BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Erweiterte Suche
Kontakt
BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Benutzerliste

Willkommen bei BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen.
Seite 48 von 135 ErsteErste ... 384445464748495051525898 ... LetzteLetzte
Ergebnis 471 bis 480 von 1342

Albanien - Erbe Illyriens

Erstellt von Gentos, 05.04.2011, 17:34 Uhr · 1.341 Antworten · 100.818 Aufrufe

  1. #471
    Theodisk
    Hervorragender Beitrag Heraclius, ich hoffe nur, dass deine Mühe nicht umsonst war und die Albaner und andere hier, ihren Nutzen daraus ziehen konnten.

  2. #472
    Avatar von Heraclius

    Registriert seit
    01.01.2011
    Beiträge
    13.284
    Zitat Zitat von Theodisk Beitrag anzeigen
    Hervorragender Beitrag Heraclius, ich hoffe nur, dass deine Mühe nicht umsonst war und die Albaner und andere hier, ihren Nutzen daraus ziehen konnten.



    Hab sowieso nur alles aus'm Internet kopiert.

    Heraclius





    PS: Ne, Spass.. (-;

  3. #473
    Theodisk
    Zitat Zitat von Heraclius Beitrag anzeigen
    Hab sowieso nur alles aus'm Internet kopiert.

    Heraclius





    PS: Ne, Spass.. (-;
    Jaja, wers glaubt .

  4. #474
    Avatar von Albion

    Registriert seit
    10.04.2010
    Beiträge
    4.614
    Zitat Zitat von Heraclius Beitrag anzeigen
    Hallo Dardan, im folgenden ein paar Überlegungen zu deiner These:





    Man kann die Pelasger als Sammelbegriff für einen Teil der vor-indoeuropäischen Substratsbevölkerung des südlichen

    Balkans und des ägäischen Raumes ansehen. Denke es ist erwiesen, dass sie keine Indoeuropäer waren. Betreffend ihrem

    Siedlungsgebiet wurden im Thread schon einige Karten gepostet. Ich poste nachfolgend nochmals die Karte aus

    Wikipedia. Daraus geht der geographische Raum hervor, wo die antiken Schriftsteller die Pelasger ansiedelten.

    Zentraler Raum war hierbei das östliche Thessalien, die Inseln der Ägäis (Samothrake, Imbros, Lemnos, Lesbos,

    Kykladen, Kreta), Attika, der Peloponnes, Zypern, südliches Makedonien, und Kleinasien (Troasgebiet). Ausserdem wird

    Epirus und insbesondere Dodoni von Homer, Strabon und Hesiod als "Zentrum der Pelasger" bezeichnet. In dem

    Zusammenhang wird in Dodoni die Anwesenheit des Orakels des Zeus und eines der ältesten Theater im helladischen Raum

    bezeugt.

    Ein Zusammenhang zwischen den Pelasgern und den in den ägyptischen Quellen beschriebenen Seevölkern wird diskutiert,

    ist aber meines Wissens nicht erwiesen. (Seevölker)

    Man zählt die Sprache der Pelasger gemeinhin zu den Ägäischen Sprachen, welche gemäss den wenigen überlieferten

    epigraphischen Zeugnissen nicht indoeuropäisch waren. Aus den Parallelen mit dem Etruskischen und dem Rätischen hat

    man für diese drei Sprachen den Begriff Tyrsenische Sprachen kreiert. Sprachvergleiche- und Analogien zwischen der

    Inschrift auf der Stele von Lemnos und Sprachfunden des Etruskischen, legen eine Verwandtschaft nahe. Da meines

    Wissens weder das Etruskische noch das Ägäische und das Rätische völlig entschlüsselt sind, bewegt man sich in diesem

    Gebiet nach wie vor auf unsicherem Terrain, auch wenn die Analogien in Sprache und Alphabet des Etruskischen und

    Ägäischen verblüffend sind. Auch nimmt man das Ägäische als Substratssprache des Altgriechischen an. Begriffe wie

    "thálassa (Meer)" oder Wortendungen wie "-issos" werden daher der ausgestorbenen Ägäischen Sprache zugeschrieben auch

    weil man annimt, dass die Protogriechen gar kein eigenes Wort für "Meer" besassen.








    Es gibt in der Glottologie den Begriff "Balkanindogermanisch", der einen gemeinsamen Urprung des Griechischen, des

    Armenischen und der ausgestorbenen Phrygischen Sprache (Sprache der Phryger in Mittelanatolien) postuliert. Es gibt

    Wissenschaftler die das Albanische unter diese Sprachgruppe subsumieren, auch wenn es noch nicht allgemeiner Konsens

    ist. Hierzu folgender interessante Link.

