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Albaniens Golgatha

Erstellt von Arbër, 10.07.2010, 14:31 Uhr · 49 Antworten · 6.430 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Arbër

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    Albaniens Golgatha

    1913
    Leo Freundlich:
    Albaniens Golgatha:
    Anklageakten gegen die Vernichter des Albanervolkes


    Gjenocidin , masakra , shpërnguljet dhe shfarosjet e njëpasnjëshme të popullësisë shqiptare nga ana e fqinjëve tanë sllavo-ortodoksë

    Das kleine Buch 'Albaniens Golgatha' ist im Wesentlichen eine Zusammenstellung von Presseberichten aus Kosova während der Balkankriege, 1912-1913. Das Osmanische Reich, das fünfhundert Jahre lang in Kosova herrschte, war im Begriff auseinanderzubrechen und sich aufzulösen. Während der kriegerischen Auseinandersetzungen, die auf dem gesamten Balkan stattfanden, griffen serbische Truppen Kosova an und besetzten es für Serbien. Dabei versuchten sie, es - mit entsetzlichen Folgen - von seiner einheimischen, albanisch-sprachigen Bevölkerung zu säubern.





    Leo Freundlich

    Der Verfasser dieser bewegenden Schrift, Leo Freundlich (1875 - 1953), war ein Politiker und Publizist aus Wien.



    Fast alle Kaufleute in Montenegro entstammen dieser Nation, ebenso die fähigsten Handelsleute in vielen größeren Städten Rumäniens. In Italien spielen die Albaner auf allen Gebieten eine bedeutende Rolle; u.a. war Crispi einer der ihren. Griechenlands tüchtigsten Soldaten sind albanischen Stammes.

    Aber die serbische Eroberungssucht hat eine Methode gefunden, diesen schönen Traum eines tapferen und freiheitsliebenden Volkes kurz vor seiner Verwirklichung zu zerstören. Mit Mord und Brand sind die serbischen Truppen in Albanien eingefallen. Kann Albanien nicht erobert, so sollen die Albaner ausgerottet werden - das ist die Lösung!

    Tausende und Abertausende ermordete und zu Tode gequälte Männer, Frauen, Greise und Kinder, verbrannte und geplünderte Dörfer, geschändete Frauen und Mädchen, ein verwüstetes, geplündertes, im Blute schwimmendes und geschändetes Land geben Antwort auf diese Frage.
    Nicht als Befreier, als Mörder der Albaner sind die Serben nach Albanien gekommen. Auf der Londoner Botschafterunion wurde die Anregung gegeben, die Grenzen Albaniens nach einer nationalen oder konfessionellen Statistik zu bestimmen, die eine Kommission an Ort und Stelle zu erheben hätte. Die Serben haben sich beeilt, diese Statistik mit Maschinengewehren, mit Flinten und Bajonetten zu präparieren. Sie haben Greuel verübt, die unbeschreiblich sind. Die Empörung und das Entsetzen über diese Missetaten werden übertroffen von dem Gefühl tiefer Bedrückung, daß solche schauderhafte Untaten in Europa, unfern großer Kulturzentren, im zwanzigsten Jahrhundert möglich sind. Und noch schwerer wird dieses Gefühl durch die Tatsache, daß, trotzdem Berichterstatter aller Nationen seit Monaten von diesem entsetzlichen Taten erzählen, trotzdem Pierre Loti seine flammende Anklage in die Welt geworfen hat, nichts geschieht, um diesem entsetzlichen Morden ein Ende zu bereiten.
    Ein tapferes, charaktervolles Volk wird vor aller Welt gekreuzigt, und Europa, das christliche, das zivilisierte Europa, schweigt dazu!
    Zehntausende wehrlose Menschen werden niedergemetzelt, Frauen werden geschändet, Greise und Kinder erwürgt, Hunderte Dörfer niedergebrannt, Priester abgeschlachtet.





    ...................

  2. #2
    Avatar von Arbër

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    Und Europa schweigt!
    Serbien und Montenegro sind ausgezogen, um fremdes Land zu erobern. Aber auf dem Land sitzt ein freiheitsliebendes, tapferes Volk, dessen Nacken trotz jahrhundertelanger Knechtschaft sich noch nicht gewöhnt hat, fremdes Joch zu tragen. So ist ganz offen die Lösung ausgegeben worden: Die Albaner müssen ausgerottet werden!
    Eine verwilderte, entmenschte Soldateska hat diese Lösung in der fürchterlichsten Weise zur Wahrheit gemacht.
    Ungezählte Dörfer werden dem Erdboden gleichgemacht, zahllose Menschen in tierischer Grausamkeit niedergemetzelt. Wo der Fleiß von Generationen den armen Albanern eine bescheidenen Heimat schuf, liegen rauchende Trümmerhaufen; ein ganzes Volk blutet am Kreuz - und Europa schweigt!



