BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Erweiterte Suche
Kontakt
BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Benutzerliste

Willkommen bei BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen.
Seite 3 von 12 ErsteErste 1234567 ... LetzteLetzte
Ergebnis 21 bis 30 von 114

Jugoslawien wäre dieses Jahr 100 Jahre alt geworden

Erstellt von Falke, 11.02.2018, 22:33 Uhr · 113 Antworten · 5.801 Aufrufe

  1. #21

    Registriert seit
    20.06.2006
    Beiträge
    12.616
    Zitat Zitat von Jean Gardi Beitrag anzeigen
    Mal im ernst Jugoslawien war eine nette Idee aber der Nationalstolz unter den Völkern sowie die wirtschaftlichen Unterschiede im Land waren viel zu große Baustellen was dieser Staat nicht verkraften konnte. Ein Jugoslawien kann man ein drittes und auch ein viertes mal gründen und es wird immer wieder scheitern egal mit welcher Staatsform.
    Das stimmt, aber es kommt auch immer auf den jeweiligen Blickwinkel an und unter welchen Umständen es entstanden ist. Zu diesem Zeitpunkt war beispielsweise die Wahl der Slowenen ziemlich begrenzt: entweder Jugoslawien oder sie werden auf keine Karte mehr existieren. Bei den Kroaten glaubte man lange, dass sie sich in dem serbisch-slowenischen «Sandwich» etwas lockern und klein beigeben würden.

    Der internationale Faktor sollte auch nicht unterschätzt werden. Die Gewinner des Ersten Weltkrieges, allen voran Frankreich, hatten vor allem verzweifelte Ängste vor zwei möglichen Szenarien: der Wiederherstellung der habsburgischen Monarchie und der kommunistischen Revolution. Ein unabhängiges Kroatien wäre für beide Szenarien leichte Beute und auf der anderen Seite wartete bereits Italien, wo der Faschismus langsam Form annimmt und Mussolini an Macht und Einfluss gewinnt.

    Einige kroatische und slowenische Städte wurden buchstäblich vor dem Eintreffen der italienischen und österreichischen Armeen von der serbischen Armee besetzt. Dies erklärt auch die Eile der kroatischen politischen Vertreter Ende 1918, sich mit Serbien zu vereinigen, die unter diesen Umständen auch den Zentralismus akzeptieren würden.

    Die Kleine Entente dass nach dem Erten Weltkrieg entstanden ist, war ein Militärbündnis zwischen der Tschechoslowakei, Jugoslawien und Rumänien und wurde vor allem von den Franzosen finanziert, die einen doppelten sanitären Kordon einrichteten um sämtliche Revisionsforderungen abzuwehren, die vor allem aus Bulgarien und Italien kamen.

    Der andere Faktor der oft ignoriert wird, Serbien ist um das Jahr 1912 längst nicht mehr so homogen und serbisch, schon zu dieser Zeit stellen die Nicht-Serben (darunter vor allem Albaner) ein Drittel der Bevölkerung dar oder von dem Teil der Bevölkerung die sich noch nicht im Klaren sind, welcher Ethnie sie wirklich zugehören, die in der bulgarisch-mazedonischen Problematik zuzuordnen ist. Rein aus militärischen und Sicherheitsrisiken, war die Situation im Kosovo und Mazedonien deutlich risikohafter und gefährlicher als in Kroatien, dass erst in den 30er Jahren nach Radics Ermordung unruhiger wird.

    In den 20er Jahren führt das jugoslawische Militär regelrechte Kriege mit der albanischen paramilitärischen Kackack-Bewegung und bulgarischen Komiten, wo auch der grösste Teil der militärischen Verbände konzentriert war und nicht etwa im Norden des Landes.

  2. #22

    Registriert seit
    14.02.2011
    Beiträge
    11.499
    Zitat Zitat von Dinarski-Vuk Beitrag anzeigen
    Stimmt und man sollte aber auch nicht unerwähnt lassen, dass Pasic, Regent Aleksandar und andere führende serbische Politiker jener Zeit keineswegs naive Idealisten waren, die in der projugoslawischen Euphorie gefangen blieben, wo in allen serbischen Regionen der Habsburgermonarchie, Dalmatien und unter den liberalen Slowenen in grossem Umfang gerade diese Euphorie herrschte und zu spüren war.

    Wieso hat man sich aber trotzdem für Jugoslawien entschieden?

