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Jugoslawien wäre dieses Jahr 100 Jahre alt geworden

Erstellt von Falke, 11.02.2018, 22:33 Uhr · 105 Antworten · 4.772 Aufrufe

  1. #51

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    Zitat Zitat von Josip Frank Beitrag anzeigen
    Das Misstrauen der Kroaten war berechtigt, denn dieses Konstrukt wurde nicht auf Augenhöhe erstellt und durch den Druck der Italiener hatte man die Hoffnung Frieden und Ruhe in die Region zu bringen. Dalmatiner waren die Antreiber und wurden bitter enttäuscht. Wenn Du die Frankovci als Vorläufer der Ustasa bezeichnest, dann sollte man Nikola Pasic näher beleuchten, denn ohne diese serbische Ideologie hätte es nie eine Ustasa gegeben
    Pasic ist in der Tat eine diskutable und kontroverse Persönlichkeit. Tief religiös und doch einer der gewieftesten und hartgesottensten Staatsmänner Südosteuropas zu dieser Zeit. Er liebte vor allem zwei Dinge: die Macht und Serbien. Auch seine Parteikollegen trauten ihn kaum, aber auf dem Lande, wo die meisten Serben lebten, wurde er bewundert. Pasic wurde in einer Zeit geboren, wo Serbien bereits frei gewesen war und von eigenen Fürsten regiert wurde, aber er war in einer Welt aufgewachsen die von der langen osmanischen Herrschaft geprägt war. Schau, von Rumänien bis nach Griechenland hatten die Osmanen ihre Küche und Gebräuche, ihre Bürokratie und korrupte Mentalität und in gewissem Umfang auch ihren Islam bei uns hinterlassen.

    Das kleine serbische Fürstentum war zu der Zeit noch nicht durch Eisenbahnen und Telegraphen mit der weiten Welt verbunden und die meisten lebten von Landwirtschaft und Handel. Pasic gehörte zu den wenigen aus seiner Generation, die zum Studium ins Ausland gingen, konkret nach Zürich. Vergiss eins nicht, überall auf dem Balkan (die deutsche Einigung unter Bismarck verlief in ähnlichem Muster) arbeiteten Lehrer, Künstler und Historiker daran, Erinnerungen wiederzuerleben, nationale Mythen aufzupolieren um ein neues Bewusstsein zu herstellen. Das Problem war nur, dass eben nicht nur die Serben durch ihre Geschichte "wachgerüttelt" wurden, sondern auch andere.

    Churchill hat es einmal richtig formuliert: "Der Balkan produzierte mehr Geschichte, als er es verdauen könnte". Serben besangen das grosse Königreich des Stefan Dusans aus dem 14. Jahrhundert (dass sich von der Donau bis zur Ägäis erstreckte), die Bulgaren wiederum besangen ihr glorreiches 10. Jahrhundert, als das Reich Simeons des Grossen ungefähr die gleiche Fläche erfasste. Die Griechen wiederum berufen sich auf die Antike, als das griechische Einflussgebiet im Osten bis nach Kleinasien und ans Schwarze Meer und im Westen bis nach Italien und ins westliche Mittelmeer reichte.

    Tja, und jetzt stell dir vor zwei verschiedene Idealisten, Nikola Pasic und Ante Trumbic leiten die jugoslawische Delegation in Paris 1919 bei den Friedensverhandlungen. Auf der einen Seite hast du einen Pasic der sein ganzes Leben von der Zerstörung der KuK-Monarchie geträumt hat, auf der anderen Seite hast du einen Trumbic in dessen Parament er aktiv war. Obwohl er einen grossen Teil seines Lebens der Schaffung eines jugoslawischen Staates unter Einschluss Serbiens gewidmet hatte, betrachtete er die Serben als Barbaren, die von der langen osmanischen Herrschaft tiefe Narben zurückbehalten haben.

    Die Kroaten waren jahrhundertelang kulturell, moralisch und geistig durch die Gemeinschaft mit Österreich, Italien und Ungarn geprägt, logisch dass eine solche "Beziehung" von Beginn an mit Schwierigkeiten behaftet war. Trumbic war eine zeitlang so frustriert, dass er den Job loswerden wollte und sich als Taxifahrer in Buenos Aires neu orientieren würde

  2. #52

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    Zitat Zitat von Josip Frank Beitrag anzeigen
    Wenn Du die Frankovci als Vorläufer der Ustasa bezeichnest, dann sollte man Nikola Pasic näher beleuchten, denn ohne diese serbische Ideologie hätte es nie eine Ustasa gegeben
    Was ist denn daran so schwer zu kapieren: Ustasa-Bildung und unabhängig sein wollen ist eine Sache, KZs betreiben und Zivilisten niedermetzeln eine völlig andere. Ihre Motive mögen noch so edel gewesen sein, durch ihr Tun haben sie sich als verachtenswerter Abschaum wie die deutschen Nazis präsentiert, und als solche wird man sie ewig in Erinnerung behalten.

