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Katharer

Erstellt von DZEKO, 30.01.2011, 02:06 Uhr · 5 Antworten · 1.366 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von DZEKO

    Registriert seit
    09.08.2009
    Beiträge
    55.030

    Katharer

    Die Südslawen kamen mit der Flut der Völkerwanderung nach der Balkanhalbinsel. Sie waren in Pleme (Stämme), Bratstwos (Brüderschaften) und Zadrugas (Hausgenossenschaften) organisiert und wurden demokratisch geleitet. Sie gerieten jedoch bald in kriegerische Verwicklungen mit ihrer Umgebung und mit dem oströmischen Reiche, organisierten sich militärisch; Kriegsbeute, Plünderungen und Viehzucht wurden die hauptsächlichen Lebensquellen. Hieraus entwickelte sich eine Kriegerkaste, die unter oströmischem (byzantinischem) Kultureinfluß sich feudalisierte, den besten Ackerboden und die Wälder unter ihre Oberhoheit stellte und der landwirtschaftlichen Bevölkerung Frondienste auferlegte. Diese wehrte sich gegen die Bedrückung und empfand um so stärker die Wohltaten der entschwindenden traditionellen (gemeinschaftlich-demokratischen) Ordnung.

    Hinzu kam noch ein anderer wirtschaftlicher Vorgang: Der Handel von Konstantinopel nach Deutschland ging zur Zeit Karls des Großen zum Teil durch das Land der Awaren (Ungarn). Um die Mitte des 8. Jahrhunderts schlugen die Bulgaren die Awaren und entrissen ihnen den byzantinisch-deutschen Durchgangshandel und wurden so reich, daß sie den Neid der Griechen weckten. „Die Bulgaren", klagt ein griechischer Schriftsteller, „sind alle Kaufleute geworden, wodurch bei ihnen die Selbstsucht und Korruption entstanden"(1)

    Parallel mit diesem Umwälzungsprozeß ging die Christianisierung des Landes und im Jahre 864 nahm Bulgarien die christliche Religion, und zwar in griechisch-katholischer Gestalt an. Mit ihr strömten auch die gnostisch-manichäischen Gedanken in Bulgarien ein, die im Volke einen empfänglichen Boden fanden. Der Kampf zwischen dem Guten und Bösen wurde leicht zum Sinnbild des Gegensatzes zwischen der Feudalkaste und den reichen Kaufleuten einerseits und dem ausgebeuteten und beraubten Volke andererseits, oder zwischen der neuen Klassengesellschaft und der alten gleichheitlichen Ordnung, und je härter die Wirklichkeit sich gestaltete, desto williger war das arbeitende Volk, das Christentum im Lichte der gnostisch-manichäischen Lehre aufzufassen. Um die Mitte des zehnten Jahrhunderts folgten schon viele dem Popen (Geistlichen) Bogomil (Gottlieb), der zum Sektengründer wurde.

    Die Bewegung dehnte sich nach Serbien aus und fand besonders in Bosnien glühende und zähe Anhänger.

    Die Verfolgungen der Bogomilen begannen zu Ende des elften Jahrhunderts auf Befehl der Päpste Innozenz III. und Honorius III. und wurden bis zum fünfzehnten Jahrhundert von Zeit zu Zeit durch blutige Kreuzzüge von Ungarn aus fortgesetzt. Im Jahre 1234 wurde Bosnien von den ungarischen Kreuzfahrern mit Feuer und Schwert verwüstet, worauf blutige Kriege folgten. Zähe wehrten sich die bosnischen Ketzer, lebten nach jeder Niederlage wieder auf, so daß sogar einmal — um das Jahr 1400 — der Katharismus zur Staatsreligion in Bosnien erklärt wurde. Erst ein ungarisch-polnischer Kreuzzug, an dem 60000 Streiter teilnahmen, brach die Macht der bosnischen Kätharer. Diese Vernichtungskriege brachten jedoch dem Christentum wenig Nutzen, wohl aber dem Islam, denn seit dem Jahre 1385, in welchem die Türken den entscheidenden Sieg über Serbien auf dem Amselfelde errangen, geriet die Balkanhalbinsel immer mehr unter islamischen Einfluß. Nichtsdestoweniger wüteten die Kreuzfahrer gegen die bosnischen Katharer weiter, bis einem großen Teile der Bosniaken schließlich das ganze Christentum zum Ekel wurde. Als dann die Türken im Jahre 1463 den Krieg auch gegen Bosnien aufnahmen, kapitulierte es ohne Schwertstreich: es hatte weder die Macht noch den Willen, sich gegen den Islam zu verteidigen, um dann vom Christentum mit Feuer und Schwert gänzlich ausgerottet zu werden. Die Erbitterung gegen die offiziellen Christen war so groß, daß die bosnischen Bogomilen ihren mit so großer Zähigkeit verteidigten sozialreformerischen Manichäismus aufgaben und den Islam annahmen. Aus den bosnischen Bogomilen wurden Mohammedaner(2).