    Beispielsweise war der unversöhnliche antijugoslawische kroatische Nationalismus an diesem historischen Dezember 1918 fast nirgends zu hören. Serbische Politiker haben zu dieser Zeit nur Erfahrungen mit Kroaten aus dem jugoslawischen Komitee, meist Dalmatiner, die sich um Jugoslawien bemühten, um sich vor allem vor Italien als imperialen Staat und mittelstarke Seemacht zu retten, sowie mit jüngeren Intellektuellen wie Mestrovic, jugoslawischen Unitaristen.

    Anders als die Serben werden ironischerweise die meisten Kroaten erst in Jugoslawien zum ersten mal ein Wahlrecht bekommen. Gegen alle Erwartungen werden trotzdem alle überrascht sein, wenn bei den ersten demokratischen Wahlen die kroatische Masse dem gemeinsamen Staat Misstrauen entgegenbringt.

    Die Slowenen (mit Ausnahme der Kommunisten) unterstützten fast alle jugoslawischen Projekte bis 1941. Für Pasic, der Alpträume und Komplexe während seiner ganzen politischen Karriere vor den Bulgaren hatte, wollte auf keinen Fall, dass Kroatien ausserhalb der Grenzen des Landes blieb, das unter italienischer Schirmherrschaft gegen Jugoslawien, wie Albanien in den zwanziger Jahren, politisch und militärisch vorgehen könnte. Wir sollten hierbei die geostrategischen Gründe nicht ignorieren, wo auch selbst die Frankovci mit ihrem ideologischen Vater Josip Frank, die Vorläufer der Ustaschas, in diesem gemeinsamen Staat vorerst ihre Interessen sahen. Pavelic war letztendlich am ehrlichsten zu Pasic der ihm 1926 offen gesagt hat dass nahezu alle Kroaten, auch Radic, von Beginn an für ein unabhängiges Kroatien waren.

    Anstelle des Landes, in dem sich die Hauptstadt mit ihren Wachtürmen und Grenzposten an der Save und der Donau befand, wollte Pasic vor allem ein grosses Land mit einfach verteidigenden Grenzen. Die südslawischen Völker waren da keine Ausnahme. Keines der ost- und mitteleuropäischen Länder konnte in der des Zerfalls des Kaiserreichs dem Appetit widerstehen, sich über ihre „natürlichen“ Grenzen hinaus auszudehnen. Die Polen ergriffen die Länder im Osten, mit der Bevölkerung, die ihnen später Kopfschmerzen bereiten würde. Und die Griechen haben ziemlich unrealistisch versucht, einen grossen Teil von Kleinasien fernab vom Meer unter die Nägel zu reissen. In Bezug auf den griechischen Grössenwahn (Megali Idea) schien die jugoslawische Idee auf den ersten Blick durchaus durchführbar.

    Es gab aber auch andere Beispiele wo die intelligentesten serbischen Politiker und Denker dieser Zeit a là Slobodan Jovanovic oder Stanoje Stanojevic tatsächlich vor dem Ersten und Zweiten Balkankrieg Ideen in Betracht gezogen, Serbien nach dem Vorbild des mittelalterlichen Zarenreichs wie zu Dusans oder Milutins Ära zu erneuern.

    Das Misstrauen der Kroaten war berechtigt, denn dieses Konstrukt wurde nicht auf Augenhöhe erstellt und durch den Druck der Italiener hatte man die Hoffnung Frieden und Ruhe in die Region zu bringen. Dalmatiner waren die Antreiber und wurden bitter enttäuscht

    Die erste große Enttäuschung der Kroaten und Slowenen im neuentstandenen Staat war die Währungsumstellung. Im neuen Staat musste die Krone (bisherige Währung aus der KUK Monarche in den Jugoslawischen (vormals serbischen) Dinar umgetauscht werden.


    Obwohl die Kaufkraft beider Währungen gegen Ende des Krieges nahezu gleich war, erfolgte der Umtausch im Verhältnis vier Kronen für einen Jugoslawischen Dinar. In der später folgenden Inflation wurden die Besitzer der Kronen nochmals zusätzlich wirtschaftlich geschädigt.



