Attila († 453), Sohn des Mundzuk, war von 434 (als Mitherrscher zusammen mit seinem Bruder Bleda) bzw. 444/45 (als Alleinherrscher) bis zu seinem Tod König der Hunnen. Zentrum von Attilas Herrschaftsbereich war das heutige Ungarn, wo die Hunnen im 5. Jahrhundert ein kurzlebiges Reich errichteten.

Hunnen ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe zentralasiatischer Reitervölker mit nomadischer, später halbnomadischer Lebensweise. Ihre genaue Herkunft und Ethnizität ist nicht genau bekannt bzw. in der modernen Forschung umstritten. Ebenso ist nicht sicher, dass der Begriff Hunnen eine klar umrissene Gruppe von Stämmen bezeichnete; in der modernen Forschung wird vielmehr oft angenommen, dass dies eher als prestigeträchtige Bezeichnung für eine heterogen zusammengesetzte Gruppe zu verstehen ist.[1] Fest steht nur, dass die in spätantiken Quellen als „Hunnen“ bezeichneten Stämme um die Mitte des 4. Jahrhunderts n. Chr. im Raum zwischen den Flüssen Don und Wolga lebten und schließlich nach Westen vorstießen, wobei sie nicht unter einheitlicher Führung agierten.[2] Sie fielen ab 375/76 n. Chr. mit dort unbekannter Reiterkampftechnik in Europa ein (siehe Völkerwanderung) und spielten in der spätantiken Geschichte noch bis ins späte 5. Jahrhundert eine bedeutende Rolle. Allerdings zerstreuten sich die Hunnen nach dem Tod Attilas 453 und dem Zerfall seines Reichs wieder weitgehend. Hunnische Hilfstruppen in oströmischen Diensten sind jedoch noch im 6. Jahrhundert belegt.