    Editorische Anmerkungen

    Max Beer, Allgemeine Geschichte des Sozialismus und der sozialen Kämpfe, mit Ergänzungen von Dr. Hermann Duncker, S. 203 - 233

    Allgemeine Geschichte des Sozialismus und der sozialen Kmpfe

    ) Heeren, Kleine Schriften, Göttingen 1803, Teil 3, S. 334 ff.

    2) J. C. Wolf, Historia Bogomilorum. Wittenberg 1742. — Ch. Schmidt, Histoire des Cathares ou Albigeois, Paris, Geneve 1847—49; H. Ch. Lea, Geschichte der Inquisition im Mittelalter, deutsche Übersetzung, Bonn 1909, Bd. z, S. 329 ff. Popowitsch, Neue Zeit, 24. Jahrg., S. 348 ff. Bogomilen gab es auch in Rußland im 15. Jahrhundert. (Bogoslowsky Wiestnik, II, 436—459.)

    Geschichte

    Die Religion der Katharer hat ihre Wurzeln sowohl im Manichäismus des persischen Religionsstifters Mani (215-276) als auch in der Gnosis, die vor allem vom 1. bis 3. Jahrhundert verbreitet war und die dem Menschen durch ein geheimes Wissen die Erlösung vermitteln wollte. Diese Glaubensrichtungen teilten die Idee, dass Gott und der Teufel zwei gleich mächtige und ständig im Widerstreit stehende Kräfte seien (Dualismus).

    Vorläufer der Katharer waren die Messalianer (Euchiten), eine im 4. Jahrhundert in Kleinasien entstandene Sekte und die Paulikianer, eine gnostische Sekte, die im 4. Jahrhundert im kleinasiatischen Teil des byzanthinischen Reichs entstand. In der Mitte des 10. Jahrhunderts verschmolzen die Lehren und Gebräuche der Paulikianer und der Messalianer zu einer neuen, aber trotzdem traditionsreichen gnostischen Religion. Ihre Anhänger nannten sich Bogomilen, nach ihrem ersten Priester Bogomil. Im Laufe der Geschichte wurden sie aber noch unter vielen anderen Namen bekannt, wobei der am meisten verbreitete Katharer ist. Ihren Ursprung hatten die Katharer im Babuna-Gebirge, das in Mazedonien liegt.

    Ihre Lehre verbreitete sich dank ihrer Missionare und Fürsprecher sehr schnell und schon im 11. Jahrhundert gewann sie auch Einfluss in Westeuropa, insbesondere in Deutschland, Flandern, Frankreich und Italien. Den stärksten Einfluss hatten die Katharer in der Lombardei und schon bald wurde ihr Glaube als Bedrohung des Christentums angesehen, was zur Folge hatte, dass sie sowohl von der griechisch-orthodoxen als auch von der römisch-katholischen Kirche verfolgt wurden. Viele der Verfolgten flohen zwischen dem 12. und dem 14. Jahrhundert nach Bosnien, wo sie relativ unbehelligt leben konnten und mit der Zeit wurde der Glaube der Katharer in Bosnien zur vorherrschenden Religion.