    Viele Kroaten lehnten die Gründung des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen in der vorliegenden Form ab. Die kroatische Bauernpartei beispielsweise verlangte unter Berufung auf das vom amerikanischen Präsidenten Wilson proklamierte Selbstbestimmungsrecht der Völker die Anerkennung eines separaten Selbstbestimmungsrechtes für Kroatien und ebenso für die anderen südslawischen Völker.
    Wenn Du die Frankovci als Vorläufer der Ustasa bezeichnest, dann sollte man Nikola Pasic näher beleuchten, denn ohne diese serbische Ideologie hätte es nie eine Ustasa gegeben


    Wie alle Nationalisten überdeckte Pasic seine Eroberungsabsichten ( in dem Fall durch die Gründung Jugoslawiens ) mit dem Deckmantel historischer Rechte, geographischen oder strategischen Gründen. Er verlangte von Bulgarien Gebiete wo kein einziger Serbe lebte, oder für Serbien rein albanische Gebiete oder Teile Ungarns , wo Serben eine kleine Minderheit waren oder gar nicht vorkamen. So wie er dachten beinahe alle Serben.



    Quelle Prava audijencija gg. Pasica i Trumbica 13 januara 1921. in Jadransko pitanje. S 82- 89

    Chronologie des Holocaust :: Artikel Archiv Jugoslawien Der erste jugoslawische Staat und sein Ende im Zweiten Weltkrieg (7.7.1993)

  3. #23
    Avatar von Jure Gagaric

    Registriert seit
    02.04.2015
    Beiträge
    30.733
    Die Ustasa war ein Kind ihrer Zeit aber die Verantwortung kann man nicht einfach so abwälzen. Du machst es dir ziemlich einfach. Bei den Nazis sind die Russen schuld und bei den Ustase die Serben

  4. #24

    Registriert seit
    11.10.2009
    Beiträge
    76.320
    Ustasa-Greueltaten sind der größte Schandfleck kroatischer Geschichte

  5. #25

    Registriert seit
    30.07.2012
    Beiträge
    9.755
    Zitat Zitat von BlackJack Beitrag anzeigen
    Ustasa-Greueltaten sind der größte Schandfleck kroatischer Geschichte
    mit der grund wieso tito und die partisanenbewegung für alle Zeiten unantastbar sind geschichtlich betrachtet..wenn der cetnik-terror schuld ist für das aufkeimen des kroatischen Faschismus dann ist der kroatische Faschismus schuld am erstarken der Kommunisten und Antifaschisten, fertig. hätten die cetniks und die ustasa nicht diesen hass und die gewalt gesät, hätten die Partisanen / Kommunisten niemals ernten können

  6. #26
    Avatar von Jure Gagaric

    Registriert seit
    02.04.2015
    Beiträge
    30.733
    Größter Drug aller Zeiten!

  7. #27

    Registriert seit
    17.03.2010
    Beiträge
    5.126
    also mein Hund ist ja verstorben, aber wir feiern noch immer seinen Geburtstag. In dem Sinne - Happy Birthday Jugoslavija!!! :*

  8. #28

    Registriert seit
    30.07.2012
    Beiträge
    9.755
    neben Ivan drago (und sei igeliger bürstenhaarschnitt), das beste was es je in den reihen der roten gab

  9. #29

    Registriert seit
    11.10.2009
    Beiträge
    76.320
    Ivan Drago muss irgendwie mit dem Drug verwandt sein, die Namensähnlichkeit ist nicht zufällig

  10. #30

    Registriert seit
    14.02.2011
    Beiträge
    11.499
    Zitat Zitat von BlackJack Beitrag anzeigen
    Ustasa-Greueltaten sind der größte Schandfleck kroatischer Geschichte

    Die blütenweisse Uniform hat Flecken ,aber das wird bewusst verschwiegen


Seite 3 von 12 ErsteErste 1234567 ... LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Ist Dinamo Zagreb nun 100 Jahre alt?
    Von Esseker im Forum Sport
    Antworten: 26
    Letzter Beitrag: 01.05.2011, 17:13
  2. Älteste Siebenbürgerin ist 105 Jahre alt geworden!
    Von Vasile im Forum Geschichte und Kultur
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 10.01.2011, 21:59
  3. Albanerin 114 Jahre alt geworden
    Von Fatmir_Nimanaj im Forum Geschichte und Kultur
    Antworten: 31
    Letzter Beitrag: 28.02.2010, 17:38
  4. WUNDERKIND DER LETZTEN 100 JAHRE !!!!
    Von Popeye im Forum Sport
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 23.03.2007, 14:29
  5. WUNDERKIND DER LETZTEN 100 JAHRE !!!!
    Von Popeye im Forum Sport
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 23.03.2007, 14:28