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Jugoslawien war 1989 ein blühendes Land

Erstellt von bullfire, 14.03.2006, 21:15 Uhr · 68 Antworten · 3.624 Aufrufe

  1. #1

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    Jugoslawien war 1989 ein blühendes Land

    Zitat aus der

    "Iswestija" (Moskau):

    "Das Wirken eines Führers wird nach den Ergebnissen beurteilt, und da sieht es bei Milosevic traurig aus. Milosevic hat alle Kriege verloren, in die er verwickelt war: in Kroatien, Bosnien und vor allem im Kosovo. Als Slobodan Milosevic 1989 an die Macht kam, war Jugoslawien ein blühendes europäisches Land, dessen Bürger visafrei durch den ganzen Kontinent reisen durften. Seine Herrschaft machte aus Serbien einen internationalen Außenseiter, eine der ärmsten Regionen des Balkans. Serbien hat das Kosovo faktisch schon verloren und wird bald auch Montenegro verlieren und damit seinen Zugang zum Meer."
    Artikel vom 13.03.2006
    http://www.kurier.at/ausland/1304079.php


    Dieses Zitat und weitere zum Tode von Milosevic kann man
    in folgenden Zeitungen nachlesen:
    http://www.vol.at/engine.aspx/page/v...welt/ag/tp-apa
    http://www.ftd.de/meinung/kommentare/56082.html
    http://www.handelsblatt.com/pshb?fn=...=go&id=1206616
    http://www.netzeitung.de/ausland/386805.html
    http://www.taz.de/pt/2006/03/14/a0152.1/text
    ________________________________________-

    Anfang 1989 war für viele Europäer visafreier Reiseverkehr immer noch ein Traum.

  2. #2

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    8.965
    ja, aber 1989 ist auch schon paar jahre vorbei

  3. #3

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    8
    Deswegen steht der Strang auch im Geschichts-Forum.

  4. #4

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    92

    Re: Jugoslawien war 1989 ein blühendes Land

    Zitat Zitat von bullfire
    Zitat aus der

    "Iswestija" (Moskau):

    "Das Wirken eines Führers wird nach den Ergebnissen beurteilt, und da sieht es bei Milosevic traurig aus. Milosevic hat alle Kriege verloren, in die er verwickelt war: in Kroatien, Bosnien und vor allem im Kosovo. Als Slobodan Milosevic 1989 an die Macht kam, war Jugoslawien ein blühendes europäisches Land, dessen Bürger visafrei durch den ganzen Kontinent reisen durften. Seine Herrschaft machte aus Serbien einen internationalen Außenseiter, eine der ärmsten Regionen des Balkans. Serbien hat das Kosovo faktisch schon verloren und wird bald auch Montenegro verlieren und damit seinen Zugang zum Meer."
    Artikel vom 13.03.2006
    http://www.kurier.at/ausland/1304079.php


    Dieses Zitat und weitere zum Tode von Milosevic kann man
    in folgenden Zeitungen nachlesen:
    http://www.vol.at/engine.aspx/page/v...welt/ag/tp-apa
    http://www.ftd.de/meinung/kommentare/56082.html
    http://www.handelsblatt.com/pshb?fn=...=go&id=1206616
    http://www.netzeitung.de/ausland/386805.html
    http://www.taz.de/pt/2006/03/14/a0152.1/text
    ________________________________________-

    Anfang 1989 war für viele Europäer visafreier Reiseverkehr immer noch ein Traum.
    Mich nervt das man von 4 Kriege verloren redet. Ok die Serben haben ihre Krajina verloren doch die JNA die die Krajina erobert hat war 1995 nicht mehr ion Kroatien.In Bosnien haben die Serben 49% des Landes,was ist da verloren?

    Zum Thema Jugoslawien,JA es war ein wunderschönes Land was alles hatte. Meer,Gold,die Kornkammer Vojvodina,hohe Berge mit wunderschöner Natur.



  5. #5
    Avatar von Schiptar

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    Zitat Zitat von bullfire
    Jugoslawien war 1989 ein blühendes Land
    Ähem:

    Krise und Auseinanderfallen Jugoslawiens

    In den 80er Jahren wachsen die Anzeichen einer großen Wirtschaftskrise, insbesondere wegen der enormen Auslandsverschuldung. Jugoslawien ist das höchstverschuldetste Land Europas, gemessen am Bruttosozialprodukt. 1983/84 finden erste Umschuldungsverhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds statt. Dieser bürdet Jugoslawien die gängige "Kur" auf: Lohnsenkungen, Preisfreigaben (d.h. Preiserhöhungen insbesondere bei Gütern des täglichen Bedarfs), Entlassungen (genannt ökonomische Gesundung der Betriebe). Von 1981 bis 1985 sinken die Durchschnittslöhne um 40 % (6).

