Freiheit oder Tod. Der Wahlspruch der Nation klingt zwar sehr martialisch, man kann es den Griechen aber nicht übel nehmen, dass sie sich nicht gerne unterjochen lassen. Zu oft mussten die Hellenen zusehen, wie fremde Völker plötzlich vor ihrer Haustüre standen und versuchten, das wichtige Land an der Grenze nach Osten zu erobern. Bei so viel Unterdrückung ist es nicht verwunderlich, dass sich bei den vielen machtlüsternen Despoten ausgerechnet hier die Staatsform der Demokratie entwickelte.

Freiheit oder Tod. Die explizite Formulierung lässt erahnen, dass die Griechen ein sehr stolzes Volk sind.Zum filos, zum Freund, wird nur der, der sich mit Respekt im Land aufhält und sich auch Zeit für die Kultur und das Wesen der Menschen nimmt. Dann zeigen sich die Griechen als eines der großzügigsten und herzlichsten Völker überhaupt.

„Freiheit oder Tod!“ lautete auch die Losung, welche der Metropolit von Patras am 25. März 1821 ausgab. Große Teile Griechenlands folgten diesem Aufruf. Auf der Peloponnes-Halbinsel, in Epiros und Arkadien erhob sich die Bevölkerung gegen die seit 400 Jahren dauernde türkische Fremdherrschaft. Binnen weniger Wochen wurden 15 000 Türken umgebracht, Tausende flohen aus dem Land.

Die griechische Natinalhymne, nennt man Hymne der Freiheit

Ich erkenn' dich an der Schärfe
deines Schwerts, der furchtbaren,
ich erkenn' dich an dem Blicke
der mit Kraft die Erde misst.

Von den heiligen Gebeinen
der Hellenen auferweckt
und, wie einst, nun stark geworden,
Freiheit, Freiheit, sei gegrüßt!

Dort im Grabe eingeschlossen,
eingeschüchtert und betrübt,
wartetest du auf die Stimme,
die dir sage "Komm zurück!"

Dieser Tag ließ auf sich warten,
es war alles totenstill,
alles war durch Angst verdunkelt,
Knechtschaft deckte alles zu.

Unglückliche, Trost alleine blieb
dir die Erinnerung an die längst
vergangene Größe, die erzählend du
beweinst.

Banges Harren, banges Warten
auf ein freiheitliches Wort,
schlug die eine Hand die andre
in Verzweiflung immerfort.

Und du sagtest: "Wann erhebe ich
mein Haupt aus dieser Not?"
Es erwiderten von oben Klagen,
Ketten, Jammerlaut.

Da erhobst du deine Blicke,
die vom Weinen ganz getrübt,
Blut tropfte auf deine Kleider,
vieles Blut des Griechentums.

Mit den blutigen Gewändern
stahlst du heimlich dich davon,
um zu suchen in der Fremde
andre Hände voller Kraft.

Einsam gingst du deines Weges,
einsam kehrtest du zurück,
leicht sind nicht die fremden Türen,
wenn die Not an ihnen klopft

Rückwärts wendest du die Schritte,
bald betrittst du mit dem Fuß
jenen Felsen, jenen Rasen,
der dich an den Ruhm gemahnt.

Demütig beugt sich zu Boden
das vom Leid geprüfte Haupt,
wie des Armen, der da bettelt,
dem das Leben eine Last.

Aber jetzt stellt sich zum Kampfe
jedes Kind von dir mit Kraft,
und in rastlosem Bemühen
strebt nach Sieg es oder Tod.

Von den heiligen Gebeinen
der Hellenen auferweckt,
und, wie einst, nun stark geworden,
Freiheit, Freiheit, sei gegrüßt!