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Der Geheimvertrag zwischen Österreich-Ungarn und Serbien

Erstellt von Ravnokotarski-Vuk, 15.02.2010, 04:17 Uhr · 16 Antworten · 3.013 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Ravnokotarski-Vuk

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    Der Geheimvertrag zwischen Österreich-Ungarn und Serbien

    Geheimvertrag zwischen Österreich-Ungarn und Serbien



    Österreich-Ungarn und Serbien um 1899
    Als Geheimvertrag zwischen Österreich-Ungarn und Serbien oder auch Geheime Konvention wird das 1881 aus einem Handelsvertrag (6. Mai) und einem Bündnisvertrag (28. Juni) bestehende Vertragswerk bezeichnet, welches mehrere geheime Zusatzklauseln enthielt. Mit dem Geheimvertrag erkannte Serbien faktisch die Suzeränität Österreich-Ungarns an.
    Vorgeschichte
    Serbien wandte sich aus Enttäuschung über die russische Bulgarienpolitik dem Kaiserhaus Österreich als Verbündeten zu und stellte seine nationalen Ansprüche auf Bosnien und Herzegowina vorläufig zurück. Mit dem Abschluss eines Handelvertages am 21. April 1881 sollte Serbien für zwei Jahrzehnte zu einem wirtschaftlichen Nebenland der Donaumonarchie werden. Fast 90 % des Exports und 70 % des Imports wurde mit Österreich-Ungarn abgewickelt.
    Vertragswerk
    Der politische Geheimvertrag vom 28. Juni 1881 gestand Österreich-Ungarn weitgehende Vorrechte in der Bestimmung der serbischen Außenpolitik zu. So durfte Serbien keine Verträge mit anderen Staaten ohne vorherige Zustimmung der Donaumonarchie abschließen. Ebenso verpflichtete sich Serbien zum Ausbau einer Eisenbahnstrecke von Belgrad Richtung Sofia und Istanbul sowie zur Regulierung der Donau um das Eiserne Tor für die Schiffsfahrt. Im Gegenzug würde Österreich-Ungarn Serbien auf internationaler Ebene unterstützen. Die Anerkennung Serbiens als Königreich durch die Großmächte 1882 wurde mit Hilfe der österreichisch-ungarischen Diplomatie erwirkt. Serbien verpflichtete sich auf mindestens zehn Jahre, keine territoriellen Ansprüche auf Bosnien, die Herzegowina und dem Sandschak Novi Pazar zu stellen. Im Gegenzug hätte es, soweit im Interesse der Donaumonarchie, freie Hand im Süden gegenüber dem Osmanischen Reich bzw. Mazedonien und Bulgarien.
    Innenpolitisch verpflichtete sich Serbien, auf seinem Territorium keine gegen Österreich-Ungarn gerichtete großserbische oder panslawistische Propaganda zuzulassen. Nach Bekanntwerden des Vertrags in Serbien regte sich dagegen erheblicher Widerstand in russophilen Kreisen, was auch zum Aufstieg der Radikalen Volkspartei zur stärksten Partei bei den Wahlen im Jahr 1883 beitrug.
    Folgen
    Auf die militärischen Klauseln gestützt, beschloss Serbiens König Milan I., sich für zugunsten Österreichs zurückgestellten Territorialansprüche auf Kosten bulgarischer Gebiete zu kompensieren, 1885 begann ein Serbisch-Bulgarischer Krieg. Wiener Banken gewährten Serbien Kriegskredite, und Interventionsdrohungen Wiens an Sofia retteten Serbien vor der Niederlage, der Frieden mit Bulgarien wurde auf der Grundlage des Status quo ante geschlossen.
    Epilog
    1887, nach der russischen Einmischung in die bulgarische Thronfolge und einem erfolglosen Attentat auf den serbischen König Milan, wurde der Geheimvertrag um eine Klausel erweitert, wonach Österreich-Ungarn ebenfalls die Interessen der Dynastie des Hauses Obrenović sowohl im serbischen Inland wie auch im Ausland wahren würde.
    Der Geheimvertrag endete 1903 mit dem Mord am Königspaar Alexander Obrenović und Draga Mašin und der Inthronisierung von Peter I. Karađorđević als neuen König Serbiens. Trotz seiner vertraglichen Verpflichtungen zum Schutz der gestürzten Dynastie intervenierte Österreich-Ungarn nicht.