    Kroatien und Slowenien starten Versuche über die Ausgabenpolitik noch weitergehender als bislang bestimmen zu können. Je weniger die Ausgaben zentral geplant werden, desto weniger bleibt für die südöstlichen Republiken. Die Streitereien um diese Frage nehmen an Heftigkeit zu.
    Zu diesem Zeitpunkt ist die Verfügungsgewalt über Devisen bereits so weit regionalisiert, daß die Hauptdeviseneinnahmequellen des Bundes der Tourismus und die Überweisungen der ArbeitsemigrantInnen sind, die in Devisen auf die Banken kommen, jedoch in Dinar ausgezahlt werden. Die Schulden Jugoslawiens werden anteilig auf die Republiken verrechnet, so daß alle Republiken Schulden zu zahlen haben, von deren Aufnahme zum überwiegenden Teil nur die nordöstlichen Republiken profitierten. Die ärmeren Republiken sind überhaupt nicht in der Lage ihren Schuldenanteil zu zahlen. 1988 beträgt die Gesamtschuldenlast Jugoslawiens 21 Mrd. $ (7).

    Auf die massive Wirtschaftskrise reagieren die Republiken unterschiedlich. Kroatien und Slowenien betreiben die Abtrennung von Jugoslawien und eine Hinwendung zur EG, Serbien setzt auf serbische Dominanz innerhalb Jugoslawiens oder gar auf den Aufbau eines großserbischen Reiches. Der längst gebrochene Gründungskonsens Jugoslawiens wird offen aufgegeben. Jede Republik sucht ihren Vorteil gegen andere Republiken durchzusetzen. Die Auflösung Jugoslawiens ist die zwangsläufige Folge einer solchen Politik.

    [...]

    Jugoslawien ist in erster Linie zerbrochen, weil es nicht gelang, alle Landesteile gleichmäßig zu entwickeln. Die relative industrielle Stärke des Nordwestens ist auf gemeinsame Anstrengungen aller Republiken zurückzuführen. Wenn 1991 der slowenische Finanzminister Sesok erklärte, die slowenische "Wirtschaft werde durch den Bund heruntergezogen" (5), dann drückte er damit genau die Haltung aus, die Kroatien und Slowenien dazu brachte, den Staatenbund zu verlassen - unter Mißachtung aller Verpflichtungen, die ihnen erwuchsen, weil die anderen Republiken zu Gunsten ihres Aufbaus auf stärkere Eigenentwicklung verzichteten.
    Slowenien, mit 9 % der EinwohnerInnen Jugoslawiens, trägt 22 % des Sozialprodukts, 35 % des Exports (16) und 25 % des Haushalts Jugoslawiens (17). Vergessen wird dabei leicht, daß Slowenien dieses Potential nur hat, weil gemeinsame jugoslawische Anstrengungen "ihre" Industrie aufbauten. Es bildet sich eine Ideologie. wonach die SlowenInnen besser arbeiten und innovativer wirtschaften könnten und schon immer andere mit durchfüttern mußten. Es wird verschwiegen, daß sie auch ihren Nutzen zogen: das durchschnittliche Einkommen der SlowenInnen ist das Höchste in Jugoslawien, mehr als doppelt so hoch wie im Kosovo.
    In dieser Situation versprachen sich Slowenien und Kroatien eine wirtschaftliche Stärkung durch Anschluß an die EG (das dies ein fataler Irrtum ist, ist hier nicht Thema). Hinzu kam die großserbische Karte, die die Führung in Belgrad spielte. Auch sie trug dazu bei, daß es nicht gelang, ja nicht einmal ernsthaft versucht wurde, einen neuen Grundkonsens des Zusammenlebens der jugoslwischen Völker zu finden. Das zerbrechen Jugoslawiens ist dann nur noch die logische Konsequenz.

