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Die Amerikanische Terror Operation in Mazedonien

Erstellt von lupo-de-mare, 03.11.2005, 19:55 Uhr · 8 Antworten · 447 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von lupo-de-mare

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    11.988

    Die Amerikanische Terror Operation in Mazedonien

    Die amerikanische Kriegsführung in Mazedonien


    Bei TFF - The Transnational Foundation for Peace and Future Research - hat Michel Chossudovsky, Wirtschaftsprofessor an der University of Ottawa und mit Jared Israel zusammen Betreiber der beachtlichen Internetseite Emperor’s Clothes (www.tenc.net, zahlreiche auch deutschsprachige Artikel) im Juni 2001 veröffentlicht: America at War in Macedonia, siehe http://www.transnational.org/forum/m...Macedonia.html Hier eine vom Autor gestattete, jedoch nicht autorisierte deutsche Übersetzung, besorgt von Thomas Immanuel Steinberg


    Abstract


    Washingtons verdeckter Krieg in Mazedonien zielt darauf, Amerikas Einflußsphäre in Südost-Europa zu festigen. Es geht um den Bulgarien-Mazedonien-Albanien-Verkehrs-, Kommunikations-, und Ölpipeline-Korridor, der das Schwarze Meer mit der Adriaküste verbindet. Mazedonien liegt an der strategischen Straßenkreuzung dieses Ölpipeline-Korridors.

    Um die Pipeline-Routen zu schützen, strebt Washington einen Flickenteppich von Protektoraten entlang strategischer Korridore auf dem Balkan an. Das Versprechen eines Groß-Albaniens - von Washington ausgesprochen, um albanischen Nationalismus zu nähren, ist Teil einer Militär-Geheimdienst-Masche. Reichlich mit Dokumenten belegt, besteht die Masche darin, die Kosovo Liberation Army (KLA = UÇK) und die ihr nahestehende National Liberation Army (NLA) dafür zu finanzieren und auszustatten, daß sie terroristische Anschläge in Mazedonien verübt.

    Die Entfaltung der amerikanischen Einflußsphäre in Südosteuropa - gemeinsam mit Großbritannien – dient den Interessen der Ölgiganten, zu denen BP-Amoco-ARCO, Chevron und Texaco gehören. Die Hoheit zu sichern und die Pipeline-Routen zu "schützen" ist von größter Bedeutung für den Erfolg dieser Multi-Milliarden-Dollar-Unernehmen:

    Ein erfolgreiches internationales Ölgeschäft ist eine Verknüpfung von wirtschaftlichen, politischen und militärischen Vorkehrungen zur Unterstützung von Ölförderung und -transport zu den Absatzmärkten. 1.

    Das anglo-amerikanische Konsortium, das das Trans-Balkan-Pipeline-Projekt AMBO, also die Verbindung des bulgarischen Hafens Burgas mit dem albanischen Vlorë an der Adriaküste kontrolliert, schließt weitgehend den kontinentaleuropäischen konkurrierenden Ölgiganten Total-Fina-Elf von der Teilnahme am Geschäft aus. 2. Mit andern Worten, die strategische Kontrolle der USA über den Pipeline-Korridor zielt auf die Schwächung der Rolle der Europäischen Union und darauf, konkurrierende europäische Geschäftsinteressen auf Abstand zu halten.

    Wer steht hinter der Trans-Balkan-Pipeline?

    Das überwiegend US-amerikanische Pipeline-Konsortium AMBO ist unmittelbar verknüpft mit dem Kern der politischen und militärischen Macht in den Vereinigten Staaten und mit Vizepräsident Dick Cheneys Firma Halliburton Energy. 3.

    Die Machbarkeitsstudie für die Trans-Balkan-Öl-Pipeline von AMBO, durchgeführt von der internationalen Ingenieurfirma Brown & Root Ltd., der britischen Tochter von Halliburton, hat ermittelt, daß diese Pipeline ... Teil der entscheidenden Ost-West -Korridor-Infrastruktur dieser Region werden wird, mit Autobahn, Eisenbahn, Gas- und Glasfaser-Telekommunikationsleitungen. 4.