    Nachdem 1230 die päpstliche Inquisition institutionalisiert worden war und viele Katharer insbesondere von ehemaligen Glaubensbrüdern, die zur katholischen Kirche konvertiert waren, verraten worden waren, wurde die Lehre der Katharer zu einer Geheimwissenschaft. Die Katharer bezeichneten sich selbst zwar als Christen, verschwiegen aber ihre wahre Glaubensrichtung, um sich den Inquisitoren zu entziehen.


    Trotzdem blieben viele Schriften der Katharer im Umlauf und bis ins 14. Jahrhundert waren sie weit verbreitet. Eine nicht unbeträchtliche Sammlung von Schriften und Informationen hatte auch die katholische Kirche, insbesondere ihre Inquisitoren, angelegt.

    Erst im 15. Jahrhundert, als die Katharer von der Kirche nicht mehr als Bedrohung angesehen wurden, verschwanden auch ihre Schriften. Viele wurden von den Inquisitoren vernichtet, andere nur noch im Geheimen gelesen.

    Dualistisches Weltbild

    Das Weltbild der Katharer war streng dualistisch in das Reich des guten Gottes (der liebe Gott) und das Reich des bösen Gottes (Satan) eingeteilt.

    Der gute Gott war der wahre, lebendige und rechtmässige Gott, von dem Gerechtigkeit und Wahrheit wie das Licht der Sonne ausgingen. Er verkörperte die Liebe und nur wer die Liebe in sich hatte, konnte mit Gott eins werden. Sein ewiges Reich war im Himmel, es blieb für den Menschen unsichtbar und verkörperte die Ewigkeit. Einzig Jesus, Gottes Sohn, war auf die Erde gekommen, um den Menschen den Weg zu weisen.
    Satan aber war der Herrscher über die irdische, diesseitige Welt der Schmerzen, der Krankheit und des Todes. Er war der Gott des Bösen und der Finsternis. Seine Welt war sichtbar und vergänglich und sein Sohn war Luzifer.

    Da es für die Katharer unmöglich schien, dass die Reiche des Guten und des Bösen von ein und demselben Schöpfer stammen konnten, musste es also zwei gegensätzliche Schöpfungsprinzipien mit zwei gegensätzlichen Schöpfern geben: Satan ist also ein von Gott unabhängiges Schöpfungsprinzip, steht aber doch nicht auf der gleichen Stufe wie Gott, weil Gott das Gute verkörpert, das auch ohne das Schlechte von Satan existieren kann, nicht aber umgekehrt.

    Zwischen Satan und Gott herrscht eine tiefe, unüberwindbare Feindschaft, weil Satan ständig versucht, die gute Schöpfung zu imitieren und ins Böse zu verkehren; nachdem Gott die geistige Welt erschaffen hat, erschafft Satan die materielle und versucht, beide Welten zu vermischen, um die geistige Welt zu verderben. Das dualistische Bild und die Versuchungen Satans manifestieren sich auch im Menschen: sein Körper, ebenso wie die ganze sichtbare Welt sind vom Teufel erschaffen, er ist auch für alle menschlichen Leiden verantwortlich. Deshalb wurde nicht nur die Sexualität abgelehnt, sondern auch körperliche Strafen, wie sie die weltliche Gerichtsbarkeit verhängte.

    Die im menschlichen Körper eingeschlossene Seele eines Engels aber ist das Gegenbild, das bei Gott geblieben ist. Der liebe Gott aber ist ausschliesslich für den Himmel zuständig; er ist vollkommen. Vorausgesetzt, es gelingt dem Menschen, alles Irdische und Unreine abzustreifen und nur noch aus dem reinen Geist der Liebe zu bestehen, dann kann er in das Reich Gottes eingehen.
    Die Seele konnte aber nicht nur im Menschen gefangen sein, sondern auch in den Tieren, weshalb es ihnen verboten war, Tiere zu töten.

