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Albanisch-Griechischer Kultur-Thread

Erstellt von Nik, 20.02.2017, 20:55 Uhr · 164 Antworten · 6.322 Aufrufe

  1. #1
    Nik

    Albanisch-Griechischer Kultur-Thread

    Albaner und Griechen sind seit Jahrtausenden direkte Nachbarn. Es gibt keine Ethnie mehr auf der Erde, die enger und länger mit den Albanern verflochten ist, als die Griechen und keine Ethnie, die enger und länger mit den Griechen verflochten ist, als die Albaner. Es lässt sich wie immer darüber streiten, seit wann es die modernen Albaner bzw. Griechen gibt. Fakt ist aber, dass Beziehungen seit der Antike bestehen, ob jetzt wirklich zwischen «Albanern» und «Griechen» oder zwischen den jeweiligen Vorgänger-Ethnien spielt keine Rolle.

    In diesen Thread kommen die gemeinsamen albanisch-griechischen Kulturelemente in Gesang, Instrumentalmusik, Küche, Trachten, Sprache, Religion, Architektur, Kunst, etc.



    Ich beginne mit ein paar Bildern:



    Die Fustanella ist seit der Antike bezeugt und wurde nicht nur von Südalbanern (Tosken) und Nordwestgriechen getragen, sondern auch von walachischen Wanderhirten und durch Migration kam die Fustanella auch bis in die Peloponnes, andere Teile Griechenlands, Kleinasiens und sogar Ägyptens.



    Die Iso-Polyphonie (Mehrstimmigkeit mit eigenständig geführten Stimmen) ist immaterielles UNESCO-Erbe und wird in Südalbanien und Nordwestgriechenland gepflegt.




    Das nationale Symbol der Albaner, der Doppeladler, geht zurück auf das Wappen der nordalbanischen Kastrioten, der Familie Skanderbegs. Jener Adler hatte seinen Ursprung in Kleinasien und repräsentierte das Byzantinische Reich. Deshalb ist er heute auch bei Griechen ein nationales Symbol, da es vom Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel getragen wird.




    Epirus, die historische Region am Ionischen Meer, war schon immer albanisch und griechisch, weswegen viele albanische Elemente und viele griechische Elemente jeweils in die andere Kultur fanden. Epirus ist somit der historische «Marktplatz» der albanisch-griechischen Kulturelemente.

    Gehen wir nun kurz zurück in die Vergangenheit und halten fest, dass Ende des Mittelalters Zehntausende Albaner in die Peloponnes, auf Attika und in andere südgriechische Gebiete einwanderten, auf Einladung lokaler griechischer Potentaten, die Männer für ihre Armeen und Menschen für die Bebauung der brach liegenden Felder brauchten. Zuvor war die lokale Bevölkerung durch Hunger und Kriege enorm dezimiert geworden. Mit der Zeit gräzisierten sich diese Albaner und kämpften dann im Griechischen Unabhängigkeitskrieg für einen griechischen Nationalstaat. Die Arvaniten sehen sich heute kaum als Albaner, aber sind sich ihrer kulturellen Eigenheit sehr wohl bewusst. Dazu ein paar Fotos und Videos nun:









    Die Çamen waren die albanischen Bewohner Südepirus, des griechischen Teils von Epirus, bis sie nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben oder assimiliert wurden.

    Griechen leben heute aber auch in Südalbanien, vor allem an der Albanischen Riviera und an der Sarandiotischen Küste, sowie im Bergland um Gjirokastra und Përmet.

    Das reicht mal fürs Erste.

  2. #2
    Avatar von Forte

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    Beiträge
    4.578

  3. #3

    Registriert seit
    23.11.2009
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    3.816
    Zitat Zitat von NIK Beitrag anzeigen
    Albaner und Griechen sind seit Jahrtausenden direkte Nachbarn. Es gibt keine Ethnie mehr auf der Erde, die enger und länger mit den Albanern verflochten ist, als die Griechen und keine Ethnie, die enger und länger mit den Griechen verflochten ist, als die Albaner.
    Die enge Verflechtung zu den Albanern gilt natürlich vor allem für die Griechen aus Epirus, und vielleicht auch Roumeli und Pelopones. Ich würde sagen, dass für die einheimischen aus Makedonien die Verflechtung mit Slawen und für die kleinasiatischen und ostägäischen Griechen und griechischen Zyprioten diese mit Türken enger ist.

    Was natürlich an die Wichtigkeit der griechisch-albanischen kulturellen Beziehung nichts ändert.

  4. #4
    Avatar von Forte

    Registriert seit
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    Beiträge
    4.578
    Ein Schlag in den Stomak

  5. #5
    Avatar von De_La_GreCo

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    17.08.2008
    Beiträge
    25.011
    Ich sehe es jetzt schon kommen. Wie alle Kultur Threads wird auch dieser im blanken Chaos enden

  6. #6
    Avatar von Forte

    Registriert seit
    04.10.2014
    Beiträge
    4.578
    Ich bin für Dreimächtekrieg

  7. #7
    Almila
    Der Türkisch-Griechischer Kulturthread ist viiiieeel interessanter und lustiger. Sorry canim.


