BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Erweiterte Suche
Kontakt
BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Benutzerliste

Willkommen bei BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen.
Seite 1 von 5 12345 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 44

Bosnien-Herzegowina unter Österreich-Ungarn

Erstellt von amerigo, 06.07.2014, 00:39 Uhr · 43 Antworten · 3.545 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von amerigo

    Registriert seit
    19.10.2011
    Beiträge
    4.812

    Bosnien-Herzegowina unter Österreich-Ungarn

    Dieser Zeitabschnitt der bosnischen Geschichte begann mit einer Entscheidung im Berliner Kongress 1878. In diesem entschieden die Vertreter der europäischen Großmächte über die Zukunft Bosniens und Herzegowinas. Genauer, stellten sie die osmanischen Provinzen Bosnien und Herzegowina unter österreichisch-ungarische Verwaltung, doch Formel blieb Bosnien noch bis zur Annexion 1908 Teil des Osmanischen Reiches.

    Da sich die österreichisch-ungarische Regierung nicht darauf einigen konnte, welchem Gebiet nun Bosnien bzw. Herzegowina zugeteilt werden soll, wurde die Verwaltung dem gemeinsamen k. u. k. Finanzministerium übertragen.Die österreichischen Beamten prägten in dieser Zeit den Doppelnamen Bosnien-Herzegowina (Bosna i Hercegovina), der bis heute die Bezeichnung des Landes ist.


    In der Folge schuf die k.u.k. Verwaltung ein leistungsfähiges Schul- und Sanitätswesen und ermöglichte eine gute wirtschaftliche Entwicklung.
    In österreichischer Zeit begann die industrielle Ausbeutung der Bodenschätze und Wälder Bosnien-Herzegowinas, wobei jedoch mit Augenmaß vorgegangen wurde (u. a. Aufforstungsprojekte).
    Schmalspurige Eisenbahnlinien und wichtige Fernstraßen wurden errichtet. Für die ersten Ansätze der Industrialisierung waren Fachkräfte notwendig. Dies führte von 1880–1910 zur Zuwanderung von Menschen aus anderen Teilen der Donaumonarchie. Darunter waren neben Deutschen und Tschechen auch Polen, Slowenen und Ruthenen. Manche dieser Einwanderer erwarben auch Grundbesitz und waren als Bauern tätig.

    Bei ihrer Herrschaft stützten sich die Österreicher auch auf die alten muslimischen Eliten, die sie durch verschiedene Maßnahmen für sich einzunehmen wussten. So wurde der Islam als gleichberechtigte Religion staatlich anerkannt. Das aus diesem Anlass 1912 erlassene Islamgesetz steht weitgehend unverändert in der Republik Österreich weiterhin in Kraft.
    Die formelle Annexion von Bosnien-Herzegowina durch Österreich-Ungarn 1908 löste eine europäische Krise aus. Das Land wurde auch jetzt keiner Reichshälfte zugeteilt, sondern weiter vom gemeinsamen Finanzministerium verwaltet. Nach der Verfassung von 1910 erhielt Bosnien-Herzegowina eine eigene Landesregierung mit Landeschef (vorher war die Aufgabe des Landeschefs durch den Kommandeur der Okkupationstruppen wahrgenommen worden) und Landtag. Vor dem Ersten Weltkrieg wurden einmal Landtagswahlen (1910) abgehalten.
    Der Anfang vom Ende dieses Zeitabschnittes der bosnischen Geschichte begann mit dem Attentat auf Franz Ferdinand 1914 in Sarajevo.

    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------










    Die Infrakstruktur und Architektur in BiH wurde von Österreich-Ungarn mitgeprägt

    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Bosniaken:



    Anerkennung des Islam Wegen der muslimischen Bosniaken verabschiedete die Donaumonarchie im Jahr 1912 auch das Islamgesetz. Aufgrund dieses Gesetzes wurde die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich gegründet, die zurzeit die zweitgrögte Glaubensgemeinschaft in Osterreich darstellt. Der österreichische Kaiser Franz Joseph schenkte bereits 1916 wegen der Tapferkeit und Loyalität der muslimischen Bosniaken im Ersten Weltkrieg Geldmittel in Höhe von 25.000 Goldkronen den Bau einer Moschee in Wien. Diese Initiative dauerte bis zum Kriegsende an und wurde aufgrund des Zerfalls der österreichisch-ungarischen Monarchie unterbrochen.