    Der Dominikanerpater Bernard Gui beschrieb 1323/24 in seinen Practica inquisitionis heretice pravitatis das dualistische Weltbild der Katharer wie folgt:

    „Die häretische Sekte der Manichäer und die Anhänger dieser Irrlehre behaupten und bezeugen, dass es zwei Götter und zwei Herren gibt, nämlich einen guten Gott und einen bösen. Sie erklären, dass alles Sichtbare und Körperliche nicht von Gott dem Himmlischen Vater, den sie den guten Gott nennen, geschaffen wurde, sondern vom Teufel oder Satan, dem bösen Gott … So postulieren sie also zwei Schöpfer … und zwei Schöpfungen, eine unsichtbare und nicht-körperliche und eine sichtbare und körperliche
    Die Erlösung

    Die Erlösung besteht darin, dass die im Körper gefangene, unsterbliche Seele sich befreien kann. Diese Befreiung geschieht aber nicht dadurch, dass der Mensch stirbt und vor Gott als seinem Richter tritt, sondern dadurch, dass der Mensch seine Erlösung selbst erarbeitet. Diesen Weg der Erlösung wurde den Katharern durch die Apostel und Jesus vorgelebt, deren Wissen letztendlich vom Heiligen Geist stammte. Nur wer getauft war, konnte auch Priester werden. Die Taufe erfolgte durch Handauflegen und sollte der Seele den Kontakt zu Gott ermöglichen, damit sie letztendlich befreit werden konnte.

    Nur die Priester wurden zu Lebzeiten getauft, die übrigen Religionsanhänger erst auf dem Sterbebett.
    Um die Erlösung der Seele zu erreichen, mussten die Katharer nach strengen Regeln leben. So war ihnen nicht nur die Sexualität verboten, sie mussten auch sonst körperlich enthaltsam leben und strenge Fastenzeiten einhalten. Die Gebote des Evangeliums mussten wortwörtlich befolgt werden, es durfte niemals vorsätzlich gelogen werden und auch nicht in Notwehr getötet werden.

    Die Sakramente der römisch-katholischen Kirche wurden abgelehnt, denn für die Katharer war das wichtigste Sakrament das Handauflegen (Consolament), das der Seele den Weg zu Gott öffnen sollte.

    1 R. Beiderbeck: Die Religion der Katharer (InterNet Preisvergleich)
    2 Ebd.
    3 L. Harris: Hieronymus Bosch und die geheime Bildwelt der Katharer, Verlag Urachhaus Stuttgart, 1996, S. 19
    4 R. Beiderbeck: Die Religion der Katharer (InterNet Preisvergleich)
    Ich will hier jetzt nicht irgendwas über Abstammung oder ähnliches Schreiben, sondern euch einfach Zeigen was es so noch in Bosnien gab, was kaum erwähnt wird, vieles Verschwunden da man sie nicht akzeptierte.

    Vorallem hat hier die Katholische Kirche ihre Finger im Spiel gehabt. Schade das sie so viele alte Dokumente verschwinden lassen hat. Oder sicher noch in ihren Archiven versteckt, da sie nicht immer Rühmlich gehandelt haben.

    Wie es die Christen ermöglich haben das der Islam in Bosnien so leicht Fuß fasst und auf wenig Wiederstand stiess bis auf die Nordwestliche Krajina Region.

    Immer wird von den brutalen Osmanen gesprochen, aber wieso wird das hier immer verschwiegen, wen man es anspricht wird man zum idioten erklärt oder sonst was.

    Da ihr die brutalen Osmanen ständig erwähnt tue ich die brutale Vorgeschichte erwähnen bevor die Osmanen kamen.

  2. #2
    Avatar von BlackJack

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    scheiß was auf Katharer und Osmanen

  3. #3
    Avatar von H3llas

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    hab das alles gelesen, ich lese gerne über gescichte, aber das war irgendwie langweilig

