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Geschichte und Persönlichkeiten des Oströmischen/Byzantinischen Reichs [Sammelthread]

Erstellt von Heraclius, 20.02.2015, 15:01 Uhr · 183 Antworten · 16.421 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von Godzilla

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  2. #12
    Avatar von De_La_GreCo

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    O kairos gar eggys

  3. #13
    Avatar von Nikos

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    Theodoros Komnenos Doukas - Der mächtigste aller Despoten

    Mein Beitrag soll das Leben des mächtigsten Despoten von Epirus und seine enormen Erfolge seiner
    Herrschaft nacherzählen. Vielen ist nicht bekannt wie mächtig das Despotat Epirus zu Beginn des 13.
    Jahrhunders gewesen ist.

    Das Byzantinische Reich um 1200


    Theodor wurde 1185 als Sohn einer der mächtigsten Familien des Byzantinischen Reiches geboren.
    Der Familie Angelos. Sein Vater hatte den Titel Sebastokrator. Als Konstantinopel 1204 von den
    Kreuzrittern erobert worden ist flüchtete er nach Nikaia.

    Die byzantinische Staatenwelt nach dem 4. Kreuzzug


    Bis 1210 stand er im Dienst des nikaiischen Kaisers Theodor I. Laskaris, bis er beschloss zu seinem
    Halb-Bruder Michael I. dem Despoten von Epirus zu reisen. Doch bereits 1215 wurde Michael von seien
    eigenen Wachen ermordet und so wurde Theodor zum Despoten von Epirus.

    Das wichtigste außenpolitische Ziel der damaligen hellenischen Staaten lag darin Konstantinopel für
    den Hellenismus zurückzugewinnen und die Franken und Lateiner zu vertreiben. Dieses Ziel sollte auch
    Theodor in den Mittelpunkt seiner Politik stellen.

    Das Despotat Epirus um 1215


    Bereits zu Beginn seiner Herrschaft ereignete sich ein ungewöhnlich faszinierender Zufall.
    Als 1216 der fränkische Kaiser Konstantinopels Heinrich starb, schickte Rom den Franzosen
    Peter de Courtenay als dessen Nachfolger. Dieser wollte in Dyrrachion (Durres) an Land gehen
    und Konstantinopel über den Landweg erreichen. Ein fataler Fehler. Als er sich in Epirus als
    neuer Kaiser Konstantinopels präsentierte, wurde er umgehend von hellenischen Soldaten
    festgenommen. Theodor ließ ihn exekutieren.

    Das Königreich Thessaloniki


    Nachdem Theodor ein Bündnis mit Serbien und den albanischen Klans einging wandte er seinen Blick
    gen Osten. Sein erstes Ziel war der Kreuzfahrerstaat Thessaloniki. Nach jahrelangen Kriegen gelang es
    seinen Streitkräften Thessaloniki 1222 zu erreichen und mit der Belagerung zu beginnen.
    Trotz widerholter Hilferufe an den Papst einen Kreuzzug gegen Epirus auszurufen wurde Thessaloniki
    1224 von Theodor befreit. Damit wurde der Kreuzfahrerstaat Thessaloniki nach 20 Jahren Bestand
    vollständig zerstört und die zweit-größte Stadt des byzantinischen Reiches von den Hellenen befreit.

    Nun dachte Theodor ernsthaft daran Konstantinopel von den lateinern zurückzugewinnen.
    Kaiser Ioannis (Nikaia) war bereits mit einem gewaltigen Heer in Thrakien gelandet und hatte Adrianopel unter
    seine Kontrolle gebracht. Wer Konstantinopel erobern sollte würde neuer Kaiser von Byzanz werden.
    Theodor verlor keine Zeit und marschierte mit großen Streitmächten nach Adrianopel. Nikaia zog seine
    Streitkräfte daraufhin nach Kallipoli zurück, wo 100 Jahre später die Osmanen gegen die Nikaier selbst
    landen sollten. Nach dem Rückzug der Nikaier schloß Theodor ein Bündnis mit Bulgarien und verlegte seine
    Residenz nach Adrianopel.

    Obwohl er lange Zeit sehr günstige Rahmenbedingungen für eine Belagerung Konstantinopels hatte, tat er es nicht.
    Im Frühjahr 1230 marschierte er plötzlich mit 85.000.000 Mann gegen Bulgarien. Das erste mal seit Basil Bulgaroktonos
    bangte Bulgarien um seine Existenz. Theodor war so siegessicher, dass er den gesammten kaiserlichen Hof mitnahm.
    Trotz einer massiven Überzahl wurden seine Streitkräfte vernichtend geschlagen!
    Theodor und seine ganze Familie wurde getötet. Das Ergebnis zu so aus.