    ----------------------------------------------------------------------

    Nationale Bewegungen Aufgrund der Tatsache, dass im osmanischen Bosnien das nationale Bewusstsein weder hervorgehoben wurde noch mit der heutigen Form vergleichbar existierte, wird mit Osterreich-Ungarn Raum für das Wirken größerer nationaler Bewegungen geschaffen. Dies nutzten vor allem Bewegungen aus Belgrad und Zagreb, die mittels verschiedener Organisationen auch in Bosnien-Herzegovina an der Nationalisierung der bosnischen Orthodoxen und Katholiken, welche sich immer häufiger als „Serben“ und „Kroaten“ deklarierten, arbeiteten. Dieser Teil der bosnisch-herzegovinischen Bevölkerung entwickelte bis dahin seine nationale Identität durch die Verbundenheit mit dem Land Bosnien. Prof. Marko Vego zitiert einen Brief des Papstes Urban V. aus dem Jahr 1386, in welchem die bosnische Nation erwähnt wird, womit die Angehörigen des bosnischen Staates gemeint sind. Die Angehörigen dieser bosnischen Nation wurden im Mittelalter Bosnjani, und zur Zeit der Osmanen Bosnjaci (Bosniaken), genannt.

    Als eine der Folgen der Nationalisierung von außen kann auch die Anordnung der Landesregierung vom 04.10.1907 gesehen werden, die besagte, dass „die Bezeichnung ‘bosnische Sprache‘ völlig verschwinden und die Landessprache ‘Serbo-Kroatisch‘ heißen soll.“ Mit diesem Verbot wird vorübergehend die jahrhundertealte Tradition, die Volkssprache „Bosnisch“ zu nennen, unterbrochen. Beispielsweise erwähnte schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts der bekannte byzantinische Schriftsteller Konstantin der Philosoph in seinen Briefen die bosnische Sprache.

    Bereits seit 1882 forderte als Gegengewicht zur serbischen und kroatischen Nationalisierung der bosnisch-herzegovinischen Bevölkerung und der Verbreitung der Idee vom Panslawismus, der österreichisch-ungarische Gouverneur von Bosnien-Herzegovina, Benjamin Kallay, die Idee vom Bosniakentum beziehungsweise von einer einheitlichen bosniakischen Nation – unabhängig von der Religionszugehörigkeit. So gingen die Bosniaken aller Glaubensbekenntnisse als eine gemeinsame Nation in den Krieg und werden aufgrund ihrer Unerschrockenheit und ihres Mutes zur Eliteeinheiten der Österreichisch-Ungarischen Armee. Nur den Bosniaken wurde in der kaiserlichen Armee das Tragen eines besonderen Kennzeichens – des Fez erlaubt. Den Muslimen unter ihnen wurde ermöglicht, ihre Gebete zu verrichten, sie hatten ein eigenes Gebetshaus in der Wiener Kaserne, sie wurde das Essen ohne Schweinefleisch zubereitet usw.
    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    In dieser Zeit unter Österreich-Ungarn, die leider relativ kurz war, spielten sich relativ wichtige Dinge ab in Bosnien und Herzegowina.

    Der Name BiH hat sich etabliert. Des Weiteren wurde die Industrialisierung in Bosnien vorangetrieben.

    Auch der Nationalismus hatte in dieser Zeit seinen Anfang, der vor allem von außen, also Belgrad und Zagreb, nach Bosnien drang und die katholischen und orthodoxen Bosnier beeinflusste.

    Die Toleranz und Wertschätzung der Bosniaken war relativ groß, sodass der Islam anerkannt wurde und seitens Österreich-Ungarn das religionsübergreifende Bosniakentum gefördert wurde, jedoch von Belgrad und Zagreb unterbunden wurde

    Leider hatte diese Ära ihr Ende 1914 durch einen serbischen Nationalisten.

  2. #2
    MB7
    Leider hatte diese Ära ihr Ende 1914 durch einen serbischen Nationalisten.
    Gegen zehn Uhr fuhr die Kolonne an Muhamed Mehmedbašić vorbei, der eine Bombe werfen sollte, aber nichts unternahm. Er erklärte seine Untätigkeit später damit, dass er von Ilić die Anweisung bekommen habe, die Bombe nur dann zu werfen, wenn er den Wagen des Thronfolgers erkenne. Dies sei ihm aber nicht gelungen. Der nächste Attentäter auf der Route, Čabrinović, erkundigte sich bei einem Polizisten, in welchem Fahrzeug der Erzherzog säße. Daraufhin schlug er die Sicherung seiner Bombe an einem Laternenmast ab und warf sie in Richtung des Wagens. Der Fahrer bemerkte das herbeifliegende dunkle Objekt und gab Gas, während Franz Ferdinand den Arm hob, um seine Frau zu schützen. Die Bombe prallte von Franz Ferdinands Arm ab, fiel über das zurückgelegte Verdeck des Wagens nach hinten und explodierte kurz vor dem dritten Automobil, wobei Oberstleutnant Merizzi und Graf Boos-Waldeck verletzt wurden, außerdem noch ein halbes Dutzend Schaulustiger.

