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Der Etymologie Thread

Erstellt von PokerFace, 19.07.2009, 05:39 Uhr · 8 Antworten · 1.452 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von PokerFace

    Registriert seit
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    4.163

    Der Etymologie Thread

    Die Etymologie (von altgr. ἔτυμος étymos „wahrhaftig“, „wirklich“, „echt“ und -logie) wird als Wissenschaftszweig der historischen Linguistik zugeordnet. Hier werden Herkunft und Geschichte der Wörter ergründet und damit, wie sich ihre Bedeutung und Form entwickelt haben.

    Etymologie ? Wikipedia


    Lass uns mal die Herkunft verschiedener Wörter ergründen. Alle Sprachen sind erlaubt. Keine Nachnamen Herkunft in diesem Thread.

    _____________________

    Ich fange mal an..


    Rumänisch
    Crăciun = Weihnachten

    Ungarisch
    Karácsony = Weihnachten

    Russisch/Slowakisch
    Корочун/Kracun = das slawische Fest der Wintersonnenwende, bezeichnet auch das zu diesem Fest bereitete Brot.


    Wie kommt es das dieses Wort so weit verbreitet ist? Und warum haben die Serben es nicht auch?
    In einem rumänischen Wörterbuch steht es kommt wahrscheinlich von lat. creatio, -onis „geburt”. Das es vom slaw. kratŭkŭ „kurz” oder kračati „schritte machen” kommt schliessen sie aus. Das Buch ist aber veraltet.

    Neuere Quellen sagen es kommt von lat. calatio (Rufen des Volkes von Seiten der Priester am ersten jeden Monats, um ihm die Feiertage kund zu geben.) und soll über die Kirchensprache ins slaw. gekommen sein.

    Die Slovak Academy of Sciences schreibt:
    The analysis is based on and supported by linguistic and extralinguistic arguments. After a comparative analysis the conclusion is reached that the lexeme has its origin in the southern Proto-Slavic macrodialect still from the pagan times.

    Eine andere Quelle schreibt sogar das es ein thrak. Wort sein soll.

    At the same
    time, the ethnographic data show the existence of an old, pre-Christian custom, still existing
    with the Albanians, but not preserved as such by the Romanians, which consists in burning a
    log, a large piece of wood, all through the night, on Christmas or New Year’s Eve, piece of
    wood the name of which is also Craciun. There are, however, accounts of the remnants of this
    old, pre-Christian custom in today Romanian folklore, as, for instance, “the existence, at
    present, in the area of Salaj [N-W part of Romania - my note N.C.] of a ‘Christmas dance’
    accompanied by sung couplets (whose ambiguous texts seem to refer to the log burnt on
    Christmas night)” (see HERTEA 1999: 32). To this, one might add the linguistic proofs,
    showing that the old Albanian kercun meaning ‘log’, ‘large piece of wood burnt on Christmas
    night’, has been preserved in Aromanian, the south of Danube dialect of Romanian, as
    craciuni, with a sense very close to that of the Albanian word, i. e. ‘log’, ‘piece of wood burnt
    in the night of passing from one year to another’. (see PAPAHAGI 1979: 173-178, 315;
    BRÂNCUS 1983: 137). It is worth to mention that “the Alb. kercu did not develop a religious
    meaning, as it did in Romanian” where, it seems, “the Christian meaning has developed
    through the intermediary of a construction like ‘the evening/the night of craciun’, similar to
    the Alb. nata e buzmit, ‘the night of the log’ (BRÂNCUS 1983: 137)

  2. #2

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    Beiträge
    5.328
    Kaiser


    Das althochdeutsche keisar wie auch das slawische Zar leiten sich von dem lateinischen Eigennamen Caesar ab, der in der Antike „Kaisar“ ausgesprochen wurde. Der Wandel des Eigennamens Caesar zum Herrschertitel erfolgte in einem fast 100 Jahre dauernden Prozess vom Tod Gaius Iulius Caesars 44 v. Chr. bis zum Amtsantritt des Kaisers Claudius im Jahr 41 n. Chr. (siehe dazu den Artikel Caesar (Titel)).
    In den romanischen Sprachen bezeichnet dagegen ein von Imperator entlehntes Wort den Kaiser, etwa das italienische imperatore oder das französische empereur, auf das auch das englische emperor zurückgeht. Auch im albanischen Wort mbret für „König“ ist noch der Imperator zu erkennen.
    In mittelhochdeutschen Schriften ist der Kaiser meist als Kayser, Keiser oder Keyser bezeichnet.

