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Bektaschis in Albanien

Erstellt von Adem, 15.12.2011, 16:41 Uhr · 57 Antworten · 7.451 Aufrufe

  1. #51
    Avatar von Ciciripi

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    Zitat Zitat von FloKrass Beitrag anzeigen
    Mein Schulweg hat früher immer an der Teqe vorbeigeführt und einst haben wir mal mit einem Freund rein geschaut. Der war voll konzetriert auf die Gräber und in dem Moment habe ich voll Kane gegen die Metallklappen gehauen, er ist 2 Meter zurückgesprungen und kreidebleich im Gesicht gewesen


    Ich wusste gar nicht, dass Bim in der Nähe wohnt. Ich glaube nicht, dass er wirklich aus der Teqe geld klaut Habe ich zumindest noch nie gehört.

    hahaha ich weiß es nicht , aber so fertig wie der früher war könnte ich es ihn schon zutrauen

  2. #52
    Avatar von Sazan

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    Zitat Zitat von Muhaxher Beitrag anzeigen
    Ja die in Prishtine kenne ich , Bim Bima wohnt neben der Teqe man sagt das er immer Geld klaut :
    mos m´shtift zoti n´gjynah, aber ich würd das geld auch aus den tekken klauen und es menschen geben, die darauf angewiesen sind, anstatt es den toten zu überlassen.

  3. #53
    Avatar von Ciciripi

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    Zitat Zitat von Sazan Beitrag anzeigen
    mos m´shtift zoti n´gjynah, aber ich würd das geld auch aus den tekken klauen und es menschen geben, die darauf angewiesen sind, anstatt es den toten zu überlassen.
    Im nachhinein stecken es sich doch eh die Babas ein . Lustig ist nur das viele in Kosovo reinfallen und den Babas ihre Lügen abkaufen von wegen das wär der richtige Islam .

  4. #54
    Avatar von Charlie

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    Zitat Zitat von Muhaxher Beitrag anzeigen
    Krank 3 : 30

    Alteeer, wieso hast du mir dieses Video nicht gezeigt, als ich wissen wollte, was das für eine Gruppierung ist. Krank!

    Wie stehen eigentlich die Sunniten zu den Bektashis bzw. Dervishen? Sind die Bektashis eigenltich Schiitisch oder Sunitsch?

  5. #55
    Avatar von Ciciripi

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    Zitat Zitat von Charlie Beitrag anzeigen
    Alteeer, wieso hast du mir dieses Video nicht gezeigt, als ich wissen wollte, was das für eine Gruppierung ist. Krank!

    Wie stehen eigentlich die Sunniten zu den Bektashis bzw. Dervishen? Sind die Bektashis eigenltich Schiitisch oder Sunitsch?
    Naja im Kosovo gibt es schon welche die sie als Kafirs sehen , aber die meisten haben nix gegen sie und sehen sie auch als Muslime . Z.b Bajram und solche Feste feiern sie zusammen . In MK wurde sogar mal ne Teqe angezündet ....

    Sie gehören eher zu den Shiiten .

  6. #56
    Avatar von Charlie

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    Stimmt es dass der Prophet mal behauptet hat, dass es am Ende 90(oder weiss nicht mehr genau) Sekten des Islams geben wird, die sich vom Islam abgespaltet haben?

    Manchmal denke ich mir, wir Moslems sollten uns nicht unterscheiden in Sunniten, Schiiten oder was weiss ich, sondern nur darauf uns zu konzentrieren was im Koran steht und einfach MOSLEM zu sein.

  7. #57
    Karim-Benzema
    auptsitz der Bektashi in Tirana. Foto: Albinfo/Wikipeadia Im albanischen Kloster Tekke treffen sich jedes Jahr die Bektashi. Sie schlachten Schafe, tanzen und verehren ihre Heiligen. Der liberale muslimische Orden könnte eine Brücke zwischen den Religionen bauen.



