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"Armeniergenozid": Ist Bestreiten gleich Leugnen?

Erstellt von djevushko, 28.05.2006, 13:06 Uhr · 677 Antworten · 27.957 Aufrufe

  1. #221
    Avatar von BATTAL

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    Und noch ein Beweis dafür:

    V. Aufstand, nicht Massacres.(Beweise hierfür)

    Die praktischen Resultate dieser „protestantischen Propaganda" zeigten sich vor einigen Jahren zunächst in Marsovan, alsdann in Kum Kapu, wo der „Hintschak" Tumulte veranstaltete. Hier wie dort hatten die Missionare die aufrührerische Bewegung direkt veranlaßt und geschürt, so daß der mit einer Enquete beauftragte amerikanische Diplomat Newbury ihr Verhalten öffentlich brandmarkte. Auch v. d. Goltz („Anatolische Ausflüge") konstatiert in seiner ultra-vorsichtigen Weise, daß erst eine „von außen hineingetragene Agitation" Armenier und Türken verhetzt und ihre Zwietracht in hellen Flammen habe auflodern lassen. Auf wen sich das „von außen" bezieht, brauchen wir nicht weiter auszuführen.

    Dafür, daß die Pastoren-Zöglinge nun Ernst machen, ihr wahnwitziges Ideal vom armenischen Zukunftsstaat. verwirklichen wollten, dafür besitzen wir aus den Jahren 1893 und 1895, und zwar ganz kurz vor dein Ausbruch der großen „Massacres", geradezu klassische Belege. Unter dem 23. Dezember 1893 (d. h. zu einer Zeit, wo scheinbar noch alles ruhig war) veröffentlichte der in „Armenien" thätig gewesene amerikanische Missionar Cyrus Hamlin im Bostoner Missionsorgan „The Congregationalist" den folgenden Warnungsartikel, den wir im Auszug wiedergeben, und dessen Autor ein Ehrenmann - einem förmlich die Augen öffnet:


    Wie jämmerlich nehmen sich neben dieser schlichten, ehrlichen Erzählung jene lügenhaften, übertriebenen Mordgeschichten - selbst „Konsular-Berichte" - der späteren Jahre aus! Beweist Hamlin doch, daß die Aktion der Armenier, von den Geheimkomitees sorgfältig geplant und in ihren Details vorbereitet war - immer im Hinblick auf die oben erwähnte geheimnisvolle „fremde Macht", welcher „der Weg nach Kleinasien erschlossen werden müsse" und deren Hilfe so gut wie sicher. sei. Welche intimeren Beziehungen zwischen dem Hintschak und jener „Macht" geherrscht - das werden wir wohl erst erfahren, wenn einmal die englischen Armenier, die Irländer, nach berühmtem Muster die Londoner Geheimarchive überfallen und geplündert haben werden.

    Aber die Zeit schreitet fort, und was Pastor Hamlin Ende 1893 als „Plan" bezeichnet, geht der ruhmvollen Verwirklichung entgegen. Daß eine E m e u t e, eine bewaffnete Erhebung der Revolutionskomitees und ihres Anhangs von Desperados unmittelbar bevorsteht, erfahren wir (die alte Dame Diplomatie hat dies natürlich verschlafen) aus einer Veröffentlichung des armenischen Revolutionsorgans „Haik" No. 15, vom 1. September 1895.

    Drei Wochen vor Ausbruch der sogenannten „armenischen Greuel" schreibt dieses Blatt wörtlich:

    „In der Überzeugung, daß die. Bemühungen Englands gescheitert sind, werden die Armenier sich nicht mehr zurückhalten dürfen. Es wird zunächst in Konstantinopel zu Unruhen kommen müssen, wo die Armenier ohne Furcht - denn eine erregte Menge kennt keine Furcht - die Offensive ergreifen werden. Bricht der Zorn dieser Masse (nämlich der aus dem Innern gekommenen armenischen Elemente) in seiner ganzen Furchtbarkeit gegen die türkische Regierung los, so werden die unmittelbaren Folgen davon sich nicht ermessen lassen. Das Einschreiten der Gendarmen wird die Menge gleichgültig lassen, man wird regelmäßiges Militär aufbieten müssen, gegen das sie sich mit Verzweiflung schlagen wird. Der Kampf wird lange währen und möglicherweise mit der Besetzung Konstantinopels durch die Mächte endigen... In der Provinz werden die Dinge indessen einen anderen Verlauf nehmen. Während in Konstantinopel die Armenier die Offensive ergreifen, müssen sie sich in der Provinz in. der Defensive halten, und zwar aus folgenden Gründen: Konstantinopel liegt unter den Augen Europas; die Türken werden deshalb, die Armenier daselbst nicht vollständig niederzumetzeln wagen. Die Mächte werden einschreiten, um so mehr, als sich eine bedeutende europäische Kolonie daselbst befindet. Anders in der Provinz, wo die türkische Bevölkerung ohne Furcht vor Europa über die Armenier herfallen kann. Trotzdem mögen sich die Armenier daselbst bewaffnen und bereit halten...

    Auf alle Fälle werden in den bevorstehenden Aufständen viele Armenier, aber auch eine gehörige Anzahl Türken fallen, und die Anarchie in Konstantinopel, wie das Blutvergießen in den Provinzen werden schließlich Europa zur Intervention zwingen."

    Die natürliche Folge dieser armenischen Blut- und Provokationspolitik scheint dein „Haik" die Teilung der Türkei, wobei den Armeniern die Unabhängigkeit winken wird, vorausgesetzt, daß sie vor Europa ihre Rechte zur Geltung bringen.

    „Die Armenier von Konstantinopel halten heute das Schicksal Armeniens in ihren Händen. Ihre besondere Aufgabe ist es, Europa zu zwingen, sich mit unserer Sache zu beschäftigen und uns von der unmittelbaren Autorität der türkischen Barbarei (!) zu befreien... Die unerbitterliche Logik der Ereignisse hat unserer Nation die heilige Pflicht auferlegt, nunmehr mit sicherem Schritte zum Tode oder, zur Freiheit zu marschieren."

    Bedarf es weiteren Zeugnisses dafür, daß es sich nicht um von Konstantinopel aus verfügte willkürliche Massacres handelte, sondern um einen lange geplanten, mit fremder - mindestens moralischer und pekuniärer - Hilfe ins Werk gesetzten ,,Aufstand" 1). Wer will es da den Türken verdenken, daß sie reagierten und den Störenfrieden eine Lektion erteilten, die leider nicht nur die Bösen, sondern wohl auch viele der Guten mittraf? Das armenische Volk kann sich dafür bei den Tollhäuslern des Hintschak und... dessen europäischen Hintermännern bedanken. Mußten Tausende von Armeniern den Wahnsinn der Hintschak-Brüder mit ihrem Leben bezahlen, so kommt ihr Blut vor allem auf die Firma Gladstone und Kompagnie, und sie verdienen einzig und allein den Namen der „großen Mörder".

    1) Mr. Hanotaux im französ. Parlament (3. Nov. 1896): „Dès 1894, le pays était soulevé. Une répression, trop violente eut lieu."

  2. #222
    Avatar von BATTAL

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    Noch einen "Beweis" von Euch das eingestampft worden ist.

    Der "Kronzeuge" Atatürk - "Massaker an Millionen christlicher Untertanen"

    Als einen weiteren "Kronzeugen" stößt man auf Mustafa Kemal Atatürk, der in einer angeblichen Reportage [1] "Massaker an Millionen christlicher Untertanen" eingestanden haben soll. Weder der Journalist noch irgendeine Quelle für diese Unterredung konnte ausfindig gemacht werden [2] und selbst die armenische Seite musste eingestehen, dass Mustafa Kemal Atatürk dies nie gesagt hat. [3]



    [1] Hilderbrand, E., The Confession of Mustafa Kemal Ataturk, Los Angeles Examiner vom 1. August 1926
    [2] Ataöv, T., A Statement Wrongly Attributed to Mustafa Kemal Atatürk, Ankara 1984
    [3] Tashjian, J. H., The Armenian Review, Boston, Mass., 20. März 1982

  3. #223

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    Solange die türkischen Opfer keine Würdigung erfahren, gibt es von meiner keinen Anlass zur "Entschuldigung", zumal ich für die Vorgänge von vor 91 Jahren nicht haftbar gemacht werden kann.