    Zu Lebzeiten war Theodor der Napoleon des Balkans, doch wurde Bulgarien sein Waterloo.

    Großbulgarien nach der Niederlage Theodors


    Die Schlacht wird von Historikern oftmals als die glücklichste und fruchtbarste Schlacht in der bulgarischen Geschichte angesehen.
    Dies war einer der gewaltigsten Fehlschläge der hellenischen Geschichte. Eine gewaltige Niederlage.

    Glücklicherweise sollte dieses Reich nicht lange bestehen bleiben. 1242 fielen die Tataren von Norden in Bulgarien ein und zerstörten es.
    Dies nutzte Kaiser Michael Palaiologos, welcher das Byzantinischer Reich in gewaltigem Umfang widerherstellen konnte.

    Byzanz 1261 nach der Resturation durch Michael Palaiologos und der Befreiung Konstantinopels

  4. #14
    Avatar von artemi

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  5. #15
    Avatar von Heraclius

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    Jordanes (auch: Jornandes, Jordanis und Iordanes, Iordanis; † nach 552) war ein spätantiker römisch-gotischer Gelehrter und Geschichtsschreiber des 6. Jahrhunderts.

    Über Jordanes’ Leben ist wenig bekannt. Er stammte offenbar aus dem Balkanraum und beherrschte neben Latein auch Griechisch. Aus seinem Werk geht hervor, dass er Kontakte mit der senatorischen Oberschicht des oströmischen Reiches pflegte. Bevor er sich an die Niederschrift seiner Werke machte, war er als Sekretär (notarius) eines hochrangigen römischen Generals, des magister militum per Thraciam, tätig.

    Der im frühen 6. Jahrhundert über Italien herrschende Ostgotenkönig Theoderich der Große beauftragte um 520 den römischen Senator Cassiodor mit einer Niederschrift der Geschichte der Goten. Dieses Werk in 12 Büchern wurde jedoch erst nach dem Tod Theoderichs (526) veröffentlicht. In Kenntnis dieses Werks, das er aber nach eigener Aussage nur drei Tage lang einsehen konnte, schrieb dann um die Jahrhundertmitte Jordanes in Konstantinopel eine eigene, stark gekürzte Version und ergänzte sie teilweise durch andere Quellen (unter anderem Ablabius) und um aktuelle Ereignisse – inzwischen hatte der oströmische Kaiser Justinian I. zwei Kriege gegen die Goten geführt, und die Eroberung Italiens stand kurz vor dem Abschluss. Jordanes’ Version, De origine actibusque Getarum (Theodor Mommsen), kurz Getica, blieb der Nachwelt erhalten; Cassiodors Gotengeschichte hingegen ging verloren.

    Jordanes verfasste vor den Getica auch eine Weltchronik, an die sich eine römische Geschichte von der Zeit des Augustus bis ins 24. Regierungsjahr des oströmischen Kaisers Justinians anschloss (die so genannte Historia Romana). Letztere hatte ebenfalls eine etwas ältere Vorlage, vermutlich (aber nicht sicher) das gleichnamige Werk des jüngeren Symmachus, das wie die Gotengeschichte Cassiodors heute verloren ist und auf das Jordanes auch in den Getica zurückgriff. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Historia Romana ein konzeptionelles Ganzes mit den Getica bilden sollte.

    Jordanes gilt als früheste erhaltene Quelle, in der die natio der Bajuwaren erwähnt wird, nämlich als Nachbarn der Sueben (d. h. Alamannen), östlich des Lechs.





    *****
    Jordanes war ein byzantinischer Gelehrter und Geschichtsschreiber des 6. Jahrhunderts, welcher seine Werke mehrheitlich in Latein verfasste. Seine ethnischen Ursprünge sind kontrovers, zumal er auf Wikipedia zum Teil als Römer, als Gote, als romanisierter Gote, als Byzantiner, oder auch als Alane ausgewiesen wird. Letzteres scheint auch sein überlieferter griechischer Name Ιορδάνης ο Αλανός (Jordanes der Alane) zu suggerieren. Bekannt vor allem wegen seines Werks De origine actibusque Getarum, oder verkürzt Getica, ein Werk zur Geschichte des germanischen Stammes der Goten, ist Jordanes einer der Vertreter der lateinischsprachigen Kultur im Osten, welche in der Zeit des 6. Jhdts. in Konstantinopel noch existent war, denken wir auch an die große lateinische Grammatik von Priscian von Caesarea, oder an Schreiber wie Prokop.

