BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Erweiterte Suche
Kontakt
BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Benutzerliste

Willkommen bei BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen.
Ergebnis 1 bis 10 von 10

Koreaner auf Sachalin

Erstellt von ökörtilos, 24.09.2010, 12:54 Uhr · 9 Antworten · 1.362 Aufrufe

  1. #1
    ökörtilos

    Koreaner auf Sachalin

    Zur Zeit leben ca. 35000 Koreaner auf der Insel Sachalin in russisch-Fernost.Es folgen nun einige Informationen über deren Kultur und Geschichte.


    Sachalin (oben rechts) wurde nach Russlands Niederlage im russisch-japanischen Krieg von 1905 aufgeteilt und die südliche Hälfte der Insel kam zu Japan.Nach der Niederlage Japans im zweiten Weltkrieg wurde die gesamte Insel wieder russisch (bzw. sowjetisch).








    Einwanderung im späten 19. Jh

    Das russische Einwanderungsgesetz von 1861, das Immigranten viele
    Begünstigungen versprach, förderte die Einwanderungswelle. Besonders während der
    Hungersnot im nördlichen Korea im Jahre 1869 und 1870 sind viele Koreaner über die
    Grenze nach Russland gegangen. Nach der ersten offiziellen Einwanderung im Jahr 1863 -
    nach einem Bericht des Russen Pesockago - ist die Einwandererzahl innerhalb von 2 Jahren
    von 1415 (1867) auf 6000 (1869) gestiegen.1 1893 brach ein großer Bauernaufstand gegen
    ausländische imperialistische Mächte aus. Der Hauptgrund für die Unruhen waren schlimme
    Missernten und die daraus folgende Hungersnot . Von diesem Zeitpunkt an setzte eine
    Einwanderungswelle ein, die in erster Linie politische Gründe hatte. Im Jahr 1901 lebten in
    der Küsten-Provinz des russischen Fernen Ostens bereits 32.000 Koreaner.


    Einwanderung im frühen 20. Jh

    Von 1905 – in diesem Jahr verlor Korea die diplomatische Autonomie – bis zur endgültigen
    Annexion Koreas durch Japan 1910 stieg die Zahl der sowohl wirtschaftlich motivierten
    Einwanderer als auch antijapanisch gesinnten politischen Flüchtlinge rapide. Es gab zwei
    Einwanderungswege nach Russland, einen Landweg und einen Seeweg. Die Koreaner sind
    entweder über den Grenzfluss Tumen, oder durch die Mandschurei nach Russland
    ausgewandert. Andere sind auf dem Seeweg, über das Ostmeer, zuerst nach Posiet,
    Wladiwostok, Olga und Tetjuche ausgewandert. Einige von diesen Leuten gingen weiter nach
    Kamchatka und Nord-Sachalin.


    Umsiedlungen unter Stalin / Verschleppungen durch die Japaner


    Ungefähr seit September 1937 hat die Umsiedlung der asiatischen Einwanderer im Fernen
    Osten nach Zentralasien angefangen, weil die sowjetischen Behörden Spionage und Sabotage
    von Koreanern bzw. Chinesen befürchteten. Während der etwa zwei Monate andauernden
    Zwangsumsiedlungsmaßnahme (1937) wurden 180.000 Koreaner nach Zentralasien
    evakuiert.5 Der große Rückgang der Koreaner (nach dem Zensus vom 1939 lebten 180.000
    Koreaner in der Sowjetunion6) resultiert vermutlich aus den harten und oft lebensgefährlichen
    Umständen dieser Zwangsmaßnahme. Während des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) hat
    Japan insgesamt 4.800.000 Koreaner zwangsrekrutiert. 1.530.000 Koreaner wurden nach
    Japan, Südostasien, Südseeinseln und Sachalin verschleppt.7 Bei Kriegsende lebten 43.0008-
    50.0009 Koreaner, von diesen die meistens zwischen 1939-1945 von Japan nach Sachalin
    verschleppt wurden, in Süd-Sachalin. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges waren auch

    diese ethnischen Koreaner Staatsbürger der Sowjetunion.


    Rückkehr der unter Stalin umgesiedelten Koreaner aus Zentralasien / Zustrom nordkoreanischer Arbeiter


    In den folgenden Jahren kehrten Koreaner aus Zentralasien nach Sachalin zurück, die nach
    der Umsiedlungs-Maßnahme der Stalinzeit (1937) vom russischen Fernen Osten nach
    Zentralasien evakuiert und zwangsweise dort angesiedelt worden waren. Sie hatten
    inzwischen eine sowjetische Erziehung durchlaufen und beherrschten daher auch die
    russische Sprache. Viele von diesen arbeiteten als Beamte, Lehrer usw.
    Durch den Vertrag zwischen der UdSSR und der nordkoreanischen Regierung kamen die
    ersten nordkoreanischen Arbeiter von Mai bis Juli 1946 nach Sachalin, um dort als Fischer zu
    arbeiten. Während des Zeitraumes von 1946 bis 1949 sind insgesamt 20.891 Arbeiter und
    5174 Familienangehörige nach Sachalin gekommen28. Einige davon sind nach der
    Vertragsbeendigung zurückgeblieben.


