BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Erweiterte Suche
Kontakt
BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Benutzerliste

Willkommen bei BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen.
Seite 5 von 6 ErsteErste 123456 LetzteLetzte
Ergebnis 41 bis 50 von 52

Albanien - Schätze aus dem Land der Skipetaren

Erstellt von FREEAGLE, 09.02.2008, 20:15 Uhr · 51 Antworten · 8.430 Aufrufe

  1. #41

    Registriert seit
    12.05.2007
    Beiträge
    3.057
    Antigoneia. Peristylhaus



  2. #42

    Registriert seit
    12.05.2007
    Beiträge
    3.057
    Die Stadt Shkodra

    Geschichte [Bearbeiten]

    Das antike Scodra wurde im 4. Jahrhundert v. Chr. gegründet und war das städtische Zentrum der illyrischen Labeaten. Hier residierte im 3. Jahrhundert v. Chr. die bekannte illyrische Königin Teuta. Ihre Truppen wurden im Ersten Illyrischen Krieg vor Scodra von den Römern entscheidend geschlagen und Teuta musste ihre Hauptstadt für immer verlassen. Genthios, der letzte illyrische Herrscher Scodras wurde 168 v. Chr. von den Römern besiegt und Scodra wurde Teil des römischen Imperiums. Seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. Teil der Provinz Dalmatia, wurde sie im Zuge der Verwaltungsreform Kaiser Diokletians Metropole der neu geschaffenen Provinz Praevalitana. Seit dem 4. Jahrhundert ist die Stadt auch Sitz eines Erzbischofs gewesen. Dieser wurde aber 535 von Kaiser Justinian der neu geschaffenen Metropolie Justiniana Prima unterstellt und Shkodra somit zum Bistum zurückgestuft.
    In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts drangen die Slawen bis in die Gegend von Shkodra vor und eroberten die Stadt.
    Ab 1040 gehörte Shkodra zum Fürstentum Duklija. Nach wechselnden Herrschaften war die Stadt im 14. Jahrhundert bis 1355 Teil des Serbischen Reichs. Danach regierten die Ballsha in Shkodra. 1393 besetzen die Türken zum ersten Mal für kurze Zeit die Stadt. 1396 übernahmen die Venezianer die Macht in Shkodra. 1403 kam es zu einem Aufstand der Shkodraner gegen die venezianische Herrschaft.
    1479 wurde Shkodra von den Osmanen nach langer Belagerung der Burg erobert und Shkodra wurde Hauptstadt eines Sandschaks. Es dauerte jedoch längere Zeit bis sich die Stadt von den zahlreichen Kriegen erholen konnte und zu einem bedeutenden Handelsort wurde, der vom Austausch zwischen dem Osmanischen Reich und dem übrigen Europa profitieren konnte. Noch 1614 wurde Shkodra von einem französischen Reisenden als kleine Stadt mit kaum 300 Häusern beschrieben. Der türkische Reisende Evliya Çelebi dagegen schildert sie etwa 50 Jahre später als blühende Handelsstadt mit 1800 Häusern. (Das entspricht etwa 9000 Einwohnern, etwas mehr als Berlin in jener Zeit hatte.)
    In den Wirren der Balkankriege 1912/13 beanspruchten Montenegriner und Serben die Stadt für ihre Staaten (immerhin gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts tatsächlich einen serbischsprachigen Bevölkerungsanteil in der Stadt und ihrem Umland, der heute aber fast ganz assimiliert ist). Die montenegrinische Armee hielt Shkodra einige Zeit besetzt. Auf Druck der europäischen Großmächte musste diese 1914 wieder abziehen, und Shkodra wurde dem gerade unabhängig gewordenen Albanien zugeschlagen. Im Ersten Weltkrieg von 1916 bis 1918 stand die Stadt unter österreichischer Besatzung. Nach dem Krieg folgten die Franzosen, die Shkodra 1919 an die Regierung des wiedererstandenen Albanien übergaben.
    Bis zum Aufschwung der neuen Hauptstadt Tirana in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts war Shkodra die wichtigste Stadt des Landes (zeitweise in Konkurrenz mit der Hafenstadt Durrës). Im 19. Jahrhundert lebten hier mehr als 40.000 Menschen. Die vielen katholischen Bewohner hatten starke Beziehungen nach Italien und Österreich, was der Entwicklung förderlich war. Katholische Mönche eröffneten verschiedene Schulen. 1879 wurde hier erstmals in Albanien eine Zeitung publiziert und 1901 fanden wichtige Treffen der albanischen Nationalbewegung statt.
    1990 war die Stadt ein Zentrum des Aufstandes gegen die kommunistische Diktatur. Bei Demonstrationen kamen vier Personen ums Leben. Der katholische Priester Simon Jubani zelebrierte auf einem Friedhof der Stadt den ersten Gottesdienst nach über 30 Jahren Religionsverbot und läutete damit das Ende dieser Bestimmung ein.