  3. #53

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    Zitat Zitat von Falke Beitrag anzeigen
    hast du den Artikel nicht gelesen, der ist in Kroatien erschienen und von einem Kroaten verfasst... und im Übrigen hat Tudjman selbst diesen Umstand zugegeben, auch das steht im Artikel...
    Wenn die Kommunisten nicht die Macht übernommen hätten, wäre Serbien auch nach dem 2. Weltkrieg westlicher Verbündeter geblieben und Leute wie Milosevic und Karadzic hätten die politische Szene nie betreten....
    Das mit den westlichen verbündeten Partnern ist so eine Sache, davon kann Gaddafi ein Lied singen. Während des Ersten Weltkrieges war Serbien nicht kommunistisch und die Hilfe der westlichen Verbündeten war mehr als fragwürdig. Gut, du hast auf der einen Seite die Franzosen die aufgrund der deutschen Bedrohung sich an Russland annäherten, die ebenfalls ihre Interessen auf dem Balkan verfolgten, aber im Nahen Osten hatte Frankreich grosse Kapitalanlagen und der Balkan als Handelsroute war enorm wichtig für sie.

    Fairerweise muss man erwähnen dass die politische Bindung zwischen den Franzosen und Serben tief verwurzelt war, schon viel früher als der serbische König Uros die französische Prinzessin Helene d'Anjou im 13. Jahrhundert (sie ist die Begründerin der ersten Mädchenschule in Serbien) geheiratet hat. Jahrhunderte später unterstützte Napoleon und Frankreich Karadjordje im Kampf gegen das Osmanische Reich, sie halfen den Serben während des Ersten Weltkriegs mit Waffen, Kleidern und Medikamenten. Nach der Golgote, die das serbische Volk durch Albanien passierte, warteten französische Schiffe in Shkodra und Durres auf die ermüdeten und erkrankten Soldaten um sie nach Korfu zu transportierten. Die Gaullisten mochten Draza unheimlich und verbrannten selbst ihre französische Flagge in Paris wegen Serbien. Doch heute sieht man dass auch Frankreich nur nach Interessen gesteuert ist und war und Kosovo anerkannt hat, geschichtliche Bindung hin- oder her.

    Nebst der Karadjordjevic-Dynastie waren die Engländer das schlimmste was den Serben in den letzten 150 Jahren passieren konnte, was sich am 27. März 1941 mit dem Putsch, der durch die Engländer finanziert wurde, erneut wiederholen sollte. Wie wurden die Engländer trotzdem unsere Verbündete? In erster Linie wie immer aus eigenem Interesse, bzw. allen voran wegen Frankreich und Belgien zu denen Schutz sie seit 1830 vertraglich verpflichtet waren. Des Weiteren wurde Serbien mit seinen glänzenden und überraschenden militärischen Siegen der serbischen Armee auf der Cer und Kolubara nicht unterworfen und haben militärisch überlebt. Wir sind also zu einem Faktor geworden, der den Verbündeten im Kampf gegen die Mittelmächte durchaus hätte helfen können.

    An der Salonikifront gab es ebenfalls eine russische Brigade, die Kaiser Nikolai schickte, um der serbischen Armee zu helfen. Die britischen Generäle hielten es für eine Gefahr für ihre Interessen, obwohl sie Seite an Seite hätten kämpfen sollen. Sie beruhigten sich so lange nicht, bis sie von der Saloniki-Front entfernt wurden. Sie schickten sogar die russische Brigade im Osten Griechenlands, damit sie keinen Kontakt mit der serbischen Armee aufrecht halten konnten.

    Die Briten begannen mit finanziellen Erpressungen. In der schwierigsten Zeit bat Serbien um finanzielle Unterstützung von ca. 800.000 Pfund in Form von Krediten für die Erneuerung von Waffen, Medikamente und medizinischen Hilfsgütern. Sie haben mit einer Erpressung geantwortet - ihr bekommt einen Kredit, wenn ihr eure Territorien in Ostmakedonien zugunsten von Bulgarien aufgeben.

    Nach der Ankunft der serbischen Armee und der Flüchtlinge im albanischen Seehocheitsgebiet haben die Strafen gerade begonnen. Der griechische König Konstantin war ein Antiserbe, der bis zuletzt von den Engländern unterstützt wurde. Und gerade als die Franzosen die Überstellung von Serben nach Korfu zugestimmt hatten, kam die schockierendste Überraschung. Die griechische Regierung verbot den Eintritt der serbischen Armee in ihr Territorium. Erst als der russische Kaiser Nikolai mit einem separaten Frieden mit den Deutschen drohte, zerbrach der englische Widerstand, und die Franzosen haben die Griechen für die Zustimmung nicht mehr gefragt. Aber selbst dann schickten die Engländer ihre Schiffe nicht um zu helfen.

    Der Ausdruck "perfider Albion" kommt nicht von ungefähr, der schon zu Napoleons Zeiten geläufig war.

  4. #54
    Avatar von lotus

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    jugoslawischen Staates unter Einschluss Serbiens gewidmet hatte, betrachtete er die Serben als Barbaren, die von der langen osmanischen Herrschaft tiefe Narben zurückbehalten haben.

