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Die Hüter des "Heiligen Gral" im Mittelalter

Erstellt von Gast829627, 04.04.2006, 16:16 Uhr · 2 Antworten · 1.213 Aufrufe

  1. #1
    Gast829627

    Die Hüter des "Heiligen Gral" im Mittelalter

    Die Katharer
    Die Hüter des "Heiligen Gral" im Mittelalter
    Warum hatten sie sich so deutlich von den Lehren der römisch-katholischen Kirche distanziert?





    Die Katharer: sie gelten in südfranzösischen Legenden als die Hüter und Bewahrer des "Heiligen Gral". Die Gemeinschaft, die sich klar von den Lehren der Kirche Roms distanziert hatte, ist im Mittelalter durch die katholische Kirche gnadenlos verfolgt und durch Tod auf dem Scheiterhaufen ausgerottet worden. Bis heute halten sich allerdings die Gerüchte, dass einige Katharer das Morden überlebt haben, weil sie sich in diverse Grotten und Höhlen der Pyrenäen zurückgezogen haben. Angeblich hat das Wort "Ketzer" übrigens seinen Ursprung in dem Begriff "Katharer".

    Unbestritten waren die Katharer ein wichtiger Teil des kulturellen Lebens im Europa des Mittelalters. Insbesondere in Südfrankreich waren die Anhänger des katharischen Glaubens zuhause. Schwieriger wird es allerdings in Sachen Geschichtsforschung. Der Großteil der historischen Dokumente, der sich auf Katharer beziehen, entstammt kirchlichen Quellen - unter anderem aus Zeiten der Inquisition. Eine Ironie des Schicksals also, dass ausgerechnet die ärgsten Feinde der Katharer als Zeitzeugen herhalten müsse. Der Wahrheitsgehalt der Protokolle lässt sich nicht zweifelsfrei bestätigen. Immerhin waren die "geständigen" Katharer bei der Folter - wie später auch die Templer - mitunter unbeschreiblichen Schmerzen ausgesetzt.

    Will man darüber hinaus etwas über die Geschichte der Katharer erfahren, lohnt sich eine Reise nach Südfrankreich. Im Languedoc, dem "pays de cathare" haben sich viele Erzählungen über die Katharer bis heute gehalten. Viele Museen bemühen sich, ein authentisches Bild der Katharer zu zeigen - übrigens jenseits von Gerüchten, Spekulationen und Theorien, die durchaus im Raum stehen.

    Die Katharer stammen von den Bogomilen ab, einer Bewegung, die, ähnlich der keltischen Kirche, höchstwahrscheinlich direkt auf die Apostel zurückgeht. Die Katharer glaubten an den einen "guten Gott", dessen Reich "nicht von dieser Welt ist" - analog zu einem Christus-Zitat aus den Evangelien. Für jeden Katharer war es höchstes Ziel, in diese, göttliche Welt, zurückzukehren und den Verlockungen der "teuflischen" Erdenwelt zu widerstehen. Denn, so der Glaube der Katharer: auf Erden ist alles vergänglich. Die Welt ist vom Teufel geschaffen worden und ist damit für sich genommen schon als diabolisch anzusehen. Nur die Seele, die in einem jeden Körper wohnt, ist ein Verbindungsglied zu der göttlichen Welt. Diese Seele muss das "Schlechte" der realen Welt überwinden können, um schlussendlich wieder zu Gott zu gelangen.

    Diese Philosophie war Grundgerüst, gleichwohl aber nicht festgeschriebenes Gesetz, soll heißen: es gab sehr wohl unterschiedliche Auslegungen und Deutungen in diesem Bereich. Je nachdem, ob ein Katharer eher gemäßigt oder radikal war, vertrat er beispielsweise die Ansicht, dass Gott sowohl Gutes, als auch Böses geschaffen hat - oder aber, dass von vorneherein die Gegensätze Gut und Böse existierten. So ist beispielsweise der Gott des "Alten Testament" für die Katharer gleichbedeutend mit Luzifer, der die Welt beherrschte, bis Christus erschien. Nur durch die Montségur - die Schicksalsburg für die Katharerunabdingbare Hingabe zu Jesus und dessen Lehren - in deren Zentrum die Liebe steht - ist es den Menschen möglich, Satan zu überwinden, so der Glaube der Katharer.