    Quellen: Der Teil "Grundlagen und Entwicklungen Jugoslawiens" folgt wo nicht anders angegeben in der Darstellung der Broschüre des Osteuropaarchivs Berlin: Jugoslawien: Klassenkampf-Krise-Krieg. (1) NZZ Folio 9/92 (2) Zahlen für 1947, SAG: Der Zerfall Jugoslawiens und der Krieg auf dem Balkan (3) Zeit 26.7.91 (4) Zeit 5.6.92 (5) Kommunismus udn Klassenkampf 11/80 (6) Osteuropaarchiv (7) ebenda (8) NZZ Folio 9/92 (9) Osteuropaarchiv (10) NZZ 12.9.92 (11) Zeit 2.11.90 (12) FAZ 7.4.87 (13) Zeit 26.7.91 (14) Zeit 2.11.90 (15) Meurer, Vollmer, Hochberger: Die Intervention der BRD in den jugoslawischen Bürgerkrieg (16) ebenda (17) Zeit 26.7.91 (18) NZZ 13.8.92 (19) Daten von vor dem Kriegsbeginn, NZZ Folio 9/92 (20) Knaurs Lexikon A-Z (21) Osteuropaarchiv, Vollmer et al., Lokalberichte Hamburg 17/92, Zeit 26.7.91, 5.6.92 (22) Osteuropaarchiv, NZZ Folio 9/92, SAG: Der Zerfall Jugoslawiens und der Krieg auf dem Balkan, FAZ 26.2.87, 2.3.87, 7.4.87.

    :arrow: http://www.nadir.org/nadir/initiativ...goslawien.html

  6. #6

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    Und was mich noch nervt ist das man Milosevic dafür schuld macht.Nicht er wollte den Zerfall Jugoslawiens sondern die Slowenen und später Kroatien unter Tudjman wollten sich trennen.

  7. #7

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    @ mr-no:
    was bist du?? (kroate, serbe, deutscher, brasilianer, ...)

  8. #8
    Avatar von Schiptar

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    Zitat Zitat von Mr_No
    Und was mich noch nervt ist das man Milosevic dafür schuld macht.Nicht er wollte den Zerfall Jugoslawiens sondern die Slowenen und später Kroatien unter Tudjman wollten sich trennen.
    Mr No, das ist als würdest du sagen, wenn eine Frau ihren brutalen Ehemann verläßt, ist sie dran schuld, weil er die Ehe ja schließlich retten wollte...

    Zitat Zitat von Montenegrin
    @ mr-no:
    was bist du?? (kroate, serbe, deutscher, brasilianer, ...)
    Das sieht man doch, was er ist: ein Dummkopf. 8)

    PS: Willkommen Neuer!

  9. #9

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    Zitat Zitat von Schiptar
    Zitat Zitat von Mr_No
    Und was mich noch nervt ist das man Milosevic dafür schuld macht.Nicht er wollte den Zerfall Jugoslawiens sondern die Slowenen und später Kroatien unter Tudjman wollten sich trennen.
    Mr No, das ist als würdest du sagen, wenn eine Frau ihren brutalen Ehemann verläßt, ist sie dran schuld, weil er die Ehe ja schließlich retten wollte...
    Sag mir warum Milosevic brutal war und warum er schuld ist :?: Was hat er gemacht :?: Warum ist er ständig schuld an dem Zerfall :?:

  10. #10
    Avatar von Schiptar

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    Zitat Zitat von Mr_No
    Sag mir warum Milosevic brutal war und warum er schuld ist :?: Was hat er gemacht :?: Warum ist er ständig schuld an dem Zerfall :?:
    Ich zitiere dazu mal eine Passage aus dem obigen Text:

    "Auf die massive Wirtschaftskrise reagieren die Republiken unterschiedlich. Kroatien und Slowenien betreiben die Abtrennung von Jugoslawien und eine Hinwendung zur EG, Serbien setzt auf serbische Dominanz innerhalb Jugoslawiens oder gar auf den Aufbau eines großserbischen Reiches. Der längst gebrochene Gründungskonsens Jugoslawiens wird offen aufgegeben. Jede Republik sucht ihren Vorteil gegen andere Republiken durchzusetzen. Die Auflösung Jugoslawiens ist die zwangsläufige Folge einer solchen Politik.
    Eine Vorreiterrolle kommt dabei größeren Kreisen der Intellektuellen zu. Mitte der 80er Jahre fordern Vertreter der serbischen Akademie die Vereinigung aller SerbInnen in einem Staat. Damit wird die territoriale Integrität aller Republiken mit Ausnahme Sloweniens direkt infrage gestellt, genauso wie die Rechte der Minderheiten innerhalb Serbiens (8 ).
    1988 fordert der damalige Präsident Mikulic stärkere Zentralgewalt, der heutige Ministerpräsident Milosevic die Aufhebung der Autonomie für die Vojvodina und den Kosovo (9). 1990 wird diese Autonomie per serbischem Gesetzt auf ein Minimum reduziert (10). Serbien droht in Konflikten zwischen den Republiken "seine" jeweiligen Minderheiten in anderen Republiken als Kampfpotential zur Unterminierung dieser Republiken einzusetzen (11)."

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