  3. #3
    Avatar von PokerFace

    Registriert seit
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    4.163
    Zitat Zitat von Baklava Beitrag anzeigen
    Kaiser
    In meinem Duden steht noch:

    Das altgermanische Substantiv ist vermutlich das älteste lat. Lehnwort im Germanischen.
    Die Entlehnung fällt in eine Zeit (bereits vor Christi Geburt), in der das ae im Lat. noch diphthongisch gesprochen wurde (das got. kaisar kann indessen auch auf dem aus dem Lat. entehnten griech. Kaïsar beruhen).

  4. #4

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    1.262
    HALLO POKERFACE!!!! COOOLES THEMA!! ECHT!!!


    Weist du/ihr, dass momentan einige Profs aus der Uni Wien dabei sind zu beweisen dass rumänisch, bulgarisch, griechisch und albanisch eine Sprachfgruppe bilden, die nicht miteinander verwandt sind, aber sich gegenseit "massiv" beeinflusst haben, vorallem das albanische soll massgeblich die anderen beeinflusst haben.

    Vorallem rumänisch und albanisch sollen einige ähnlichkeiten aufweisen vorallem in der archiaschen Form, ich habe jetzt keine Zeit aber später suche ich die Pressemitteilungen der Uni Wien und einige andere Texte aus der albanologischen Forschung zur rumänisch-albanischen Frage.

    Noch eine kleine Info, die Profs studieren das albanisch aus dem Mittelalter und sammeln alle Wörter, was so nie betrieben wurde, die albanische Sprache wurde nur in der heutigen Version studiert und untersucht, aber nicht mehr.

    gutes Thema und vorallem sehr sehr interessant!!! danke nochmals...wollte ich auch schon des öfteren eröffnen aber wegen zeitmangel udn faulheit doch nicht ...hagaga..

    bumbum

  5. #5
    Avatar von PokerFace

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    Zitat Zitat von bumbum Beitrag anzeigen
    Vorallem rumänisch und albanisch sollen einige ähnlichkeiten aufweisen vorallem in der archiaschen Form, ich habe jetzt keine Zeit aber später suche ich die Pressemitteilungen der Uni Wien und einige andere Texte aus der albanologischen Forschung zur rumänisch-albanischen Frage.
    Aus dem Thrakischen (Dakischen), der Sprache der von den Römern eroberten Daker vermutet man in der rumänischen Sprache ungefähr 160 lexikale Vererbungen (von denen man ca. 90 Begriffe auch in der albanischen Sprache vorfindet). Diese Begriffe stellen das dakische Substrat des rumänischen Wortschatzes dar.


    Hier gibts eine Liste mit thrakischen Wörter
    Thrakische Sprache ? Wikipedia

    Bulgarisch und litauisch hat die meisten thrakischen Wörter. Albanisch auch ein paar. Aber keines davon gibt es im rumänischen.

    Eine Liste mit Wörtern von denen angenommen wird das sie dakisch sind. Hinter den Wörtern bei denen es eine Übereinstimmung mit einem albanischen Wort gibt steht albaneză. Ist aber veraltet und einiges ist falsch.

    List? de cuvinte române?ti mo?tenite probabil din limba dac? - Wikipedia

    Und hier gibt es auf Page 4 eine Liste mit gleichen Wörtern im alb und rum. von denen viele aus dem lat. türk. oder sonstwoher kommen....

    Cuvintele comune în albanez? ?i în român? - m?rturie a leg?turilor tradi?ionale între dou? popoare str?vechi

    Hab deinen Artikel gefunden:
    FWF Der Wissenschaftsfonds - Presse - (Alt-)Albanisch: Lebendiger Einfluss einer toten Sprache?