    Heraclius

  6. #16
    Avatar von Heraclius

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    Flavius Petrus Sabbatius Iustinianus (griechisch Ἰουστινιανός; * um 482 in Tauresium bei Justiniana Prima; † 14. November 565 in Konstantinopel), besser bekannt als Justinian,[1] war vom 1. August 527 bis zu seinem Tod im Jahre 565 römischer Kaiser. In einigen Quellen und in der älteren Literatur wird er vereinzelt auch als Justinian der Große bezeichnet; die orthodoxen Kirchen verehren ihn als Heiligen.
    Justinian gilt als einer der bedeutendsten Herrscher der Spätantike. Seine Regierungszeit markiert dabei eine wichtige Stufe des Übergangs von der Antike zum Mittelalter und somit den Übergang von römischer Tradition zu byzantinischer Regierung (siehe auch Ende der Antike). Justinian betrieb eine aggressive Westpolitik, wobei es ihm gelang, weite Teile des alten Imperium Romanum, die im Westen im Verlauf der Völkerwanderung an die Germanen gefallen waren (Absetzung des letzten Kaisers in Italien 476), wiederzugewinnen. Im Osten war das Reich in seiner Regierungszeit in schwere wechselhafte Kämpfe mit dem neupersischen Sassanidenreich verwickelt. Für die Rechtsgeschichte ist die von ihm in Auftrag gegebene Kompilation des römischen Rechts, das später so genannte Corpus Iuris Civilis, von großer Bedeutung.
    529 ließ Justinian die platonische Akademie in Athen schließen, 542 wurde von ihm das altrömische Amt des Konsuls, vielleicht aus Kostengründen, faktisch abgeschafft. Die nun immer stärker hervortretende Sakralisierung des Kaisertums zerstörte zudem die letzten Reste der einst vom Prinzipat geschaffenen Illusion, dass der Kaiser nur ein primus inter pares sei.

    Heftige Kritik an der Politik Justinians äußerte der Geschichtsschreiber Prokopios von Caesarea, dessen Werke die wichtigste Quelle für die Zeit Justinians darstellen. Weitere Informationen bieten unter anderem Johannes Malalas, Agathias und Menander Protektor.











    *****
    Justinian der Große war ein Kaiser sozusagen an der Schwelle von der Antike zum Mittelalter, und mit einer der letzten großen byzantinischen Herrscher, die sich noch aktiv in die Belange des westlichen Europas einmischten. Unter ihm fand die Zerschlagung des Vandalen- und des Ostgotenreichs statt, und die Wiedereingliederung dieser Regionen (Nordafrika bzw. Italien) ins Reich. Ebenfalls wurde das südliche Spanien wieder erobert, sodass das Byzantinische Reich zum Tode Justnians seine größte Ausdehnung hatte (siehe Karte oben). Das und die Kampagnen gegen die Perser, die Niederschlagung des Nika-Aufstands, die Kompilation des Rechtskodex Corpus Iuris Civilis, der Neu- bzw. der Umbau der Kirche Hagia Sophia in Konstantinopel, verschiedene Reformen in der Verwaltung und seine Religionspolitik lassen ihn meiner Meinung nach in einem guten historischen Licht erscheinen.

    Heraclius

  7. #17
    Avatar von Nikos

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    Ena tragoudi gia tin Konstantinoupoli


  8. #18
    Avatar von Nikos

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    Philadelphia Lydiens - Die letzte hellenische Stadt Kleinasiens

    (Der Wikipedia-Link zur heutigen Stadt --> Ala?ehir - Wikipedia, the free encyclopedia)

    Philadelphia liegt in Lydien, dem Hinterland Smyrnas. Im frühen Mittelalter nannte man sie "Klein-Athen",
    da der hellenische Götter-Kult die Stadt immer noch dominierte. Klassische Tempel schmückten die Stadt
    und alt-hellenische Bräuche prägten das gesellschaftliche Leben.

    Im 6. Jahrhundert ist die Basilika des Sankt John erbaut worden. Diese war in etwa genau so groß wie die
    Hagia Sophia in Konstantinopel und lockte viele Reisende nach Philadelphia.