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    Dürfen fromme Muslime den Propheten im Bild darstellen? Bedächtig schlägt der Dedebaba sein blütenweißes Gewand über dem Knie zurecht und streicht sich den langen Bart. „Ja“, sagt der alte Mann nach einer effektvollen Pause und legt das Gesicht über dem Bart in Lachfältchen, „das dürfen sie. Wenn einer nach Hause kommt, legt er Hut oder Schleier doch ab.“
    Wenn der oberste Derwisch des Bektashi-Ordens eine Antwort gibt, dann ist es erst einmal am Fragenden, eine Denkpause einzulegen. Das Verbot, Allah, den Propheten Mohammed und sogar alle Menschen im Bild darzustellen, wie strenge muslimische Theologen es verhängt haben, gilt hier nicht. An der Fassade der Tekke, des Derwisch-Klosters hoch oben in den Bergen, prangt eine Plakatwand mit den männlichen, aber doch sanften Zügen eines Helden, der ein bisschen Jesus oder Che Guevara gleicht. Im Mutterhaus des Ordens in der Hauptstadt Tirana hängt sogar ein Bild, das für die Glaubenswächter in Teheran und erst recht in Mekka die schlimmstmögliche Gotteslästerung wäre: Wie die Heilige Familie der Christen sieht man hier nebeneinander den Propheten selbst, seine Tochter Fatima und deren Mann, den Kalifen Ali. Zu ihren Füßen hocken die Söhne der beiden, Hassan und Hussein. Über den Himmel schweben Engel mit Flügeln.
    Hier bei den Derwischen, sagt der Dedebaba mit seinen vorsichtigen Worten, dürfe Mohammed sich zu Hause fühlen. Und wer immer sonst ihn liebt und darstellt, lädt den Propheten eben zu sich ein.
    Der kleine, schattige Balkon des Klosters, auf dem der Dedebaba seiner Weisheit zum Besten gibt, ist ein letztes Stück vom Balkan, wie er einmal war. Unten auf der kargen Alm dröhnt aus großen Boxen orientalische Popmusik. Der greise Patriarch und die jungen Leute, die hier Party machen, flanieren, tratschen und tanzen. Sie passen gut zusammen. Über Jahrhunderte haben die Menschen auf dem Balkan sich darin geübt, sich der harten Konfrontation zwischen Christentum und Islam, Kaiser und Sultan zu entziehen. Nicht weit von hier, im Sharr-Gebirge zwischen Mazedonien und dem Kosovo, geben Eltern ihren Kindern auch heute noch oft zwei Vornamen: einen islamischen, einen christlichen. Der Derwisch hat die Lehre dazu. An der Schnittstelle von Abend- und Morgenland ist aus der Weigerung, sich vereinnahmen zu lassen, eine eigene Glaubens- und Gedankenwelt entstanden. Und sie ist heute noch hier zu besichtigen.
    Jedes Jahr, wenn der Sommer zu Ende geht, brechen Tausende Albaner aus dem ganzen Land zu einer merkwürdigen Reise auf. Sie führt zunächst nach Berat, einem idyllischen Städtchen mit Moscheen, Kirchen und vielen hellen Häusern im alttürkischen Stil, und von dort in die Berge. Hinter dem Marktflecken Polican dann prügeln verwegene Gestalten ihre ramponierten Geländewagen und alten Mercedes in mörderischem Tempo eine steile, staubige Piste hinauf. Man könnte glauben, man sei in eine Rallye geraten, wären da nicht die Dachgepäckträger, mit dicken Taschen und lebenden Schafen beladen.
    Der Weg endet bei der Tekke, dem Kloster, auf einem Gebirgspass knapp 2000 Meter über dem Meeresspiegel. Über einem Gewirr aus Zelten, Autos und provisorischen Unterständen rund um den schlichten Bau liegt ein Geruch aus Raki und frisch geschlachteten Schafen, die überall an Spießen um ihre Längsachse rotieren. „Das sind Opfergaben“, erklärt Alban, ein junger Albaner, der in der Türkei islamische Theologie studiert. „Man isst das Fleisch, wirft die Gedärme weg und schenkt die Felle den Derwischen, die sie dann verkaufen.“ Was begann wie das Rennen Paris-Dakar, wird auf dem Berg zu Volksfest und Wallfahrt in einem. Ein gepflasterter Weg führt zu einer Felswand, an der die Gläubigen Kerzen anzünden, weiter zu den Gräbern von Derwischen. Sie küssen dort die Steine und legen Geldscheine, Bittbriefe und Geschenke ab. Dann geht es schließlich zur Schlachtstraße. Wie am Fließband schneiden hier professionelle Metzger den Schafen die Kehle durch.