    Und bei Fertigstellung der Machbarkeitsstudie durch Halliburton wechselte ein Spitzenmanager von Halliburton zu AMBO. Halliburton hatte auch einen Vertrag über Dienstleistungen für die amerikanischen Streitkräfte auf dem Balkan erhalten und "Bondsteel" im Kosovo gebaut, das jetzt "die größte ausländische amerikanische Militärbasis seit Vietnam" ist. 5. Zufällig hat auch White and Case LLT, die New Yorker Anwaltskanzlei, zu der Präsident William J Clinton stieß, als er das Weiße Haus verließ, einen Anteil am AMBO-Pipeline-Geschäft.

    Militarisierung der Pipeline-Korridore

    Das AMBO-Trans-Balkan-Pipeline-Projekt würde anschließen an die Pipeline-Korridore zwischen Schwarzem Meer und dem Kaspischen Meeresbecken, das größten unerforschten Ölreserven der Welt birgt (siehe Karte unter http://www.bsrec.bg/taskforce/SYNERGY/oilprojects2.html ). Die Militarisierung dieser verschiedenen Korridore ist integraler Bestandteil der Washingtoner Pläne.

    Die US-Politik des Schutzes der Pipelines, die aus dem Kaspischen Meeresbecken heraus und denen, die durch den Balkan führen, wurde von Clintons Energieminister Bill Richardson wenige Monate vor der Bombardierung Jugoslawiens im Jahre 1999 formuliert:

    "Es geht um Amerikas Energiesicherheit. Es geht auch darum zu verhindern, daß Leute strategisch eingreifen, die nicht unsere Werte teilen. Wir versuchen, die neuerdings unabhängigen Länder nach Westen zu bekommen. Wir möchten, daß sie sich auf westliche wirtschaftliche und politische Interessen stützen und nicht andere Wege gehen. Wir haben politisch erheblich in die Kaspische Region investiert, und für uns ist sehr wichtig, daß die Pipeline-Karte und die Politik zusammenpassen." 6.

    Die anglo-amerikanischen Ölgiganten, zu denen BP-Amoco-ARCO, Texaco und Chevron gehören - unterstützt von der US-Militärmacht - konkurrieren mit dem europäischen Ölriesen Total-Fina-Elf (der seinerseits verbunden ist mit der italienischen ENI). Letzterer spielt eine große Rolle auf den ölreichen nordost-kaspischen Kaschagan-Ölfeldern von Kasachstan. Es geht um viel: Kaschagan soll "sogar größer sein als die Ölreserven der Nordsee." 7. Dem konkurrierenden EU-Konsortium fehlt es an einem bedeutenden Anteil an den oder Einfluß auf die Hauptleitungen aus dem Kaspischen Meeresbecken heraus und - über das Schwarze Meer und den Balkan - zurück nach Westeuropa. Die entscheidenden Leitungsprojekte - und darunter das AMBO-Projekt und das Baku-Ceyhan-Projekt durch die Türkei zum Mittelmeer - sind weitgehend in der Hand ihrer anglo-amerikanischen Rivalen, die sich stark auf die US-amerikanische politische und militärische Präsenz sowohl im Kaspischen Becken, als auch auf dem Balkan stützen.

    Washington plant, gegebenenfalls alle drei AMBO-Länder, also Bulgarien, Mzedonien und Albanien, von deutsch-europäischem Einfluß fernzuhalten durch die Etablierung völlig flügge gewordener US-Protektorate. Mit andern Worten, US-Militarisierung und geopolitische Kontrolle über die geplante Pipeline zwischen Burgas in Bulgarien und dem albanischen Adriahafen Vlorë sollen sowohl den EU-Einfluß untergraben, als auch die konkurrierenden franko-belgisch-italienischen Ölinteressen schwächen.

    Verhandlungen über die AMBO-Leitung wurden von Vertretern der US-Regierung über die South Balkan Development Initiative (SBDI) der Trade and Development Agency (TDA) unterstützt. Die Initiative "soll Albanien, Bulgarien und der Früheren Jugoslawischen Republik Mazedonien helfen, ihre Verkehrsinfrastruktur entlang des Ost-West-Korridors, der sie verbindet, weiter zu entwickeln." 8.

