdikkas II. militärische Hilfe leisten musste. Der bedeutende spartanische Heerführer Brasidas stand 423 plötzlich mit einer kleinen disziplinierten Truppe allein einem grossen illyrischen Aufgebot gegenüber, weil die Makedonen aus Angst in der Nacht verschwunden waren. Angeblich waren die illyrischen Verbündeten des Perdikkas über Nacht zu den Lynkesten übergelaufen, wie Thukydides behauptet. In diesen Bericht hält Brasidas nun eine Rede an die Spartaner, in der er ihnen Mut macht und die Vorteile ihrer militärischen Ausbildung gegenüber der unkoordinierten “barbarischen” Kampfweise der Illyrier herausstellt. Tatsächlich konnte Brasidas seine Spartaner ohne grössere Verluste aus der Falle lösen, die Makedonier jedoch nicht mehr schützen.
    Syrrhas und Bardylis
    Es muss eine ganze Reihe von illyrisch-makedonischen Kriegen um die Grenzgebiete gegeben haben. Nach einem weiteren solchen Krieg musste Amyntas III. von Makedonien 390 v. Chr. in einem Friedensvertrag die Oberherrschaft des illyrischen Königs Syrrhas anerkennen. Zur Bekräftigung des Vertrages heiratete er wenig später Syrrhas Tochter Eurykide. Sie und ihr Vater sind die ersten namentlich bekannten Illyrier. Syrrhas wurde bald darauf von Bardylis gestürzt. Dieser war ein Aufsteiger aus einfachen Verhältnissen. Er soll in seiner Jugend Köhler und Räuber gewesen sein. Dann machte er als tüchtiger Soldat im Heer Karriere und verdrängte schliesslich den König aus aristokratischem Geschlecht. Bardylis konnte sich 385 auch den König von Epirus tributpflichtig machen. In den folgenden Jahren duldete er allerdings, dass die Makedonen allmählich ihre Unabhängigkeit zurückgewannen. Der Grund dafür ist vielleicht, dass Bardylis die ganze Zeit über an der Donau einen von den Griechen nicht registrierten Abwehrkrieg gegen die Kelten führte, die die Donau entlang nach Südwesten vorstiessen. 395 v. Chr. wollte der Makedonerkönig Perdikkas III., ein Sohn der Eurykide, die makedonische Unabhängigkeit vollends wiederherstellen und verlor Schlacht und Leben im Kampf gegen Bardylis. Sein jüngerer Bruder Philip II. musste den Vertrag erneuern und eine Enkelin des Bardylis heiraten. Aber schon im folgenden Jahr kehrte sich das Verhältnis um. Philipp wandte sich zunächst gegen die Päonen und rückte dann mit
    10 000 Mann Fussvolk und 600 Reitern weiter auf illyrisches Gebiet vor, wo ihn ein etwa gleich grosses illyrisches Heer erwartete. In einer verlustreichen Schlacht triumphierte er über den Illyrierkönig Bardylis. Die Illyrier mussten die von ihnen besetzten makedonischen Gebiete räumen, die Stämme am Ohërsee die Herrschaft der Makedonen anerkennen. Leider wissen wir von den inneren Verhältnissen des südillyrischen Königreichs, dass unter Bardylis machtpolitisch so klare Konturen hat, viel weniger. Die Ausgrabungen zeigen aber, dass es neben den griechischen Koloniestädten auch eine Reihe illyrischer Städte gab, die ummauert und befestigt waren und durch Handwerk und Handel zum Reichtum des Landes beitrugen. Zu nennen sind, neben dem noch nicht lokalisierten Damastion, Byllis und Amantia im Süden sowie Lissos im Norden des heutigen Albanien. Eine Vorstellung von der Macht und Bedeutung der südillyrischen Könige geben die Königsgräber von Selca e Poshtëm westlich des Ohërsees.

  8. #1338
    Avatar von Albion

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    Die Nachkommen der Illyrier