    Die Albanesen müssen ausgerottet werden!
    In Verbindung mit der Nachricht, daß in Prizrend 300 albanesische Ljumesen, die unbewaffnet angetroffen wurden, ohne Gerichtsverfahren erschossen worden sind, schreibt die Frankfurter Zeitung: In dem jetzigen Falle scheint reguläres serbisches Militär das Blutbad angerichtet zu haben. Aber auch wo man sonst die schlimmsten Metzeleien den irregulären Hilfstruppen überließ, haben diese ohne allen Zweifel unter vollständiger Duldung und nach dem Willen der serbischen Behörden gehandelt. Uns selbst gegenüber ist zu Beginn des Krieges von verantwortlicher serbischer Stelle aus offen erklärt worden: "Wir werden die Albanesen ausrotten." Nachdem allen europäischen Protesten gegenüber diese systematische Ausrottungspolitik unverändert fortgesetzt wird, scheint es uns Pflicht, die Absichten der Herren in Belgrad rücksichtslos bloßzulegen. Die Herren werden entrüstet leugnen in der Gewißheit, daß journalistischer Anstand uns hindert, Namen zu nennen. Aber es versteht sich von selbst, daß wir eine solche Mitteilung nicht machen würden, wenn wir nicht unbedingt an ihr festhalten könnten. Schließlich sprechen hier die Tatsachen lauter, als die offenherzigsten Geständnisse es tun könnten. Seitdem im vergangenen Herbst serbische Truppen die Grenze überschritten und Gebiete besetzt haben, die von Albanern bewohnt sind, hat ein Blutbad an das andere sich gereiht.

    Ein Ausrottungskrieg
    Professor Schiemann schrieb in einem in der Kreuzzeitung veröffentlichten Artikel: Ein außerordentlich betrübendes Bild geben allmählich, trotz der strengen Zensur der verbündeten Balkanstaaten und trotz des Druckes, der auf die Kriegskorrespondenten ausgeübt wird, die hierher gelangenden Privatbriefe vom Kriegsschauplatze, in welchen die Kriegsführung der Serben und Griechen geschildert wird. Die Serben, heißt es in dem Artikel, führen einen Ausrottungskrieg gegen die albanesische Nation, die sie am liebsten bis auf die Wurzel vernichten möchten.
    Daily Chronicle meldet am 12. November 1912, es sei Tatsache, daß Tausende von Arnauten von den Serben massakriert wurden. In der Nähe von Üsküb wurden 2000 und unweit Prizrend 5000 mohammedanische Arnauten niedergemetzelt. Viele Dörfer sind von den Serben angezündet und die Bewohner abgeschlachtet worden. Bei den Hausdurchsuchungen nach Waffen wurden Albanesen, auch wenn man in deren Häusern keine Waffen vorfand, einfach getötet. Die Serben erklärten ganz offen, die mohammedanischen Albaner müßten ausgerottet werden, das sei das wirksamste Mittel zur Pazifizierung des Landes.
    Der Kriegsberichterstatter des römischen Messaggero meldet furchtbare serbische Albanesengemetzel im Wilajet Kossowo. Infolge Widerstandes der Albanesen wurden die Ortschaften Ferisovic, Negotin, Lipian Babus und andere völlig zerstört, die Bewohner größtenteils niedergemacht. Ein katholischer Erzpriester erzählte, es sei drei Tage wütend um Ferisovic gekämpft worden, nach der Eroberung habe der serbische Kommandant die Geflüchteten auffordern lassen, ruhig zurückzukehren und die Waffen abzuliefern. Nachdem dies geschehen, seien drei- oder vierhundert Personen niedergemacht worden. In ganz Ferisovic sei nur ein halbes Dutzend muselmanischer Familien übriggeblieben. Die ärmeren serbischen Familien haben sich schleunigst in den Häusern der wohlhabenden Flüchtlinge eingenistet.