    Shkodra - Wikipedia

  3. #43
    Avatar von Grobar

    Registriert seit
    14.07.2004
    Beiträge
    9.644
    Zitat Zitat von skenderbegi Beitrag anzeigen
    hier noch eine liste von wissenschaftlern .albanologen .historikern usw.....

    John Wilkes (Gross Britanien)

    Aleksandar Stipcevic (Kroatien)
    Das ist hier nicht das Thema
    und ausserdem musst du aufpassen wenn du Wilkes und Stipcevic erwaehnst...kann sein das die das gar nicht sagen was du hoeren moechtest...fuer John Wilkes kann ich es sicher sagen das er dich nicht befriedigt!
    Du kannst das gerne Sachlich mit mir diskutieren aber nicht in diesem Thread!

  4. #44

    Registriert seit
    12.05.2007
    Beiträge
    3.057
    Shkodra-See mit Blick über die Buna



  5. #45

    Registriert seit
    12.05.2007
    Beiträge
    3.057
    Die Königin Teuta

    Teuta war die zweite illyrische Königin. Sie folgte ihrem Gatten Agron aus dem Volksstamm der Labeaten in der Herrschaft nach und regierte von 231 bis 228 v. Chr.
    Nach dem Tod Agrons übernahm Teuta im Namen ihres minderjährigen Stiefsohns Pinnes die Herrschaft. Die Königin startete mit ihrer Flotte Angriffe auf die griechischen Städte Epidamnos und Phoenice an der illyrischen Küste, konnte sie aber nicht einnehmen.
    Unterdessen musste Teuta auch einen Angriff der Dardarner aus dem Landesinneren abwehren.
    Bei ihren Plünderungszügen im Seegebiet zwischen Butrint und Korfu schädigten Teutas Piraten auch römische Kaufleute und provozierten damit das Eingreifen des Senats. Dieser war ohnehin schon auf die Illyrer aufmerksam geworden, weil sich noch zu Zeiten König Agrons die Griechen von Issa mit der Bitte um Unterstützung an die Römer gewandt hatten. Mittlerweile hatte Demetrius, ein Flottenkommandeur Teutas, 229 sogar Korfu besetzen können. Der Senat schickte zwei Gesandte zu Teuta nach Shkodra, um Wiedergutmachung für die geschädigten Kaufleute und die Einstellung der Kaperaktivitäten zu fordern. Die Königin antwortete, dass sie keine rechtliche Möglichkeit habe, den illyrischen Seefahrern das Plündern zu verbieten. (Tatsächlich hatte sie wohl weder die Macht dazu, noch lag es in ihrem Interesse, denn einerseits übte sie nur eine wenig gefestigte Oberherrschaft über verschiedene illyrische Stämme aus und andererseits kassierte sie Steuern von den Piraten.) Nachdem einer der Gesandten mit dem militärischen Eingreifen der Römer drohte, ließ Teuta ihn töten.
    Daraufhin begann Rom 229 v. Chr. den Krieg gegen Teuta (Erster Illyrischer Krieg) und zum ersten Mal wurde eine römische Armee nach Illyrien entsandt. Sie stand unter dem Kommando der beiden Konsuln Cn. Fulvius und A. Postumius. Die aus 200 Schiffen bestehende römische Flotte fuhr zuerst nach Korfu, das von Demetrius kampflos übergeben wurde. Er wechselte auf die römische Seite und durfte die Insel nun im Namen der neuen Herren verwalten.
    Die Römer landeten dann bei Apollonia und stießen nach Norden vor. Vor Shkodra wurde die Königin endgültig besiegt. Sie musste sich 228 v. Chr. harte Friedensbedingungen diktieren lassen. Ihr blieb nur die Herrschaft über Shkodra und sie musste Tribut an die Römer zahlen. Das Königreich der Labeaten war beseitigt und sein Gebiet im heutigen Albanien stand nun unter römischer Kontrolle. Über das weitere Schicksal der Teuta schweigen die Quellen.

