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Als der ehemals türkische Balkan zivilisiert wurde.

Erstellt von naturalflavor, 14.07.2016, 16:44 Uhr · 74 Antworten · 4.739 Aufrufe

  1. #71
    Avatar von Nikos

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    Nehmen wir an, dass Byzanz es geschafft hätte die Türken auf der anderen Seite des Bosporus zu halten.
    Der Balkan passiert ohne Osmanen die Schwelle zur Neuzeit. Auf dem Balkan sind vor allem Byzanz,
    Serbien und Bulgarien von Bedeutung. Im Vergleich zu Westeuropa sind die balkanischen Gesellschaften
    nicht wirklich Rückständig.
    Byzanz war dem Westen in so ziemlich vielen Bereichen überlegen und konnte mit Thessaloniki
    und Konstantinopel auf zwei für diese Zeit äußerst hoch entwickelte Städte zugreifen, die eine grandiose
    Entwicklung gefördert hätten können.
    Serbien hatte Mitte des 14. Jahrhunderts seine so genannte Goldene Epoche. Unter Zar Dusan wurden
    unzählige Spezialisten aus dem Ausland angeheuert und 1349 hatte Serbien die erste Verfassung Europas.
    Mitte des 14. Jahrhunderts hatte Bulgarien ebenfalls seine Goldene Epoche unter der 40-jährigen Herrschaft
    von Ivan Alexander.
    Was ich damit sagen will ist, dass der Balkan alles andere als Rückständig gewesen ist, vor Ankunft der
    Osmanen. Ähnliche Entwicklungen, wie es sie in Westeuropa gegeben hat, sind meiner Ansicht nach
    wahrscheinlich gewesen.

  2. #72
    Avatar von Paokaras

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    Konstantinopel hatte im 12 Jahrhundert 700.000 Einwohner. Paris und London waren Dörfer dagegen . London hatte 40.000 Einwohner . Erst 1750 erreichte London 700.000 Einwohner.

    Hätte Byzans überlebt und wären die Türken in Kasachstan geblieben , dann bin ich mich sicher das der Balkan technologisch und wirtschaftlich der Mittelpunkt der Welt gewesen wäre. Wir er schon seit der antike bis in 12 Jahrhundert war

  3. #73
    Mal
    Avatar von Mal

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    Als der ehemals türkische Balkan zivilisiert wurde.

    Zitat Zitat von Afroasiatis Beitrag anzeigen
    Für die Leute, die denken, dass es so einen großen Unterschied machen würde, wenn der Balkan nicht unter osmanischer Herrschaft war: guckt, was mit Süditalien, Spanien oder Portugal passiert ist. In der Zeit der osmanischen Eroberung, waren diese relativ entwickelte Regionen Europas. Was ist aus ihnen passiert?
    Du vermischt grad vieles. Spanien und Portugal wurde von Arabern erobert und nicht von Osmanen. Außerdem wurden diese Länder zu der Zeit erobert, als der Islam seinen kulturellen und wissenschaftlichen Zenit hatte (um die Jahrtausendwende). Der Balkan hingegen wurde ein halbes Jahrhundert später von den Osmanen erobert, da war die islamische Blüte schon lange verwelkt. Wir brauchen ja gar nicht so weit nach Westen zu schauen, schau dir nur das Beispiel Slowenien und Serbien ein. Vom Blut her ist es das gleiche Volk, aber von der Mentalität liegen dazwischen Welten. Slowenien unter Obhut der K.u.K. Monarchie hat sich zu einem der lebenswertesten Länder in Europa entwickelt und in Sachen Lebensqualität braucht es sich nicht groß vor Österreich zu verstecken. Serbien hingegeben... da brauch ich nichts zu schreiben. Während in Slowenien Maschinenbau gelehrt wurde, wurde auf dem ganzen Balkan Tomaten gepflanzt

  4. #74

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    3.092
    Der Byzanz, das Osmanische Reich, die arabischen Reiche, das chinesische Reich, kein davon war wirklich rückständig im Vergleich zu Europa. Eigentlich, Nord-Westeuropa war zumindest einigen Jahrhunderten davor vielleicht eins der rückständigsten Gebiete Eurasiens.
    Was ist aus den Arabern und den Chinesen geworden? Und später auch aus den Spaniern und Portugiesen? Warum wäre es mit Byzanz anders?

    Eigentlich, es gibt auch die Meinung, dass gerade diese große Rückständigkeit Westeuropas eins der Gründen für ihre spätere rasche Entwicklung war. Die Byzantiner, die Chinesen, die Araber, in einer Art und Weise auch die Osmanen (also, zumindest im Vergleich zum Westen, was sie von Griechen, Persern, und Arabern aufgenommen haben, ist eine andere Sache) dachten dass ihre Kultur hoch und fortgeschritten war, und interessierten sich nicht um Neuerungen aus anderen Kulturen. Dagegen, war den Westeuropäern bewusst, dass sie weniger entwickelt waren, deswegen waren sie auch mehr bereit, Neuerungen aus anderen Kulturen aufzunehmen (und das haben sie schon gemacht, z.B. aus der arabischen, chinesischen oder griechischen Kultur). Ich weiß nicht, wie viel Wahrheit in dieser Theorie steckt, aber es gibt sie auch.

