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Knabenlese

Erstellt von Ravnokotarski-Vuk, 29.11.2006, 21:20 Uhr · 34 Antworten · 3.546 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von Ravnokotarski-Vuk

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    @Sefar: Hallo Albanesi

  2. #12
    Avatar von lotus

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    Gab es wirklich diese Knabenlese oder ist das ein Mythos? Gibt es Quellen und was waren die Gründe?

  3. #13
    Avatar von Muslim

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    Zitat Zitat von Ravnokotarski-Vuk Beitrag anzeigen
    Als Knabenlese (türkisch devşirme - sammeln, griechisch παιδομάζωμα, bulgarisch кръвен данък, serbisch krvni danak - der Blutzoll) bezeichnet man die vom Osmanischen Reich praktizierte Zwangsrekrutierung, bei welcher es in den christlichen Provinzen vorwiegend männliche Jugendliche aus ihren Familien entführte und zwangs-islamisierte, um sie für seine eigenen Dienste einzusetzen.

    Basis dafür war Sure 8, Vers 41 im Koran. In der Übersetzung von Rudi Paret heisst es :
    Und ihr müßt wissen: Wenn ihr irgendwelche Beute macht, gehört der fünfte Teil davon Allah und dem Gesandten und den Verwandten, den Waisen, den Armen und dem, der unterwegs ist.


    Daraus ergibt sich der Anspruch auf jeden fünften Knaben. Anfang des 16. Jahrhunderts gab es auch Empfehlungen wonach von 40 Knaben einer entführt werden solle.
    Die Knaben wurden dann, nachdem sie in Bauernfamilien die osmanische Sprache gelernt hatten, nach den Regeln des Islam erzogen und in der osmanische Armee (Janitscharen) oder in der Verwaltung eingesetzt. Wegen ihrer Herkunft - sie hatten anders als etwa die Gruppe der Sipahis keine vom Sultan abweichenden Loyalitäten - konnten manche von ihnen dort Karriere machen und stiegen teilweise sogar in die höchsten Ämter des Staates auf.

    Die Knabenlese wurde hauptsächlich auf dem Balkan, anfangs ausschließlich bei Serben, im 14. bis zum 18. Jahrhundert durchgeführt und führte zu schweren Konflikten, weil sie Söhne von ihren Eltern entriss und damit dem betreffenden Gebiet auch ein Teil seiner potentiellen Elite entzogen wurde. Die Knabenlese wurde später allerdings auch für islamische Familien interessant, weil sie für Jungen aus den unteren Schichten oft die einzige Aufstiegsmöglichkeit war. So schmuggelten ab dem 17. Jahrhundert auch immer mehr reiche Osmanen ihre Kinder unter die Janitscharen.

    Die Knabenlese wurde unter den christlichen Völkern des Balkans auch als „Türken-Blutzoll“ bezeichnet

    Der Qur`an-Vers, der dort aufgeführt ist, sagt absolut nix über Kinder als Tribut nehmen und diese zum Islam zwangskonvertieren. Da braucht man sehr viel Fantasie, um so eine böswillige Tat mit dem Qur`an zu rechtfertigen.

    Der Qur`an sagt ganz klar und unmissverständlich: ES GIBT KEINEN ZWANG IN GLAUBEN. Und jeder der akrobatisch versucht diesen Vers, durch einen anderen Vers oder Hadith auszuhebeln, der hat sich vom Qur`an verabschiedet.

    Wenn ein Hadith herangezogen wird, der angeblich diese hässliche, bösartige (alte, vorislamische) Tradition von Knabenlese zu rechtfertigen versucht, dann ist der Hadith erfunden. Denn der Hadith hat sich dem Qur`an unter zu ordnen.

    Der Qur`an hat die Sklaverei vorgefunden, aber nie gut geheissen. Der Qur`an ruft die Muslime auf Sklaven frei zu kaufen, also zu befreien. Politische Herrscher haben stets versucht den Qur`an für ihre Machtinteressen auszulegen.

    Den Janitscharen wurde das Heiraten untersagt. Sie wurden einem Sufi Sheikh unterstellt. Eine Art Armee der „Unbefleckten“. Sie waren Muslime, aber man verwehrte ihnen ihre Rechte. Die Sultane kümmerten sich nicht oft um die Gebote des Qur`an, sie missbrauchten Ihn für ihre Zwecke, like today die Saudis und Co.

    Die „Knabenlese“ war ein böswilliger, politischer Akt, um einen tiefen Keil zwischen den Muslimen und den Christen zu schlagen. Man nahm christliche Kinder als Tribut, zwang sie zum Islam, bildetet sie zu Janitscharen aus, zu Heerführern, und sendete man sie anschliessend in den Krieg gegen ihre eigene Familien. Das sollte Verachtung und Hass gegen den Muslimen und dem Islam in den Herzen der Christen einbrennen.

