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Kongogräuel und König Leopold der II.

Erstellt von Dinarski-Vuk, 29.07.2012, 15:57 Uhr · 36 Antworten · 3.347 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Dinarski-Vuk

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    Kongogräuel und König Leopold der II.

    Wenn man von berühmten und schlimmsten Tyrannen spricht, dann ist den meisten Menschen ein Hitler, Stalin oder Mao Tse Tung ein Begriff, dagegen Leopold der II. weniger (ausser, man interessiert sich für die Geschichte). Letztens lief auf einen History Chanel ein TV-Bericht über die damalige Kolonialgeschichte des Kongo und hat mich dazu veranlasst, einen Thread über dieses traurige Thema zu eröffnen. Heute spricht kaum jemand noch über diesen Völkermord (oder wird daran erinnert), obwohl dessen "Urheber" in Belgien selbst an vielen Orten als einer der grössten Könige betrachtet wird.


    Kongogräuel


    Unter der Bezeichnung Kongogräuel wurde die systematische Ausplünderung des Kongo-Freistaats durch belgische Exportfirmen, vor allem die Société générale de Belgique, etwa zwischen 1888 und 1908 mittels Sklaverei und Zwangsarbeit zur Kautschukgewinnung bekannt. Es wird geschätzt, dass zehn Millionen Kongolesen dabei den Tod fanden, etwa die Hälfte der damaligen Bevölkerung.[1]
    Kongogräuel

  2. #2
    Avatar von Kalampakiotis

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    Den Typen kann man getrost mit Hitler in einem Atemzug nennen.

    Und das alles wegen dem Kautschuk

    Btw: Kongo war nicht direkt eine Kolonie von Belgien, sondern Privatbesitz von diesem Wixxer.

  3. #3
    Avatar von Dinarski-Vuk

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    Zitat Zitat von Kalampakiotis Beitrag anzeigen
    Den Typen kann man getrost mit Hitler in einem Atemzug nennen.
    Und das alles wegen dem Kautschuk
    Btw: Kongo war nicht direkt eine Kolonie von Belgien, sondern Privatbesitz von diesem Wixxer.
    Es ist einfach erschreckend, wozu die "Menschen" in der Lage sind solche Dinge anzurichten. Vor nicht all zu langer Zeit habe ich ein Top-Buch über dieses Thema gelesen, bzw. das umfassend schildert, welche Gräuel eben dieser Leopold und seine Schergen im Kongo angerichtet hat, und vorallem wird auch u.a. aufgezeigt, wie rassistisch und unvollständig "unser" Geschichtsbild geprägt ist. Auch werden Parallelen zu den Verbrechen des Holocaust gezogen, damit wir überhaupt verstehen wie gross dieses Ausmass des Verbrechens überhaupt war.

    Leopold war ein Bastard und Ungeheuer, aber eben nicht "dumm" (dumm im Sinne, dass er keinen Plan/Idee hatte). Er war wenn man es aus heutiger Sicht betrachtet, einer der geschicktesten "PR-Strategen" seiner Zeit. Vorallem wusste er genau, wessen Einfluss er sich eben "sichern" musste, damit er seinen teuflischen Plan auch durchzieht. Erst kam ja die Anerkennung der Vereinigten Staaten und dann später auf der Berliner Konferenz die Anerkennung anderer, grossen Kolonialmächte. Er hat sich ein grosses Netz von Agenten und Lobbysten aufgebaut, sonst hätte er "seinen" Privatstaat nie kontrollieren können.

    Zum Glück gab es auch zu dieser Zeit Menschen, denen der "einfache Mensch" wichtiger war, als Kautschuck oder Gummi, bzw. Edmund Morel, der dieses Verbrechen nicht totschweigen konnte und darüber berichtet hat.

  4. #4

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    Zitat Zitat von Kalampakiotis Beitrag anzeigen
    Den Typen kann man getrost mit Hitler in einem Atemzug nennen.

    Und das alles wegen dem Kautschuk

    Btw: Kongo war nicht direkt eine Kolonie von Belgien, sondern Privatbesitz von diesem Wixxer.
    Ja, da hast du Recht. Sie war Privatbesitz, aber auf einer Konferenz der Grossmächte machten diese dem kleinen Land klar, dass sie diesen Besitz als belgische Kolonie anerkennen. Durch diese von Dinarski-Vuk genannten Lobbyisten bekamen die Belgier auch ihr Stück vom "Weltkuchen" ab. Die damalige Zeit (Imperialismus) war sowieso schrecklich für Nicht-Europäer.

  5. #5
    Ferdydurke
    Zitat Zitat von Dinarski-Vuk Beitrag anzeigen
    Es ist einfach erschreckend, wozu die "Menschen" in der Lage sind solche Dinge anzurichten. Vor nicht all zu langer Zeit habe ich ein Top-Buch über dieses Thema gelesen, bzw. das umfassend schildert, welche Gräuel eben dieser Leopold und seine Schergen im Kongo angerichtet hat, und vorallem wird auch u.a. aufgezeigt, wie rassistisch und unvollständig "unser" Geschichtsbild geprägt ist. Auch werden Parallelen zu den Verbrechen des Holocaust gezogen, damit wir überhaupt verstehen wie gross dieses Ausmass des Verbrechens überhaupt war.