    Im Gegensatz zu den Vertretern der Kirche Roms waren die Katharer vor allem im Süden Frankreichs äußerst beliebt. Sicherlich auch deshalb, weil sie selbst taten, was sie predigten. Die sogenannten "Parfaits" beispielsweise (vergleichbar mit Priestern) lebten meist in Armut und Demut, wohingegen sich der Klerus, im Gegensatz zu seinen Lehren, oft weltlichen Genüssen hingab.

    Für die Kirche Roms stellten die Katharer offenkundig eine Gefahr dar, da sich deren Lehre - möglicherweise auch wegen der Glaubwürdigkeit ihrer Vertreter - ín Europa ausbreitete. Der Vatikan entschloss sich zum Handeln und initiierte die Inquisition, die sich - wenn auch unter anderem Namen - bis heute als "Glaubenskongregation" gehalten hat. Chef dieser Organisation ist heute übrigens Kardinal Ratzinger.

    Wie brutal die Vorgehensweise beim Kampf gegen die Katharer, die in den Albigenserkrieg mündete, gewesen sein muss, zeigt die Tatsache, dass Südfrankreich vor diesem Kreuzzug, die im Jahr 1208 begannen, ein blühendes, offenes und tolerantes Gebiet war. Davon übrig geblieben ist so gut wie nichts.

    Einer der traurigen Höhepunkte des Kreuzzuges war die Belagerung der Katharerburg Montségur. 1243 bis 1244 wurde die Burg monatelang belagert, ehe die dort eingeschlossenen Katharer im.März 1244 kapitulierten. Am Morgen des 16.März fanden über 200 Männer, Frauen und Kinder, sofern sie dem katharischen Glauben angehörten, den grausamen Tod in den Flammen des Scheiterhaufens. Heute erinnert eine Gedenktafel zu Füßen des Poc de Montségur an den Massenmord. Die Katholiken wurden ins Gefängnis nach Carcassonne gebracht - obwohl ihnen vor dem Fall der Festung freies Geleit zugesichert worden war.

    Am Abend vor dem Fall der Burg haben vier Katharer offenbar etwas Wertvolles in Sicherheit gebracht. Was war es? Bis heute gibt es keine endgültige Erklärung dafür. Gold und Edelsteine können es nicht gewesen sein, da diese nach Erstürmung der Burg noch vorhanden waren. Spekulationen machen die Runde: handelte es sich um den "Heiligen Gral", den die Katharer in Sicherheit brachten? Waren es Dokumente, die beschrieben, wo sich das Grab Christi befindet? Oder waren die Katharer im besitz des Ur-Evangeliums, das die Lehre Roms unwiderruflich widerlegt hätte?

    Endgültig ausgerottet waren die Katharer 1330, als der Inquisitor Jaques Fournier die letzten Vertreter dieser Glaubensrichtung in der Höhle von Lombrives (Languedoc) einmauern ließ. Nichtsdestotrotz halten sich Spekulationen, dass die Katharer bis heute überlebt haben. Gerüchteweise spricht man sogar von einem Papst der Katharer, der als eine Art Gegenpart zur Kirche Roms fungieren sollte. Der Pfarrer und Auslöser des Mysteriums von Rennes-le-Château, Bérenger Saunière soll genauso Katharerpapst gewesen sein, wie Jahrhunderte zuvor auch Nostradamus. Freilich ist diese Theorie angesichts der Philosophie der Katharer ein wenig fragwürdig, zumal der Papst in Rom gerne als Stellvertreter Satans auf Erden angesehen wurde. Warum also hätten die Katharer in ihre Organisation aufnehmen sollen, was sie dem Vatikan vorwarfen? Wirklich zu widerlegen ist die Theorie des Katharerpapstes allerdings auch nicht. Es bleibt wohl eine Glaubensfrage...




    sehr int. 8)

  2. #2
    Gast829627
    für die bosnier die dem irrglauben verfallen sind von den bogumilen abzustammen...liest euch den text durch demnach sollten die katharer von den bosniern abstammen 8)

  3. #3
    Gast829627
    Der Glaube der Katharer
    Von den zwei Welten und dem dualistischen Prinzip
    Was hat der Mythos des gefallenen Engels mit den Katharern zu tun?