    Balkanindogermanisch


    Jedenfalls impliziert der Indogermanismus der Illyrer die Vermutung, dass sie wie die Hellenen und Thraker auch ein

    eingewandertes Volk waren. Denke mir, dass sie im Zuge der Dorischen Wanderung ihre Siedlungsplätze im westlichen

    Balkan bezogen, und mit dem Einläuten der Eisenzeit in diesem Teil Europas im Zusammenhang stehen. Vermehrte

    schriftliche Erwähnung fanden die Illyrer offenbar ab dem 4. Jh.v.Chr.

    Bezüglich der Ethnogenese der Albaner, gibt es soweit ich weiss zwei wesentliche Theorien. Eine verbindet aufgrund

    gewisser sprachlicher Parallelen das Albanische und das Rumänische. Demnach seien Rumänen und Albaner beide

    Nachfahren von teilweise romanisierten Dakern und/oder Thrakern, die sich als Ethnien in der Zeit nach der

    Völkerwanderung (7. bis 9. Jh.) gebildet hätten. Demnach wären die Albaner aus dem heutigen Rumänien eingewandert.

    Die zweite Theorie hält die Albaner für das Ergebnis einer Verschmelzung von romanisierten Illyrern, Griechen und

    Romanen aus der illyrischen Küste, mit (noch)nichtromanisierten Resten der Illyrer aus den albanischen Bergregionen

    und mit zugewanderten Slawen. Gestützt wird diese These durch die im Albanischen zahlreich vorhandenen lateinischen

    Einflüsse und Lehnwörter, und durch die (freilich weniger zahlreichen) Altgriechischen und Slawischen. Diese

    Verschmelzung soll während des Frühmittelalters (6. bis 9. Jh.) stattgefunden haben, wonach sich dann die Albaner

    durch Wanderungen bis nach Attika und Süditalien verbreitet hätten.

    Beide Theorien sind hier von mir natürlich vereinfachend dargelegt (bin kein Wissenschaftler). Persönlich tendiere

    ich aber eindeutig für die zweite These. Jedenfalls du siehst, die Gleichung "Illyrer=Albaner",

    "Altgrieche=Neugrieche" oder "Germane=Deutscher" kannst du nicht so ohne weiteres machen. Die Geschichte verlief nun

    mal nicht so gradlinig, wie es sich hier manche wünschen.





    Die Assoziation der Pelsager mit den Illyrern aufgrund der Sesshaftigkeit und dem Betreiben von Ackebau und Viehzucht

    scheint mir problematisch. Von diesen Kriterien ausgegangen könntest du in dem Fall so manches Volk assoziieren.

    Betreffend den "Seevölkern" - siehe Link oben.




    Deine erste Aussage würde ich so unterstreichen, aber die Zweite nicht ohne weiteres. Dass die Gesamtheit der Stämme

    die wir heute als "Illyrer" bezeichnen sich als "gemeinsames Volk" betrachteten, oder sich selber zumindest als

    Illyrer verstanden, scheint mir nicht ganz klar. Die Gallier und die Germanen z.B. wurden von den Römern so getauft,

    aber (zumindest für die Germanen) ist es gesichert, dass sie in Stammesgesellschaften lebten und sich mit anderen

    germanischen Stämmen nicht als einem gemeinsamen germanischen Volke zugehörig empfanden. Da die Illyrer aus

    griechischen schriftlichen Quellen überliefert sind scheint es mir naheliegend, dass der Begriff Illyrer ihnen von

    den Griechen "zusammenfassend" verliehen wurde. Den von dir vermuteten gemeinsamen genetischen Ursprung der

    illyrischen Stämme lässt sich heute so nicht mehr beweisen.





    Der Ursprung der Etrusker aus der Ägäis den du hier ansprichst, ist nur eine von mehreren Entstehungstheorien und ist

    eine andere Geschichte. Zu den Epiroten gehe ich davon aus, dass zur Zeit wo sich die Illyrer anfingen staatlich zu

    organisieren (5.-4. Jh.v.Chr.) die epirotischen Stämme schon ganz vorwiegend im griechischen Kulturkreis integriert

    waren - wenn sie nicht schon von Anfang an griechischen Ursprungs waren. Meine persönliche Meinung ist, dass die

    Epiroten ursprünglich mit den Griechen verwandt waren, aber abseits lebten und sich kulturell wie physisch auch mit

    Illyrern vermischten. Das würde heissen, dass Epirus kein Teil des illyrischen Kulturkreises war, und die Pelasger

    Dodonis deshalb irrelevant für die weitere Geschichte Südillyriens blieben.