    Die TDA verweist auf die Notwendigkeit für die drei Länder, "regionale Synergien zu nutzen, um neues staatliches und privates Kapital (von US-Firmen) anzuziehen", und unterstreicht die Verantwortung der US-Regierung dafür, "die Initiative durchzuführen". Hinsichtlich der AMBO-Pipeline sieht es so aus, als ob die EU weitgehend aus Planung und Verhandlungen ausgeschlossen worden wäre. „Verständigungsvermerke“ sind bereits mit den Regierungen von Albanien, Bulgarien und Mazedonien unterzeichnet worden, die die staatliche Souveränität der Länder sowohl über die Pipeline, als auch die Transportkorridore aufheben, indem sie dem anglo-amerikanischen Konsortium Ausschließlichkeitsrechte gewähren:

    "Der Verständigungsvermerk besagt, daß der AMBO als einziger Institution der Bau der geplanten Burgas-Vlorë-Ölleitung erlaubt ist. Insbesondere erhält AMBO das Exklusivrecht zur Verhandlung mit Investoren in und Kreditgebern für das Projekt. Außerdem verpflichtet es (die Regierungen von Bulgarien, Mazedonien und Albanien), bestimmte vertrauliche Informationen über das Pipeline-Projekt nicht zu offenbaren." 9.

    "Ost-West-Korridor 8"

    Das AMBO-Pipeline-Projekt ist verknüpft mit einem anderen strategischen Projekt, genannt "Korridor 8" - das ursprünglich von der Clinton-Regierung im Zusammenhang mit dem Balkan-Stabilitätspakt vorgeschlagen wurde. Von strategischer Bedeutung sowohl für die USA, als auch die Europäische Union, umfaßt "Korridor 8" Autobahn-, Eisenbahn-, Elektrizitäts- und Telekommunikationsinfrastruktur. Die vorhandene Infrastruktur in diesen Sektoren ihrerseits ist zur Deregulierung und Privatisierung (zu Tiefstpreisen) unter WMF-/Weltbank-Aufsicht freigegeben.

    Obwohl von den EU-Verkehrsministern als Teil des europäischen wirtschaftlichen Integrationsprozesses durchgewunken, wurden die Machbarkeitsstudien zu "Korridor 8" von US-Firmen erstellt, die direkt von der TDA finanziert wurden. Mit andern Worten, Washington scheint die Szene für die Übernahme der Verkehrs- und Nachrichteninfrastruktur der Länder hergerichtet zu haben. Mit finanzieller Unterstützung der US-Regierung konkurrieren amerikanische Firmen wie Bechtel, Enron und General Electric mit Firmen aus der Europäischen Union.

    Washington will den ganzen Korridor US-amerikanischen Multis in einer Gegend öffnen, die im "wirtschaftlichen Hinterhof" der Europäischen Union liegt, dort, wo die D-Mark eher mächtiger ist als der US-Dollar.

    EU-Erweiterung

    Anfang 2000 hat die Europäische Kommission begonnen, mit Mazedonien, Bulgarien und Albanien über deren Assoziierung zu verhandeln. Und im April 2001, auf dem Höhepunkt der Terrorüberfälle, hat Mazedonien als erstes Land auf dem Balkan eine sogenannte Stabilisierungs- und Assoziierungsvereinbarung (SAA) unterzeichnet, die einen wichtigen Schritt hin zur Vollmitgliedschaft bedeutet. Die Vereinbarung liefert die Grundlage für "Handelsliberalisierung, politische Zusammenarbeit, wirtschaftliche und institutionelle Reformen und die Übertragung von EU-Gesetzen". Unter dem SAA würde Mazedonien (de facto) in das europäische Währungssystem integriert, mit vollständigem Zugang zu den EU-Märkten. 10.

    Die Terrorüberfälle deckten sich zeitlich mit dem Prozeß der EU-Erweiterung und gewannen an Schwung wenige Wochen vor dem historischen Assoziierungsabkommen mit Mazedonien. Reichlich dokumentiert ist, daß US-Militärberater bei den Terroristen arbeiten. War das reiner Zufall?

    Des weiteren wurde Robert Frowick, "ein früherer US-Diplomat", Mitte März zum Leiter der OSZE-Mission in Mazedonien ernannt, wiederum wenige Wochen vor der Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens. In enger Verbindung mit Washington und der Botschaft in Skopje begann Frowick einen "Dialog" mit dem NLA-Rebellenführer Ali Ahmeti. Er war auch dienlich bei der Einfädelung einer Vereinbarung zwischen Ahmeti und den Führern der Albaner-Parteien, die in der Regierungskoalition sitzen.

