Die Gegend von Velipoje kenne ich gut über viele Jahre hinweg. Die funktionierende Aufbau Hilfe dort ist nicht zu übersehen.


Kirche und Wasser für albanisches Dorf

Ein Getreidelager war bis zum Jahr 1999 das Gotteshaus von Velipoje. Mit Tiroler Hilfe entstand eine Kirche, in der rund 1000 Gläubige Platz haben.
Die St. Nikolaus-Kirche, die von Tirolern in Nordalbanien errichtet wurde, fasst rund 1000 Gläubige.
Bild: TT

In einer trostlosen Situation fanden Walter Schrott (stellvertretender Chefredakteur der Tiroler Tageszeitung) und TT-Mitarbeiter Walter Zwicknagl, die Hilfstransporte nach Albanien organisierten, Pfarrer Don Marjan Ukaj im Spätherbst 1994 vor. Statt Fensterglas gab es in seiner Wohnung Plastikfolien, die Messe feierten die Albaner, die sich gerade von der Diktatur befreit hatten, in einem Getreidesilo. "Könnt ihr uns beim Bau einer Kirche helfen?", fragten die Dorfältesten.

Rasch fanden die beiden Tiroler in Bischof Reinhold Stecher einen Verbündeten. Bald stieß auch Pfarrer Erwin Gerst zur Truppe und spendete einen Tabernakel. Mit seinen Aquarellen und Drucken, die als Bausteine verkauft wurden, war der Bischof der Geldbeschaffer.

Tiroler Zimmerer sorgten für den Dachstuhl, Bodenfliesen spendierte Alois Wegscheider aus Wörgl, die Glasfachschule Kramsach sorgte für die Fenster und eine Wiener Firma stellte sich mit Dachplatten ein. Planung und Bauleitung hatte um Gotteslohn der deutsche Architekt Josef Schuster übernommen. Diplomatische Hürden half Botschafter Arno Riedel, ein gebürtiger Wörgler, in Tirana zu überwinden.

Im Jahr 1999 wurde die Kirche geweiht. Der gute Geist in der Pfarre ist neben Pfarrer Marjan Ukaj die deutsche Ordensschwester M. Juditha Heidel. Sie leitet in Velipoje ein Kloster und kümmert sich mit jungen albanischen Schwestern um Kindergärten.

Aber es blieb nicht beim Kirchenbau. Eine zwölf Kilometer lange Wasserleitung entstand vor zwei Jahren. Damit haben die Menschen in Velipoje auch das lebenswichtige Naß. Fritz Heidel, der Bruder der Ordensschwester, bewährte sich als Brunnenbauer und unterstützte so die kleine Tiroler Hilfsmannschaft - und dies ebenfalls zum Nulltarif.


12.06.2005 21:07

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