    Teuta - Wikipedia

  6. #46

    Registriert seit
    12.05.2007
    Beiträge
    3.057
    Akropolis von Shkodra, Hauptsitz der Königin Teuta



  7. #47

    Registriert seit
    12.05.2007
    Beiträge
    3.057
    Shkodra, Burgmauer auf der Akropolis



  8. #48

    Registriert seit
    12.05.2007
    Beiträge
    3.057
    Die Stadt Byllis

    Byllis war eine antike Stadt, die von den Illyrern begründet wurde. Die Ruinenstätte liegt etwa 30 Kilometer südöstlich von Apollonia auf einer 523 m hohen Bergkuppe (mali Gradishtës) zwei Kilometer nördlich vom Ufer des Flusses Vjosa in der Nähe des modernen albanischen Dorfes Hekal zwischen Fier, Tepelena und Vlora, fünf Kilometer südlich von Ballsh.

    Geschichte [Bearbeiten]

    Byllis lag im illyrischen Kerngebiet. Die Verbreitung des Eisens vollzog sich hier im Zeitraum vom 11. Jahrhundert bis zum 5. Jahrhundert v. Chr. Ab dieser Zeit begannen Illyrer, befestigte Siedlungen auf Hügelkuppen in beherrschender Lage zu gründen. Der städtischen Gründung von Byllis voraus ging die Anlage des zwei Kilometer südöstlich näher an der Vjosa gelegenen Nikaia, und von Amantia, das wenige Kilometer südlich des Flusses lag. Nikaia war ab der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts v. Chr. eine befestigte Stadt. Ihre Reste finden sich auf einem Hügel oberhalb des heutigen Dorfes Klos.
    Der griechische Autor Pseudo-Skylax bezeichnete die Bewohner in dieser Gegend als Illyrer vom Stamm der Byllionen. Ab dem 5. Jahrhundert gab es deutliche soziale Veränderungen. Staatliche Gemeinschaften hatten nun einen erblichen König an ihrer Spitze. Zunächst lebten in den Städten eine Aristokratenschicht und Handwerker. Hinzu kamen Kriegerknechte und Händler. Die Städte vergrößerten sich, da während häufiger werdender Stammeskonflikte auch die im Umland siedelnden Bauern aufgenommen wurden.[1]
    Als in Nikaia Bedarf nach einer größeren Stadtfläche bestand, wurde Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. Byllis in Sichtweite auf einem Hügelplateau als neue Hauptstadt der Byllionen gegründet. Auch die neue Lage ermöglichte die Kontrolle der im Vjosatal von Apollonia nach Antigoneia und weiter in den Epirus führenden Straße, ebenso den Blick ins Land der Amantier südlich des Flusses.
    Wahrscheinlich waren auch griechische Kolonisten aus Korinth, die von Apollonia aus ins Inland vordrangen, an der Besiedlung der Städte Nikaia und Byllis beteiligt.[2] Bekannt sind auch Heiraten zwischen der griechischen Aristokratie und Mitgliedern einheimischer Clanfamilien. Byllis hatte mit Neoptolemos, dem Sohn des Achilleus, einen mythischen Stadtgründer aus der griechischen Legende.