    Diese von Frowick vermittelte Vereinbarung hat erheblich zur Destabilisierung der politischen Institutionen beigetragen und dabei den Prozeß der EU-Erweiterung gefährdet. 11. Außerdem hat die verschlechterte Sicherheitslage in Mazedonien einen Vorwand für gesteigerte politische "humanitäre" und militärische US-amerikanische Eingriffe geliefert und dabei zur Schwächung der wirtschaftlichen und politischen Bindungen Skopjes an Deutschland und die EU beigetragen. In dieser Hinsicht ist eine der "bindenden Bedingungen" des "Assoziationsabkommens", daß Mazedonien den "EU-Standards für Demokratie" genügt. 12. Unnötig zu sagen, daß ohne eine "funktionierende Regierung" in Mazedonien das EU-Assoziierungsverfahren nicht vorankommen kann.

    Die eingesetzten Marionettenregierungen in Tirana, Skopje und Sofia - obwohl weitgehend US-amerikanischem Diktat folgend - pendeln gegenwärtig zur Europäische Union hin. Washingtons Ziel ist aber letztlich, Deutschlands "Lebensraum" (im Original deutsch, d. Übers.) in Südosteuropa einzuschränken. Die USA haben Lippenbekenntnisse zur EU-Erweiterung abgelegt und zugleich durchgängig einer NATO-Erweiterung den Vorzug gegeben, um ihrer strategischen Interessen in Osteuropa und auf dem Balkan zu verfolgen, während Deutschland und Frankreich dagegen waren.

    Während der Ton in der internationalen Diplomatie gesittet und höflich bleibt, ist die amerikanische Außenpolitik unter Bushs Regierung entschieden "anti-europäisch" geworden. Einem Beobachter zufolge sei

    "im Kern des Bush-Teams Colin Powell der Freund der Europäer, während die andern Minister und Berater als arrogant, hart und dem Zuhören abgeneigt gelten und den Europäern keinen Platz lassen wollen." 13.

    Deutschland und Amerika

    Wie hinreichend belegt ist, steht der CIA hinter den KLA- (UÇK-) und den NLA-Rebellen, die die Terrorüberfälle auf die mazedonischen Sicherheitskräfte veranstalten. Vor dem Krieg 1999 arbeitete das deutsche Gegenstück zum CIA, der Bundesnachrichtendienst BND mit dem CIA zusammen bei Aufsicht und Bezahlung der UÇK. Neuere Entwicklungen legen nahe, daß der BND an Washingtons Militär-Geheimdienst-Masche in Mazedonien nicht beteiligt ist. 1.

    Wenige Wochen vor dem Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union, nämlich Mitte März 2001, wurden in der Tetovo-Region von Mazedonien stationierte deutsche Soldaten "versehentlich" beschossen. Während die westlichen Medien - im Chor die amtlichen Verlautbarungen wiedergebend - darauf beharren, daß deutsche Soldaten "ins Kreuzfeuer" geraten seien, legen Berichte aus Tetovo nahe, daß der UÇK-Beschuß absichtlich passiert ist. In jedem Falle wäre das Ereignis nicht eingetreten, wenn der deutsche BND mit der Rebellenarmee zusammengearbeitet hätte:

    " Bis zu 600 deutsche Soldaten waren gezwungen, Tetovo über Nacht zu verlassen, nachdem ihre Kasernen ... ins Kreuzfeuer geraten waren ... (Die Soldaten) waren zu leicht bewaffnet, um sich gegen die Albaner verteidigen zu können. Die Deutschen werden die abgezogenen Soldaten durch eine Leopard-Panzer-Bataillon ersetzen (die zur Panzer-Artillerie-Division gehört, die in Nordrhein-Westfalen stationiert ist). Die neue (deutsche) Feuerkraft kann dazu verwendet werden, die albanischen Positionen rund um Tetovo auszuschalten." 15.

    Zwei für die Terrorüberfälle in der Tetovo-Region verantwortliche Kommandeure, welch bittere Ironie, waren von britischen Special Forces ausgebildet worden:

    "Peinlicherweise für die KFOR kam heraus, daß zwei der im Kosovo stationierten Kommandeure, die den albanischen Vorstoß (in die Tetovo-Region) angeführt hatten, von ehemaligen britischen SAS- und Fallschirmjäger-Regiment-Offizieren ausgebildet worden waren, in den Tagen als die NATO sich mit der gerade flügge gewordenen UÇK besser verstand. Ein früheres Mitglied einer europäischen Spezialeinheit, der die UÇK während des Kosovo-Konflikts begleitet hatte, sagte, daß ein Kommandeur mit dem Tarnnamen Bilal den Waffen- und Kämpferstrom nach Mazedonien organisiert und daß der UÇK-Kommandeursveteran Adem Bajrami den Überfall auf Tetovo zu koordinieren geholfen hätten. Beide wurden von britischen Soldaten 1998 und 1999 in den heimlichen Trainingslagern oberhalb Bajram Curri in Nord-Albanien unterrichtet." 1