    Das heisst aber nicht, dass es nördlich von Epirus keine Pelasger gegeben hat. Ich kenne aber keine Quelle die die

    Anwesenheit von Pelasgern im Norden von Epirus bestätigt. Leider war damals niemand von uns vor Ort um das zu

    bezeugen. Möglich ist aber vieles..





    Ich habe grossen Respekt vor dieser Art von Volksüberlieferung. Von den Erzählungen der Alten könnte manch

    Wissenschaftler und Uniabsolvent was lernen. Die Tatsache dass sie wie vor 1000 Jahren leben heisst nicht, dass sie

    rückständig sind. Es heisst lediglich, dass sie sich ihre Identität und Lebensweise vor dem Imperialismus der

    Konsumgesellschaft bewahren konnten.


    Gruss, Heraclius














    The Albanians: an ethnic history ... - Google Books
    Albanesische Studien - Google Bücher


    Albanische Plisi i Bardh:







    Fustanella :

    Illyrian









    Albaner heute


    [/QUOTE]

  5. #475
    Theodisk
    @Albion, .

    "Wer die Wahrheit hören will, den sollte man vorher fragen, ob er sie ertragen kann."

    Ernst R. Hauschka

    "Wer Recht erkennen will, muss zuvor in richtiger Weise gezweifelt haben."

    Aristoteles

  6. #476
    Avatar von Grobar

    Registriert seit
    14.07.2004
    Beiträge
    9.644
    Zitat Zitat von Albion Beitrag anzeigen













    The Albanians: an ethnic history ... - Google Books
    Albanesische Studien - Google Bücher


    Albanische Plisi i Bardh:







    Fustanella :

    Illyrian









    Albaner heute


    lol....wie auf bestellung wird Frasheris Bloedsinn mit der LEmnos Steele gepostet...und anbei noch ein sammelsurium plus HobbyyoutubeVideo...
    Hammer!
    Echt der superhammer!

  7. #477
    Avatar von Albion

    Registriert seit
    10.04.2010
    Beiträge
    4.614
    Zitat Zitat von Theodisk Beitrag anzeigen
    @Albion, .

    "Wer die Wahrheit hören will, den sollte man vorher fragen, ob er sie ertragen kann."

    Ernst R. Hauschka
    das ist für mich eine quelle und nicht selbst geschrieben qeuelle von Heraclius

  8. #478
    Theodisk
    Zitat Zitat von Albion Beitrag anzeigen
    das ist für mich eine quelle und nicht selbst geschrieben qeuelle von Heraclius
    Wenn etwas in sich logisch und erläuternt ist, stellt dies selbst die Quelle dar.

  9. #479
    Avatar von Grobar

    Registriert seit
    14.07.2004
    Beiträge
    9.644
    Zitat Zitat von Albion Beitrag anzeigen
    das ist für mich eine quelle und nicht selbst geschrieben qeuelle von Heraclius
    Das glaubt ich dir gern.
    Falashis laengst widerlegte Lemnos Steelen Theorie plus Youtubevideo ist fuer dich eben eine echte Quelle...


    Nachtrag:
    Warum postest du eigentlich unter dem Bloedsinn der Lemnos Steele einen falschen quellenlink?
    Das zeug ist doch gar nicht aus: The Albanians: an ethnic history ... - Google Books
    sondern aus: II, L'Etrusco Lingua Viva: Nermin Vlora Falaschi, Rome 1989
    It will be seen from the preceding that her transcription is, by most people's standards, very faulty; however, it is given here for interest

    Hier mehr zur Lemnos steele und den einzelnen Versuchen sie zu entschluesseln:
    The Lemnos Stele: Purported Translations

  10. #480
    Avatar von AulOn

    Registriert seit
    19.10.2008
    Beiträge
    2.789
    Zitat Zitat von Heraclius Beitrag anzeigen
    Soweit ich weiss gibt es bezüglich der albanischen Ethnogenese zwei Theorien. Eine verbindet aufgrund gewisser sprachlicher Parallelen das Albanische und das Rumänische. Demnach seien Rumänen und Albaner beide Nachfahren von teilweise romanisierten Dakern und/oder Thrakern, die sich als Ethnien in der Zeit nach der Völkerwanderung (7. bis 9. Jh.) gebildet hätten. Demnach wären die Albaner aus dem heutigen Rumänien eingewandert.