    Grundlage des wirtschaftlichen Aufschwungs bildete der Ackerbau. Mit den Küstenstädten Apollonia und Epidamnos wurde Weizen gegen griechische Keramik gehandelt. Ab Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. gab es in Byllis und Nikaia ein rasches Bevölkerungswachstum. Nach der Niederlage der Illyrer im Krieg gegen Rom im Jahr 229 konnte Byllis als autonomer Klientelstaat innerhalb des römischen Protektorats verbleiben. Die Monarchie wurde in Byllis und anderen südillyrischen Städten ab dem Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. als Regierungsform von einem organisierten und von den Römern abhängigen Stammstaat (Koinon) abgelöst.[3] Byllis wurde eine blühende Stadt mit eigener Münzprägung. Viele der erhaltenen Bauten datieren in diese Zeit.
    148 v. Chr. wurde Byllis unter dem Namen Colonia Byllidensium Teil der römischen Provinz Makedonien und zu einem wichtigen römischen Stützpunkt. Während der Zeit der römischen Kolonie wurde in Byllis nur wenig verändert. Es gab, lateinischen Inschriften zufolge, rechtliche Anweisungen direkt aus Rom, beispielsweise die Erneuerung der Stadtmauer betreffend. Zur Zeit der Römischen Bürgerkriege hatte 48 v. Chr. Caesar ein Militärlager in der Stadt.
    In der Spätantike war Byllis Bischofssitz. Der erste Bischof, Felix, reiste als Teilnehmer zum (dritten) Konzil von Ephesus 431. Nicht ganz klar ist, ob beim (vierten) Konzil von Chalcedon 451 ebenfalls der Bischof aus Byllis, Philocharis, anwesend war. Die Stadt muß ein wichtiges christliches Zentrum gewesen sein, denn im Umkreis von 5-10 Kilometer wurden die Reste von rund einem Dutzend frühchristlichen Basiliken ausgegraben, eine davon im 5 Kilometer nördlich gelegenen Ballsh.[4] Eine rege Bautätigkeit gab es ein letztes Mal im 6. Jahrhundert in der Zeit Kaiser Justinians (527-565).
    Ab 578 begannen Slawen in das Gebiet einzudringen. Byllis wurde bei einem verheerenden Slaweneinfall 586 zerstört und nicht wieder aufgebaut. Die Bewohner zogen nach Ballsh. Auch der Bischofssitz wurde dorthin verlegt.

    Forschungsgeschichte [Bearbeiten]

    Der englische Reisende Henry Holland identifizierte Anfang des 19. Jahrhunderts den Hügel als das antike Byllis. Erste systematische Ausgrabungen begannen um 1920. In den 1980er Jahren wurde ein Teil des oberen Stadtgebiets freigelegt. Von 1999 bis 2003 hat ein albanisch-französisches Team umfangreichere Ausgrabungen vorgenommen. Unter ihnen waren die beiden albanischen Archäologen Neritan Ceka und Skënder Muçaj. 2005 und 2006 haben albanische, österreichischen und kanadische Archäologen erneut gegraben. Dabei wurden illyrische Häuser unterhalb der justinianischen Mauer und eine Basilika in der Nähe des Nordtors freigelegt. 2007 wurde die Umfassungsmauer mit einem Rundturm an ihrer Nordspitze mit den erhalten gebliebenen Steinquadern aufgeschichtet.

    Byllis - Wikipedia

  9. #49
    Avatar von skenderbegi

    Registriert seit
    27.09.2006
    Beiträge
    11.086

    Illyrischer Helm,
    um 500 v. Chr.
    Dem Museum für Urgeschichte des Landes Niederösterreich in Asparn an der Zaya ist es gelungen, archäologische Funde aus Albanien für eine Ausstellung nach Österreich zu bringen.