    Weit vor Sonnenaufgang ziehen die Frömmsten noch weiter hinauf zur Tyrbe, einem schlichten, zwölfeckigen Tempelchen hoch auf dem Tomorr, dem Gipfel auf 2400 Metern. Er sei „Atheist“, hat Nano gesagt, ein 25-Jähriger, der mit seinem Jeep noch die wildesten Konkurrenten überholt hat. Hier oben geht Nano erst einmal wie alle anderen dreimal um das kleine Gebäude mit der grünen Kuppel herum, küsst Türstock und Schwelle und tritt dann ehrfürchtig ins Innere. In einem Sarkophag ruhen hier der Legende zufolge Knochen von Abbas Ali, dem Che Guevara von der Tekke.
    Alban, der Student, trägt Jeans und Pulli und keinen Bart. Er kommt aus einer Bektashi-Familie, erzählt er. Seinen sunnitischen Studienkollegen in der Türkei erzählt er das aber lieber nicht. Dort ist Alban einfach Muslim. „Die Bektashi sind keine Konfession“, sagt er, „sie sind eine Schule“ – so wie die berühmten Universitäten Harvard oder Oxford „Schulen“ begründen, aber keine Glaubensgemeinschaften. Viele Sunniten hegen trotzdem Misstrauen gegen die albanischen Derwische und ihre Anhänger. „Aber nicht, dass wir wie die Schiiten den Kalifen Ali verehren, stört sie“, sagt Alban. „Was sie stört, ist unsere Toleranz.“ Alban selbst hat mit Andersgläubigen keine Probleme. Seine Freundin ist aus Bayern, er diskutiert so frei wie jeder Student in Europa.
    Es ist Ramadan, der Fastenmonat. Aber neben Cola und Bier wird an den vielen Ständen auf dem Tomorr in großen Plastikflaschen sogar Schnaps verkauft. „Ich beachte den Ramadan schon“, erklärt Alban. „Man kann aber für die Pilgertage eine Auszeit nehmen und die Tage später nachholen.“ Die jungen Leute hier gehen nicht anders miteinander um als die auf einer deutschen Kirmes. Die Mädchen tragen Hosen oder kurze Röcke. Keine hat ein Kopftuch, lange Bärte sieht man nur bei den mönchsähnlich lebenden Derwischen mit ihren festlichen Gewändern. Jungen und Mädchen tanzen miteinander den Kolo, den balkanischen Rundtanz.
    Frauen nehmen auch am Gebet teil. Güllizar Cengiz, eine Türkin aus Köln am Rhein, stellt sich sogar als „erste Derwischin“ vor: Ein „Baba“, zu deutsch Vater und bei den Bektashi so etwas wie ein Abt, habe sie in der Türkei in diesen Stand erhoben, sagt Güllizar Cengiz. Bei den albanischen Derwischen stößt sie mit ihrer Selbsteinstufung auf freundliche Skepsis. Für sie ist Cengiz eine Alevitin, Angehörige einer toleranten Glaubensgemeinschaft, die besonders in der Türkei verbreitet ist.
    Mit den Aleviten mag sich der Dedebaba nicht identifizieren. Aber distanzieren will er sich auch nicht. Eine Glaubensgemeinschaft mit fester Lehre, wie die Aleviten, wollen die Bektashi nicht sein. „Wir sind alle Kinder Adams“, sagt er, „gleich ob Muslime, Orthodoxe oder Katholiken.“ Mit der Kreuzigung Jesu, die in der christlichen Religion eine wichtige Rolle spielt, hat der Dedebaba auch kein Problem, aber sie sei „ein Geheimnis, das wir noch nicht gut genug verstehen“. Mit ihrer Toleranz und ihrem undogmatischen Islam könnten die Bektashi eine schöne Brücke zwischen Ost und West sein – oder wenigstens eine zwischen den Muslimen und den Christen in Albanien. Aber der greise Anführer winkt ab. Denn was in westlichen Ohren wie Toleranz oder gar Gleichgültigkeit klingt, ist viel radikaler: Das Spiel mit den Identitäten, den festen Zugehörigkeiten, das dem Balkan immer wieder eine Serie von Kriegen beschert hat, mag er nicht mitspielen. Vor Gott bestehe das alles nicht. „Die Seele“, sagt der Dedebaba, „hat kein Geschlecht und keine Konfession.“ Er lächelt, erhebt sich, reicht allen die Hand und verschwindet in seiner Tekke.
