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Bosnjaken sind keine Türken, sondern haben "nur" den Islam akzeptiert

Erstellt von Mastakilla, 29.04.2008, 17:58 Uhr · 382 Antworten · 24.020 Aufrufe

  1. #341
    Avatar von listopad

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    So wie sich ein nicht unbeträchtlicher Teil der Bosniaken benimmt, wenn Erdogan nach Bosnien kommt, scheint es, als würden sie Türken sein wollen. Sympathien mit einem Land zu haben ist eine Sache, aber das hier geht über die Sympathiegrenze weit hinaus. Einerseits sehen sie sich als Erben des mittelalterlichen (christlichen) Bosnien und reden von Ban Kulin oder Tvrtko Kotromanic, andererseits wird die osmanische Zeit gefeiert und historische Tatsachen entsprechend verzerrt. So wird zum Beispiel behauptet, das Osmanische Reich sei extrem tolerant gewesen. Eine Aufenthaltserlaubnis wie die Ahdname aus Fojnica, welche den bosnischen Franziskanern das Existenzrecht im Osmanischen Reich garantieren sollte, wird zur ersten Deklaration der Menschenrechte erklärt. Was die vorosmanische Zeit betrifft, wird die Bosnische Kirche mit den bulgarischen Bogomilen gleichgesetzt. Diese sollen keine Christen gewesen sein, obwohl sich die Anhänger der Bosnischen Kirche selbst als krstjani (also Christen) bezeichnet haben. Dann wird vom heldenhaften Widerstand der dobri Bosnjani und Ban Kulin gegen christliche Invasoren geredet. Wie, wo, was, wer? Bosniakische Mystiker versuchen alles, um die Islamisierung Bosniens zu rechtfertigen. Die von ihnen erdichteten Bogomilen sollen aufgrund vieler Ähnlichkeiten mit dem Islam diesen massenweise angenommen haben. Dabei war die Islamisierung ein sehr langwieriger Prozess und dauerte bis ins frühe 19. Jahrhundert hinein. Zum Islam sind sowohl Anhänger der Bosnischen Kirche als auch Katholiken und Orthodoxe konvertiert. Mitglieder der Bosnischen Kirche machten sogar nur einen kleinen Teil davon aus, weil sie schon vor der osmanischen Eroberung fast vollständig zerschlagen wurden. Dann wird der Versuch unternommen, Tvrtko Kotromanic zum bosniakischen Nationhelden zu erheben. Ich kenne keinen einzigen Bosniaken, der Tvrtko heißt. Ein Bosniake würde seinen Sohn lieber Mehmed Fatih nennen als Tvrtko. Die Identitätskrise der Bosniaken ist also sehr dramatisch.

    Die Bosniaken in Bosnien-Herzegowina sind Nachfahren der einheimischen islamisierten Bevölkerung aller christlichen Konfessionen. Dazu gehören auch die orthodoxen Vlachen aus der Herzegowina. Nachdem Bosnien 1463 an die Osmanen gefallen ist, wurden ganze Landstriche entvölkert. Diese mussten wieder bevölkert werden, damit das Land bearbeitet werden kann. Hier wurden massenweise Vlachen aus der Herzegowina geholt und diese konvertierten häufig zum Islam. Der bosnische Historiker Nedim Filipovic war der Meinung, dass diese Vlachen bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts die Hauptantriebskraft der Islamisierung in Bosnien waren. Bei den Vlachen handelt es sich um romanisierte (später slawisierte) Nachfahren der altbalkanischen Bevölkerung. Hier wahrscheinlich der Illyrer. Ob es sich hier aber um eine ethnische oder ökonomische Kategorie handelt, kann man bis heute nicht mit Sicherheit sagen. Die Vlachen betrieben Transhumanz und wurden mit dieser besonderen Wirtschaftsform identifiziert. Aber wer war sonst noch an der Ethnogenese der heutigen Bosniaken beteiligt? Hinzu kommen auch islamisierte Bevölkerungsgruppen aus Dalmatien, Slawonien, Westserbien, Belgrad und Ungarn. Diese haben sich nach dem Rückzug der Osmanen aus diesen Gebieten in Bosnien niedergelassen, undzwar schrittweise seit 1699. Die Ortschaften Orasje und Bosanski Samac wurde extra für muslimische Flüchtlinge aus Serbien gegründet.