    Am ehesten lässt sich der katharische Glaube mit dem Begriff "Dualismus" beschreiben, erklärt der Religionswissenschaftler Professor Bernhard Lang. Er doziert an der Universität in Paderborn. Es war das Prinzip der zwei Welten. Die eine, aus Sicht der Katharer, böse Welt, wurde von einem bösen Gott erschaffen. Jenem Gott diente aus ihrer Sicht übrigens der Vatikan. Der wahre, gute Gott aber war der Gott des Lichts. Dieses Denken war selbstverständlich ein krasser Widerspruch zu der Schöpfungslehre der katholischen Kirche. Auch wenn die Katharer aus historischer Sicht sicherlich nicht die ersten waren, die von dem dualistischen Gottesprinzip überzeugt waren, so wurden sie ihres Glaubens wegen brutal verfolgt.

    "Die Verfolgung der mittelalterlichen Ketzer - und das Wort Ketzer geht ja auf das Wort Katharer zurück - ist ein finsteres Kapitel der Kirchengeschichte", erklärt Professor Lang. "Damals beginnt das, was später zur Inquisition wurde, zu einem Großangriff auf Hexen, Ketzer und Juden." Es waren die unglücklichen Anfänge einer Auseinandersetzung, die, so Lang, als "eine Art Nachklang ist der Auseinandersetzung zwischen katholischem Christentum und den knostisierenden Varianten des Christentums aus der Spätantike" gesehen werden müssen. Der dualistische Glaube stand nämlich nicht nur bei den Katharern im Zentrum ihrer Lehre, sondern auch schon weit früher, als der Manichäismus in Europa zu Fuß zu fassen begann. Er war einer der Vorläufer des katharischen Glaubens. Und auch bei den Bogomilen findet sich der Dualismus wieder. Wie die Katharer, wurden auch sie gnadenlos verfolgt und ausgerottet.

    "Das Unglückliche dieses Vorgangs ist, dass damals der Begriff des Ketzers, der zu bekämpfen ist, gebildet wurde", schlägt Professor Lang kritische Töne an. "Damals hat man sich die Ideologie des in die Kirche eingedrungenen Feinds gebildet, der zu bekämpfen und auszurotten ist. Das ist dann zum Modell geworden gerade auch für die Auseinandersetzung mit vielen anderen Gruppen. Viele Frauen sind mit der Begründung ab dem 14.Jahrhundert als Hexen verbrannt worden."

    Interessanterweise galten die Katharer im Mittelalter als die Hüter des Heiligen Gral. Noch heute umgibt die katharische Glaubensgemeinschaft ein Hauch von Mythos. Sie und ihr Glaube haben etwas Geheimnisvolles an sich, das in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts auch einige hochrangige Nazis fasziniert hat, die über den deutschen Gralsforscher und Schriftsteller Otto Rahn, der das Leben der Katharer erforscht hat, davon erfahren hatten. Allerdings waren sie weniger an deren Lehre, denn an dem Gral interessiert. Ihr Handeln widersprach zweifelsohne dem Denken der Katharer, die Machtstreben nicht kannten.

    Ihr Ziel war die Reinigung und Rückkehr der Seele zu dem wahren Gott des Lichts. Einzig durch das Erkennen und Wissen um die Dinge ist eine Erlösung aus dieser "teuflischen" und "bösen" Welt möglich. Jesus Christus sahen sie deshalb nicht als den Sohn Gottes an. Die von der katholischen Kirche verbreitete Auferstehung Christi lehnten sie ab. Jesus war für sie eher ein Symbol des richtigen Weges zurück in das wahre Himmelreich. Die katharischen Parfaits - sie sind grob gesagt vergleichbar mit Priestern - führten ein asketisches Leben der Enthaltsamkeit. Sie waren von der Reinkarnation der Seele überzeugt. Interessanterweise finden wir dieselbe Idee auch im buddhistischen Glauben wieder. Erst, wenn die Seele im Körper eines Vollkommenen wiedergeboren wurde, war der Weg ins Paradies frei.

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