    Durch die guten Kontakte von Prof. Dr. Andreas Lippert vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien und in Zusammenarbeit mit dem Archäogischen Institut der Albanischen Akademie der Wissenschaften in Tirana ist es gelungen, mehr als 350 Originalfundstücke aus albanischen Museen im Museum für Urgeschichte in Asparn/Zaya zu zeigen.

    Sowohl das albanische Ministerium für Kultur wie die Botschafterin der Republik Albanien in Wien haben sich für das Zustandekommen der Kooperation eingesetzt. Viele Fundstücke werden das erste Mal außerhalb Albaniens gezeigt.
    Republik Albanien (www.ausserfern.at) Illyrer - gefürchtete Krieger und Seeräuber
    Illyrischer Helm,
    4. Jhdt. v. Chr.
    Die Illyrer waren gefürchtete Krieger und ihren Nachbarn, den Makedonen, über Jahrhunderte militärisch zumeist gleichwertig, manchmal sogar überlegen. So fiel Perdikkas II., König der Makedonen, im Jahr 359 v. Chr. in einer Schlacht gegen die Illyrer.

    Erst sein Nachfolger, König Philipp II. (359-336 v. Chr.), konnte den Illyrern erfolgreich Widerstand entgegensetzen. Trotz der großartigen Siege Alexander des Großen (336-323 v. Chr.) erhielt die Kultur der Illyrer ihre Eigenständigkeit.

    Die Illyrer waren nicht nur gefürchtete Krieger in Illyrien, sondern auch berüchtigte Seeräuber. So unterstellten sich 229 v. Chr. die griechischen Kolonien im adriatischen Küstengebiet und auf den vorgelagerten dalmatinischen Inseln dem Schutz Roms. Im anschließenden 1. Illyrischen Krieg 229-228 v. Chr. errichteten die Römer einen Brückenkopf an der dalmatinischen Küste. Im 2. Illyrischen Krieg (etwa 218-201 v. Chr.) gelangte dann die Region unter römische Herrschaft.
    Die Illyrer und ihre archäologischen Wurzeln

    Die Entwicklung von einem so genannten wehrhaften Hirtenvolk zu Ackerbauern wird an Hand archäologischer Funde fassbar. Im Rahmen der Ausstellung werden rund 350 Exponate des 13. bis 2. Jhdt. v. Chr. gezeigt. Im 6. Jhdt v. Chr. kam dann das Gebiet der Illyrer durch die Gründung griechischer Kolonien an der Adriaküste verstärkt in die Einflußsphäre Griechenlands. Griechische Luxuswaren wurden Prestigegüter der illyrischen Eliten.

    In den großen und reich ausgestatteten Sippengrabhügeln im Mat-Tal (Nordalbanien) oder am Ohrid-See finden sich daher auch zahlreiche griechische Importe.

    Die verstärkten griechischen Einflüsse zeigen sich aber auch besonders in der Entstehung und im Ausbau der befestigten Höhensiedlungen zu städtischen Zentralorten.

    Das Bild zeigt neben der bronzenen Speerspitze fein gearbeitete Goldbeschläge, die am Gewand im Bereich der Brust angenäht waren. Die Objekte stammen aus verschiedenen Gräbern der Spätbronzezeit (13./12. Jhdt. v. Chr.)
    Information zur Ausstellung (www.wipa.at) Reiche Grabfunde



    In der Sonderausstellung DIE ILLYRER werden mehrere reiche Sippengrabhügel, darunter das Grab des so genannten Fürsten von Belsh präsentiert. Es enthielt einen Bronzehelm, Beinschienen, Schmuck und Geschirr für eine repräsentative Festtafel sowie griechische Importstücke, vermutlich Geschenke, die im Zuge diplomatischer Beziehungen bzw. wirtschaftlicher Kontakte ausgetauscht worden sind. Die befestigte Bergstadt dieses Fürsten lag, wie Prof. Lippert bei der Führung anlässlich der Eröffnung sagte, an der Hauptverkehrsroute, die von der Adria ins nördliche Griechenland führte.