    Niemand ist also "rein". Gerade der Balkan ist das beste Beispiel für Migrationen und kulturellen Austausch. Die Mauern wurden viel später erdacht.

  2. #342
    Avatar von Holzmichl

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    Zitat Zitat von listopad Beitrag anzeigen
    So wie sich ein nicht unbeträchtlicher Teil der Bosniaken benimmt, wenn Erdogan nach Bosnien kommt, scheint es, als würden sie Türken sein wollen. Sympathien mit einem Land zu haben ist eine Sache, aber das hier geht über die Sympathiegrenze weit hinaus. Einerseits sehen sie sich als Erben des mittelalterlichen (christlichen) Bosnien und reden von Ban Kulin oder Tvrtko Kotromanic, andererseits wird die osmanische Zeit gefeiert und historische Tatsachen entsprechend verzerrt. So wird zum Beispiel behauptet, das Osmanische Reich sei extrem tolerant gewesen. Eine Aufenthaltserlaubnis wie die Ahdname aus Fojnica, welche den bosnischen Franziskanern das Existenzrecht im Osmanischen Reich garantieren sollte, wird zur ersten Deklaration der Menschenrechte erklärt. Was die vorosmanische Zeit betrifft, wird die Bosnische Kirche mit den bulgarischen Bogomilen gleichgesetzt. Diese sollen keine Christen gewesen sein, obwohl sich die Anhänger der Bosnischen Kirche selbst als krstjani (also Christen) bezeichnet haben. Dann wird vom heldenhaften Widerstand der dobri Bosnjani und Ban Kulin gegen christliche Invasoren geredet. Wie, wo, was, wer? Bosniakische Mystiker versuchen alles, um die Islamisierung Bosniens zu rechtfertigen. Die von ihnen erdichteten Bogomilen sollen aufgrund vieler Ähnlichkeiten mit dem Islam diesen massenweise angenommen haben. Dabei war die Islamisierung ein sehr langwieriger Prozess und dauerte bis ins frühe 19. Jahrhundert hinein. Zum Islam sind sowohl Anhänger der Bosnischen Kirche als auch Katholiken und Orthodoxe konvertiert. Mitglieder der Bosnischen Kirche machten sogar nur einen kleinen Teil davon aus, weil sie schon vor der osmanischen Eroberung fast vollständig zerschlagen wurden. Dann wird der Versuch unternommen, Tvrtko Kotromanic zum bosniakischen Nationhelden zu erheben. Ich kenne keinen einzigen Bosniaken, der Tvrtko heißt. Ein Bosniake würde seinen Sohn lieber Mehmed Fatih nennen als Tvrtko. Die Identitätskrise der Bosniaken ist also sehr dramatisch.

    Die Bosniaken in Bosnien-Herzegowina sind Nachfahren der einheimischen islamisierten Bevölkerung aller christlichen Konfessionen. Dazu gehören auch die orthodoxen Vlachen aus der Herzegowina. Nachdem Bosnien 1463 an die Osmanen gefallen ist, wurden ganze Landstriche entvölkert. Diese mussten wieder bevölkert werden, damit das Land bearbeitet werden kann. Hier wurden massenweise Vlachen aus der Herzegowina geholt und diese konvertierten häufig zum Islam. Der bosnische Historiker Nedim Filipovic war der Meinung, dass diese Vlachen bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts die Hauptantriebskraft der Islamisierung in Bosnien waren. Bei den Vlachen handelt es sich um romanisierte (später slawisierte) Nachfahren der altbalkanischen Bevölkerung. Hier wahrscheinlich der Illyrer. Ob es sich hier aber um eine ethnische oder ökonomische Kategorie handelt, kann man bis heute nicht mit Sicherheit sagen. Die Vlachen betrieben Transhumanz und wurden mit dieser besonderen Wirtschaftsform identifiziert. Aber wer war sonst noch an der Ethnogenese der heutigen Bosniaken beteiligt? Hinzu kommen auch islamisierte Bevölkerungsgruppen aus Dalmatien, Slawonien, Westserbien, Belgrad und Ungarn. Diese haben sich nach dem Rückzug der Osmanen aus diesen Gebieten in Bosnien niedergelassen, undzwar schrittweise seit 1699. Die Ortschaften Orasje und Bosanski Samac wurde extra für muslimische Flüchtlinge aus Serbien gegründet.