    Ein Model


    Die Ruinen lassen sich heute noch besichtigen


    1074 ging Philadelphia an die Seldschuken verloren, wurde jedoch 24 Jahre später, während des 1. Kreuzzuges
    von Kaiser Alexios I. wieder ins Reich gegliedert.

    In den Mittelpunkt rückte die Stadt im 14. Jahrhundert. Bereits als die letzten byzantinischen Städte Kleinasiens,
    wie etwa Nikaia, Nikomedien, Proussa oder Smyrna an türkische Klein-Staaten fielen, konnte sich die Stadt mitten
    in Kleinasien halten. Da sie im Binnenland Kleinasiens vom auf Konstantinopel geschrumpften und als osmanischer
    Vassal gewordenem Byzanz abgeschnitten war, war sie im Grunde ein unabhängiger Staat und gleichzeitig letzte
    christliche und hellenische Bastion Kleinasiens.

    Der letzte Kontakt zur christlichen Außenwelt war als der Templer-Orden von Rhodos durch einen kombinierten
    amphibien- Überaschungsangriff Smyrna eroberte und es einige Jahre halten konnte.

    Danach war Philadelphia Jahrzehnte lang von der christlichen außenwelt abgeschnitten und war in Kleinasien auf sich
    allein gestellt.

    ... und wie es das Schicksal wollte, sollten weder Kreuzfahrer, noch die Türken die Stadt erobern. Es war Byzanz selbst.
    Kaiser Manuel musste als Vassal den Osmanen den Treue-Eid leisten und mit eigenen Einheiten Philadelphia belagern und
    erobern, was 1390 dann auch geschah. Damit war Philadelphia für 530 Jahre unter osmanischer Herrschaft.

    1920 würde Philadelphia von hellenischen Truppen befreit und blieb 2 Jahre unter hellenischer Herrschaft.
    1923 kam Alasehir zur Türkei.

  9. #19
    Avatar von Heraclius

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    Konstantinos XI. Palaiologos (Konstantínos Dragásis Paleológos Κωνσταντῖνος Δραγάσης Παλαιολόγος, * 9. Februar 1405 in Konstantinopel; † 29. Mai 1453 in Konstantinopel) war von 1448 bis 1453 der letzte byzantinische Kaiser und starb bei der Verteidigung Konstantinopels. Der von ihm bevorzugte Zuname Dragases leitet sich vom bulgarisch-serbischen Adelsgeschlecht Dragaš seiner Mutter Helena Dragaš ab. Konstantinos war der Nachfolger seines Bruders Johannes VIII. Palaiologos.

    Die osmanischen Türken unter Sultan Mehmed II. hatten bereits fast ganz Kleinasien besetzt. Nur ein kleines Gebiet um Konstantinopel und ein schmaler Küstenstreifen entlang der östlichen Schwarzmeerküste waren die letzten verbliebenen Gebiete des byzantinischen Reiches. Der Sultan bot dem Kaiser die Herrschaft über die Morea an, die er ablehnte. Im Jahr 1452 begann die osmanische Armee mit den Vorbereitungen zur Belagerung, die schließlich am 2. April 1453 begann. Am 29. Mai 1453 bereiteten sich der Kaiser, die oströmischen Soldaten und fünfhundert auf Schiffen eingetroffene Genueser, die von den Byzantinern begeistert empfangen wurden, auf den letzten Kampf vor und beteten noch ein letztes Mal in der Hagia Sophia, ehe die Osmanen angriffen. Es war ein harter und verlustreicher Kampf, aber die Osmanen verfügten über Mineure und eine Kanone extrem großen Kalibers (75 cm), die kurz zuvor erst von einem ungarischen Kanonengießer erfunden worden war. Nach einigen Historikern war sie wegen der zu geringen Menge an Geschossen und Problemen mit dem eigenen gewaltigen Rückstoß nicht siegentscheidend. Ein kleines Nebentor (die Kerkaporta nahe Blachernae), das nicht verriegelt und möglicherweise durch den Kanonenbeschuss blockiert war, war von den Verteidigern übersehen worden und gewährte den Angreifern Einlass. Die Byzantiner verloren letztlich den Kampf. Kaiser Konstantinos XI. wurde heroisch kämpfend an den Toren der Hauptstadt gesehen, sein Leichnam jedoch nie gefunden. Um ihn drehen sich seit Jahrhunderten Legenden und Mythen – eine Sage erzählt, dass der Eroberer Mehmed II. jeden Leichnam waschen und untersuchen ließ, bis man ihn angeblich fand (vor dem Kampf legte er sämtliche Abzeichen ab, nur die purpurnen Schuhe vergaß er). Was dann mit ihm geschah, ist unklar.








