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Der Italienisch-Äthiopische Krieg, auch als Abessinienkrieg bezeichnet, dauerte vom 3. Oktober 1935 bis zum 9. Mai 1936 und endete mit der Annexion Äthiopiens, des damaligen Kaiserreichs Abessinien und der Gründung der Kolonie Italienisch-Ostafrika, durch das faschistische Italien. Italiens Kriegsführung war geprägt vom Einsatz von Giftgas, von Vergeltungsmassakern, von der Vernichtung von Rot-Kreuz-Krankenhäusern, Massenliquidierung der einheimischen Eliten und Geistlichen, der Verseuchung oder Verbrennung von Dörfern, Vieh und Feldern.[1] In diesem Krieg wurden mehr äthiopische Zivilisten als Soldaten getötet. Nach dem Zweiten Weltkrieg zahlte Italien als Wiedergutmachung 25 Millionen Dollar.



Die Italiener, die mit 330.000 Mannen in den Krieg gegangen waren, hatten 4.500 Tote zu beklagen. Des weiteren fielen zwischen 3.000 und 4.500 Askari den Kämpfen zum Opfer. Über 9.000 wurden verstümmelt.

Den Vereinten Nationen legte Kaiser Haile Selassie folgende Opferzahlen für die Zeit während und nach dem italienischen Äthiopienfeldzug vor:
275.000 - Im Krieg gefallene äthiopische Soldaten
78.500 - während der Besatzung gefallene Guerrilla-Kämpfer
17.800 - Durch Bombardements umgekommene Zivilisten
30.000 - Massaker im Februar 1937, nach einem missglückten Attentat auf Vizekönig Graziani
35.000 - in Konzentrationslagern umgekommene Äthiopier
24.000 - von Standgerichten hingerichtete Äthiopier
300.000 - an Entbehrungen gestorbene Äthiopier, infolge der Zerstörung ihrer Dörfer

Nach Angaben der äthiopischen Behörden kamen insgesamt über 760.000 Menschen zwischen 1935 und 1941 ums Leben.

Italienische Historiker halten diese Zahlen für zu hoch angesetzt und rechnen mit 450.000 afrikanischen (äthiopischen, somalischen, libyschen und eritreischen) Opfern von Italiens Kolonialfeldzügen zwischen 1890 und 1941.




„Wir pfeifen auf alle Neger der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft und deren eventuelle Verteidiger. Es wird nicht lange dauern und die fünf Erdteile werden ihr Haupt vor dem faschistischen Willen beugen müssen.“

– Benito Mussolini am 6. Juli 1935 in einer Ansprache an seine Soldaten

„Wir arbeiten mit Gott zusammen in dieser nationalen und katholischen Mission des Guten - vor allem in diesem Augenblick, in dem auf den Schlachtfeldern Äthiopiens die Fahne Italiens im Triumph das Kreuz Christi vorwärtsträgt.“

– Alfredo Ildefonso Kardinal Schuster, Erzbischof von Mailand, am 9. Mai 1936 bei der Segnung der heimkehrenden Soldaten.

„Überall, unter allen Bäumen, liegen Menschen. Zu tausenden liegen sie da. Ich trete näher, erschüttert. An ihren Füßen, an ihren abgezehrten Gliedern sehe ich grauenhafte, blutende Brandwunden. Das Leben entflieht schon aus ihren von Yperit verseuchten Leibern.“

– Dr. Marcel Junod, Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz: Kämpfer beiderseits der Front; Europa-Verlag Zürich/Wien 1947