    Niemand ist also "rein". Gerade der Balkan ist das beste Beispiel für Migrationen und kulturellen Austausch. Die Mauern wurden viel später erdacht.
    Viel Schwachsinn im Text und die interessantesten Sachen hast du vergessen. Nur der letzte Satz stimmt. Aber das mit den Mauern ist mal wieder dummes Zeug. Wenn man errechnet, wie sie zustande kamen, ist es die normale Entwicklung. Das ist überall auf der Welt so gewesen. Nur will man unbedingt alle Südslawen als eins darstellen. So einfach ist es halt nicht.

  3. #343
    Avatar von listopad

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    Zitat Zitat von AutoKaputt Beitrag anzeigen
    Viel Schwachsinn im Text und die interessantesten Sachen hast du vergessen. Nur der letzte Satz stimmt. Aber das mit den Mauern ist mal wieder dummes Zeug. Wenn man errechnet, wie sie zustande kamen, ist es die normale Entwicklung. Das ist überall auf der Welt so gewesen. Nur will man unbedingt alle Südslawen als eins darstellen. So einfach ist es halt nicht.
    Du könntest vielleicht genauer erörtern, was an meinem Text schwachsinnig ist, damit ich darauf eingehen kann.

  4. #344

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    Zitat Zitat von listopad Beitrag anzeigen
    Du könntest vielleicht genauer erörtern, was an meinem Text schwachsinnig ist, damit ich darauf eingehen kann.
    Das wird dan aber ein bischen viel

    - - - Aktualisiert - - -

    Zitat Zitat von listopad Beitrag anzeigen
    Du könntest vielleicht genauer erörtern, was an meinem Text schwachsinnig ist, damit ich darauf eingehen kann.
    Die Vertrieben aus dem beogradski pasaluk stammten ja zu Teil auch aus Bosnien. So auch die die aus Ungarn zurück kamen

  5. #345
    Avatar von listopad

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    Stimmt, aber niemand kann ernthaft behaupten, sie würden alle aus Bosnien abstammen. Die Islamisierung hat alle Bevölkerungsgruppen am Balkan erfasst. Die Izetbegovic-Sippe stammt z.B. aus Belgrad.

  6. #346

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    Zitat Zitat von listopad Beitrag anzeigen
    Stimmt, aber niemand kann ernthaft behaupten, sie würden alle aus Bosnien abstammen. Die Islamisierung hat alle Bevölkerungsgruppen am Balkan erfasst. Die Izetbegovic-Sippe stammt z.B. aus Belgrad.
    Wer sagt das sie nicht ursprünglich aus Bosnien kamen?
    Was meinst du wie viele Serben von von vlasi stammen.
    Wie viele karavlasi katholisch und somit auch Kroaten wurden?

  7. #347
    Avatar von BlackJack

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    Endlich gibt es mit "listopad" wieder einen Universal-Alleserklärer, das hatten wir ja schon lange nicht im BF.

  8. #348
    Avatar von Holzmichl

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    ist das gut oder nix?

  9. #349
    Avatar von BlackJack

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    Zitat Zitat von AutoKaputt Beitrag anzeigen
    ist das gut oder nix?
    Das ist bestens

  10. #350
    Avatar von Grdelin

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    Zitat Zitat von AutoKaputt Beitrag anzeigen
    ist das gut oder nix?
    oliver in kroatisch.

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