    Ist das Fes was die auf dem Kopf tragen?

  8. #8
    Avatar von FloKrass

    Registriert seit
    02.12.2011
    Beiträge
    10.235
    Zitat Zitat von NIK Beitrag anzeigen






    Gehen wir nun kurz zurück in die Vergangenheit und halten fest, dass Ende des Mittelalters Zehntausende Albaner in die Peloponnes, auf Attika und in andere südgriechische Gebiete einwanderten, auf Einladung lokaler griechischer Potentaten, die Männer für ihre Armeen und Menschen für die Bebauung der brach liegenden Felder brauchten. Zuvor war die lokale Bevölkerung durch Hunger und Kriege enorm dezimiert geworden. Mit der Zeit gräzisierten sich diese Albaner und kämpften dann im Griechischen Unabhängigkeitskrieg für einen griechischen Nationalstaat. Die Arvaniten sehen sich heute kaum als Albaner, aber sind sich ihrer kulturellen Eigenheit sehr wohl bewusst. Dazu ein paar Fotos und Videos nun:

    Zunaechst einmal danke für den Thread. Er verspricht viel und hoffentlich wird er gepflaegt und von irrationalem Stuss verschont.

    Aber um auf das fett gedruckte zurück zu kommen: Gibt es ausreichende Belaege dafür, dass die Arvaniten tatsaechlich für einen griechischen Nationalstaat kaempften? Wie du schon schriebst, die Arvaniten waren und sind sich ihrer kulturellen Eigenheit bewusst. Dementsprechend war ihr Kampf gegen die türkische Vorherrschaft gerichtet unabhaengig seines Ausgangs. Ich würde behaupten, das Leitmotiv der Arvaniten war nicht nationaler sondern eher religiöser und wirtschaftlicher Natur.

  9. #9
    Avatar von RegiEpirotarum

    Registriert seit
    16.03.2016
    Beiträge
    1.152
    Zitat Zitat von FloKrass Beitrag anzeigen
    Zunaechst einmal danke für den Thread. Er verspricht viel und hoffentlich wird er gepflaegt und von irrationalem Stuss verschont.

    Aber um auf das fett gedruckte zurück zu kommen: Gibt es ausreichende Belaege dafür, dass die Arvaniten tatsaechlich für einen griechischen Nationalstaat kaempften? Wie du schon schriebst, die Arvaniten waren und sind sich ihrer kulturellen Eigenheit bewusst. Dementsprechend war ihr Kampf gegen die türkische Vorherrschaft gerichtet unabhaengig seines Ausgangs. Ich würde behaupten, das Leitmotiv der Arvaniten war nicht nationaler sondern eher religiöser und wirtschaftlicher Natur.
    Nein, gibt es nicht, da zu dieser Zeit de facto kein Normalbürger des Balkan Ahnung von einem Nationalstaat hatte.

    Die Arvaniten nannten sich ja weder Griechen noch Hellenen oder sonst was. Entweder Römer oder Arbëresh. Von Nationalbewusstsein und Nationalstaat kann hier nicht die Rede sein. Aber die Akademiker werden dir hier anderes erzählen.

    Was die Religion angeht, waren die Arvaniten damals typische Albaner. Wie es heute ist, weiss ich nicht. Kann mir aber gut vorstellen, dass sie heute Ultra-Orthodoxe sind.

  10. #10

    Registriert seit
    23.11.2009
    Beiträge
    3.816
    Zitat Zitat von FloKrass Beitrag anzeigen

    Aber um auf das fett gedruckte zurück zu kommen: Gibt es ausreichende Belaege dafür, dass die Arvaniten tatsaechlich für einen griechischen Nationalstaat kaempften? Wie du schon schriebst, die Arvaniten waren und sind sich ihrer kulturellen Eigenheit bewusst. Dementsprechend war ihr Kampf gegen die türkische Vorherrschaft gerichtet unabhaengig seines Ausgangs. Ich würde behaupten, das Leitmotiv der Arvaniten war nicht nationaler sondern eher religiöser und wirtschaftlicher Natur.
    Ich glaube, dasselbe gilt für alle ethnische Gruppen, die in der Revolution beteiligt waren, Griechischsprachigen wie Arvaniten. Auf der Volksebene waren die religiösen, wirtschaftlichen und andere praktischen Motiven wahrscheinlich stärker als die nationalen (das ist vermutlich schwer zu überprüfen, weil die niedrigen sozialen Schichten kaum schriftliche Belege hinterlassen). Die nationalen Motiven waren eher bei der intellektuellen Elite der Revolution von Bedeutung. Sowohl aber die griechischsprachigen als auch die arvanitischen lokalen (nicht unbedingt intellektuellen) Eliten haben diese nationale Ideologie übernommen und sie auf das einfache Volk mit Erfolg übertragen. Ich glaube nicht, dass es Zeichen gibt, dass die Arvaniten da weniger empfänglich als die Griechischprachigen waren.

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