    Die Sultane haben für ihre politische Zwecke den Islam missbraucht. So wie heute in Namen der Freiheit und der Demokratie ein Kreuzzug gegen den Islam geführt wird.

    Ich kann Skanderbeg verstehen, zumindest nachvollziehen, als er sich von den Osmanen abwandte. Oliver Schmitt sagt, er wollte Rache, nachdem der Sultan seinen Vater ermorden liess.

    Es gab zu jener Zeit muslimische Gelehrte und Stimmen, die sich den Osmanen querstellten, aber sie waren meistens halt nur in den Alternativmedien und zählten halt nicht zu dem Mainstream a la CNN, BCC und ihre kleine Schwester Al-Jazzira.

  4. #14
    Avatar von Jure Gagaric

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    Jetzt hast du glatt vergessen die NATO zu erwähnen

  5. #15
    Avatar von Ivo2

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    Zitat Zitat von lotus Beitrag anzeigen
    Gab es wirklich diese Knabenlese oder ist das ein Mythos? Gibt es Quellen und was waren die Gründe?
    Ja, die gab es https://de.wikipedia.org/wiki/Knabenlese

    Gründe u.a. https://de.wikipedia.org/wiki/Janitscharen

  6. #16
    Avatar von Indianer

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    warum kommen die net jetzt vorbei und nehmen z.B jure mit...
    die waren einfach paar hundert jahre zu früh dran

  7. #17
    Avatar von Lorne Malvo

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    Die Knabenlese unterliegt ziemlich heftigem Geschichtsrevisionismus. Die Wahrheit ist eher, dass die Balkanchristen sich darum gestritten haben, welcher ihrer Söhne zu den Janitscharen darf. Ist ja auch nicht verwunderlich, denn die Janitscharen waren die Elite des Landes, und einer der Gründe, wieso das osmanische Reich so lange gehalten hat. Das war ein Mechanismus, wo das Leistungsprinzip galt, und die besten unter ihnen sind Großwesire geworden. Es ist sogar so, dass fortgeschrittene Korruption bei der Knabenlese dazu geführt hat, dass eben nicht mehr die besten mitgenommen wurden und damit ein guter Teil der Führungselite des osmanischen Reiches verfault ist.
    Konflikte gab es nur in Ausnahmefällen, wenn die Osmanen den einzigen Sohn einer Familie mitnehmen wollten. Aber selbst da nicht immer.

    Es ist auch ganz interessant, die meisten Janitscharen waren albanische Christen, aber im albanischen Nationalbewusstsein spielt die Knabenlese keine große Rolle, während es vor allem in Neugriechenland und Serbien revisionistisch zu einem Beispiel osmanischer Unterdrückung geworden ist. Da hat man sich quasi im Nachhinein selbst ein kollektives Trauma eingeredet, um dann die imperialistische Politik gegenüber Balkanmuslimen zu rechtfertigen.

  8. #18

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    Zitat Zitat von Lorne Malvo Beitrag anzeigen
    Die Knabenlese unterliegt ziemlich heftigem Geschichtsrevisionismus.
    Wie gut, dass ein Sharia-Mongel wie du so etwas objektiv bewerten kann.

  9. #19
    Avatar von Muslim

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    Zitat Zitat von Lorne Malvo Beitrag anzeigen
    Die Knabenlese unterliegt ziemlich heftigem Geschichtsrevisionismus. Die Wahrheit ist eher, dass die Balkanchristen sich darum gestritten haben, welcher ihrer Söhne zu den Janitscharen darf.
    ….analog gestern, als die Britische Majestät ihre Osmanen (Bestes Beispiel: Atatürk) nach London lockte und sie nach ihrem Gusto „ausbildete“. Um sie natürlich nachher in ihre Heimat zurück zu senden, sodass sie im Dienste für das Wohl des Osmanischen Reiches arbeiten können. Alles natürlich uneigennützig.

    …oder heute die CIA mit ihre Yankee-Jihadisten, welche sie zu Top-Demokraten ausbildet, um nachher ihre Heimatländer in die amerikanische Freiheit zu putschen.

  10. #20
    Avatar von Lorne Malvo

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    Zitat Zitat von Lysimachos Beitrag anzeigen
    Wie gut, dass ein Sharia-Mongel wie du so etwas objektiv bewerten kann.
    Als Albaner hat man in der Tat einen anderen Blick auf die Dinge, denn wie gesagt waren von der Knabenlese vor allem christliche Albaner betroffen. Wie also kommt es, dass es den Albanern relativ egal ist, wo doch die Knabenlese angeblich so grausam war? Christliche Albaner waren bei der Errichtung des albanischen Staates federführend. Aber nun gut, Albanien ist auch ein aus dem Selbstbestimmungswillen einer autochthonen, echten Volkskultur gewachsener Nationalstaat, nicht ein von westlichen Intellektuellen erfundener Staat, der den Zweck hatte das geschwächte osmanische Reich zu bekämpfen, wie es Neugriechenland ist.

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