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Albanien - Erbe Illyriens

Erstellt von Gentos, 05.04.2011, 17:34 Uhr · 1.341 Antworten · 101.114 Aufrufe

  1. #481
    Avatar von Grobar

    Registriert seit
    14.07.2004
    Beiträge
    9.644
    Zitat Zitat von AulOn Beitrag anzeigen
    Endlich mal einer der sich auskennt, hier einige Argumente, die für die Illyrier-These und gegen die Thraker-These sprechen :

    Hermann Ölberg,
    Innsbruck

    DIE URSPRÜNGLICHENWOHNSITZE DER ALBANER AUF DER BALKANHALBINSEL

    Kurzfassung des Impulsreferates

    Georg Stadtmüller hat die Bevölkerungsverhältnisse im 1.
    Jahrtausend nach Chr. im Raum des heutigen Albanien
    folgendermaßen beschrieben:
    Das romanisierte Küstenland des heutigen Albaniens
    (römische Provinzen Praevalis, Epirus Nova und Epirus Verus)
    wurde im 4. und 5. Jh. von Süddalmatien (Metropole Salona) aus
    christianisiert. Im Verlaufe des 5. Jh. drang dann die
    Christianisierung auch in die Berglandschaften vor. Vor der
    slawischen Landnahme (um 600 n.Chr.) gab es im Gebiet des
    heutigen Albaniens die Metropole Scodra (Skutari) und mehrere
    Bistümer. Die slawische Landnahme brachte einen großen
    Rückschlag: die albanischen Flußtäler und Küstenebenen wurden zu
    Create slawischem Siedlungsboden, das romanisierte Bauerntum wurde
    verdrängt, die kirchliche Organisation vernichtet, währen die in den
    Gebirgen lebenden, von der Romanisierung nur teilweise erfaßten,
    von den Illyriern abstammenden Uralbaner zum Teil wieder in das
    Heidentum zurücksanken und zwischen dem 7. und dem 11. Jh. ein
    fast geschichtsloses Leben führten.
    Theolog. Realenzyklopädie 2, 1978

    Diese meines Erachtung treffende Beschreibung der
    Bevölkerungsverhältnisse und Bevölkerungswandlungen hellt die
    noch immer umstrittene Frage nach der sogenannten "Urheimat"
    oder Balkanheimat der Albaner auf: Die eine Position, daß die
    Albaner autochthon, vor den Slawen, in zumindestens Teilen des
    heutigen Siedlungsgebietes angesiedelt waren (stellvertretend
    Eqrem Çabej für diese Ansicht), andererseits daß die Albaner erst
    nach den Slawen sich hier niedergelassen hätten (etwa Ivan
    Popovic).
    Ich kann in den wenigen Minuten, die mir zur Verfügung
    stehen, nur Ergebnisse meiner Ansichten zur Autochthonie der
    Albaner bringen:
    1. Zu den lateinischen Lehnwörtern: Lateinische
    Lehnwörter werden als Neutra übernommen: rete, oleum, linum,
    aurum, damnum, *fällig signum. Da schon bei Petronius (60 n.Chr.)
    lat. Neutra als Masculina erscheinen, wie z.B. balneus, fatus, vinus,
    schon bei Plautus dorsus, so müssen obige lat. Neutra schon in
    ältester Zeit übernommen worden sein. Der lat. Einfluß beginnt im
    2. Jh. v.Chr., 167 v.Chr. wird das Reich des Gentius (Süddalmatien
    - Nordalbanien) römische Besitzung. Lateinische Lehnwörter selbst
    zeigen hohe Altertümlichkeit.
    Im Bereich der Lautlehre weisen die lateinischen Lehnwörter
    noch eindeutig den Unterschied von Längen und Kürzen im
    Vokalismus auf, das lateinische Vokalsystem in den Lehnwörtern
    des Albanischen ist älter als das rumänische.

    2. Altgriechische Lehnwörter müssen vor den
    lateinischen Lehnwörtern ins Albanische gekommen sein. So wird
    altgriech. a im Alb. noch zu o entwickelt, was bei den latein.
    Lehnwörtern nicht mehr der Fall ist, daher altgr. maxana > alb.
    mokën, mokër "Mühlstein", aber lat. fatum > alb. fat "Schicksal".
    Auf welchem Weg die altgriech. Lehnwörter ins Alb. gelangten, läßt
    sich nur vermuten; da an der Küste alte griechische Niederlassungen
    vorhanden waren - Korkyra, Apllonia (588 v.Chr. gegründet),
    Epidamnos (627 v.Chr.) und etliche andere-, ist es naheliegend, daß
    die griech. Lehnwörter auf diesemWege ins Alban. gelangten.