    Muhamed Mehmedba?i? - Wikipedia

    Političko-revolucionarna omladinska, teroristička organizacija koja je uz pomoć Crne Ruke planirala, organizovala i izvršila atentat na austrougarskog prijestolonaslijednika Franju Ferdinanda i njegovu suprugu Sofiju u Sarajevu, 28. juna 1914. godine. Članovi Mlade Bosne bili su: Gavrilo Princip, Nedjeljko Čabrinović, Vaso Čubrilović, Trifko Grabež, Danilo Ilić, Muhamed Mehmedbašić i Cvjetko Popović.
    Mlada Bosna - Wikipedia

    Mlada Bosna (Junges Bosnien) war eine anti-klerikale, serbisch-nationalistische revolutionäre Vereinigung, Organisation bzw. Bewegung von Schülern und Studenten, die Anfang des 20. Jahrhunderts im von Österreich-Ungarn annektierten Bosnien-Herzegowina aktiv war.
    Mlada Bosna ? Wikipedia



    Mach dir ein eigenes Bild und nimm nicht einfach nur alles auf. Die Heuchler würden es heute sogar "Mlada Srpska" nennen, wenn da nicht Moslems und Katoliken dabei wären.

  3. #3
    Avatar von amerigo

    Registriert seit
    19.10.2011
    Beiträge
    4.812
    Jebote Mlada Bosna.. links-serbische Studentengruppe, die Kontakt nach Belgrad hatte.. Die wurden dann auch noch von ihnen ausgerüstet, diese naiven Jugendlichen.. Missbraucht von Belgrad unter dem Vorwand ''Freiheit und Jugoslawien''

    Princip haben wir ein serbisches jugoslawien 1 und 2 zu verdanken.. die Folgen sind ja bekannt

    serbischer Nationalismus, gefolgt vom Kroatischen..

    Die Serben hätten Bosnien und Kroatien in Ruhe lassen sollen.. Aber sie wollten ihren Einfluss ja bis nach Dalmatien ausweiten

    Die Kroaten und Bosniaken waren nicht unzufrieden mit Österreich-Ungarn und haben ihre Tätigkeit in Bosnien und Kroatien wertgeschätzt

    nur irgendwelche hängengeblieben panslawisten und Serben haben sich unterdrückt gefühlt und mussten uns in ihr serbisches Jugoslawien mit reinziehen...

    Von Österreich als Bosniaken respektiert und Islam toleriert und in YU verschwiegen..

    Auf so ein Jugoslawien kann man wahrlich verzichten

  4. #4
    Avatar von Torca Basce

    Registriert seit
    22.08.2010
    Beiträge
    3.256
    Da war aber jemand froh von den Osmans wegzukommen

  5. #5
    Avatar von Albokings24

    Registriert seit
    08.05.2012
    Beiträge
    6.159
    Albanien hätte auch unter dem Prorektorat Österreich Ungarns sein sollen, dann wäre das Territorium Albaniens heute um einiges grösser.

  6. #6
    Avatar von amerigo

    Registriert seit
    19.10.2011
    Beiträge
    4.812
    Position der Serben (Königreich Jugoslawien)







    Die Serben waren in allen Teilen der Staatsverwaltung überproportional stark vertreten, hatten sie ihre eigene Bürokratie in den neuen Staat eingebracht. In den südserbischen Gebieten Kosovo und Mazedonien herrschte eine schmale serbische Beamtenschicht über die anderssprachige Bevölkerung, die nicht zuletzt deshalb dem Staatsapparat gegenüber oftmals feindlich eingestellt war. Nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie verloren in den nun zum SHS-Staat gekommenen Gebieten alle nichtslawischen Staatsdiener ihre Posten und viele von ihnen verließen das Land. (Diese ehemaligen k. u. k. Beamten machten den größten Teil der nichtslawischen Auswanderer aus. Die deutsche und ungarische Bevölkerung wurde nicht zur Emigration gezwungen.) Die vakanten Positionen wurden in Bosnien, im Süden Dalmatiens und Teilen Slawoniens vorwiegend mit Beamten aus Zentralserbien besetzt. Besonders dominant war die Position der Serben in der Armee, wo sie drei Viertel der Offiziersstellen innehatten.