    Das Bild zeigt eine Auswahl verschiedener Prunkgräber der späten Bronzezeit bis beginnenden jüngeren Eisenzeit (13. - 4. Jhdt. v. Chr.), die als Beigaben mitgegeben worden sind.
    Die Illyrer - ein eisenzeitliches Volk im Hinterland Griechenlands
    Importgefäß aus Durres, 6. Jh. v. Chr. Die Illyrer sind, trotz ihrer räumlichen Nähe zu mediterranen Hochkulturen, recht wenig bekannt. Die Nachrichten antiker Autoren sind zumeist sehr selektiv - eigenständige Schriften sind, mit Ausnahme zumeist recht kurze Grabinschriften, nicht erhalten. So bilden als Grundlage für eine historische Interpretation, wie zumeist bei frühgeschichtlichen Kulturen, die archäologischen Funde die Hauptquelle.

    Dabei werden besonders die wirtschaftlichen Veränderungen sowie die schrittweise Übernahme griechischer Einflüsse deutlich. Diese führen nicht nur zum Import fremder Güter, sondern auch zu lokalen Imitationen und Nachahmungen. Am Ende dieses mehrere Jahrhunderte dauernden kulturellen Prozesses, der den Großteil der jüngeren Eisenzeit prägte, steht eine stark griechisch beeinflusste illyrische Stadtkultur. Es überrascht - und zeigt die starken traditionellen Kräfte - dass sich trotz dieser griechischen und späteren römischen Überprägung innerhalb der Sprache eine gewisse Eigenständigkeit zumindest im südlichen Illyrien (dem Gebiet des heutigen Albaniens und des angrenzenden Kosovo) erhalten hat.

    Eine gute und übersichtliche Zusammenschau des derzeitigen Forschungsstandes bietet ein zur Ausstellung herausgegebenes Buch "Die Illyrer", an dem österreichische wie albanische Wissenschaftler beteiligt waren. Neben der eigentlichen Geschichte wird die Kultur, Lebensweise, Wirtschaft und Sprache in eigenen Beiträgen dargestellt.
    Illyrer, Illyrien, Illyricum - ein Sprachenbabylon

    Unter Illyrien wird die Region entlang der adriatischen Ostküste verstanden, die heute etwa von Kroatien im Norden bis Albanien im Süden reicht.

    In Folge der Illyrischen Kriege gelangten große Teile Illyriens unter die Herrschaft Roms. Die Provinz Illyricum konnte allerdings erst nach den Kriegszügen von Oktavian 35-33 v. Chr. eingerichtet werden - endgültig befriedet (unterworfen) wurde dieser Raum erst 9 n. Chr. durch Tiberius. In claudischer Zeit, Mitte des 1. Jhdts. n. Chr., wurde dann die Provinz Illyricum in die Provinzen Pannonien und Dalmatien geteilt. Trotzdem wurden noch Jahrhunderte später, im 3. und 4. Jhdt. n. Chr., die bedeutenden römischen Herrscher Aurelian, Diokletian und Constantinus als "illyrische Kaiser" bezeichnet. Die Periode dieser illyrischen Kaiser, die von 249 bis 337 n. Chr. dauerte, leitete Claudius Gothicus ein.

    http://science.orf.at/science/urban/1109 17

  10. #50

    Registriert seit
    12.05.2007
    Beiträge
    3.057
    1. Abb Byllis. Die byzantinische Mauer (6. Jh. n. Chr)
    2. Abb Byllis. Stadttor am Theater mit einer Dedikationsinschrift von Augustus
    3. Abb Byllis. Rosette aus der Fassade des Theaters
    4. Abb Byllis. Felsinschrift des Marcus Lollianus, der den Bau einer Strasse zwischen Byllis und Astacia finanziert hat (Mitte des 2. Jhs. n. Chr.)



Seite 5 von 6 ErsteErste 123456 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Durch das Land der Skipetaren
    Von Robert im Forum Geschichte und Kultur
    Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 11.09.2011, 02:45
  2. Antworten: 284
    Letzter Beitrag: 16.05.2009, 05:54
  3. Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 20.11.2004, 10:04