    *****
    Konstantin XI. Palaiologos ist der letzte oströmische Kaiser, der während der Verteidigungsschlacht Konstantinopels gegen die Osmanen 1453 sein Leben verlor. Ihm ist heute in der Athener Innenstadt eine Statue mit einer Inschrift gewidmet (siehe Bild).

    Heraclius

  10. #20
    Avatar von Metho

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    Beim Threadnamen sind mir sofort die beiden Herren eingefallen.

    «Apostel der Slawen» werden die beiden Brüder Kyrill und Method aus Thessaloniki in Anerkennung ihrer Verdienste um die Einführung des Christentums in Mähren genannt.
    Die Brüder wurden in der griechischen Stadt Thessaloniki geboren und beherrschten von Kindheit an den örtlichen slawischen Dialekt, den ein beachtlicher Teil der Bevölkerung der Stadt und ihrer Umgebung sprach. Der jüngere Bruder Konstantin (Kyrill war sein Mönchsname) erhielt eine glänzende Ausbildung in der Hofschule von Konstantinopel, war einige Zeit Bibliothekar in der Bibliothek des Patriarchen, zog aber die Hingabe an Gott dem hohen Dienst bei Hof vor. Er ging heimlich in ein Kloster am Marmarameer und befasste sich mit dem Studium des Schrifttums. Aber bald wurde sein Aufenthaltsort entdeckt, und Konstantin musste in die Hauptstadt zurückkehren, wo ihn die Stelle eines Lehrers der Philosophie an der Universität von Konstantinopel erwartete. Schon in jungen Jahren wurde Konstantin als herausragender Philosoph und Polemiker bekannt. Er siegte im Gelehrtenstreit mit dem ehemaligen Patriarchen Johannes, einem Anhänger des Ikonoklasmus, nahm an Missionsreisen zu den Sarazenen und Chazaren teil, wo er die Dogmen der christlichen Glaubenslehre glänzend verteidigte. Als der großmährische Fürst Rostislav im Jahre 862 mit der Bitte an den byzantinischen Kaiser Michael III. herantrat, ihm eine geistliche Person für die Predigt des Wortes Gottes unter den Slawen in ihrer Muttersprache zu senden, fiel die Wahl auf Konstantin und seinen älteren Bruder Method, der zu jener Zeit Mönch in einem Kloster auf dem Berg Olymp lebte. Im Jahr 862 sandte Kaiser Michael III. die beiden Bruder nach Mahren, nachdem ihn Fürst Rostislav um slawisch sprechende Priester gebeten hatte. Kyrill und Method führten als erstes die slawische Sprache ein, wozu Kyrill sogar eigene, der slawischen Sprache angepasste Schriftzeichen schuf »Glagolitische Sprache«. Er gilt somit als Begründer der slawischen Literatur. Auch übersetzte er die Heilige Schrift in die slawische Sprache.
    Die beiden Mönche fanden in ihrem Missionsgebiet die Gebeine von Papst Klemens I. Nach mehrjähriger Missionstätigkeit in Mahren reisten die Brüder nach Rom und überbrachten die Reliquien, wo sie heute in der Kirche S. Clemente aufbewahrt werden. Von Papst Hadrian erhielten sie die Zusage, dass das Slawische als liturgische Sprache anerkannt werde.
    Wahrend des Aufenthaltes in Rom erkrankte Kyrill und trat deshalb in ein Kloster ein. Nach 50 Tagen erlag er seinem schweren Leiden und wurde in S. Clemente beigesetzt, der Unterkirche der heutigen Kirche selben Namens an der Via San Giovanni in Laterano. Method wurde zum Erzbischof von Pannonien, einem Gebiet, das das heutige östliche Osterreich und das westliche Ungarn umfasste, und von Mahren ernannt. Der Erzbischof von Salzburg betrachtete diese Region jedoch als sein Missionsgebiet und ließ Method zweieinhalb Jahre gefangensetzen.
    Papst Johannes VIII. befreite ihn 873, bestätigte ihn im Amt des Erzbischofs und erlaubte die slawische Kirchensprache, jedoch mit gewissen Einschränkungen. Die Zwistigkeiten hielten aber auch danach weiter an. Method starb am 6. April des Jahres 885, der Ort des Todes ist nicht mit Sicherheit festzulegen.


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