  6. #6
    phαηtom
    Zitat Zitat von PokerFace Beitrag anzeigen
    Thrakische Sprache ? Wikipedia

    Bulgarisch und litauisch hat die meisten thrakischen Wörter. Albanisch auch ein paar. Aber keines davon gibt es im rumänischen.
    Dakisch soll mehr als nur ein Dialekt des Thrakischen gewesen sein, vielleicht deswegen.

  7. #7

    Registriert seit
    11.02.2009
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    1.262
    "In den letzten Jahrzehnten wurde die albanische Frage vor allem im Zusammenhang mit der rumänischen Frage erörtert. Auf Grund der zwischen der albanischen und der rumänischen Sprache bestehenden Verwandtschaft und der Lehnwortbeziehungen glaubte man, für beide Völker eine gemeinsame ursprüngliche Heimat annehmen zu müssen, die man bald im Norden, bald im Süden der Donau suchte. So stellte der rumänische Linguist HADEU, der die Heimat des rumänischen Volkes im Norden der Donau annahm, zur Erklärung der engen Sprachverwandtschaft zwischen Albanisch und Rumänisch die Ansicht auf, die Albaner seien Nachkommen dakischer Stämme, die nach Illyrien und Mösien, dann nach dem Hämus und schließlich in ihre heutigen Sitze eingewandert seien.
    Eine ähnliche Ansicht wurde von PUSCARIU und PARVAN geäußert. Danach sind die Albaner zwischen dem 3. und 6. Jh. n. Chr. als Vortrupp der slavischen Völkerwanderung von Nordosten durch Siebenbürgen nach Südwesten gezogen und haben sich unbemerkt nach und nach als Wanderhirten in das Reichsgebiet südlich der Donau eingeschoben. Die nur allgemein angedeuteten Gründe für diese Annahme liefern jedoch keinen Beweis. Gegen die Annahme einer so späten Einwanderung spricht vor allem entscheidend die Tiefe des Romanisierungseinflusses, den das Albanische aufweist. Diese Theorie ist nur ein Ausweg, um die rumänische Kontinuität in Dakien auch in Anbetracht der nahen albanisch-rumänischen Sprachverwandtschaft verfechten zu können. Solange jedoch Dakien nicht mit Sicherheit als Heimat der Rumänen erwiesen ist, muss diese Schlussfolgerung als unbegründet gelten. Man könnte die bestehenden sprachlichen Übereinstimmungen ebenso gut dadurch erklären, dass man, wie dies mit überzeugenden Gründen die Mehrzahl der Forscher tut, die Heimat der Rumänen in den römischen Provinzen südlich der Donau sucht.
    Im Zusammenhang mit der rumänischen Frage hat sich nach einer gelegentlichen Stellungnahme von DENSUSIANU nur PHILIPPIDE ausführlich mit der Heimat des albanischen Volkes befasst. Ausgehend von der Tatsache, dass die albanische Sprache jahrhundertelang sich gegen den Einfluss der Romanisierung behaupten konnte, vertritt er mit Recht die Ansicht, dass sich diese zähe Widerstandskraft nur aus der landschaftlichen Abgeschlossenheit ihres Siedlungsgebietes erklären lasse."

    Forschungen zur alb. Frühgeschichte

  8. #8
    phαηtom
    Hesychius (5. v. Chr.)

    leut ihm benutzen die Makedonen außer εγκεφαλον auch das Wort γαβαλαν für Kopf.



    auf Russisch: galava für Kopf - mazedonisch: glava

    Glatze heißt auf maz. kelav, erinnert bißchen an εγκεφαλοv, ist ja nicht unüblich, dass Konsonanten vertauscht wurden mit der Zeit.

    auf türkisch heißt Glatze "kel". auf altdeutsch "kalawa"

  9. #9
    phαηtom
    bett
    --

    türk. kerevet
    altgr. kράββατος (krábbatos).
    südslawisch krevet

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