    Hier kommen wir auch auf die Verbindung zwischen den Illyriern und den heutigen Albanern. Zuerst jedoch eine kurze Erwähnung: Bis Ende des 19. Jahrhundert waren die Südslawen felsenfest davon überzeugt, dass sie die Nachkommen der Illyrier sind. Doch nachdem die Forschung weiter kam und man viel mehr Verbindung zwischen den Albanern und den Illyriern nachweisen konnte, berufen sie sich nicht mehr auf diese These. Dies wäre sowieso sonderbar, da die Südslawen erst ab dem 6. Jhr. nach Chr. in den Balkan einwanderten und die Illyrier tausende Jahre davor den Balkan besiedelten. Zu den Albanern jedoch konnte man viele Ortsbezeichnungen, Namen, Sprachliche Verbindungen, Kulturelle Eigenschaften usw. nachweisen. Die Albaner bezeichnen sich seit eh und je als Nachkommen der Illyrier. Über die Frage ob die Albaner die Nachkommen der Illyrier sind oder nicht wird viel diskutiert. Für die Albaner ist es ganz klar, dass sie die Nachkommen der Illyrier sind. Sie untermauern dies mit ihrer Herkunft und ihrer Sprache. Forscher die behaupten die Albaner seien nicht die Nachkommen der Illyrier können auch keine andere These aufbringen, die das Gegenteil beweist. Klar ist, dass die Albaner viele Sachen mit den antiken Illyriern gemeinsam haben. Bewiesen ist auch, dass es in Illyrien einen Stamm im heutigen Albanien gab, der sich Albani nannte und eine Stadt namens Albanopolis. Die Albaner sind keine Slawen so auch keine Griechen. Ihre Sprache, welche der indogermanischen Sprachfamilie angehört hat einen eigenen Zweig und hat keine Herkunft. Viele sehen das als bewiesen, dass die Albaner die Nachkommen der Illyrier sind. Das würde auch viel Sinn machen im Vergleich zu anderen Theorien, welche sich in Spekulationen halten. Viele heutige albanische Namen, kommen vom illyrischen. Namen wie Bardhyll (weisser Stern auf albanisch) haben im albanischen eine Bedeutung. In anderen Sprachen nicht. Illyrische Namen sind im albanischen eine Selbstverständlichkeit. Die Illyrische Sprache gilt als ausgestorben, doch lebt sie im albanischen weiter.


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    Die Schildwache für Rom zahlt sich nicht aus
    Erst nach 240 v. Chr. finden wir wieder Nachrichten über den südillyrischen Staat, an dessen Spitze Agron stand. Seine Hauptstadt war Skodra (heute Shkodër), nördlich des bisherigen Zentrums. 230 v. Chr. starb König Agron angeblich an Trunksucht und seine erste Frau Teuta übernahm für Pinnes, den unmündigen Sohn einer jüngeren Frau, die Regierung. Teuta sah ihr Reich als Seemacht an der Adria. Sie weitete ihren Einfluss nach Süden bis über den Epirus hinaus und nach Norden bis zu den Inseln Issa (heute Vis) und Pharos (Hvar) aus. Beim Aufbau ihrer Machtstellung waren ihr die wieder unabhängigen Griechenstädte Dyrrhachion (heute Durës) und Apollonia (heute Fier) im Weg. Sie verfügte aber über eine gut ausgebildete Armee und ihrem Schwager Skerdilaides und über eine sehr aktive Flotte aus kleinen schnellen Ruderschiffen, den illyrischen Lemben und setzte ihre Machtmittel auch ein.