    Es mag sein, dass es "Landsleute", die für die Europäer den Hofnarren spielen.. Bitte, soll so sein.

    Wer ist eigentlich dieser Alparslan?
    Wahrscheinlich irgendein langhaariger Politspinner, der durch solche Äußerungen seine Karriere vorantreiben möchte..

  4. #224
    Avatar von BATTAL

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    Entweder ein Pseudo von tamtam oder jemand der seine Karriere voran bringen will.

  5. #225
    Avatar von Schiptar

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    Zitat Zitat von Prediger
    Solange die türkischen Opfer keine Würdigung erfahren, gibt es von meiner keinen Anlass zur "Entschuldigung", zumal ich für die Vorgänge von vor 91 Jahren nicht haftbar gemacht werden kann.
    Zitat Jesu Christi: „Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Du Heuchler!“

    Zitat Zitat von Prediger
    Es mag sein, dass es "Landsleute", die für die Europäer den Hofnarren spielen.. Bitte, soll so sein.
    Wenn man zu den Verbrechen seines Kollektivs steht, dann hat das etwas mit Rückgrat zu tun und nichts mit "Hofnarrentum". Aber man kann sich's natürlich auch leicht machen und einfach alles leugnen...

    Zitat Zitat von Prediger
    Wer ist eigentlich dieser Alparslan?
    Wahrscheinlich irgendein langhaariger Politspinner, der durch solche Äußerungen seine Karriere vorantreiben möchte..
    Deine verleumderischen albernen Unterstellungen helfen dir auch nicht weiter...

  6. #226

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    Zitat Zitat von Philippos
    Zitat Zitat von Prediger
    Zitat Zitat von Revolut
    Zitat Zitat von Prediger
    Die Armenier in der heutigen Türkei (resp. Istanbul) erfreuen sich bester Gesundheit.
    Denen geht es vielfach besser als unsereinem.




    ich nehme ann, die KUrden auch?
    Die Kurden sind ein anderes Thema. Obgleich sie Möglichkeiten haben, an der Gesellschaft zu partizipieren. Aber sie wollen nicht.

    Im Gegensatz zu ihnen sind die Armenier ausnahmslos reiche Leute. Und sie wollen mehr..
    Die Türken haben auch finanziell von dem Völkermord an den Armeniern profitiert. Genauso wie an den Ermordungen anderer Volksgruppen. Nach der Ermordung folgte die Konfiszierung des Eigentums. Auch griechisches Eigentum wurde konfisziert. Vor der Tötung, oder spätestens nach der Tötung. Die Stadt Istanbul war bis vor einigen Jahrzehnten zu 80 % griechisch, jüdisch und armenisch. Große Grundstückseigentümer der Orthodoxen Kirche in Istanbul wurden von der Türkei konfisziert. Eine Entschädigung gab es natürlich nicht.
    So ist es.
    Aber so einfach werden sie nicht davonkommen. Hier geht es um einen Völkermord.

  7. #227

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    Zitat Zitat von Schiptar
    Wenn man zu den Verbrechen seines Kollektivs steht, dann hat das etwas mit Rückgrat zu tun und nichts mit "Hofnarrentum". Aber man kann sich's natürlich auch leicht machen und einfach alles leugnen...
    Ich leugne gar nichts. Dagegen wird die Dimension "türkische Opfer" gänzlich ausgeblendet.
    Manche Landsleute sind willfährig, nur um die Europäer zu befriedigen (@FtheB: Nein, ich meine das nicht im sexuellen Sinne.).

    Ich als kritischer Mensch, der mit seinen eigenen Leuten sehr wohl hart ins Gericht zu gehen weiß, mache da nicht mit!

  8. #228

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    Ihr seid schon ein lustiges Volk, Türken. Erst behauptet ihr, dass es so einen Musiker nicht gibt, dann behauptet ihr, dass ich es selber bin. Übrigens, ihr solltet euch von diesem "langhaariger Politspinner" ein Beispiel nehmen. Denn nur der, der sein Fehler zugibt, beweist die wahre Grösse!!! Leugnen nutzt nichts! Der Volkermord ist eine bewiesene Sache und wurde von zig Länder anerkannt, die sich damit beschäftigt haben. Oder wollt ihr behaupten, dass ihr zwei-drei leugnende mehr wisst, als viele EU Länder???