    Die zweite Theorie hält die Albaner für das Ergebnis einer Verschmelzung von romanisierten Illyrern, Griechen und Romanen aus der illyrischen Küste, mit (noch)nichtromanisierten Resten der Illyrer aus den albanischen Bergregionen und mit zugewanderten Slawen. Gestützt wird diese These durch die im Albanischen zahlreich vorhandenen lateinischen Einflüsse und Lehnwörter, und durch die (freilich weniger zahlreichen) Altgriechischen und Slawischen. Diese Verschmelzung soll während des Frühmittelalters (6. bis 9. Jh.) stattgefunden haben, wonach sich dann die Albaner durch Wanderungen bis nach Attika und Süditalien verbreitet hätten.

    Ich persönlich tendiere eindeutig für die zweite These.

    Heraclius
    Endlich mal einer der sich auskennt, hier einige Argumente, die für die Illyrier-These und gegen die Dako/Thraker-These sprechen :

    Hermann Ölberg,
    Innsbruck

    DIE URSPRÜNGLICHENWOHNSITZE DER ALBANER AUF DER BALKANHALBINSEL

    Kurzfassung des Impulsreferates

    Georg Stadtmüller hat die Bevölkerungsverhältnisse im 1.
    Jahrtausend nach Chr. im Raum des heutigen Albanien
    folgendermaßen beschrieben:
    Das romanisierte Küstenland des heutigen Albaniens
    (römische Provinzen Praevalis, Epirus Nova und Epirus Verus)
    wurde im 4. und 5. Jh. von Süddalmatien (Metropole Salona) aus
    christianisiert. Im Verlaufe des 5. Jh. drang dann die
    Christianisierung auch in die Berglandschaften vor. Vor der
    slawischen Landnahme (um 600 n.Chr.) gab es im Gebiet des
    heutigen Albaniens die Metropole Scodra (Skutari) und mehrere
    Bistümer. Die slawische Landnahme brachte einen großen
    Rückschlag: die albanischen Flußtäler und Küstenebenen wurden zu
    Create slawischem Siedlungsboden, das romanisierte Bauerntum wurde
    verdrängt, die kirchliche Organisation vernichtet, währen die in den
    Gebirgen lebenden, von der Romanisierung nur teilweise erfaßten,
    von den Illyriern abstammenden Uralbaner zum Teil wieder in das
    Heidentum zurücksanken und zwischen dem 7. und dem 11. Jh. ein
    fast geschichtsloses Leben führten.
    Theolog. Realenzyklopädie 2, 1978

    Diese meines Erachtung treffende Beschreibung der
    Bevölkerungsverhältnisse und Bevölkerungswandlungen hellt die
    noch immer umstrittene Frage nach der sogenannten "Urheimat"
    oder Balkanheimat der Albaner auf: Die eine Position, daß die
    Albaner autochthon, vor den Slawen, in zumindestens Teilen des
    heutigen Siedlungsgebietes angesiedelt waren (stellvertretend
    Eqrem Çabej für diese Ansicht), andererseits daß die Albaner erst
    nach den Slawen sich hier niedergelassen hätten (etwa Ivan
    Popovic).
    Ich kann in den wenigen Minuten, die mir zur Verfügung
    stehen, nur Ergebnisse meiner Ansichten zur Autochthonie der
    Albaner bringen:
    1. Zu den lateinischen Lehnwörtern: Lateinische
    Lehnwörter werden als Neutra übernommen: rete, oleum, linum,
    aurum, damnum, *fällig signum. Da schon bei Petronius (60 n.Chr.)
    lat. Neutra als Masculina erscheinen, wie z.B. balneus, fatus, vinus,
    schon bei Plautus dorsus, so müssen obige lat. Neutra schon in
    ältester Zeit übernommen worden sein. Der lat. Einfluß beginnt im
    2. Jh. v.Chr., 167 v.Chr. wird das Reich des Gentius (Süddalmatien
    - Nordalbanien) römische Besitzung. Lateinische Lehnwörter selbst
    zeigen hohe Altertümlichkeit.
    Im Bereich der Lautlehre weisen die lateinischen Lehnwörter
    noch eindeutig den Unterschied von Längen und Kürzen im
    Vokalismus auf, das lateinische Vokalsystem in den Lehnwörtern
    des Albanischen ist älter als das rumänische.