  4. #4
    Avatar von H3llas

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    Zitat Zitat von DZEKO Beitrag anzeigen
    Die Südslawen kamen mit der Flut der Völkerwanderung nach der Balkanhalbinsel. Sie waren in Pleme (Stämme), Bratstwos (Brüderschaften) und Zadrugas (Hausgenossenschaften) organisiert und wurden demokratisch geleitet. Sie gerieten jedoch bald in kriegerische Verwicklungen mit ihrer Umgebung und mit dem oströmischen Reiche, organisierten sich militärisch; Kriegsbeute, Plünderungen und Viehzucht wurden die hauptsächlichen Lebensquellen. Hieraus entwickelte sich eine Kriegerkaste, die unter oströmischem (byzantinischem) Kultureinfluß sich feudalisierte, den besten Ackerboden und die Wälder unter ihre Oberhoheit stellte und der landwirtschaftlichen Bevölkerung Frondienste auferlegte. Diese wehrte sich gegen die Bedrückung und empfand um so stärker die Wohltaten der entschwindenden traditionellen (gemeinschaftlich-demokratischen) Ordnung.

    Hinzu kam noch ein anderer wirtschaftlicher Vorgang: Der Handel von Konstantinopel nach Deutschland ging zur Zeit Karls des Großen zum Teil durch das Land der Awaren (Ungarn). Um die Mitte des 8. Jahrhunderts schlugen die Bulgaren die Awaren und entrissen ihnen den byzantinisch-deutschen Durchgangshandel und wurden so reich, daß sie den Neid der Griechen weckten. „Die Bulgaren", klagt ein griechischer Schriftsteller, „sind alle Kaufleute geworden, wodurch bei ihnen die Selbstsucht und Korruption entstanden"(1)

    Parallel mit diesem Umwälzungsprozeß ging die Christianisierung des Landes und im Jahre 864 nahm Bulgarien die christliche Religion, und zwar in griechisch-katholischer Gestalt an. Mit ihr strömten auch die gnostisch-manichäischen Gedanken in Bulgarien ein, die im Volke einen empfänglichen Boden fanden. Der Kampf zwischen dem Guten und Bösen wurde leicht zum Sinnbild des Gegensatzes zwischen der Feudalkaste und den reichen Kaufleuten einerseits und dem ausgebeuteten und beraubten Volke andererseits, oder zwischen der neuen Klassengesellschaft und der alten gleichheitlichen Ordnung, und je härter die Wirklichkeit sich gestaltete, desto williger war das arbeitende Volk, das Christentum im Lichte der gnostisch-manichäischen Lehre aufzufassen. Um die Mitte des zehnten Jahrhunderts folgten schon viele dem Popen (Geistlichen) Bogomil (Gottlieb), der zum Sektengründer wurde.

    Die Bewegung dehnte sich nach Serbien aus und fand besonders in Bosnien glühende und zähe Anhänger.

    Die Verfolgungen der Bogomilen begannen zu Ende des elften Jahrhunderts auf Befehl der Päpste Innozenz III. und Honorius III. und wurden bis zum fünfzehnten Jahrhundert von Zeit zu Zeit durch blutige Kreuzzüge von Ungarn aus fortgesetzt. Im Jahre 1234 wurde Bosnien von den ungarischen Kreuzfahrern mit Feuer und Schwert verwüstet, worauf blutige Kriege folgten. Zähe wehrten sich die bosnischen Ketzer, lebten nach jeder Niederlage wieder auf, so daß sogar einmal — um das Jahr 1400 — der Katharismus zur Staatsreligion in Bosnien erklärt wurde. Erst ein ungarisch-polnischer Kreuzzug, an dem 60000 Streiter teilnahmen, brach die Macht der bosnischen Kätharer. Diese Vernichtungskriege brachten jedoch dem Christentum wenig Nutzen, wohl aber dem Islam, denn seit dem Jahre 1385, in welchem die Türken den entscheidenden Sieg über Serbien auf dem Amselfelde errangen, geriet die Balkanhalbinsel immer mehr unter islamischen Einfluß. Nichtsdestoweniger wüteten die Kreuzfahrer gegen die bosnischen Katharer weiter, bis einem großen Teile der Bosniaken schließlich das ganze Christentum zum Ekel wurde. Als dann die Türken im Jahre 1463 den Krieg auch gegen Bosnien aufnahmen, kapitulierte es ohne Schwertstreich: es hatte weder die Macht noch den Willen, sich gegen den Islam zu verteidigen, um dann vom Christentum mit Feuer und Schwert gänzlich ausgerottet zu werden. Die Erbitterung gegen die offiziellen Christen war so groß, daß die bosnischen Bogomilen ihren mit so großer Zähigkeit verteidigten sozialreformerischen Manichäismus aufgaben und den Islam annahmen. Aus den bosnischen Bogomilen wurden Mohammedaner(2).