  7. #7
    MB7
    Zitat Zitat von amerigo Beitrag anzeigen
    Jebote Mlada Bosna.. links-serbische Studentengruppe, die Kontakt nach Belgrad hatte..
    Eine ganz einfach Frage, die du ohne Wikipedia beantworten kannst - wieso waren dort Moslems und Kroaten, wenn es sich um eine serbisch-nationalistische Vereinigung gehandelt hat?

  8. #8
    Dzek Danijels
    Zitat Zitat von amerigo Beitrag anzeigen
    Position der Serben (Königreich Jugoslawien)







    Die Serben waren in allen Teilen der Staatsverwaltung überproportional stark vertreten, hatten sie ihre eigene Bürokratie in den neuen Staat eingebracht. In den südserbischen Gebieten Kosovo und Mazedonien herrschte eine schmale serbische Beamtenschicht über die anderssprachige Bevölkerung, die nicht zuletzt deshalb dem Staatsapparat gegenüber oftmals feindlich eingestellt war. Nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie verloren in den nun zum SHS-Staat gekommenen Gebieten alle nichtslawischen Staatsdiener ihre Posten und viele von ihnen verließen das Land. (Diese ehemaligen k. u. k. Beamten machten den größten Teil der nichtslawischen Auswanderer aus. Die deutsche und ungarische Bevölkerung wurde nicht zur Emigration gezwungen.) Die vakanten Positionen wurden in Bosnien, im Süden Dalmatiens und Teilen Slawoniens vorwiegend mit Beamten aus Zentralserbien besetzt. Besonders dominant war die Position der Serben in der Armee, wo sie drei Viertel der Offiziersstellen innehatten.
    irgendwo normal wenn der König serbe ist, oder? wir reden hier nicht von titos Jugoslawien, sondern von einer parlamentarischen Monarchie. unter kuk wars halt österreichisch.

  9. #9
    Avatar von amerigo

    Registriert seit
    19.10.2011
    Beiträge
    4.812
    Zitat Zitat von MB7 Beitrag anzeigen
    Eine ganz einfach Frage, die du ohne Wikipedia beantworten kannst - wieso waren dort Moslems und Kroaten, wenn es sich um eine serbisch-nationalistische Vereinigung gehandelt hat?
    Ja es war eine linksorientierte Studentengruppe, anfangs.. So haben sie sich ausgegeben

    Dass wären sie auch immer noch, wenn sie nicht von Belgrad ausgerüstet worden wären und die serbische Regierung von Princips Attentat gewusst hätte...

    Wer hat denn vom Attentat profitiert?? Princip war im Endeffekt der Handlanger für die Serben um ihre Expasionsgelüste zu realisieren

    Die nicht-serbischen Jugendlichen waren einfach naive Studenten, die wirklich am panslawistischen Traum geglaubt haben.. jebiga der Princip hat die Gruppe eben für die serbischen Ziele missbraucht

  10. #10
    Dzek Danijels
    Zitat Zitat von amerigo Beitrag anzeigen
    Ja es war eine linksorientierte Studentengruppe, anfangs.. So haben sie sich ausgegeben

    Dass wären sie auch immer noch, wenn sie nicht von Belgrad ausgerüstet worden wären und die serbische Regierung von Princips Attentat gewusst hätte...

    Wer hat denn vom Attentat profitiert?? Princip war im Endeffekt der Handlanger für die Serben um ihre Expasionsgelüste zu realisieren

    Die nicht-serbischen Jugendlichen waren einfach naive Studenten, die wirklich am panslawistischen Traum geglaubt haben.. jebiga der Princip hat die Gruppe eben für die serbischen Ziele missbraucht
    deine Ausführungen bleiben ohne beweise lediglich Vermutungen, ist dein recht, so solltest du diese aber auch darstellen.

Seite 1 von 5 12345 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 123
    Letzter Beitrag: 08.09.2010, 19:57
  2. Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 24.07.2010, 23:33
  3. Antworten: 35
    Letzter Beitrag: 26.04.2010, 17:34
  4. Antworten: 62
    Letzter Beitrag: 11.08.2009, 15:18
  5. Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 02.02.2008, 17:43