    3. Die Christianisierung des Illyricums ging von den
    Hauptstädten der Provinzen Dalmatien und des Epirus aus, etwa
    von Salona. Im 3. bis 5. Jh. sind als Bischofssitze öfters
    Dyrrhachium, Doklea, Scodra, Lissus, Scampa (Elbassan), Amantia,
    Apollonia, usw. genannt. Die christliche Terminologie ist durch und
    durch lateinisch geprägt, z.B. missa, altare, angelus, spiritus,
    Christi natale, diabolus, crucem, episcopus, usw. Sie entstammt
    einer jüngeren Lehnwortschicht, denn Wörter wie peccatum,
    evangelium, caelum, infernum sind im Alban. nicht mehr Neutra,
    sondern fast durchwegs Masculina. Die Bezeichnung des Sonntags
    ist dies solis, e diel und ist somit älter als eine Lehnprägung du
    dominica.

    Die angesprochenen drei Argumente sprechen meines
    Erachtens eindeutig dafür, daß Albaner bereits in vorchristlicher
    Zeit im Küstenbereich saßen und vor allem unter massivem
    römischen Einfluß standen. Wären sie zu jener Zeit noch im
    Ostbalkan, in Südserbien, Nordmakedonien gesessen, wie Popovic
    meint, so wären mir die angeführten drei Punkte unverständlich.
    Natürlich ist die albanische Zwischenstufe bei der Entwicklung des
    Ortsnamens Naissus zu Nis sicher und niemand bestreitet diese
    Tatsache und die Verbreitung der Albanier in Dardanien. Aber eher
    scheint es, daß durch die slawische Landnahme, wie sie eingangs
    Stadtmüller beschrieb, eine Bewegung der Albaner ins Landesinnere erfolgte und nach der dichten slawischen Landnahme in Albanien
    auch die Albaner wieder in ihre autochthonen Sitze zurückkamen,
    die sie sicherlich nie vollständig geräumt hatten. Daher die vielen
    slawischen Ortsnamen in Albanien, die ins Albanische übergegangen
    sind.

    4. Daß antike Ortsnamen im Küstenbereich den
    Albanern bekannt waren, läßt sich nicht abstreiten. Durrës kann
    sicherlich nicht über slaw. Drác erklärt werden, da damit die alb.
    Erstsilbenbetonung nicht erklärt ist. Drisht, Ishëm, Pulët sind
    direkte Übernahmen ins Albanische ohne slawische Vermittlung.
    Ganz allgemein scheint es mir methodisch nicht gerechtfertigt, die
    Analyse der Ortsnamen zum Hauptargument gegen die Autochthonie
    der Albaner zu machen, ich würde sie in meiner Wertung an
    die 4. Stelle setzen. Ebenso ist die Behauptung Weigands, daß die
    Terminologie der Schiffahrt und des Fischfanges fremden Ursprungs
    sei, von Çabej in dieser Form der Verallgemeinerung widerlegt
    worden.

    Zusammenfassend würde ich sagen, daß an der
    Autochthonie der Albaner nicht zu zweifeln ist, d.h. daß sie um die
    Zeitwende herum bereits in dem Raum wohnhaft waren, wo sie
    auch heute anzutreffen sind.
    4. Juni 1993

    Quelle : http://www.albanisches-institut.ch/pdf/text40.pdf
    Jo...und da verwundert es mich auch nicht das der mann ein Ehrendoktorat der Republik albanien bekommen hat.
    Uebrigends ein cooles Avatarbild das er da hat:

    Sprachwissenschaft - Universität Innsbruck - Univ.-Prof. Dr. i.R. Hermann Ölberg

  2. #482
    Avatar von AulOn

    Registriert seit
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    Zitat Zitat von Grobar Beitrag anzeigen
    Jo...und da verwundert es mich auch nicht das der mann ein Ehrendoktorat der Republik albanien bekommen hat.


    Sprachwissenschaft - Universität Innsbruck - Univ.-Prof. Dr. i.R. Hermann Ölberg
    Na und ? Sind doch wissenschaftlische Argumente, basierend auf Georg Stadtmüllers Bevölkerungsverhältnisse im 1. Jahrtausend nach Chr. im Raum des heutigen Albanien.

    Also, zwei wichtige wissenschaftlisch bewiesene Faktoren die gegen die Dako/Thraker These sprechen :

    -Altgriechische Lehnwörter im albanischen
    -Die Christianierung der Albaner von Süd-Dalmatien aus

    So Grobar, anstatt zu provozieren, bring mal ein paar Argumente für die Dako/Thraker These

  3. #483
    Avatar von Grobar

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    Zitat Zitat von AulOn Beitrag anzeigen
    Also, zwei wichtige wissenschaftlisch bewiesene Faktoren die gegen die Dako/Thraker These sprechen :
    Wie einfach du von beweisen sprichst obwohl das nicht mal Olberg tut...crazy...