    Editorische Anmerkungen

    Max Beer, Allgemeine Geschichte des Sozialismus und der sozialen Kämpfe, mit Ergänzungen von Dr. Hermann Duncker, S. 203 - 233

    Allgemeine Geschichte des Sozialismus und der sozialen Kmpfe

    ) Heeren, Kleine Schriften, Göttingen 1803, Teil 3, S. 334 ff.

    2) J. C. Wolf, Historia Bogomilorum. Wittenberg 1742. — Ch. Schmidt, Histoire des Cathares ou Albigeois, Paris, Geneve 1847—49; H. Ch. Lea, Geschichte der Inquisition im Mittelalter, deutsche Übersetzung, Bonn 1909, Bd. z, S. 329 ff. Popowitsch, Neue Zeit, 24. Jahrg., S. 348 ff. Bogomilen gab es auch in Rußland im 15. Jahrhundert. (Bogoslowsky Wiestnik, II, 436—459.)

    Geschichte

    Die Religion der Katharer hat ihre Wurzeln sowohl im Manichäismus des persischen Religionsstifters Mani (215-276) als auch in der Gnosis, die vor allem vom 1. bis 3. Jahrhundert verbreitet war und die dem Menschen durch ein geheimes Wissen die Erlösung vermitteln wollte. Diese Glaubensrichtungen teilten die Idee, dass Gott und der Teufel zwei gleich mächtige und ständig im Widerstreit stehende Kräfte seien (Dualismus).

    Vorläufer der Katharer waren die Messalianer (Euchiten), eine im 4. Jahrhundert in Kleinasien entstandene Sekte und die Paulikianer, eine gnostische Sekte, die im 4. Jahrhundert im kleinasiatischen Teil des byzanthinischen Reichs entstand. In der Mitte des 10. Jahrhunderts verschmolzen die Lehren und Gebräuche der Paulikianer und der Messalianer zu einer neuen, aber trotzdem traditionsreichen gnostischen Religion. Ihre Anhänger nannten sich Bogomilen, nach ihrem ersten Priester Bogomil. Im Laufe der Geschichte wurden sie aber noch unter vielen anderen Namen bekannt, wobei der am meisten verbreitete Katharer ist. Ihren Ursprung hatten die Katharer im Babuna-Gebirge, das in Mazedonien liegt.

    Ihre Lehre verbreitete sich dank ihrer Missionare und Fürsprecher sehr schnell und schon im 11. Jahrhundert gewann sie auch Einfluss in Westeuropa, insbesondere in Deutschland, Flandern, Frankreich und Italien. Den stärksten Einfluss hatten die Katharer in der Lombardei und schon bald wurde ihr Glaube als Bedrohung des Christentums angesehen, was zur Folge hatte, dass sie sowohl von der griechisch-orthodoxen als auch von der römisch-katholischen Kirche verfolgt wurden. Viele der Verfolgten flohen zwischen dem 12. und dem 14. Jahrhundert nach Bosnien, wo sie relativ unbehelligt leben konnten und mit der Zeit wurde der Glaube der Katharer in Bosnien zur vorherrschenden Religion.

    Nachdem 1230 die päpstliche Inquisition institutionalisiert worden war und viele Katharer insbesondere von ehemaligen Glaubensbrüdern, die zur katholischen Kirche konvertiert waren, verraten worden waren, wurde die Lehre der Katharer zu einer Geheimwissenschaft. Die Katharer bezeichneten sich selbst zwar als Christen, verschwiegen aber ihre wahre Glaubensrichtung, um sich den Inquisitoren zu entziehen.