  3. #3
    Avatar von Arbër

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    Menschenjagden
    Der Kriegskorrespondent der dänischen Zeitung Riget, Fritz Magnussen, ein sonst serbenfreundlich gesinnter Mann, schildert folgendermaßen in einem Telegramme, das er, um der strengen Zensur zu entgehen, mit einem besonderen Kurier von Üsküb nach Semlin gesandt, das Vorgehen der Serben unter der arnautischen Bevölkerung:

    "Die serbische Kriegsführung in Mazedonien hat den Charakter einer entsetzlichen Massakrierung der arnautischen Bevölkerung angenommen, das Heer führt einen greulichen Ausrottungskrieg. Nach Aussage der Offiziere und Soldaten sind zwischen Kumanovo und Üsküb 300 und bei Pristina 5000 Arnauten gemordet worden. Die arnautischen Dörfer werden umringt und in Brand gesteckt, worauf die Einwohner aus den Häusern gejagt und wie Ratten niedergeschossen werden. Von dieser Menschenjagd erzählt das serbische Militär ganz prahlerisch.
    Die Verhältnisse in Üsküb sind ganz entsetzlich. Bei den Arnauten wird eine rücksichtslose Hausuntersuchung angeordnet und wenn man etwas findet, was Waffen gleicht, werden sie auf der Stelle niedergeschossen. Es ist höchst unsicher auf den Straßen, da ständig aus den Häusern und in die Häuser geschossen wird.
    Gestern wurden 36 Arnauten von einem Kriegsgericht zum Tode verurteilt und auf der Stelle erschossen. Kein Tag vergeht, ohne daß grausame Morde an den Arnauten verübt werden. Der Fluß weiter hinauf ist mit Leichen angefüllt. Jeden Tag werden Jagdexpeditionen in die umliegenden Dörfer veranstaltet. Gestern lud mich ein serbischer Offizier ein, an einer solchen Jagd teilzunehmen, indem er zu gleicher Zeit damit prahlte, daß er am Tage vorher eigenhändig neun Arnauten ermordet."
    * * * Von einer Persönlichkeit, deren Name und hervorragende Stellung für jedes gewissenhafte Blatt als Gewähr für die Authentizität deren Mitteilungen erscheinen müssen, erhält die Reichspost ein Dossier über die furchtbaren Greuel, die von serbischen Banden und regulären Truppen in Albanien verübt wurden.
    In diesem Dossier befinden sich folgende Berichte:

    "Die Stadt Üsküb und ihre Umgebung sind Zeugen der Unmenschlichkeiten, die gegen die Albanesen begangen wurden. Ich sah tagelang die Treibjagden, die von serbischen bewaffneten Banden und auch regulären Truppen nach Albanesen veranstaltet wurden; drei Tage sah ich nachts die Flammen der brennenden Dörfer den Himmel röten; fünf Dörfer in der nächsten Nähe von Üsküb lagen auch nach dieser Schreckenszeit in Ruinen, ihre Bevölkerung war fast ausnahmslos getötet, obwohl in der Umgebung von Üsküb seitens der Albanesen den einmarschierenden Serben kein bewaffneter Widerstand entgegengesetzt worden war. Hinter der Festung von Üsküb befindet sich eine Felsenschlucht, die heute noch mit Leichen von mehr als hundert Opfern dieser Verfolgung gefüllt ist. Ebenso liegen in der Schlucht von Vistala Voda in der Nähe der Stadt Üsküb 80 Albanesen. Kurz nach dem Einzuge besuchte ein zuverlässiger Gewährsmann, mit dem ich selbst gesprochen habe, das Spital von Üsküb und fand dort bei seinem ersten Besuche 132 albanesische Verwundete; am nächsten Tage traf er deren nur mehr 80 und einige Tage später nur mehr 30. Die Behandlung, die man den verwundeten Albanesen zuteil werden ließ, spottete aller Menschlichkeit, man verweigerte ihnen Speise und Trank, so daß einige der Verwundeten nach den Aussagen von Zeugen im Spitale an mangelhafte Nahrung umgekommen sind. Viele Leichen, und wie die Bevölkerung behauptet, auch die Körper der Verwundeten, in denen noch Laben war, warf man in den Vardar, der täglich zwanzig bis dreißig Leichen eine Strecke unterhalb der Stadt anschwemmte. In meinem Hotel in Üsküb wohnten mehrere serbische Komitatschi, die von ihren Raub- und Menschenjagden ruhmredig öffentlich im Hause erzählten, namentlich wenn ihnen der Wein die Zunge gelöst hatte. Eines Abends erschossen sie auf offener Straße in Üsküb zwei Albanesen, die unbewaffnet waren und harmlos ihres Weges gingen. Die beiden Mörder, die kurz nach der Tat im Hotel erschienen und sich dort betranken, blieben von den militärischen Behörden unbelästigt, obwohl jedermann in der Stadt sie als Täter kannte. Eine blutige Szene ereignete sich an der Vardarbrücke in der Stadt. Hier wurden drei Albanesen, die in die Stadt wollten, um Einkäufe zu machen, von serbischen Soldaten angefallen und ohne weiteres, ohne Gericht und Verhör, niedergemacht. Da das Anlagen von Gräbern den Soldaten Mühe zu bereiten schien, weil die Erde gefroren ist, so warf man viele Getötete einfach in Zisternen. Ihr Gewährsmann zählte 38 Zisternen in der Gegend von Üsküb, die mit albanesischen Leichen angeschüttet sind. - Die nationale Verfolgung verbindet sich mit Banditentum. Ich war selbst Zeuge, wie ein serbischer Soldat, der zwei Uhren vorzeigte, und 150 türkische Pfund, die er bereits erbeutet hatte, als er einen wohlgekleideten Albanesen vorbeigehen sah, mit aufrichtigem Bedauern in Üsküb erklärte: "Schade, daß so viel Leute hier sind! Ich gäbe ihm sonst eine Kugel!" Der Albanese gilt als Freiwild, das kein Gesetz und keine Gerichtsbarkeit schützt. Nicht wenige Ausschreitungen wurden allerdings auch im Rausche begangen und die betrunkenen Banden von Soldaten, die umherzogen und in die Häuser einbrachen, waren die furchtbarsten.