    Die gleichen britisch trainierten Rebellenkommandeure sehen Deutschland als den "Feind", weil Bundeswehrsoldaten in Mazedonien und Kosovo - statt den "Freiheitskämpfern" von der UÇK in gleicher Weise "Schutz" zu bieten wie ihre britischen und amerikanischen KFOR-Kollegen - häufig "vermutete Terroristen" an der Grenze festhalten:

    "Ein Sprecher der NLA in Priština warnte die Bundeswehr davor, sich einzumischen. Das könne als eine 'Kriegserklärung der Bundesrepublik Deutschland' aufgefaßt werden.“ 17.

    Als Antwort auf UÇK-Drohungen entsandte die Bundeswehr ihre eigenen Spezialeinheiten, die Fallschirmjäger (im Original deutsch, d. Übers.), die mit ihrem Panzer-Bataillon zusammenarbeiten. 18. Der deutsche Verteidigungsminister Rudolf Scharping bestätigte, daß er bereit sei, "mehr Panzer und Soldaten zu entsenden, um die Bundeswehrkräfte zu verstärken." 19. Doch nach neuesten Entwicklungen hat Berlin entschieden, die meisten seiner Soldaten aus der Tetovo-Region abzuziehen und in keiner Weise die US-Miltär-Geheimdienst-Masche zur Unterstützung der UÇK-Rebellen zu behindern. Einige dieser deutschen Soldaten sind jetzt auf der Kosovo-Seite der Grenze stationiert.

    Während die UÇK eine Lieferung nagelneuer moderner Waffen "made in America" erhielt, schenkte Deutschland Mitte Juni den mazedonischen Sicherheitskräften Geländefahrzeuge und Waffen "für raffinierte Infrarot-Verfolgung auf dem Schlachtfeld". Einem Bericht aus Mazedonien zufolge geriet das kleine Kontingent deutscher Soldaten, das noch in der Tetovo-Region verblieben ist, "unter heftigen Beschuß der Terroristen, die sie mit Mörsern aus den Bergen oberhalb Tetovos angriffen. Das ist offenbar die Antwort auf das gestrige (14. Juni 2001-) Geschenk der deutschen Regierung an unsere Armee." 20.

    Während Differenzen zwischen NATO-Alliierten nie öffentlich gemacht werden, hat Deutschlands Außenminister Joschka Fischer mit starken Worten vor dem Bundestag eine Erklärung gegen die "albanischen Extremisten in Mazedonien " gerichtet und ein "langfristiges Abkommen" eingefordert, das "die ganze Region näher an Europa rückt" ( also frei ist von US-Beeinträchtigungen). Die deutsche Position steht in betontem Gegensatz zu der von den Vereinigten Staaten vorgetragenen, die die Skopje-Regirung auffordern, den Terroristen Amnestie zu gewähren, die Landesverfassung zu ändern und die UÇK-Rebellen in die zivile Politik einzubeziehen:

    "Die Vereinbarung ruft die Rebellen dazu auf, den Kampf einzustellen im Gegenzug dafür, daß ihnen Amnestie gewährt wird. Die Rebellen sollen auch das Recht erhalten, gegen künftige politische Entscheidungen ihr Veto einzulegen, die ethnische albanische Rechte betreffen. Die Vereinbarung soll durch Vermittlung von Robert Frowick zustande gekommen sein, einem ehemaligen US-Gesandten, der augenblicklich Balkan-Verteter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa ist." 21.


    Die anglo-amerikanische Achse

    Der Zusammenstoß zwischen Deutschland und Amerika auf dem Balkan ist Teil eines viel größeren Prozesses, der den Kern des westlichen militärisch-industriellen Komplexes und Verteidigungs-Establishments betrifft.