    Trotzdem blieben viele Schriften der Katharer im Umlauf und bis ins 14. Jahrhundert waren sie weit verbreitet. Eine nicht unbeträchtliche Sammlung von Schriften und Informationen hatte auch die katholische Kirche, insbesondere ihre Inquisitoren, angelegt.

    Erst im 15. Jahrhundert, als die Katharer von der Kirche nicht mehr als Bedrohung angesehen wurden, verschwanden auch ihre Schriften. Viele wurden von den Inquisitoren vernichtet, andere nur noch im Geheimen gelesen.

    Dualistisches Weltbild

    Das Weltbild der Katharer war streng dualistisch in das Reich des guten Gottes (der liebe Gott) und das Reich des bösen Gottes (Satan) eingeteilt.

    Der gute Gott war der wahre, lebendige und rechtmässige Gott, von dem Gerechtigkeit und Wahrheit wie das Licht der Sonne ausgingen. Er verkörperte die Liebe und nur wer die Liebe in sich hatte, konnte mit Gott eins werden. Sein ewiges Reich war im Himmel, es blieb für den Menschen unsichtbar und verkörperte die Ewigkeit. Einzig Jesus, Gottes Sohn, war auf die Erde gekommen, um den Menschen den Weg zu weisen.
    Satan aber war der Herrscher über die irdische, diesseitige Welt der Schmerzen, der Krankheit und des Todes. Er war der Gott des Bösen und der Finsternis. Seine Welt war sichtbar und vergänglich und sein Sohn war Luzifer.

    Da es für die Katharer unmöglich schien, dass die Reiche des Guten und des Bösen von ein und demselben Schöpfer stammen konnten, musste es also zwei gegensätzliche Schöpfungsprinzipien mit zwei gegensätzlichen Schöpfern geben: Satan ist also ein von Gott unabhängiges Schöpfungsprinzip, steht aber doch nicht auf der gleichen Stufe wie Gott, weil Gott das Gute verkörpert, das auch ohne das Schlechte von Satan existieren kann, nicht aber umgekehrt.

    Zwischen Satan und Gott herrscht eine tiefe, unüberwindbare Feindschaft, weil Satan ständig versucht, die gute Schöpfung zu imitieren und ins Böse zu verkehren; nachdem Gott die geistige Welt erschaffen hat, erschafft Satan die materielle und versucht, beide Welten zu vermischen, um die geistige Welt zu verderben. Das dualistische Bild und die Versuchungen Satans manifestieren sich auch im Menschen: sein Körper, ebenso wie die ganze sichtbare Welt sind vom Teufel erschaffen, er ist auch für alle menschlichen Leiden verantwortlich. Deshalb wurde nicht nur die Sexualität abgelehnt, sondern auch körperliche Strafen, wie sie die weltliche Gerichtsbarkeit verhängte.

    Die im menschlichen Körper eingeschlossene Seele eines Engels aber ist das Gegenbild, das bei Gott geblieben ist. Der liebe Gott aber ist ausschliesslich für den Himmel zuständig; er ist vollkommen. Vorausgesetzt, es gelingt dem Menschen, alles Irdische und Unreine abzustreifen und nur noch aus dem reinen Geist der Liebe zu bestehen, dann kann er in das Reich Gottes eingehen.
    Die Seele konnte aber nicht nur im Menschen gefangen sein, sondern auch in den Tieren, weshalb es ihnen verboten war, Tiere zu töten.

    Der Dominikanerpater Bernard Gui beschrieb 1323/24 in seinen Practica inquisitionis heretice pravitatis das dualistische Weltbild der Katharer wie folgt:



    Die Erlösung

    Die Erlösung besteht darin, dass die im Körper gefangene, unsterbliche Seele sich befreien kann. Diese Befreiung geschieht aber nicht dadurch, dass der Mensch stirbt und vor Gott als seinem Richter tritt, sondern dadurch, dass der Mensch seine Erlösung selbst erarbeitet. Diesen Weg der Erlösung wurde den Katharern durch die Apostel und Jesus vorgelebt, deren Wissen letztendlich vom Heiligen Geist stammte. Nur wer getauft war, konnte auch Priester werden. Die Taufe erfolgte durch Handauflegen und sollte der Seele den Kontakt zu Gott ermöglichen, damit sie letztendlich befreit werden konnte.