    - - - Aktualisiert - - -

    Zitat Zitat von Mal Beitrag anzeigen
    Du vermischt grad vieles. Spanien und Portugal wurde von Arabern erobert und nicht von Osmanen. Außerdem wurden diese Länder zu der Zeit erobert, als der Islam seinen kulturellen und wissenschaftlichen Zenit hatte (um die Jahrtausendwende). Der Balkan hingegen wurde ein halbes Jahrhundert später von den Osmanen erobert, da war die islamische Blüte schon lange verwelkt. Wir brauchen ja gar nicht so weit nach Westen zu schauen, schau dir nur das Beispiel Slowenien und Serbien ein. Vom Blut her ist es das gleiche Volk, aber von der Mentalität liegen dazwischen Welten. Slowenien unter Obhut der K.u.K. Monarchie hat sich zu einem der lebenswertesten Länder in Europa entwickelt und in Sachen Lebensqualität braucht es sich nicht groß vor Österreich zu verstecken. Serbien hingegeben... da brauch ich nichts zu schreiben. Während in Slowenien Maschinenbau gelehrt wurde, wurde auf dem ganzen Balkan Tomaten gepflanzt
    Spanien und Portugal wurden von den Arabern befreit, als die Renaissance angefangen hat. Sie konnten frei daran teilnehmen. An diesem Zeitpunkt waren sie vielleicht höher entwickelt als viele andere Teile Westeuropas - und sie hatten noch ein ganzes Kontinent (Amerika) frei auszubeuten und zu kolonisieren. Trotzdem, sind sie rückständig geblieben. Wie erklärt man das? Osmanen hatten auf jeden Fall nichts damit zu tun.

    Der Vergleich zwischen Slowenien (z.T. auch Kroatien) und Rest-Jugoslawien wird immer wieder als Beispiel verwendet (in GR, das entsprechende Beispiel ist der Vergleich zwischen Ionischen Insel und Rest-Griechenland). Ich persönlich bezweifele es, dass der Unterschied so radikal ist (ich war mehrmals in ex-jugoslawischen Ländern, besonders in Slowenien). Der schon vorhandene Unterschied wird dadurch erklärt, dass das Habsurger-Reich ein effektiverer Staat als das OR in der Zeit seiner Dekadenz war, was auch damit zu tun hat, dass es näher zu den westeuropäischen Zentren der Entwicklung war (obwohl im Vergleich zu ihnen auch rückständig). Die Herrschaft durch einen effektiveren und höher entwickelten Staat ist aber sicher keine Garantie für eine eigene gute Entwicklung. Sind Indien und Pakistan wirklich so höher entwickelt als die Türkei und Serbien?

  5. #75
    Avatar von Holzmichl

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    Zitat Zitat von Nikos Beitrag anzeigen
    Nehmen wir an, dass Byzanz es geschafft hätte die Türken auf der anderen Seite des Bosporus zu halten.
    Der Balkan passiert ohne Osmanen die Schwelle zur Neuzeit. Auf dem Balkan sind vor allem Byzanz,
    Serbien und Bulgarien von Bedeutung. Im Vergleich zu Westeuropa sind die balkanischen Gesellschaften
    nicht wirklich Rückständig.
    Byzanz war dem Westen in so ziemlich vielen Bereichen überlegen und konnte mit Thessaloniki
    und Konstantinopel auf zwei für diese Zeit äußerst hoch entwickelte Städte zugreifen, die eine grandiose
    Entwicklung gefördert hätten können.
    Serbien hatte Mitte des 14. Jahrhunderts seine so genannte Goldene Epoche. Unter Zar Dusan wurden
    unzählige Spezialisten aus dem Ausland angeheuert und 1349 hatte Serbien die erste Verfassung Europas.
    Mitte des 14. Jahrhunderts hatte Bulgarien ebenfalls seine Goldene Epoche unter der 40-jährigen Herrschaft
    von Ivan Alexander.
    Was ich damit sagen will ist, dass der Balkan alles andere als Rückständig gewesen ist, vor Ankunft der
    Osmanen. Ähnliche Entwicklungen, wie es sie in Westeuropa gegeben hat, sind meiner Ansicht nach
    wahrscheinlich gewesen.
    Gilt höchstens für Griechenland. Im Prinzip ist das genau das reaktionäre Denken, was dem Balkan so schadet. Europa hat sich entwickelt, weil es die Religion schwächen und das Denken fördern konnte. Das hätte auch in Byzanz und auf dem Balkan passieren müssen. Das eigentlich Lächerliche dabei ist, dass man die letzten 200 Jahre einfach so ausblendet. Ich finde es einfach nur peinlich, dass keines unserer Länder es geschafft hat, wenigstens eine gute Universität auf die Beine zu stellen, im Gegenteil sie wurden sogar noch verschlechtert in den letzten Jahren. Auch die Liste der Nobelpreisträger ist ein Witz. Dann hält man sich damit auf, dass Einstein von irgendeinem Griechen geklaut haben soll und Tesla Serbe war. In Kroatien entstand sogar eins der erste Wasserkraftwerke der Welt. Hat nicht viel geholfen. Und was Serbien und Bulgarien betrifft. Goldene Epochen hinterlassen Spuren, siehe Spanien, Frankreich, Portugal, Italien etc. Wo sind diese Spuren? Das größte Problem der Griechen war die Religion, denn wenn man sich nur vorstellt, dass das Denken in Byzanz eben nicht der intellektuelle Höhepunkt der Griechen war, dann ist doch die Frage, warum man so daran festhält. Jagd die Priester aus dem Land, das sollten alle Balkaner machen und Universitäten bauen, statt Wettbüros. Das wäre schon eine große Hilfe.

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