    Von den frühen Neunzigern an haben die Vereinigten Staaten und Deutschland gemeinsam als NATO-Partner auf dem Balkan gehandelt und dabei ihre militärischen, nachrichtendienstlichen und außenpolitischen Initiativen aufeinander abgestimmt. Sie hielten in ihren öffentlichen Erklärungen den Anschein von politischer Einheit noch aufrecht, als ernster Zwist nach dem Dayton-Abkommen (1995) zu entstehen begann und die deutschen Banken danach strampelten, die D-Mark durchzusetzen und die Währungssysteme der Jugoslawien-Nachfolgerstaaten zu übernehmen.

    Darüber hinaus haben nach dem Jugoslawienkrieg 1999 einerseits die Vereinigten Staaten ihre strategischen, militärischen und nachrichtendienstlichen Bande mit Großbritannien gefestigt. Großbritannien hat anderseits viele seiner Bindungen zu Deutschland und Frankreich (vor allem in der Rüstung und Luftfahrt) gelöst .

    Anfang 2000 lanciert, haben US-Verteidigungsminister William Cohen und sein britischer Kollege Geoff Hoon eine „Erklärung über die Grundsätze für Verteidigungsausstattung und industrielle Zusammenarbeit“ unterzeichnet. 22. Washingtons Ziel war es, zum Bau einer „transatlantischen Brücke“ zu ermutigen, „über die das US-amerikanische Verteidigungsministerium seine Globalisierungspolitik nach Europa tragen kann.“ 23.

    Die US-Rüstungsindustrie – zu der jetzt British Aerospace Systems (BaeS) gehört – kollidiert mit dem Französisch-Deutschen Rüstungskonsortium EADS – einem Konglomerat aus der französischen Aérospaciale Matra, der Deutschen Aerospace - einem Teil der mächtigen Daimler-Gruppe - und Spaniens CASA. Mit andern Worten, eine große Spaltung hat sich im westlichen militärisch-industriellen Komplex vollzogen mit den Vereinigten Staaten und Großbritannien auf der einen und Deutschland und Frankreich auf der anderen Seite.

    Öl, Kanonen und das westliche Militärbündnis sind eng verknüpfte Prozesse. Washington beabsichtigt, letztendlich die Dominanz des US-amerikanischen militärisch-industriellen Komplexes im Bunde mit den anglo-amerikanischen Ölriesen und Großbritanniens großen Rüstungslieferanten zu sichern. Natürlich haben diese Entwicklungen auch Auswirkungen auf die Hoheit über strategische Pipelines, Verkehrs- und Nachrichtenkorridore auf dem Balkan, in Osteuropa und in der ehemaligen Sowjetunion.

    Und wiederum wird diese anglo-amerikanische Achse auch begleitet von wachsender Zusammenarbeit zwischen CIA und dem britischen MI 5 im Bereich von Geheimdienst und verdeckten Aktionen, wie sich an der Rolle zeigt, die britische SAS Special Forces beim Training von UÇK-Rebellen spielen.


    Krieg, „Dollarisierung“ und die Neue Weltordnung

    „Schutz“ der Pipelines, verdeckte Aktionen und Drogengeld-Recycling zur Unterstützung von bewaffneten Aufständen, Militarisierung strategischer Korridore und Rüstungsgüterbeschaffung für „Partnerschaft-für-den-Frieden“(PfP)-Länder sind allesamt integraler Bestandteil der anglo-amerikanischen Achse und ihres Strebens nach Beherrschung der Öl- und Gas-Leitungen und Transportkorridore aus dem Kaspischen Meeresbecken heraus und vom Schwarzen Meer über den Balkan.

    Allgemeiner gesagt, ist das, was in der breiten Region zwischen Osteuropa mit dem Balkan und den ehemaligen Sowjetrepubliken passiert, ein erbarmungsloses Strampeln um Herrschaft über Volkswirtschaften durch konkurrierende Unternehmenskonglomerate. Und hinter diesem Prozeß steht das Streben des Wall-Street-Finanz-Establishments im Bunde mit den Rüstungs- und Ölgiganten – die D-Mark (und den Euro) zu destabilisieren und zu diskreditieren mit Blick darauf, der Region den US-Dollar als einzige Währung aufzudrücken.

    Macht über die „Geldschöpfung“ – der Welt die Herrschaft des US Federal Reserve Systems aufzubürden – das ist zu einem Hauptzug des US-amerikanischen Expansionismus geworden. In dieser Hinsicht besteht Washingtons Militär-Geheimdienst-Masche nicht nur darin, die EU-Erweiterung zu unterminieren, sondern auch darin zu versuchen, die Herrschaft der größten deutschen Banken im Balkan , z.B. der Deutschen Bank, der Commerzbank und der Westdeutschen Landesbank, zu schwächen und zu verdrängen.