    2. Altgriechische Lehnwörter müssen vor den
    lateinischen Lehnwörtern ins Albanische gekommen sein. So wird
    altgriech. a im Alb. noch zu o entwickelt, was bei den latein.
    Lehnwörtern nicht mehr der Fall ist, daher altgr. maxana > alb.
    mokën, mokër "Mühlstein", aber lat. fatum > alb. fat "Schicksal".
    Auf welchem Weg die altgriech. Lehnwörter ins Alb. gelangten, läßt
    sich nur vermuten; da an der Küste alte griechische Niederlassungen
    vorhanden waren - Korkyra, Apllonia (588 v.Chr. gegründet),
    Epidamnos (627 v.Chr.) und etliche andere-, ist es naheliegend, daß
    die griech. Lehnwörter auf diesemWege ins Alban. gelangten.

    3. Die Christianisierung des Illyricums ging von den
    Hauptstädten der Provinzen Dalmatien und des Epirus aus, etwa
    von Salona. Im 3. bis 5. Jh. sind als Bischofssitze öfters
    Dyrrhachium, Doklea, Scodra, Lissus, Scampa (Elbassan), Amantia,
    Apollonia, usw. genannt. Die christliche Terminologie ist durch und
    durch lateinisch geprägt, z.B. missa, altare, angelus, spiritus,
    Christi natale, diabolus, crucem, episcopus, usw. Sie entstammt
    einer jüngeren Lehnwortschicht, denn Wörter wie peccatum,
    evangelium, caelum, infernum sind im Alban. nicht mehr Neutra,
    sondern fast durchwegs Masculina. Die Bezeichnung des Sonntags
    ist dies solis, e diel und ist somit älter als eine Lehnprägung du
    dominica.

    Die angesprochenen drei Argumente sprechen meines
    Erachtens eindeutig dafür, daß Albaner bereits in vorchristlicher
    Zeit im Küstenbereich saßen und vor allem unter massivem
    römischen Einfluß standen. Wären sie zu jener Zeit noch im
    Ostbalkan, in Südserbien, Nordmakedonien gesessen, wie Popovic
    meint, so wären mir die angeführten drei Punkte unverständlich.
    Natürlich ist die albanische Zwischenstufe bei der Entwicklung des
    Ortsnamens Naissus zu Nis sicher und niemand bestreitet diese
    Tatsache und die Verbreitung der Albanier in Dardanien. Aber eher
    scheint es, daß durch die slawische Landnahme, wie sie eingangs
    Stadtmüller beschrieb, eine Bewegung der Albaner ins Landesinnere erfolgte und nach der dichten slawischen Landnahme in Albanien
    auch die Albaner wieder in ihre autochthonen Sitze zurückkamen,
    die sie sicherlich nie vollständig geräumt hatten. Daher die vielen
    slawischen Ortsnamen in Albanien, die ins Albanische übergegangen
    sind.

    4. Daß antike Ortsnamen im Küstenbereich den
    Albanern bekannt waren, läßt sich nicht abstreiten. Durrës kann
    sicherlich nicht über slaw. Drác erklärt werden, da damit die alb.
    Erstsilbenbetonung nicht erklärt ist. Drisht, Ishëm, Pulët sind
    direkte Übernahmen ins Albanische ohne slawische Vermittlung.
    Ganz allgemein scheint es mir methodisch nicht gerechtfertigt, die
    Analyse der Ortsnamen zum Hauptargument gegen die Autochthonie
    der Albaner zu machen, ich würde sie in meiner Wertung an
    die 4. Stelle setzen. Ebenso ist die Behauptung Weigands, daß die
    Terminologie der Schiffahrt und des Fischfanges fremden Ursprungs
    sei, von Çabej in dieser Form der Verallgemeinerung widerlegt
    worden.

    Zusammenfassend würde ich sagen, daß an der
    Autochthonie der Albaner nicht zu zweifeln ist, d.h. daß sie um die
    Zeitwende herum bereits in dem Raum wohnhaft waren, wo sie
    auch heute anzutreffen sind.
    4. Juni 1993

    Quelle : http://www.albanisches-institut.ch/pdf/text40.pdf

Ähnliche Themen

  1. Die Căluşari - Dakisches Erbe
    Von PokerFace im Forum Geschichte und Kultur
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 23.03.2011, 18:21
  2. Der Kampf um Titos Erbe
    Von xCROATx im Forum Film
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 08.06.2009, 01:04
  3. Serbiens verscherbeltes Erbe...
    Von FREEAGLE im Forum Politik
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 26.01.2008, 14:24
  4. Das islamische Erbe in Europa
    Von Magnificient im Forum Religion und Soziales
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 15.12.2006, 23:52
  5. Europas islamisches Erbe
    Von Albanesi2 im Forum Religion und Soziales
    Antworten: 61
    Letzter Beitrag: 13.05.2006, 11:59