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Ergenekon-Legende

Erstellt von Popeye, 20.01.2008, 19:36 Uhr · 5 Antworten · 2.040 Aufrufe

  1. #1
    Popeye

    Ergenekon-Legende

    Ergenekon-Legende


    Das Ergenekon (Herkunft des Wortes unbekannt) ist eine Legende, die vom Zerfall und Wiederaufbau des Göktürkischen Reiches berichtet. Es wird gemeinhin als Ursprungsmythos der türkischen Stämme bzw. der heute existierenden turkischen Staaten betrachtet. Die Legende ist nach dem sagenhaften Tal benannt, in dem die fliehenden Göktürken Heimat und Zuflucht fanden.

    Inhalt des Ergenekons

    Das Ergenekon beginnt mit der Flucht der überlebenden Göktürken (auch Köktürken genannt), nach dem Zerfall ihres einst mächtigen Reiches, das vernichtende Niederlagen gegen das Chinesische Reich und andere (nicht turkische) Stämme verursacht haben. Die Völkerflucht führt die Göktürken in ein unwegsames Berggebiet, in dessen Zentrum sie ein gewaltiges fruchtbares Tal vorfinden. Sie beschließen zunächst, in diesem Tal zu bleiben und schweißen mittels ihres gesamten Eisenbesitzes den einzigen Zugang zum Tal zu. Hier, in Ruhe vor ihren Feinden, beginnen die Clans wieder aufzublühen und die Göktürken kommen wieder zu Kräften. Nach mehreren Generationen sind sie so zahlreich, dass das Tal überbevölkert ist, daher beschließen Sie, das eiserne Tor einzuschmelzen, um daraus wieder Waffen zu schmieden. Allerdings ist der Völkerzug nun dem Labyrinth aus Pässen, Tälern und Schluchten ausgesetzt, durch die ihre Vorfahren einst durchgereist waren. Da aus dieser Generation niemand verblieben ist, irren Sie durch die Berge, bis ihnen ein grauer Mutterwolf (das Wappentier der Göktürken) begegnet, die sie aus den Bergen führt. Wieder auf den Steppen erlangen die Göktürken nach zahlreichen Rachefeldzügen ihre alte Bedeutung wieder. Obwohl ihnen nicht gelingt, die alte Einigkeit zu erhalten, errichteten die aus Ihnen hervorgehenden Stämme eigene bedeutende Reiche.

    Heutige Bedeutung des Ergenekons

    Alle heute bestehenden Turkstaaten und Stämme, die ihre Identität bewahren konnten, führen ihre Herkunft auf die Zersplitterung der Göktürken zurück. Inwieweit das historisch fundiert ist, ist jedoch unklar, da aus dieser Phase nur chinesische Überlieferungen bekannt sind.
    So eröffnete man den ersten Zentralasien-Gipfel der Turkischen Republiken nach dem Zerfall der Sowjetunion dadurch, dass die einzeln eintretenden Staatschefs mit einem kleinen Hammer auf ein Stück Eisen schlugen, als Symbol für das eiserne Tor, dass die Göktürken beschützte und eingerissen werden musste, um das Weltgeschehen wieder betreten zu können.
    Große Bedeutung erlangte das Ergenekon durch die rechte Bewegung in den 40 Jahren der heutigen Türkei. Die zu diesem Zeitpunkt schon vergessene Legende, wurde zum Grundpfeiler der rechten Ideologien, die in dieser Legende ein Gleichnis für die heutige Lage der Türkei und ihre Pläne für deren Zukunft sahen. Das Reich der Göktürken zerbrach, ähnlich wie das Osmanische Reich, wofür in der Legende, wie auch in der Meinung der rechten Kräfte hauptsächlich äußere, "nichtturkische" Völker verantwortlich gemacht werden. Was, aber zumindest für die Göktürken irrelevant gewesen ist, da Stammeszugehörigkeit bzw. Loyalität gegenüber einem Stammesoberhaupt und nicht Ethnie ausschlaggebend für das Weltbild der Reiternomaden war und die Stämme dazu neigten, sich mit nichtturkischen Stämmen zu mischen.
    Ähnlich wie die Göktürken flohen die Türken in ein verheißungsvolles Paradies (das Ergenekon Tal der Goktürken / Anatolien für die Neuzeitlichen) und mussten sich erst einmal regenerieren (die freiwillige Isolation der Göktürken / die politische Isolation der türkischen Republik nach ihrer Gründungsphase), bevor sie erneut ihren Platz in der Weltgeschichte zurück erkämpfen konnten. Das Ziel der Geschichte sei das erneute Aufblühen der türkischen Stämme in Zentralasien und das verheißene Großtürkische Imperium, das sich die rechten Kräfte erträumten. Das Ergenekon und die graue Wölfin sind daher ungeheuer beliebte Motive in der rechten Strömung, die neben der Geschichtsdarstellung auch in deren Musik und Kunst benutzt werden.

    Kommentar

    Zu diesem Thema gibt es bisher keine politisch meinungsfreien, unbelasteten Untersuchungen. Dieses Thema wurde in der politisch brisanten Zeit der 1960er und 1970er Jahre von beiden politischen Außenkräften instrumentalisiert: Von den Rechten um die eigene Herkunft zu mythologisieren und zu verherrlichen und ein Übermenschenbild zu erschaffen, von der Linken und Gemäßigten, um die Rechten zu diffamieren. Zudem handelt es sich um einen Mythos, bzw. eine Sage, die ihrer Natur gemäß viele Varianten kennt und je nach Erzählung verschieden gedeutet werden kann.