    Literatur

    • Edgar Hösch: Geschichte der Balkanländer, Auf dem Weg zum Nationalstaat. Verlag C.H. Beck München, 1988
    • Holm Sundhaussen: Geschichte Serbiens. Böhlau Verlag, Wien, Köln, Weimar, 2007 (S. 199/200)

  2. #2

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    interessant.....

  3. #3
    Avatar von Ivo2

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    Zitat Zitat von Ravnokotarski-Vuk Beitrag anzeigen
    • Edgar Hösch: Geschichte der Balkanländer, Auf dem Weg zum Nationalstaat. Verlag C.H. Beck München, 1988
    • Holm Sundhaussen: Geschichte Serbiens. Böhlau Verlag, Wien, Köln, Weimar, 2007 (S. 199/200)
    Pass auf, dass Du da nicht Probleme mit Vatrena bekommst
    Sie zweifelt sogar Sundhaussen an, wenn Serbien nicht in einem strahlend unschuldigen Licht dasteht.
    Gegner der Abspaltung von Kosovo

  4. #4
    Avatar von Ravnokotarski-Vuk

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    Zitat Zitat von Ivo2 Beitrag anzeigen
    Pass auf, dass Du da nicht Probleme mit Vatrena bekommst
    Sie zweifelt sogar Sundhaussen an, wenn Serbien nicht in einem strahlend unschuldigen Licht dasteht.
    Gegner der Abspaltung von Kosovo
    Du kannst dich erinnern was andere vor 2.5 Jahren geschrieben hatten? Alle Ehre, das ich noch in deinem Alter.

    Na, Serbien hat auch eine positive Geschichte.

    Doch, die panbulgarische Russenpolitik machte die Serben halt zu österreichs Verbündeten, der innere Streit um das Königshaus Obrenovic und Karadjordjevic waren später auch eine Mitschuld. Aber wieso sollten wir uns dafür schämen? Als ob die Russen "glorreichere Geschichte haben". Jedes Volk hatte seine Sonnen-und Schattenseite.

  5. #5

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    Zitat Zitat von Ravnokotarski-Vuk Beitrag anzeigen
    Du kannst dich erinnern was andere vor 2.5 Jahren geschrieben hatten? Alle Ehre, das ich noch in deinem Alter.

    Na, Serbien hat auch eine positive Geschichte.

    Doch, die panbulgarische Russenpolitik machte die Serben halt zu österreichs Verbündeten, der innere Streit um das Königshaus Obrenovic und Karadjordjevic waren später auch eine Mitschuld. Aber wieso sollten wir uns dafür schämen? Als ob die Russen "glorreichere Geschichte haben". Jedes Volk hatte seine Sonnen-und Schattenseite.

    dass Österreich Serbiens bis vorm Thronfolger-Attentat unterstützt hat, vergisst man gerne in Serbien.

  6. #6
    Avatar von Ravnokotarski-Vuk

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    Zitat Zitat von ooops Beitrag anzeigen
    dass Österreich Serbiens bis vorm Thronfolger-Attentat unterstützt hat, vergisst man gerne in Serbien.
    Das ist eine Desinformation. Die Habsburger wollten möglichst viel Einfluss. Ohne die Streitigkeiten zwischen dem Russischen und Austroungarischen Reich konnte das osmanische damals garnicht erst überleben. Wer die Vorgeschichte nicht kennt, sollte schweigen. Die Bosnische Annexionskrise war 1908. Zwischen 1908 und 1914 waren es noch einige Jahre. ^^

    Noch für dich, die damalige Vorsituation der Könige/Familien in Serbien.

    Obrenovic=Proösterreichisch/Serbisch orientiert
    Karadjordjevic=Panslawisch/Südslawisch orientiert

  7. #7
    ökörtilos
    Ewig verhasste Kolonialmacht

  8. #8
    Avatar von Ravnokotarski-Vuk

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    Zitat Zitat von ökörtilos Beitrag anzeigen
    Ewig verhasste Kolonialmacht
    Wusstest du das die Politik zwischen Österreich-Ungarn immer aus Bec (Cislathenien) kam und nicht aus Budapest?

  9. #9

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    8.286
    was ist das wieder für ein mist

  10. #10
    Avatar von Ivo2

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    Zitat Zitat von Ravnokotarski-Vuk Beitrag anzeigen

    Obrenovic=Proösterreichisch/Serbisch orientiert
    Karadjordjevic=Panslawisch/Südslawisch orientiert
    Kleiner Fehler:
    Karadjordjevic = zwar Slawisch bzw. Südslawisch orientiert benennt sich aber Groß-Serbien

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