  4. #4
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    Da ich das Serbische vollständig beherrsche, hielten mich serbische Offiziere und Soldaten häufig für einen Konnationalen und so erzählte mir ein serbischer Soldat im Tone der Prahlerei, wie sie bei Kumanovo ein albanesisches Dort stürmten: "Viele der Einwohner, die nicht mehr zu flüchten vermochten, hatten sich auf den Dachböden ihrer Häuser versteckt. Wir haben sie ausgeräuchert und wenn die Hütten brannten, kamen sie schreiend und fluchend und um Gnade wimmernd wie die Maulwürfe aus ihren Gängen. Wir haben sie an den Türen erschossen; nur bei den Kindern sparten wir die Kugeln und taten es mit dem Bajonette. Wir haben das Dorf ausgerottet, weil aus einem Hause, das die weiße Fahne hatte, geschossen worden war." - Die militärischen Behörden haben diesen Blutbädern nirgends gewehrt, viele Offiziere waren an den Atrozitäten beteiligt und es gab keinen Serben, der nicht in der Überzeugung gehandelt hätte, bei diesen Unmenschlichkeiten ein verdienstliches, von seinen Vorgesetzten gewolltes Werk zu vollbringen."
    In Ferisovic kam es zum Unterschied von den bisher genannten Orten zu einem organisierten bewaffneten Widerstande der Albanesen. Es wurde hier 24 Stunden lang gekämpft; hier geschah es, daß eine albanesische Frau, der man den Gatten getötet hatte, dessen Gewehr ergriff und fünf Serben niederschoß, bevor sie selbst getötet wurde. Dem Gemetzel in Ferizovic fielen mehr als 1200 Albanesen zum Opfer. Die Stadt ist heute beinahe ohne Einwohnerschaft. Es leben hier nur mehr drei albanesische Mohammedaner, die über 15 Jahre alt sind. Auch in Gillane, wo die Albanesen sich nicht verteidigten, fiel fast die ganze Bevölkerung durch Feuer und Schwert. Nur einige Flüchtlinge blieben als Überlebende, und von den Greueln des Unterganges von Gillane erzählen nur mehr die Ruinen.
    In Pristina regierte die serbische Okkupation noch blutiger. Die Albanesen schätzen die Zahl ihrer Toten hier auf 5000. Es muß zu Ehren der Gerechtigkeit gesagt werden, daß hier tatsächlich ein schwerer Mißbrauch der Parlamentärfahne vorkam; es eröffneten hier türkische Offiziere, nachdem die weiße Fahne schon gezeigt worden war, auf die serbischen Truppen plötzlich das Feuer, offenbar in der Absicht, die Waffenstillstandsverhandlungen der Albanesen dadurch zu vereiteln. Die Tat büßten Hunderte albanesischer Familien mit ihrer Vernichtung bis zum jüngsten Kinde in der Wiege.
    In dem Dorfe Leskovac bei Ferisovic wurden acht unbewaffnete Albanesen von serbischen Soldaten angetroffen und sofort füsiliert.