    Mit andern Worten, die Neue Weltordnung ist gekennzeichnet durch den Zusammenprall zwischen Europa und Amerika um koloniale Hoheit über nationale Währungen. Und dieser Konflikt zwischen konkurrierenden kapitalistischen Blöcken wird sich zuspitzen, wenn mehrere Hundertmillionen Menschen von Osteuropa und dem Balkan bis nach Zentralasien am 1. Januar 2002 anfangen, als nationale De-facto-Währung den Euro zu benutzen.


    Anmerkungen

    Die Anmerkungen wurden nicht übersetzt. Das Fischer-Zitat ist eine Rückübersetzung aus dem Englischen, also kein Originalzitat

    1. Robert V. Baryiski, The Caspian Oil Regime: Military Dimensions, Caspian Crossroads Magazine ,Volume 1, Issue No. 2, Spring 1995.

    2. Reference to the European Union in this article should be interpreted as the "European Union minus Britain".

    3. See Albanian Telegraph Agency, Tirana 28 July 1998 and Milsnews, Skopje, 23 January, 1997 available at http://www.freerepublic.com/forum/a379fb721329c.htm .

    4. Milsnews, op cit.

    5. See Karen Talbot's incisive analysis: "Former Yugoslavia: The Name of the Game is Oil, People's Weekly World, May 2001 at http://www.ecadre.net/pages/news/sto...90197752.shtml , see also Marjorie Cohn, "Pacification for a pipeline: explaining the US Military presence in the Balkans, The Jurist, Legal Education Network, June 2001, http://jurist.law.pitt.edu/forumnew22.htm .

    6. George Monbiot, A Discreet Deal in the Pipeline, The Guardian, 15 February 2001.

    7. Richard Giragosian, "Massive Kashagan Oil Strike Renews Geopolitical Offensive In Caspian", The Analyst, Central Asia-Caucasus Institute, Johns Hopkins University-Paul H. Nitze School of Advanced International Studies, 7 June, 2000, http://www.soros.org/caucasus/0059.html

    8. See the Trade and Development (TDA) by Region at http://www.tda.gov/region/sbdi.html

    9. Alexander Gas and Oil Connections, http://www.gasandoil.com/goc/news/nte04224.htm , October 2000.

    10. Under so-called "asymmetric trade preferences" with the EU.

    11. For further details on the role of Robert Frowick, see Michel Chossudovsky, "Macedonia: Washington's Military-Intelligence Ploy". June 2001

    12. See AFP, 10 April 2001.

    13. According to Pascal Boniface, director of the Paris Institute of International and Strategic Relations, UPI, 11 April 2001.

    14. For details on CIA-BND support to the KLA see Michel Chossudovsky, "Kosovo Freedom Fighters Financed by Organised Crime", Covert Action Quarterly, Fall 1999 also available at http://www.heise.de/tp/english/inhalt/co/2743/1.html

    15. Tom Walker, NATO Troops caught in a Balkan Ulster, Sunday Times, London, 18 March 2001

    16. Ibid.

    17. Ibid.

    18. See Deutsche Fallschirmjäger nach Tetovo, Spiegel Online, 24 March 2001, see also, Bundeswehr verlegt Soldaten ins Kosovo, Spiegel Online, 23 March 2001

    19. Deutsche Press Agentur, 19 March 2001

    20. Information transmitted to the author from Skopje, June 2001

    21. Facts on File, World News Digest, 30 May 2001

    22. Reuters, 5 February 2000

    23. The agreement was signed (according to a Pentagon official quoted in Muradian) shortly after the creation of British Aerospace Systems resulting from the merger of BAe with GEC Marconi. British Aerospace (Bae) was already firmly allied to America‚s largest defense contractors Lockheed Martin and Boeing. For further details see Vago Muradian, Pentagon Sees Bridge to Europe, Defense Daily, Vol. 204, No. 40 Dec. 01, 1999.