    Jahr für Jahr kommen weniger Gäste auf den Tomorr. Fast ein Vierteljahrhundert war jede Religion in Albanien verboten. Die Mystik der Bektashi, die meist von Mensch zu Mensch weitergetragen wurde, ist in vielen Familien verloren gegangen. Der 75-jährige Dedebaba (Großvater) hat die Diktatur als Zwangsarbeiter in einem Agrarkombinat überlebt. Und weil es Bektashi fast nur in Albanien gibt, konnten sie nach dem Fall des Kommunismus das verlorene Wissen auch nicht von außen wieder hereinholen. Unten im Salon der Tekke hält jetzt ein anderer Baba Hof. Der 51-jährige Edmond Brahimaj, der einmal der Nachfolger des alten Dedebaba werden will. Er passt besser in die Welt der festen Zugehörigkeiten und Überzeugungen als die Alten.
    „Baba Mondi“, wie ihn alle nennen, debattiert, doziert, erklärt sich, politisiert. In Tetovo, wo er residiert, muss er sich mit der christlich-orthodoxen Staatsgewalt und mit den Sunniten herumschlagen, die Anspruch auf sein Kloster erheben. In der mazedonischen Stadt sind die Bektashi eine Konfession unter vielen. Nach ihrem theologischen Standort befragt, redet der vitale Derwisch nicht lange rum. Er nimmt einen Zettel und malt ein klares Schema auf: Die Bektashi gehörten mit drei anderen Orden zu den Aleviten, die wiederum zu den so genannten Zwölfer-Schiiten.
    So wie die Menschen auf dem Balkan sich noch vor dem Krieg festen Zuordnungen entzogen und jetzt doch alle einer Nation angehören, so werden die Bektashi mit ihrem neuen Baba Mondi allmählich eine feste Konfession. An den Ständen rund um die Tekke verkaufen sie kleine Plastik-Medaillons mit ihrem Heiligen Abbas Ali, die man sich um den Hals oder an den Rückspiegel hängen kann, wie es die Christen mit ihren kleinen Ikonen tun.
    Was einst nur ein subversiver Gedanke war, ist in der pluralistischen Welt von heute die Identität einer Minderheit. Wie alle Minderheiten zählen auch die Bektashi die Häupter ihrer Anhänger und übertreiben dabei gewaltig. 120 Millionen von ihnen gebe es auf der Welt, sagt Baba Mondi selbstbewusst, obwohl die Bektashi doch fast nur in Albanien leben und das Land kaum mehr als drei Millionen Einwohner hat. Überleben können die Bektashi im Pluralismus des demokratischen Albanien vielleicht. Aber untergraben können sie die Konkurrenz der Religionen nicht mehr.
    Wenn die Raki-Flaschen leer und die Schafe geschlachtet sind, werden aus den Tausenden Anhängern der Bektashi wieder gewöhnliche Albaner, die auf Religion nicht mehr viel geben. Nur Alban kehrt in die Türkei zurück, an die Fakultät, wo ihm Professoren den Koran auslegen. Er wird zuhören, lernen und freundlich nachfragen. Gegen allen Eifer wird er gefeit sein. Er kann immer wieder zurückkehren auf den Tomorr und den weisen Worten des alten Derwischs lauschen. „Was du suchst“, hat der Ordensgründer einmal gesagt, „findest du nicht in Jerusalem und nicht in Mekka. Du findest es nur in dir selbst.“

  8. #58
    Avatar von Dr. Gonzo

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    10.633
    Bektashi und Aleviten sind zwei verschiedene Sachen, die aber einen ähnlichen Ursprung haben,
    Den gleichen ursprung , um ehrlich zu sein. Es gibt nur minimale Unterschiede. man kann sagen, die Bektasi des Balkans sind die Aleviten des Balkans.

    was kein Wunder ist, da sie Muslime sind (was ein Teil der Aleviten abstreitet)
    . Alevite zu sein im Otthoman Reich bedeutete, Repressalien, Verfolgung und Mord ausgesetzt zu sein, seitens der sunnitischen "Brüder". Deswegen steht man auch nicht zum sunnitischen teil.

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