    Die Kroaten waren jahrhundertelang kulturell, moralisch und geistig durch die Gemeinschaft mit Österreich, Italien und Ungarn geprägt, logisch dass eine solche "Beziehung" von Beginn an mit Schwierigkeiten behaftet war. Trumbic war eine zeitlang so frustriert, dass er den Job loswerden wollte und sich als Taxifahrer in Buenos Aires neu orientieren würde
    Es gibt nur >jetzt<. Wer in der Vergangenheit lebt hat kein Leben. Nix osmanisches Reich, viele Serben sind narzisstische Menschen, Punkt. Und zwar so narzisstisch dass sie andere Narzissten bewundern und sie als Vorbild nehmen.

    „Der Narzissmus ist eine Charaktereigenschaft, die sich von dem konstanten Verlangen nach Bewunderung nährt. Er entsteht aus einem Gefühl der Makellosigkeit und der Unfähigkeit, Empathie zu empfinden. Narzissten haben zudem ein schwaches Selbstbewusstsein und vertragen kaum Kritik.“
    https://gedankenwelt.de/4-merkmale-d...ten-entlarven/

  5. #55
    Ana
    Avatar von Ana

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    Zitat Zitat von lotus Beitrag anzeigen
    Es gibt nur >jetzt<. Wer in der Vergangenheit lebt hat kein Leben. Nix osmanisches Reich, viele Serben sind narzisstische Menschen, Punkt. Und zwar so narzisstisch dass sie andere Narzissten bewundern und sie als Vorbild nehmen.

    „Der Narzissmus ist eine Charaktereigenschaft, die sich von dem konstanten Verlangen nach Bewunderung nährt. Er entsteht aus einem Gefühl der Makellosigkeit und der Unfähigkeit, Empathie zu empfinden. Narzissten haben zudem ein schwaches Selbstbewusstsein und vertragen kaum Kritik.“
    https://gedankenwelt.de/4-merkmale-d...ten-entlarven/
    Könntest du mal bitte deinen Hass auf Serben etwas einschränken... So was macht krank...

  6. #56

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    Zitat Zitat von Dolls Beitrag anzeigen
    ... nun, da hätte die Kroaten den Illyrismus => nationale Erweckung der Südslawen (Jugosloveni) mit welchm sie ankammen gleich vermeiden sollen, einer der Hauptvertreter Ljudevit Gaj dann auch Ivan Mazuranic und viele mehr sollten bekannt sein.
    Hätten die Kroaten damals diese Ideen nicht gehabt und hätte sie sich nicht vom ungarischen Joch befreien wollen, gäbe es auch kein Jugoslawien.
    Somit sollte anerkannt werden, dass die Kroaten die Grundlage für einen gemeinsamen Staat, eine gemeinsamen Sprache und natürlich die Entstehung Jugoslawiens begründeten.
    Du lebst ja noch. Hallöle.

  7. #57

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    Zitat Zitat von Ana Beitrag anzeigen
    Könntest du mal bitte deinen Hass auf Serben etwas einschränken... So was macht krank...
    Nur das osmanische Reich hatte die seltene Gabe aus purer, geronnener Empathie Länder zu erobern, alle anderen sind Verbrecher und narzistisch veranlagt.

  8. #58
    Avatar von Triglav

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    Zitat Zitat von Ana Beitrag anzeigen
    Könntest du mal bitte deinen Hass auf Serben etwas einschränken... So was macht krank...
    Ein Narzist mit antiken Wissen aus mittelalterlichen Suren und einem Gentest,der dann Beweist,er ist kein Slawe aber antiker Balkaner vom Stamm der Phriger oder so ähnlich.Hmm das macht nicht krank,der ist krank!!!

  9. #59
    Avatar von Dubioza

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    Zitat Zitat von lotus Beitrag anzeigen
    Aber Griechenland darf in EU, ach ja sie sind ja orthodox, darum. Heuchler.
    lass den alk weg, dein gekraksel passt nirgends rein

  10. #60
    Avatar von Josip Frank

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    Zitat Zitat von BlackJack Beitrag anzeigen
    Was ist denn daran so schwer zu kapieren: Ustasa-Bildung und unabhängig sein wollen ist eine Sache, KZs betreiben und Zivilisten niedermetzeln eine völlig andere. Ihre Motive mögen noch so edel gewesen sein, durch ihr Tun haben sie sich als verachtenswerter Abschaum wie die deutschen Nazis präsentiert, und als solche wird man sie ewig in Erinnerung behalten.

    Die Motive der Ustasa waren sicher nicht ehrenhaft oder edel. Sie waren auf eine Form aus , die nichts mit Demokratie und Freiheit zu tun hat. Dennoch ist für mich klar, dass durch die serbische Politik die Ustasa erst entstehen konnte. Mit dem Tod von Radic und Suffley sowie den Mord Anschlag auf Mile Budak entwickelte sich dann eine Spirale der Gewalt, was mit dem Dreimächtepakt verhindert hätte werden können, aber auch hier haben serbische Politiker bewusst das Fass zum Überlaufen gebracht....verbrannte Erde folgte

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