    Nur die Priester wurden zu Lebzeiten getauft, die übrigen Religionsanhänger erst auf dem Sterbebett.
    Um die Erlösung der Seele zu erreichen, mussten die Katharer nach strengen Regeln leben. So war ihnen nicht nur die Sexualität verboten, sie mussten auch sonst körperlich enthaltsam leben und strenge Fastenzeiten einhalten. Die Gebote des Evangeliums mussten wortwörtlich befolgt werden, es durfte niemals vorsätzlich gelogen werden und auch nicht in Notwehr getötet werden.

    Die Sakramente der römisch-katholischen Kirche wurden abgelehnt, denn für die Katharer war das wichtigste Sakrament das Handauflegen (Consolament), das der Seele den Weg zu Gott öffnen sollte.


    Ich will hier jetzt nicht irgendwas über Abstammung oder ähnliches Schreiben, sondern euch einfach Zeigen was es so noch in Bosnien gab, was kaum erwähnt wird, vieles Verschwunden da man sie nicht akzeptierte.

    Vorallem hat hier die Katholische Kirche ihre Finger im Spiel gehabt. Schade das sie so viele alte Dokumente verschwinden lassen hat. Oder sicher noch in ihren Archiven versteckt, da sie nicht immer Rühmlich gehandelt haben.

    Wie es die Christen ermöglich haben das der Islam in Bosnien so leicht Fuß fasst und auf wenig Wiederstand stiess bis auf die Nordwestliche Krajina Region.

    Immer wird von den brutalen Osmanen gesprochen, aber wieso wird das hier immer verschwiegen, wen man es anspricht wird man zum idioten erklärt oder sonst was.

    Da ihr die brutalen Osmanen ständig erwähnt tue ich die brutale Vorgeschichte erwähnen bevor die Osmanen kamen.




    in einfachen worten da stand, das die christen die bosniaken angegriffen haben und sehr viel blut geflossen ist..und damit sie das nicht wieder erleiden müssen haben die sich denn osmnanen ergeben.

    richtig so?

    meine frage:

    hätten sich die bosniaken nicht ergeben denn osmanen glaubst du hätten sie ihre schwerter auch nicht gezogen gegen über das bosnische volk?

    ihr hattet nur das glück das ihr euch ergeben habt, sonst hättet ihr auch leid ertragen müssen.

  5. #5
    Avatar von DZEKO

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    Zitat Zitat von H3llas Beitrag anzeigen
    [/B]


    in einfachen worten da stand, das die christen die bosniaken angegriffen haben und sehr vile blut geflossen ist..


    und damit sie das nicht wieder erleiden müssen haben die sich denn osmnanen ergeben richtig so?

    meine frage:

    hätten sich die bosniaken nicht ergeben denn osmanen glaubst du hätten sie ihre schwerter auch nicht gezogen gegen über das bosnische volk?

    ihr hattet nur das glück das ihr euch ergeben habt, sonst hättet ihr auch leid ertragen müssen.
    Du musst nochmal genau Lesen, da steht die hatten enfach keine Kraft mehr da sie davor von den Ungarn und Polen komplett zerstört wurden, ab da an war der Adel und König Katholisch aber die meisten Katharer blieben noch dies weil sie Hass hatten auf die Katholen, und als die Osmanen kamen hat man sich nicht gross gewehrt.

    Aber wäre der Wiederstand hart gewesen dann wären die Osmanen auch brutaler gewesen natürlich.

  6. #6
    Theodisk
    Zitat Zitat von DZEKO Beitrag anzeigen
    Die Südslawen kamen mit der Flut der Völkerwanderung nach der Balkanhalbinsel. Sie waren in Pleme (Stämme), Bratstwos (Brüderschaften) und Zadrugas (Hausgenossenschaften) organisiert und wurden demokratisch geleitet. ...
    Wat Bratwurst (Brüderlich gestopftes Brät) ???