    Die Bemühungen Teutas stiessen jedoch auf einen neuen Gegner. Rom hatte sich Italien unterworfen und begann jetzt, sich für die Mittelmeerwelt zu interessieren. Der nächste Weg nach Griechenland führte aber von Italien aus über das Mittelmeer und es war nicht im Sinne Roms, dass sich auf der anderen Seite der Adria eine neue Seemacht festsetzte. Die illyrische Flottentätigkeit wurde als Seeräuberei dargestellt, die sich gegen römische Verbündete richtete. Einer römischen Gesandtschaft antwortete Teuta ausweichend, sie sei für die Aktivität der privaten Schiffe nicht verantwortlich. Auf der Rückfahrt wurde der Gesandte getötet und das reichte als Kriegsgrund aus. Rom brachte den I. illyrischen Krieg 229 v. Chr. seine ganze Überlegenheit ein. Eine riesige Flotte setzte das römische Heer mit beiden Konsuln über. Angesicht dieser Überlegenheit blieb Teuta gar nichts anderes übrig, als nachzugeben. Sie musste auf alle Eroberungen verzichten, ebenso auf die Flotte. Die Griechenstädte Apollonia und Dyrrhachion wurden römische Verbündete und spielten fortan bei der Eroberung Griechenlands eine strategische Rolle als Hafen und Basis. Ein Verwandter Teutas, Demetrios von Pharos, wurde neuer Vormund des unmündigen Königs und praktisch der Wachhund Roms. Den 2. illyrischen Krieg, dieses Mal gegen Demetrios von Pharos, der nicht zuverlässig genug war, führte Rom 219 v. Chr. als der 2. Punische Krieg in Spanien schon angefangen hatte. Offenbar sollte hier eine Frontbegradigung erfolgen. Mit den Siegen Hannibals in Italien seit 218 v. Chr. schien sich noch einmal die Möglichkeit aufzutun, die römische “Weltherrschaft” aufzuhalten. Hannibal verband sich mit König Philipp V. von Makedonien, aber zwischen ihnen standen die Illyrier. Der neue König Skerdilaides hatte als Feldherr Teutas zweimal die Entfaltung der römischen Macht gesehen. Ein Bündnis mit Makedonien war für ihn aber schwer denkbar und die römischen Diplomaten versprachen ihm sicher auch eine entsprechende Beute. Dafür verhinderten die Illyrier während der schweren Jahre, in denen Hannibal in Italien kämpfte, das Eingreifen der Makedonen im Krieg. Die Schildwache für Rom zahlte sich aber für die Illyrier nicht aus. Die Römer schlossen 205 v. Chr. mit Makedonien einen Verständigungsfrieden und Illyrien unter seinem neuen König Pleuratos ging leer aus. Sein Sohn Genthios, der letzte Illyrierkönig, sah schliesslich nur noch den Weg einer antirömischen Koalition mit Makedonien. 168 v. Chr. wurde er vor Skodra geschlagen, bei Pydna dann auch Persus von Makedonien. Damit endete die Geschichte des illyrischen Königreichs. Der südliche Bereich, das Hinterland der Küstenstädte, wurde ganz ausgegliedert. Der Nordteil um Skodra wurde römisches Besatzungsgebiet. Die illyrischen Stämme im Norden des eigentlichen Königreichs blieben weitgehend unabhängig, auch wenn die Küste in den kommenden Jahrzehnten Stück für Stück erobert und romanisiert wurde.



    Die Illyrier im Römischen Reich

    Als Caesar 59 v. Chr. zum Statthalter der Provinz Gallia Cisalpina ernannt wurde, wurde ihm auch Illyrien unterstellt. Bei seiner Ermordung 44 v. Chr. war sein Erbe Octavian, der später Kaiser Augustus, zum Studium in Apollonia, in Begleitung seines Freundes Agrippa, der aus einer romanisierten illyrischen Adelsfamilie stammte und später zum Feldherrn und Städtegründer de Kaisers aufstieg. Mit Agrippa führte Octavian von 25 bis 32 v. Chr. einen schweren, blutigen und grausamen Krieg zur Unterwerfung der Illyrier, der gleichzeitig der Übung seines Heeres vor dem Bürgerkrieg diente. als im Jahr 6 n. Chr. von Illyrien aus ein Feldzug gegen Markomannen vorbereitet wurde und dafür höhere Abgaben zu leisten waren, kam es zu einer grossen Erhebung in diesem Gebiet. Der Aufstand wurde von Tiberius in einem dreijährigen Krieg, nach Sueton “dem schwersten aller auswärtiger Kriege nach dem Punischen” niedergeworfen. Damit war Illyrien endgültig ins Römische Reich eingegliedert, nun in zwei Provinzen geteilt: Dalmatien, das sich von den bosnischen Gebirge südlich der Save bis Epirus und Makedonien erstreckte und Pannonien nördlich davon, bis zur Donau. Aus den Stämmen wurden drei juridische Distrikte mit Zentren in Salona, Scardona und Narona gebildet. In Illyrien wurden sehr früh Soldaten für das römische Heer ausgehoben. Viele Illyrier sind auch unter den hohen Offizieren zu finden.Im 3. Jahrhundert n. Chr. als häufig die Soldaten entschieden, wer Kaiser ernannt wurde, gelangten immer wieder Illyrier auf den Thron. Illyrischer Abstammung waren, unter anderen, die Kaiser Decius (249-251), Claudius II. Gothicus (268-270), Diokletian (284-305), der Reorganisator des Römischen Reiches, der sich am Ende seines Lebens in seinen Palast bei Salona (heute Split) zurückzog und Konstantin (306-337), der erste christliche Kaiser und Gründer Konstantinopels. So waren die Illyrier am Ende des Römischen Reiches zeitweise dessen wichtigste Stütze. 378 schlugen die Goten bei Adrianopel (heute Edirne) das kaiserliche Heer. Von da an war die Donaugrenze nicht mehr sicher und Illyrien Kriegsgebiet, aus dem die Bevölkerung floh. Den Germanen folgten später die Slawen. Heute verstehen sich nur noch die Albaner mit ihrer selbstständigen Sprache als Nachkommen der Illyrier.
    —————————————————————————————————
    Die Illyrischen Ländereien
    Illyrien war eins ein grosses Land, die vielen Stämme verteilten sich über den gesamten Balkan und teilen Süditaliens.