    Das mit Lepsius kannst du sonstwem erzählen, ich glaub schon lange ann keine Märchen, schon gar nicht, wenn sie von Türken erzählt werden. Sehr treffend hat ein User in einem anderen Forum den türkischen Leugner geantwortet, die ebenfalls behaupteten, dass Lepsius Dokumente Fälschungen waren:

    Nochmal langsam für die Blöden:
    1) Das AA hat die Akten.
    2) Lepsius bekommt manipulierte Kopien und veröffentlicht diese.
    3) Das Buch mit den manipulierten Akten erscheint (Nachdruck aus Bremen heute im Buchhandel verfügbar).
    4) Lepsius gibt die Kopien zurück.
    5) Das AA verbrennt die Kopien.
    6) Gust vergleicht die Lepsius-Edition (gedruckt) mit den Originalen des AA und findet dort die Notizen, dass die Duplikate mit den Manipulationen verbrannt wurden.

    Die Manipulationen hat Gust nachgewiesen aus einem Vergleich der Lepsius-Veröffentlichung mit den Originalen des AA, die Lepsius nie gesehen hat.

    Lepsius hat einige Dokumente veröffentlicht, die ihm (vom AA gekürzt / manipuliert) überlassen wurden. Die Originale hat das AA behalten, Lepsius erhielt nur Kopien, die er hinterher vernichten musste.
    Von Seiten des Auswärtigen Amts war alles geschehen, die Spuren der Manipulationen zu verwischen. In den AA-Akten findet sich eine kurze handschriftliche Notiz des nach Berlin zurückgekehrten früheren kaiserlichen Konsuls in Aleppo, Walter Rößler. Der hatte am 26. Mai 1919 verfügt: ”Die beifolgenden Materialien zur Herausgabe des Buches Deutschland und Armenien, herausgegeben von Dr. Johannes Lepsius, sind aufzubewahren.” Darüberhinaus hatte Rößler angeordnet, daß diese Materialien nach einem Jahr dem Geheimen Legationsrat Göppert wieder vorzulegen seien für die Entscheidung ”ob zu vernichten. Es sind viele Zifferntelegramme darunter”.

    Wie sich das für eine ordentliche Behörde gehört, wurden nach einem Jahr die Materialien wieder vorgelegt. Der bearbeitende Beamte - Göppert war inzwischen Gesandter in Helsingfors, dem damaligen schwedischen Namen für Helsinki - kontaktierte Lepsius und notierte: ”Die beiliegenden Materialien werden nach Angabe des Dr. Lepsius nicht mehr benötigt”. Sodann traf er folgende Verfügung: “1. Das Zentralbüro wolle die Materialien noch einmal daraufhin durchsehen, ob sich keine Urschriften darunter befinden. 2. etwa vorhandene Urschriften sind zu den Akten zu bringen. 3. der Rest ist durch Feuer zu vernichten.” Der Beamte Walter Bölsing von der Geheimen Registratur meldete kurze Zeit drauf Vollzug: ”Dieses Material ist laut Verfügung vom 18. VI. 20. verbrannt worden.”
    Viele wichtige Informationen auf der folgenden Seite:
    http://www.armenian-genocide.org/index.htm

    Weitere Quellen von türkischen Propaganda:
    http://www.zeit.de/2005/22/historikerkonferenz

    1. Zürrer, Werner: Die Nahostpolitik Frankreichs und Rußlands 1891–1898, Wiesbaden 1970 (Veröffentlichungen des Osteuropa-Instituts München).

    2. Ternon, Yves: Der verbrecherische Staat. Völkermord im 20. Jahrhundert, Hamburg 1996, S. 141.

    3. Zur Ideologie und zum Aufstieg der jungtürkischen Bewegung siehe Dabag, Mihran: Jungtürkische Visionen und der Völkermord an den Armeniern

    4. Akçam, Taner: Armenien und der Völkermord. Die Istanbuler Prozesse und die türkische Nationalbewegung, Hamburg 1996, S. 27 ff.

    http://www.ifsh.de/pdf/publikationen/hb/hb132.pdf

    ZEIT.de, 26.05.2005
    Armenien-Konferenz in Istanbul abgesagt
    Die Konferenz zum Völkermord an den Armeniern wird nach scharfer Kritik von der türkischen Regierung abgesagt.