  5. #5
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    Die Stadt Prizrend leistet dem Einmarsche der Serben keinen Widerstand und dennoch floß auch hier das Blut in Strömen, so daß Prizrend heute nach Pristina die am schwersten heimgesuchte Stadt Albaniens ist. Die heimische Bevölkerung nennt sie traurig das "Königin des Todes". Hier hausten die serbischen Banden am ärgsten. Sie drangen in die Häuser, schlugen nieder, was ihnen in den Weg kam, gleichgültig welchen Alters und Geschlechtes. Tagelang blieben die Getöteten in den Straßen unbeerdigt liegen, da die serbischen Sieger anderweitig beschäftigt waren und die überlebende albanesische Bevölkerung sich nicht aus ihren Häusern wagen durfte. Jede Nacht erneuerten sich in der Stadt und Umgebung die Überfälle. Bei 400 Albanesen fielen schon in den ersten Tagen nach dem Einmarsche der Serben. Trotzdem zwang der Kommandant General Jankovic die Notabeln und Stammesführer von Prizrend mit dem Revolver in der Hand, eine Dankeskundgebung an König Peter für die "Befreiung durch das serbische Heer" zu unterschreiben. Als dann die serbischen Truppen den Vormarsch gegen Westen antraten und keine Pferde für den Transport ihrer Lasten zu beschaffen vermochten, requirierte man 200 Albanesen, denen man Lasten zu 50 und 60 Kilo auflud, um sie dann noch in der Nacht auf grundlosen schlechten Wegen sieben Stunden weit in das Gebiet der Ljuma zu treiben. Als die unglückliche Schar ganz gebrochen und in einem schrecklichen Zustande infolge der übermenschlichen Ermattung und der erlittenen Mißhandlungen an ihrem Ziele anlangte, drückte sogar der dortige serbische Kommandant über diese Art des Vorganges seine Mißbilligung aus.
    Eine Frau aus Fandi, namens Dila, kam mit ihrem Sohne, einem anderen Verwandten und zwei Männern des Dorfes Gjugja nach Prizrend, um Einkäufe für die Ausstattung ihrer Tochter zu verrichten. Bevor sie Prizrend verließ, bewarb sie sich um einen Passierschein für sich und ihre Begleitung in der Kommandantur des General Jankovic, um unbelästigt die serbischen Posten passieren zu können. Sie erhielt den Paß. Als die fünf Personen in Suni, ungefähr viel Stunden von Prizrend ankamen, wurden die Leute ihres Eigentumes beraubt, die vier Männer gebunden und in eine Grube geworfen. Die Soldaten erschossen dann die Unglücklichen vom Rande der Grube aus. Die verzweifelte Mutter, die Zeugin dieser Szene war, schrie nach ihrem Sohne und als sie sah, daß er sich nicht mehr rege und getötet sei, warf sie sich vor den Soldaten in die Knie und flehte sie an, auch sie zu töten. Man band sie an einen Baum und als auf den Lärm der Schüsse Offiziere herankamen, zeigten die Soldaten ein auseinandergebrochenes Brot, das sie der Frau abgenommen und in welches sie zwei Mauserpatronen gepreßt hatten und zeigten dies als Beweis, daß die Männer in dem Brote Munition zu schmuggeln versuchten. Darauf ließen die Offiziere sie weiter gewähren. Die unglückliche Frau blieb im Angesichte der Grube, in der ihr erschossener Sohn lag, von Montag nachmittag bis Mittwoch ununterbrochen an den Baum gebunden; am Mittwoch trieb man die durch Hunger und die Kälte der Spätherbstnächte fast völlig Erschöpfte nach Prizrend zurück, wo sie Mittwoch nachts ankam. Dort sperrte man sie abermals ein und führte sie am nächsten Tage zur Kommandantur. Trotzdem General Jankovic erkennen mußte, daß eine Unschuldige vor ihm stehe, wurde die bedauernswerte Frau noch nicht freigegeben, sondern im Hause des serbischen Bischofes noch bis zum nächsten Tage gefangengesetzt. Dann erst wurde sie den Katholiken übergeben und in die Kirche gebracht, wo man die Unglückliche labte.
    In Prizrend lebte der Bäcker Gioni i Prek Palit, der für die serbischen Truppen Brot zu liefern hatte. Eines Tages kam zu ihm ein Proviantunteroffizier und ließ bei ihm, da er bald darauf wiederkommen wollte, sein Gewehr hängen. Einige Soldaten, die zufällig darauf in der Bäckerei eintraten, sahen das Gewehr und nahmen den Bäcker gefangen, da er sich gegen das Waffenverbot vergangen habe. Er wurde sofort vor das Kriegsgericht geführt und erschossen.
    Als der Bruder des Bäckers, Gini, von der Verhaftung hörte, lief er sofort zu dem Unteroffizier und führte diesen zur Feldgendarmerie, wo jener auch bezeugte, jenes Mausergewehr sei das seine gewesen, das er nur für kurze Zeit bei dem Bäcker gelassen; er gab auch richtig die Nummer an, die das Gewehr trage und als das seine erkennen lasse. Gini und der serbische Zeuge wurden mit Schlägen fortgejagt. Über seinen verhafteten Bruder vermochte Gini nichts zu erfahren. Nach zehn Tagen fand die unglückliche Mutter des Erschossenen, die Tag und Nacht nach ihrem Sohne suchte, den sie noch am Leben glaubte, die Leiche eine Viertelstunde außerhalb der Stadt. Sie bat darum, ihr die Leiche zu überlassen, damit sie dieser ein christliches Begräbnis zuteil werden lassen könne. Es wurde ihr verweigert. Darauf hin erschien der katholische Pfarrer vor dem Kommandanten und bat im Namen der Freiheit der Religion um die Erlaubnis, die Leichte auf dem katholischen Friedhofe zu begraben. Es wurde ihm dies verweigert und nur gestattet, die Leiche, wo sie lag, zu begraben.
    Auch Offiziere beteiligten sich an den Grausamkeiten und es geschah in Prizrend, daß ein Soldat, der vergeblich um Schuhe oder Opanken bei seinem Monturoffizier bat, von einem Offizier angewiesen wurde, er solle doch dem nächsten Albanesen, an dem er gute Opanken sehe, abnehmen, was er brauche - wozu habe er denn sei Gewehr! Und der Offizier wies auf seine Opanken, die er auch so erworben habe.