    Recent articles by the author on the Balkans:
    "Washington Finances Ethnic Warfare in the Balkans", April 2001, at http://www.emperors-clothes.com/articles/choss/fin.htm or http://www.canadiandimension.mb.ca/extra/x0404mc.htm
    "Economic Terrorism", May 2001 at
    http://emperors-clothes.com/articles/choss/eco1.htm or http://alainet.org/active/show_news.phtml?news_id=1225


    Weitere ins Deutsche übersetzte Beiträge des Autors:
    http://www.bos2.alltheweb.com/search...y=chossudovsky mazedonien

    http://www.bos2.alltheweb.com/search...y=chossudovsky mazedonien

    http://www.steinbergrecherche.com/uechossudov.htm

  2. #2

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    Scheiss Amerikaner ..diese sind doch die Rädelsführer und Hauptverantwortliche der ganzen Übels im Exjogoslawiens..

  3. #3
    Avatar von lupo-de-mare

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    Zitat Zitat von Albanesi2
    Scheiss Amerikaner ..diese sind doch die Rädelsführer und Hauptverantwortliche der ganzen Übels im Exjogoslawiens..
    Jeder sollte es wissen, deshalb brachte ich diese sehr gute Quelle, mit sehr vielen weiteren sehr guten Unter Quellen.

    Die Amerikaner gehen nur wegen Geschäfts- und Militärischen Gründen über Leichen Berge und betreiben eine Kriegs Inzenierung, seit Jahrzehnten.

  4. #4
    Feuerengel
    Ich finde Amerika war besser dran als
    Bill Clinton noch die U.S. Flagge wehen ließ.

    Schade das er abgewählt wurde, Demokraten sollten jedes Land regieren.

  5. #5
    Avatar von lupo-de-mare

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    Zitat Zitat von Gjergj
    Ich finde Amerika war besser dran als
    Bill Clinton noch die U.S. Flagge wehen ließ.

    Schade das er abgewählt wurde, Demokraten sollten jedes Land regieren.
    Amerika ging es zumindest wirtschaftlich wesentlich besser, unter Bill Clinton.

  6. #6

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    Die Amerikaner machen alles was sie wollen..und es interesiert ihnen wenig was andere wollen ..weil sie es dürfen..

  7. #7
    Avatar von radeon

    Registriert seit
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    488
    Zumindest gegen die Amerikaner sollten sich die Balkaner zusammenraufen und zusammenarbeiten...

    Leute! die konflikte die die amerikaner anzettelnen werden uns in der region noch in hundert jahren verfolgen, wenn wir nichts tun..
    -------------------------------------

    schon interessant wie sich geschichte wiederholt...

    erst waren es die osmanen die scheisse gebaut haben und uns die heutigen konflikte eingebrockt haben... Diese konflikte verfolgen uns bis heute obwohl die türkei schon lange keine weltmacht mehr ist...

    Das gleiche wird sich wiederholen... die brände die die amis heute legen, werden uns auch in zeiten verfolgen wo die amis längst keine weltmacht mehr sein wird...

    und dann wird die nächste weltmacht kommen und die gleiche scheisse verzapfen...


    WIR MÜSSEN GEMEINSAM DIESE KREIS UNTERBRECHEN!!!!!!!!!

  8. #8

    Registriert seit
    04.06.2005
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    Zitat Zitat von radeon
    Zumindest gegen die Amerikaner sollten sich die Balkaner zusammenraufen und zusammenarbeiten...

    Leute! die konflikte die die amerikaner anzettelnen werden uns in der region noch in hundert jahren verfolgen, wenn wir nichts tun..
    -------------------------------------

    schon interessant wie sich geschichte wiederholt...

    erst waren es die osmanen die scheisse gebaut haben und uns die heutigen konflikte eingebrockt haben... Diese konflikte verfolgen uns bis heute obwohl die türkei schon lange keine weltmacht mehr ist...

    Das gleiche wird sich wiederholen... die brände die die amis heute legen, werden uns auch in zeiten verfolgen wo die amis längst keine weltmacht mehr sein wird...

    und dann wird die nächste weltmacht kommen und die gleiche scheisse verzapfen...


    WIR MÜSSEN GEMEINSAM DIESE KREIS UNTERBRECHEN!!!!!!!!!



    Das beste Beispiel von den Nationalisten hier kannst du sehen.
    Die führen den Kreis des Hasses immer weiter.

  9. #9
    Avatar von Monte-Grobar

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    Ich wäre ja für einen frieden wenn ihr ALbaner das Kosovo nicht für euch haben wollt, und Albanesi soll nicht immer solche GEschichten erzählen. Dann wäre alles palleti

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