    Justizminister Cecik nennt die Konferenz einen "Dolchstoß" in den Rücken der türkischen Nation Von Mittwoch an sollte an der Bosporus-Universität in Istanbul drei Tage lang über die Ermordung von etwa 1,5 Millionen Armeniern im Ersten Weltkrieg debattiert werden. Auch Kritiker der offiziellen türkischen Haltung zum Genozid an der armenischen Bevölkerung wollten an dem Historiker-Treffen teilnehmen.
    http://www.zeit.de/2005/22/historikerkonferenz

    Liste manipulierter Dokumente:
    http://www.armenocide.de/armenocide/...e?OpenFrameset

    Liste unmanipulierter Dokumente:

    Alle nachfolgend nicht erwähnten Dokumente wurden manipuliert.
    http://www.armenocide.de/armenocide/...e?OpenFrameset

    Sehr lesenswert:
    http://www.europarl.europa.eu/omk/si...DOC=Y&LSTDOC=N

    Die Verschwörungstheorie von den Türken, dass Lepsius Dokumente gefälscht sind und dass Armenische Historiker sich weigern, an den Konferenzen teilzunehmen, wird von Tessa Hoffman widerlegt:

    Die von Kalnoky hervorgehobenen, angeblich „neuen Forschungsergebnisse“ von Yusuf Sarinay und Cem Özgönül erweisen sich bei genauerer Kenntnis und Betrachtung als „old hat“. Die Abweichungen der Teiledition, die Johannes Lepsius im Auftrag des deutschen Auswärtigen Amtes und aus Anlass der Pariser Friedenskonferenz 1919 als exkulpierendes „Weißbuch“ herausgab, von den Originalarchivalien haben seit Ulrich Trumpener („Germany and the Ottoman Empire 1914-1918“, 1968) zahlreiche Forscher untersucht und gedeutet, zuletzt – kritisch und umfassend – Wolfgang Gust (2005), der auch eine über die Lepsiussche Teiledition hinausgehende Edition der ungekürzten Originalfassungen von Aktenstücken aus dem Politischen Archiv des deutschen Auswärtigen Amtes publizierte. Seine Edition und vor allem das Studium der Originale belegen, dass weiterhin der Schriftwechsel der kaiserdeutschen Diplomaten eine der wichtigsten Quellen zum Verständnis der Armeniervernichtung bildet.
    5. Professor Dr. Georg Meggle von der Universität Leipzig

    http://www.uni-leipzig.de/~philos/me...rmenien-05.pdf
    Das finde ich so passend, genau das trifft auf die türkische User hier zu, die Genozid an den Armenier leugnen:

    Die übliche Rechtfertigung von Seiten aller Kriegs- und Völkermord-Verbrecher ist das Plädoyer auf Notwehr: Nicht jede Tötung, auch nicht jeder Totschlag, sei schon Mord. Zum Beispiel nicht bei Notwehr; zumindest nicht, wenn diese der Bedrohung angemessen sei.

    Kann Völker-Totschlag jemals legitime Notwehr sein? Aus der Sicht der Täter wohl. Auch das spielt aber keine Rolle. Schon rein begrifflich nicht: Jede Art von Gruppen-Totschlag – auch der aus vermeintlicher Notwehr – zählt, sofern er seine Opfer als Mitglieder der betreffenden (ethnischen, religiösen etc.) Gruppe trifft, bereits als Völkermord.
    Noch was interessantes zum Thema:
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19959/1.html

    Beweise der Grausamkeit der Tat kommt auch hier zur Geltung:

    Dr. Martin Niepage war deutscher Lehrer (deutsche Oberrealschule) in Aleppo. Das gehörte damals zum Osmanischen Reich, liegt heute in Syrien. Aleppo war einer der Sammelpunkte für Deportierte. Dr. Martin Niepage war Augenzeuge, er schrieb am 10. September 1916 einen Zeugenbericht an den Deutschen Reichstag. Zur Untermauerung der Glaubwürdigkeit hat Dr. Eduard Graeber, Lehrer aus der Schweiz in Aleppo, die Zeugenaussage mit unterschrieben.