  2. #2
    Avatar von Grobar

    Registriert seit
    14.07.2004
    Beiträge
    9.644
    bitte immer(auch wenns klar ist) irgendwie die Quelle mitangeben.
    Einfach weil sich der user dann den stress mit Google sparen kann.
    deine Quelle zum Thema:
    Ergenekon-Legende - Wikipedia

    Sehr interessante Legende.
    Werde versuchen mehr darueber aufzutreiben.

  3. #3
    Popeye
    Zitat Zitat von Grobar Beitrag anzeigen
    bitte immer(auch wenns klar ist) irgendwie die Quelle mitangeben.
    Einfach weil sich der user dann den stress mit Google sparen kann.
    deine Quelle zum Thema:
    Ergenekon-Legende - Wikipedia

    Sehr interessante Legende.
    Werde versuchen mehr darueber aufzutreiben.
    Der Wolf ist das Nationalsymbol der Türken, wie es z.B. der Adler bei den Deutschen ist.
    Der Wolf führte die Türken aus einem Tal, das von Bergen umgeben war, heraus.

    Die Legende fängt mit einer Schlacht mit den Chinesen an. Diese Schlacht verlieren die Türken vernichtend. Die Übriggebliebenen flüchten in dieses Tal dort gedeihen sie und ihre Anzahl wird immer grösser.
    Irgendwann wird die Anzahl der Türken so gross, dass sie nicht mehr in dieses enge Tal passen. Nun entschliessen sie sich wieder dort raus zu gehen, doch sie kennen den Weg,der heraus führt nicht. Dann aber sehen sie einen grauen Wolf (tr.:Bozkurt), der sie herausführt und die Türken können nun Rache an den Chinesen nehmen.

  4. #4
    Popeye
    Die Geschichte der Wölfin Asena
    Eine Geschichte aus der Türkei

    --------------------------------------------------------------------------------

    Im alten Reich der Alt-Türken in der heutigen Kachsakistan, Mongolei, China wurden die Türken von ihren Feinden überrascht und sie wurden, bis auf das kleine Kind des türkischen Khans, alle umgebracht.
    Das Kind wurde vom Tängi beschützt. Tängri schickte einen grauen Wölfin namens Asena. Asena nahm den Sohn des Türkischen Khans als seine Sohn. Asena nahm in den Heiligen Berge in ihre Höhle und gab ihm ihre Milch und zog ihn auf. Brachte ihm alles bei was man zum überleben brauchte.
    Nach einer langen Zeit wo das kleine Kind schon viel älter war kam es in Kontakt mit anderen Türkischen Folksgruppen die überlebt haben.
    Später vereinigten sich dich überlebenden Türkische Soldaten und nahmen Rache an ihren Feinden. Asena war immmer in der Nähe und beschütze den Sohn des Khans. Die Türken gründeten nach ihrem Sieg gegen ihre Feinde wieder ein neues Türkisches Reich.

    Man nimmt an das diese Geschichte vor dem Göktürkischen Reich stattgefunden hat. Denn die Göktürken hatten auf ihren Fahnen einen Wolfskopf, dies als Erinnerung.

  5. #5

    Registriert seit
    31.12.2007
    Beiträge
    479
    Zitat Zitat von El Turko Beitrag anzeigen
    Ergenekon-Legende



    Große Bedeutung erlangte das Ergenekon durch die rechte Bewegung in den 40 Jahren der heutigen Türkei. Die zu diesem Zeitpunkt schon vergessene Legende, wurde zum Grundpfeiler der rechten Ideologien, die in dieser Legende ein Gleichnis für die heutige Lage der Türkei und ihre Pläne für deren Zukunft sahen. Das Reich der Göktürken zerbrach, ähnlich wie das Osmanische Reich, wofür in der Legende, wie auch in der Meinung der rechten Kräfte hauptsächlich äußere, "nichtturkische" Völker verantwortlich gemacht werden. Was, aber zumindest für die Göktürken irrelevant gewesen ist, da Stammeszugehörigkeit bzw. Loyalität gegenüber einem Stammesoberhaupt und nicht Ethnie ausschlaggebend für das Weltbild der Reiternomaden war und die Stämme dazu neigten, sich mit nichtturkischen Stämmen zu mischen.

    Kommentar

    Zu diesem Thema gibt es bisher keine politisch meinungsfreien, unbelasteten Untersuchungen. Dieses Thema wurde in der politisch brisanten Zeit der 1960er und 1970er Jahre von beiden politischen Außenkräften instrumentalisiert: Von den Rechten um die eigene Herkunft zu mythologisieren und zu verherrlichen und ein Übermenschenbild zu erschaffen, von der Linken und Gemäßigten, um die Rechten zu diffamieren. Zudem handelt es sich um einen Mythos, bzw. eine Sage, die ihrer Natur gemäß viele Varianten kennt und je nach Erzählung verschieden gedeutet werden kann.
    Das interessante find ich, dass es sich mit dem serbischen Mythos (der heutigen nationalistischen Version)ähnlich verhält.

    Auch er sah die zerstörung durch fremde einfslüsse, und der mangelnden Loyalität.

    Wenn ich richtig verstanden habe, stehen in der serbischen Flagge auch die 4 S (C) auch für den mangel an loylität, Rache wie bei der türkischen instrumentalisierung des Mythos, nur hier halt stärker einbezogen.




    Der Kommentar gefällt mir.

    Woher hast du das?

  6. #6
    Popeye
    Grobar hats doch gepostet
    wikipedia

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