  9. #1339
    Avatar von Albion

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    Die kriegerischen Illyrer - doch auch friedliche Händler?

    Das antike Volk der Illyrer wurde bisher als Krieger- und Piratenvolk angesehen - doch die Illyrer konnten offenbar auch ganz gesittet Handel treiben, wie einzigartige archäologische Funde belegen

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    Oslo (Norwegen) - Die Illyrer gehörten zu jenen Völkern, die erbittert gegen die Römer gekämpft haben. Da sie selbst aber so gut wie keine Schriftzeugnisse hinterlassen haben, wurde vieles von dem, was wir über dieses Volk von der westlichen Balkanhalbinsel wissen, über die Römer vermittelt. Nun zeigen Ausgrabungen eines norwegischen Archäologenteams, dass die Illyrer mit den Römern offenbar auch ganz friedlich Handel trieben. An der kroatischen Küste, im Marschland des Flusses Neretva, fanden die Forscher Ruinen einer Siedlung, Überreste eines Hafens, der vermutlich als Warenumschlagplatz genutzt wurde, sowie gesunkene Boote, die mit Amphoren für Wein beladen waren. Die Funde stammen etwa aus dem ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung."Der Fund ist aus europäischer Perspektive einzigartig", erklärt Marina Prusac von der Universität Oslo. "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass Desilo, wie der Ort genannt wird, ein wichtiger Handelsplatz war, an dem Römer und Illyrer Kontakt miteinander hatten." Im Frühjahr 2007 waren bereits 16 illyrische Boote, mit Wein-Amphoren beladen, von einem kroatischen Archäologen-Team gefunden worden. Dessen Interpretation war, dass die Boote Piratenschiffe der Illyrer gewesen seien und von den Römern versenkt worden seien. Das Team von Marina Prusac nimmt indes an, dass die Boote und die Amphoren nicht auf einmal versenkt worden sind, sondern im Verlauf eines Jahrhunderts. Denn einer der Forscher aus Prusac' Team, Adam Lindhagen, ist spezialisiert auf römische Wein-Amphoren und hat die Amphoren auf ihre besonderen Merkmale untersucht. Die Amphoren, so fand er heraus, waren allesamt an der dalmatinischen Küste gefertigt worden, also dort, von wo auch der Wein Richtung Rom transportiert wurde. Warum die Amphoren versenkt wurden, bleibt jedoch weiter unklar. Eventuell könnte es eine rituelle Handlung gewesen sein, etwa Wein als Besänftigung des Meeresgottes.
    Das Reich der Illyrer erstreckte sich laut Herodot im 5. Jahrhundert vor Christus an der Adria vom Morava-Fluss im Osten bis zum Adige-Fluss im Westen. Ab dem 3. Jahrhundert geriet Illyrien immer mehr unter die Herrschaft Roms, wobei es lange Widerstand leistete. Nach der Zeitenwende, zwischen den Jahren 6 und 9, gab es einen Aufstand der Illyrer, den die Römer nur mühsam niederschlagen konnten. Da nimmt es nicht wunder, dass die Illyrer den Ruf eines kriegerischen Volks hatten. Nach der Teilung des römischen Reiches von 395 zählten einige illyrische Gebiete zum Oströmischen Reich, seit etwa 580 ließen sich hier Slawen nieder. Im südslawischen Nationalismus des 19. Jahrhunderts wurde auch gern von der "Illyrischen Bewegung" gesprochen. Heute geht man jedoch davon aus, dass Illyrer und Slawen nichts miteinander zu tun hatten. Allerdings ist die Frage, mit wem die Illyrer eigentlich etwas zu tun haben. Viele Forscher vertreten die Ansicht, dass die Albaner die Nachfahren der Illyrer seien. Doch angesichts der sehr spärlichen Schriftvorkommnisse in Illyrien kann diese These bisher nicht klar bestätigt werden.

  10. #1340
    Avatar von BlackJack

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    Das antike Volk der Illyrer wurde bisher als Krieger- und Piratenvolk angesehen - doch die Illyrer konnten offenbar auch ganz gesittet Handel treiben, wie einzigartige archäologische Funde belegen
    oha, man sollte lieber nicht weiter nachforschen, am Ende stellt sich heraus, dass sie eigentlich hauptsächlich Teppiche knüpften, Körbe flechteten, Schale häkelten und diese verkauften, und der einzige Krieg, den sie jemals geführt haben der um einen guten Stand auf dem Bazar war.

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