    Zitat
    Was wir hier in Aleppo mit eigenen Augen sahen, war ja nur die letzte Szene des großen Trauerspiels der Armenierausrottung, nur ein winziger Bruchteil des Schrecklichen, dass sich gleichzeitig in den übrigen Provinzen der Türkei abspielte. Viel entsetzlichere Dinge berichteten die Ingenieure der Bagdadbahn, wenn sie von der Strecke heimkehrten oder deutsche Reisende, die auf ihrem Wege den Karawanen der Deportierten begegnet waren. Manche dieser Herren mochten tagelang nichts essen, so Entsetzliches hatten sie gesehen. Der eine berichtete ..., wie am Bahndamm bei Teil Abiad und Raz ul Ain geschändete Frauenleichen massenhaft nackt herumlagen. Vielen von ihnen hatte man Knüttel in den After hineingetrieben. Ein anderer ... hatte gesehen, wie Türken armenische Männer zusammenbanden, mit Vogelflinten eine Reihe von Schüssen in das Menschenbündel hinein abgaben und lachend davongingen, während ihre Opfer in schrecklichen Zuckungen langsam verendeten. Anderen Männern hatte man die Hände auf den Rücken gebunden und ließ sie steile Hänge hinabrollen. Unten standen Frauen, die die Herabgerollten mit Messern bearbeiteten, bis sie tot waren. ...
    Der deutsche Konsul aus Mossul berichtete in meinem Beisein im deutschen Kasino zu Aleppo, er habe auf manchen Stücken des Weges von Mossul nach Aleppo soviel abgehackte Kinderhände liegen sehen, dass man die Straße damit hätte pflastern können. Auch im deutschen Hospital von Urfa liegt ein kleines Mädchen, dem beide Hände abgehackt wurden. Bei einem Araberdorf vor Aleppo sah ... der deutsche Konsul aus Mossul flache Gruben mit frischen Armenierleichen. Die Araber des Dorfes sagten aus, sie hätten diese Armenier auf Befehl der Regierung umgebracht. Einer versicherte stolz, er allein habe acht totgeschlagen. In vielen Alleppiner Häusern, in denen Christen wohnen, fand ich armenische Mädchen versteckt, die durch irgend einen Zufall dem Tod entrannen, sei es, dass sie erschöpft liegen blieben und für tot gehalten wurden, als ihr Zug weitergetrieben wurde, sei es, dass Europäer Gelegenheit hatten, die Unglücklichen für wenige Mark dem türkischen Soldaten abzukaufen, der sie zuletzt geschändet hatte. Alle diese Mädchen sind wie geistesgestört. Viele haben zusehen müssen, wie die Türken ihren Eltern die Hälse durchschnitten. Ich kenne solche armen Geschöpfe, aus denen Monate lang kein Wort, aus denen noch heute kein Lächeln herauszubringen ist. Ein etwa 14jähriges Mädchen wurde von dem Magazinverwalter der Bagdadbahn in Aleppo ... aufgenommen. Das Kind war von türkischen Soldaten in einer Nacht so oft genotzüchtigt worden, dass es vollständig den Verstand verloren hatte. Ich sah, wie es sich mit heißen Lippen im Wahnsinn auf seinem Kissen herumwälzte, und konnte ihm nur mit Mühe Wasser zu trinken geben.
    Quelle: W. Baum: Die Türkei und ihre christlichen Minderheiten. Geschichte - Völkermord - Gegenwart. Kitab-Verlag Wien, 2005, Seite 94 bis 96. Der gesamte Bericht von Dr. Martin Niepage steht hier:
    www.armenocide.de (10.9.1916)

    Mir dreht es im Magen, was für grausame Mörder doch ihr seid!! Ihr seid keine Menschen, denn Menschen tuen so etwas nicht... Kein Herz und keine Seele, was kann man von den Türken sonst erwarten? Mich wndert gar nichts mehr...

  9. #229

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    100
    Und hier die Quelle von allen Länder, die bis jetzt Genozid an Armenier anerkannt haben:

    http://haias.net/historie/recognizat...solutions.html

  10. #230

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    Danke für die Liste.

    Es scheinen alle europäischen Länder den armenischen Genozid (an orthodoxe Christen) akzeptiert zu haben.

    Mögen die unschuldigen Seelen in Frieden ruhen.

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