    Leopold war ein Bastard und Ungeheuer, aber eben nicht "dumm" (dumm im Sinne, dass er keinen Plan/Idee hatte). Er war wenn man es aus heutiger Sicht betrachtet, einer der geschicktesten "PR-Strategen" seiner Zeit. Vorallem wusste er genau, wessen Einfluss er sich eben "sichern" musste, damit er seinen teuflischen Plan auch durchzieht. Erst kam ja die Anerkennung der Vereinigten Staaten und dann später auf der Berliner Konferenz die Anerkennung anderer, grossen Kolonialmächte. Er hat sich ein grosses Netz von Agenten und Lobbysten aufgebaut, sonst hätte er "seinen" Privatstaat nie kontrollieren können.

    Zum Glück gab es auch zu dieser Zeit Menschen, denen der "einfache Mensch" wichtiger war, als Kautschuck oder Gummi, bzw. Edmund Morel, der dieses Verbrechen nicht totschweigen konnte und darüber berichtet hat.
    Das kann man garnicht oft genug betonen, und es zieht sich bis in unsere heutige Zeit... Man bedenke z.B. die ganze Diskussion über die Flüchtlingsströme aus Afrika u.ä.

  6. #6

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    Zitat Zitat von Ferdydurke Beitrag anzeigen
    Das kann man garnicht oft genug betonen, und es zieht sich bis in unsere heutige Zeit... Man bedenke z.B. die ganze Diskussion über die Flüchtlingsströme aus Afrika u.ä.
    Ja, Gott zahlt in diesem Leben, wie man so schön sagt, alles zurück.

    Jetzt müssen halt die Belgier in ihrem Heimatland mit den Kongolesen "auskommen".

  7. #7
    Avatar von Dinarski-Vuk

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    Zitat Zitat von Schwarzer Phönix Beitrag anzeigen
    Ja, da hast du Recht. Sie war Privatbesitz, aber auf einer Konferenz der Grossmächte machten diese dem kleinen Land klar, dass sie diesen Besitz als belgische Kolonie anerkennen. Durch diese von Dinarski-Vuk genannten Lobbyisten bekamen die Belgier auch ihr Stück vom "Weltkuchen" ab. Die damalige Zeit (Imperialismus) war sowieso schrecklich für Nicht-Europäer.
    Ganz genau. Bekannt ist auch, dass sich Leopold stets in der Öffentlichkeit als "Wohltäter" stilisiert hat. Laut ihm, ging es eben "nur" um die "Befreiung" der Bevölkerung, damit man die wissenschaftliche Erforschung vorantreiben kann. Tja, mit diesem scheinbar, harmlosen Spruch, bzw. den "wilden Menschen" in Afrika das Licht der Zivilisation zu bringen, zogen eigentlich mehr oder weniger alle Kolonialmächte und ihre Missionare aus. Das Problem an der Sache mit Leopold war, dass es in anderen europäischen Ländern eine "Rechenschaftspflicht" gab und der andere Punkt, die Handelsinteressen wurden auch nicht geleugnet. Leopold dagegen hatte keine gebundene Hände, er brauchte niemanden Rechenschaft abzulegen, und hat immer und immer wieder bestritten, aus seinem "humanitären" Engagement Kapital zu schlagen.

  8. #8

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    Zitat Zitat von Dinarski-Vuk Beitrag anzeigen
    Ganz genau. Bekannt ist auch, dass sich Leopold stets in der Öffentlichkeit als "Wohltäter" stilisiert hat. Laut ihm, ging es eben "nur" um die "Befreiung" der Bevölkerung, damit man die wissenschaftliche Erforschung vorantreiben kann. Tja, mit diesem scheinbar, harmlosen Spruch, bzw. den "wilden Menschen" in Afrika das Licht der Zivilisation zu bringen, zogen eigentlich mehr oder weniger alle Kolonialmächte und ihre Missionare aus. Das Problem an der Sache mit Leopold war, dass es in anderen europäischen Ländern eine "Rechenschaftspflicht" gab und der andere Punkt, die Handelsinteressen wurden auch nicht geleugnet. Leopold dagegen hatte keine gebundene Hände, er brauchte niemanden Rechenschaft abzulegen, und hat immer und immer wieder bestritten, aus seinem "humanitären" Engagement Kapital zu schlagen.
    Hat Belgien irgendeinmal Kongo dafür entschädigt, weisst du davon etwas? Oder sonst alle europäischen Kolonialmächte?

  9. #9
    Avatar von Lido

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    Dazu sehr interessant anzusehen!

  10. #10
    Avatar von hirndominanz

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    So läuft es halt in unserer Welt.

    Laut Link sollen an die 10 Mio Kongolesen draufgegangen sein.

    Tja, früher gabs noch keine Medien wie heute. Doch die Schandtaten sind nicht alle auslöschbar.


    Es ist erschütternd was sogar in diesem Moment an weiterem Unrecht alles geschieht.

    Überall auf der Welt geschieht Schwachen und Hilflosen großes Unrecht.

    Ich möchte auch kein Bürger Chinas oder Nordkoreas oder Irans sein.

    Für die Menge wird Glanz und Gloria zelebriert, soweit es geht und am Ende der Kette gehen dabei und dafür Menschen jeden Alters drauf.

    Am meisten Scham überkommt mich jedoch, wenn ich mir nur vorstelle was alles in diesem Moment Kindern angetan wird.
    Von der Ausbeutung zur Arbeit wie zbs. in Indien, oder in Thailand zwecks Sextourismus, oder auch als "Soldaten", oder in anderen Ländern einfach weil sie keine Rechte haben.

    Leider gehört die Evidenz solcher Fakte zu unserem leben und Infofluß dazu.

    Und jeder muß auch irgendwo damit leben, das man zu einem Minimalteil Mitschuld trägt.

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