  6. #6
    Avatar von Arbër

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    Serbische Blutgier
    Der Spezialkorrespondent des Daily Telegraph berichtet: "Alle schrecklichen Verfolgungen der Weltgeschichte sind überholt durch das entsetzliche Vorgehen der Truppen des Generals Jankovic. Während ihres Marsches durch Albanien haben die Serben nicht allein die bewaffneten Albaner verräterisch ermordet und hingerichtet; in ihrer schrecklichen Wildheit mordeten sie wehrlose Leute, Greise, Weiber, Kinder und selbst Säuglinge an den Brüsten ihrer Mütter.
    Die serbischen Offiziere haben in ihrer Siegestrunkenheit die Losung ausgegeben, daß die wirksamste Art, Albanien zu pazifizieren, die völlige Ausrottung der Albaner sei. Zwischen Kumanovo und Üsküb haben sie gegen 3000 Menschen hingeschlachtet; in der Nähe von Prischtina fielen allein 5000 Albaner unter den Streichen der Serben. Sie fielen nicht in einer ehrlichen Schlacht, sondern in einer Serie schrecklicher Morde und die serbischen Soldaten haben neue Greuelmethoden erfunden, um ihre Blutgier zu stillen. In mehreren Dörfern wurden die Häuser angezündet und die unglücklichen Bewohner wie Ratten niedergeschlagen, als sie sich aus den Flammen retten wollten. Die Männer wurden vor den Augen ihrer Frauen und Kinder getötet, hierauf wurden die unglückseligen Mütter gezwungen, dem Schauspiel der Massakrierung ihrer Kinder beizuwohnen, die man buchstäblich in Stücke hieb.
    Hinrichtungen waren die tägliche Unterhaltung der serbischen Soldaten. Alle Einwohner, in deren Häusern Waffen gefunden wurden, wurden hingerichtet (Bekanntlich trägt jeder Albaner Waffen. Der Herausgeber.). Man erschoß oder hängte sie auf. An einem Tag gab es bis 36 Exekutionen. Es ist bemerkenswert, daß die in Ungarn wohnenden serbischen Nationalisten über die Massakers in Albanien empört sind. Ein früherer Sekretär des serbischen Premierministers, Pasic, Herr Tomic, erzählt, daß er auf seiner Reise von Prizrend nach Ipek auf beiden Seiten der Straße nur verbrannte Dörfer gesehen hat, die dem Erdboden gleichgemacht waren.
    Die Wege waren besät mit Galgen, auf welchen Körper von Albanern hingen. Die Straße von Diakowitza hatte das Aussehen eines "Boulevards der Galgen".
    Sogar in Belgrad erscheinende Blätter erzählten ohne Scham von schauderhaften Greueltaten der Serben. Als das Regiment des Obersten Osbic in Prizrend einmarschierte, rief dieser seinen Leuten zu. "Tötet!" Die Belgrader Blätter erzählen, als dieser Befehl gegeben war, "warfen sich die serbischen Soldaten in die Häuser und töteten jedes Wesen, das ihnen in die Hand fiel".