    Zitat Zitat von AulOn Beitrag anzeigen
    So Grobar, anstatt zu provozieren, bring mal ein paar Argumente für die Dako/Thraker These
    Georg Schramm bspw. bringt diese Argumente, nicht ich.
    Ich kann hier nur auf diese verweisen.
    Ein Damm bricht: die römische ... - Google Bücher

  4. #484
    Avatar von AulOn

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    Zitat Zitat von De_La_GreCo Beitrag anzeigen
    Allerdings ist die Frage, mit wem die Illyrer eigentlich etwas zu tun haben. Viele Forscher vertreten die Ansicht, dass die Albaner die Nachfahren der Illyrer seien. Doch angesichts der sehr spärlichen Schriftvorkommnisse in Illyrien kann diese These bisher nicht klar bestätigt werden.

    Universitetet i Oslo




    von der universität in oslo
    Stimmt, aber :


    Institut für Ur- und Frühgeschichte,
    Universität Wien


    Illyrische Sprache, heute

    Die illyrische Sprache gehört zu den indogermanischen Sprachen. Mit Ausnahme des albanischen Raumes wurde das Gebiet der Illyrer weitgehend romanisiert. Zum Teil wurden erst in im 19. Jhdt. diese romanischen Sprachen, insbesondere Dalmatisch, durch slawische Sprachen verdrängt.

    In der albanischen Sprache haben sich noch kennzeichnende Elemente der illyrischen Sprache erhalten. Die illyrische Sprache ist jedoch nur durch Orts- und Personennamen sowie einigen wenigen hundert kurzen Inschriften, die im heutigen Albanien und den angrenzenden Räumen bis Unteritalien gefunden worden sind, bekannt. Dennoch können sich die heutigen Albanier mit gutem Recht auf die antiken Illyrer zurückleiten.

    Quelle : Die Illyrer - ein kriegerisches Bergvolk? - ORF ON Science

  5. #485
    Avatar von Grobar

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    Zitat Zitat von AulOn Beitrag anzeigen
    Dennoch können sich die heutigen Albanier mit gutem Recht auf die antiken Illyrer zurückleiten.
    Urban bekommt bestimmt auch noch seinen Ehrendoktor der Republik Albanien wenn er so weitermacht......

  6. #486

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    Zitat Zitat von Grobar Beitrag anzeigen
    Urban bekommt bestimmt auch noch seinen Ehrendoktor der Republik Albanien wenn er so weitermacht......

  7. #487
    Avatar von Heraclius

    Registriert seit
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    13.284
    @Crazy Kosovar

    Habe dir gestern Abend übrigens nen schönen Song gewidmet. (-:


    Beschreibt User mit einem Lied

  8. #488

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    hey es ist eindeutig bewiesen dass illyrisch albanisch von heute ist und albanisch von heute nichts mit griechisch zu tuen hat noch nicht mal ein wort

    also was wollt ihr grekos

  9. #489
    Avatar von AulOn

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    Zitat Zitat von Grobar Beitrag anzeigen
    Wie einfach du von beweisen sprichst obwohl das nicht mal Olberg tut...crazy...
    Wie wäre es mal mit fundierten Gegenargumenten?

    Also, die albanisch-altgriechischen Lehnwortbeziehungen sind schon mal ein Beleg dafür, dass der Lebensraum der Uralbaner in der nähe der lateinisch-griechischen Sprachgrenze lag (siehe Jirecek-Line), somit ist die Daker/These schon mal fürn Arsch.

    Die Christianisierung der Albaner erfolgte von Dalmatien aus, beleg dafür sind die altromanisch-kirchlichen Ausdrücke, die das Albanische dem Lateinschen entlehnt hat, also muss das Siedlungsgebiet der Albaner im Westen der Balkanhalbinsel gelegen haben, was gegen die Thraker-These spricht.

    Zitat Zitat von Grobar Beitrag anzeigen
    Georg Schramm bspw. bringt diese Argumente, nicht ich.
    Ich kann hier nur auf diese verweisen.
    Ein Damm bricht: die römische ... - Google Bücher
    ??

    Kurze Zusammenfassung bitte, welche Argumente sprechen für die Thraker-These ?

    Übrigens, gilt Schramms-These als stark umstritten, so viel ich weiss, verknüpft er die rumänische Frage mit der albanischen.

  10. #490

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    Zitat Zitat von Heraclius Beitrag anzeigen
    @Crazy Kosovar

    Habe dir gestern Abend übrigens nen schönen Song gewidmet. (-:


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    danke bruder ein sehr schöner song du hast es geschafft mein ilirisches herz zu berühren

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