    Daily Telegraph berichtet dann nach einer verbürgten Schilderung eines albanischen Notablen: Wer einen Albaner den Serben denunziert, ist sicher, daß jener hingerichtet wird. Es gab Menschen, die mohammedanischen Albanern Geld schuldig waren. Sie gingen hin und denunzierten ihre Gläubiger den Serben als Verräter. Man hängte unverzüglich die unglücklichen Albaner und der Angeber fand die Mittel, Haus und Feld seines Opfers um einen lächerlichen Preis zu kaufen.
    In Üsküb wurden unbewaffnete Albaner von den serbischen Offizieren einfach getötet. Wenn man nur ein Jagdmesser in einem Hause fand, wurde sein Eigentümer getötet.
    In Ferisowitsch hatte der serbische Kommandant die Flüchtlinge eingeladen, zurückzukehren und die Waffen abzuliefern. Aber als das mehr als vierhundert taten, wurden sie ermordet. In ganz Ferisowitsch wurden kaum ein Dutzend mohammedanische Familien am Leben gelassen. Der Kriegsberichterstatter des Messaggero bestätigt diese Schilderung.
    In Pana töteten die Serben ihre Gefangenen, in Varos und in Prischtina wurde die Bevölkerung buchstäblich dezimiert. Die serbischen Offiziere sagten selbst, daß sie auf der "Jagd" nach Albanern sind, und ein serbischer Offizier rühmte sich, an einem Tag allein mit eigener Hand neun Albaner getötet zu haben.
    Ein Arzt vom "Roten Kreuz" erzählte nach derselben Quelle: Überall in Albanien haben die Serben ohne Gnade gemordet. Weder Frauen noch Kinder und Greise wurden geschont. Ich habe in Alt-Serbien jeden Tag brennende Dörfer gesehen. Bei Kratons ließ General Stefanovic Hunderte Gefangenen in zwei Glieder formieren und sie mit Maschinengewehren niederknallen. Der General Zivkovic ließ bei Sienitza 850 albanische Notable umbringen, weil sie Widerstand gezeigt hatten.
    Die Albanische Korrespondenz meldet am 12. März aus Triest: Auf dem Albanerkongresse wurde auch ein Brief aus Kroja bei Durazzo verlesen, der vom 27. Februar d. J. datiert ist und in dem es u. a. heißt: Die ganzen Gebäude und die Villa Mashar-Beys und Fuad-Beys (Anmerkung: Beide nehmen am Kongresse teil) sind niedergebrannt. Ali Lam Osmanis Bruder in Vignola bei Kruja wurde von den Serben lebend bis an die Hüften in die Erde vergraben und dann niedergeschossen. Der Brief schließt mit den Worten: Wir werden uns nicht mehr sehen. Auf Wiedersehen in der anderen Welt!

    Die Serben plündern!
    Ahmed Djevad, der Sekretär des Comitée de Publication D. A. C. B., berichtet nach der Aussage verschiedener Augenzeugen:

    "In Strumitza wurde von den Serben unerhört gestohlen und geraubt. Der Major Iwan Gribic, Kommandant des vierten Bataillons des 14. serbischen Linienregiments, expedierte allein 80 mit Möbeln und Teppichen beladene Karren nach Serbien. Alle jungen Mädchen und Frauen von Strumitza wurden geschändet und gewaltsam getauft. Der Rest der unglückseligen muselmanischen Bevölkerung stirbt vor Hunger, vor Elend, vor Krankheit ..."

  7. #7
    Avatar von Arbër

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    Massenmord
    Im Bukarester Adeverul vom 6. Januar 1913 berichtet ein rumänischer Arzt, Dr. Leonte, daß das, was er an Grausamkeiten von seiten der serbischen Armee erlebte, die grauenvollsten Erwartungen bei weitem übertroffen hätte. Daß Hunderte gefangengenommene Moslims hundert Kilometer weit gehetzt wurden, wäre für diese Unglücklichen noch das geringste Unheil gewesen. Wenn aber einer dieser Erbarmungswürdigen infolge Erschöpfung und aus Hunger zusammenbrach, wurde er einfach von dem nächstbesten Soldaten mit dem Bajonette niedergestochen und die Leiche liegen gelassen. Noch seien die Felder mit Leichen von hingemordeten alten und jungen Männern und Frauen sowie Kindern bedeckt. Als die serbischen Truppen in Monastir einzogen, wurden alle in den Spitälern liegenden türkischen Verwundeten getötet, um Platz für die serbischen Verwundeten zu schaffen. Die Soldaten haben gestohlen, was ihnen in die Hände fiel. Auch fremde Banken wurden beraubt. Ein bulgarischer Professor, der sich infolge eines auf den König Ferdinand ausgebrachten Toastes bei den serbischen Offizieren mißliebig machte, ist seit dem Festabend, an dem er den Toast ausbrachte, spurlos verschwunden. Dr. Leonte gibt auch sonst Darstellungen über Grausamkeiten, die jenen von Kumanovo, Prizrend usw. gleichwertig sind.
    Die Serben ermorden auch Christen
    Die Reichspost veröffentlichte am 20. März eine Brief aus Albanien, in dem berichtet wird:

    "Dem Pfarrer des Heiligtumes von Cernagora oder Setnica, Don Tommaso, haben die serbischen Soldaten alles Geld geraubt, das der Kirche gehörte, indem sie ihn mit gezücktem Bajonette zwangen, die Kasse zu öffnen, und daraus die Gelder entnahmen, die den Schatz des Wallfahrtsortes bilden.
    Dem Pfarrer von Djakova drohte man mit dem Tode und rief ihm zu: "Entweder entsage dem österreichischen Protektorate oder wir brennen dir das Gehirn durch!" Doch machte der Pfarrer durch sein mutiges Auftreten ihre Drohungen zunichte.
    Dem Pfarrer von Ferizovic versagen die Serben seit drei Monaten jede Freiheit in der Ausübung seines Amtes und lassen jeden einkerkern, der mit ihm redet oder zur Messe und Beicht zu ihm geht. Das gleiche versuchten sie mit den zwei Priestern von Prizrend.
    Gegen die Katholiken von Janjewo (400 Familien, fast alle slawischer Nationalität) setzt man alle Hebel in Bewegung, um sie zum Übertritt zur schismatischen Kirche zu bringen.
    Seit mehreren Jahrhunderten leben hier in dieser Erzdiözese etwa 8000 Katholiken, sogenannte Laraman, das heißt Verborgene, welche wegen der Verfolgung durch die Türken bisher ihren Glauben nicht offen bekennen konnten. Als nun die Serben kamen, wollten mehrere Hundert dieser Laraman sich offen als Katholiken erklären. Als dies die Vertreter der neuen Regierung erfuhren, kam der Bescheid: "Entweder Mohammedaner oder Orthodoxe, Katholiken nicht!"
    In der Nähe des Heiligtums von Letnica liegt das Dorf Shashara (90 Familien, alle katholisch). Hier zogen serbische Soldaten ein, versammelten auf den Wiesen die Männer und banden sie mit Stricken; hierauf begannen sie die Häuser auszuplündern und Frauen und Mädchen in bestialischer Weise zu vergewaltigen.

    Albania's Golgotha: indictments of ... - Google Books

  8. #8
    Avatar von DZEKO

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    Tausende wurden getötet und hundertausende vertrieben, ganze Landstriche wurden gesäubert.

  9. #9
    Avatar von Pjetër Balsha

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    Die Serben (nicht alle aber sehr viele) waren und sind schon immer dafür bekannt gewesen
    schon immer hatten wir Krieg untereinander und niemals wird das aufhören solange sie noch unsere Nachbarn bleiben



  10. #10
    Avatar von Grobar

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    Leo Freundlich wandte sich in der Folge von der Sozialdemokratie ab und wurde als Repräsentant des albanischen Königs Zogu "Königlich albanischer Pressechef".
    quelle:
    Emmy Freundlich ? Wikipedia

    Geile Quelle.
    Natuerlich wuerde ich jedem Pressechef glauben, auch dem Serbisch Koeniglichen Pressechef.
    Schliesslich weiss jeder das diese voellig unvoreingenommen und fair ihre Pressearbeit verrichten.

    Ich empfehle :
    DIE VERFLECHTUNG VON WISSENSCHAFT UND POLITIK AM BEISPIEL DER
    ÖSTERREICHISCH-UNGARISCHEN ALBANOLOGIE
    http://www.albanisches-institut.ch/pdf/text24.pdf

    Gruss

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