    Rückkehr nach Korea / Leben in der Nachkriegssowjetunion



    Ganz Sachalin gehörte nach dem Kriegsende der Sowjetunion. Aber die meisten
    Koreaner, die auf Sachalin waren, kamen aus dem südlichen Teil Koreas. In Südkorea waren
    amerikanische Soldaten stationiert. Während des Koreakrieges kämpften indirekt Südkorea
    und die Sowjetunion gegeneinander. Außerdem waren die koreanischen Arbeitskräfte für den
    Kohlenbergbau, die Fischerei und die gesamte Industrie in dieser Region unentbehrlich.
    Daher wollten die sowjetischen Behörden die Koreaner nicht gehen lassen. Ein Teil der
    Koreaner ist nach Nordkorea gegangen.
    Die Koreaner, die vergeblich auf die Rückkehr gehofft hatten, passten sich allmählich der
    gegebenen Situation an. Nach jener Anpassungsphase in den 1960er Jahren folgte die relative
    Stabilitätsphase der 1970er in der koreanischen Bevölkerungsentwicklung auf Sachalin.

    Nach dem Ende der Sowjetunion


    Mit der Auflösung der Sowjetunion (Ende der 1980er) begann eine neue Phase für die
    Sachalin-Koreaner. Nachdem 1990 Russland und Südkorea diplomatische Beziehung
    aufgenommen hatten,30 konnten die Koreaner ihre Heimat in Südkorea besuchen. Seit 1992 ist
    es den älteren Sachalin-Koreanern erlaubt, nach Südkorea zurückzukehren. Im Jahr 2000 sind
    ca. 1000 Koreaner nach Südkorea zurückgekehrt31. Insgesamt leben zur Zeit etwa 1500
    Sachalin-Koreaner in Südkorea.Es gibt einerseits immer noch koreanische Einwanderung nach Sachalin, besonders aus Zentralasien wegen der nach der Auflösung der Sowjetunion dort ausgebrochenen Konflikte zwischen den verschiedenen Völkern. Andererseits verlassen immer mehr Koreaner die Insel,
    um andern Orts Arbeit zu finden. Seit den 1990er Jahren halten sich Hunderte von
    Geschäftsleuten, Missionaren und Studenten aus Südkorea auf Sachalin auf. Außerdem
    arbeiten hier Hunderte von nordkoreanischen Bauarbeitern, und Koreaner aus Nordost-China
    kommen nach Sachalin, um hier Handel auf dem Markt zu treiben.
    Diese sehr heterogenen Gruppen bilden eine koreanische Gemeinschaft auf Sachalin.





    http://koreaverband.ahkorea.com/_fil...1-01-art12.pdf

  2. #2
    ökörtilos
    Kultur, Sprache


    Die meisten Sachalin-Koreaner bewahren ihre traditionelle Eßgewohnheit. Die koreanischen
    traditionellen Gerichte wie
    Kimch’i, Koch’ujang (Pepperonipaste), Kanjang (Sojasoße) und
    Nudeln essen nicht nur Koreaner, sondern auch Russen. Sie sind so beliebt und verbreitet, so
    dass die Gericht mit den koreanischen originalen Namen benannt werden. Die Koreaner
    feiern auch traditionelle Feiertage, z. B.
    Chusuk (Erntedankfest) und Solnal (Neujahr).
    Insbesondere werden die Hochzeit und der 60ste Geburtstag groß gefeiert und auch
    spezifische Ahnenzeremonien haben eine große Bedeutung. Viele Koreaner bevorzugen als

    Partner Koreaner. Die meisten Koreaner der zweiten Generation haben Landsleute geheiratet.


    Die Sachalin-Koreaner sind späte
    Zuzügler unter den russischen Koreanern. Daher sprach jene Gruppe relativ viel Koreanisch.
    Nach dem Zensus von 1970 gaben 68,6% der gesamten Koreaner in der damaligen
    Sowjetunion Koreanisch als Muttersprache an Dagegen sprachen 79% der Sachalin-Koreaner
    Koreanisch als Muttersprache. Aber mit der Einstellung des Koreanischunterrichts in den
    Schulen und der Integration der jungen Koreanern in die russische Kultur veränderte sich das
    Verhältnis. 1989 gaben 12.900 Sachalin-Koreaner (36,7% der 35.191 Koreaner) Koreanisch
    als Muttersprache an. Nach einer Studie von 1994 verstanden 50,3% der Befragten
    Koreanisch und die Restlichen verstanden kein Koreanisch. Die ab 1990 begonnenen aktive
    Kontakte Sachalins mit Südkorea und die Eröffnung des koreanischen Erziehungszentrums
    auf Sachalin spornen die jungen Koreaner an, wieder Koreanisch zu lernen.


  3. #3
    ökörtilos
    koreanischer TV Sender Sachalin (der einzige koreanischsprachige Fernsehsender Russlands)


  4. #4
    ökörtilos

  5. #5
    ökörtilos
    Nicht nur auf Sachalin gibt es Koreaner.Stalin liess nämlich die in russisch-Fernost lebenden Koreaner nach Zentralasien umsiedeln.Sie wurden sprichwörtlich "in die Wüste geschickt" da man sie der Spionage für Japan verdächtigte.Ein sehr merkwürdiger Vorwand wie ich finde.Wenn man bedenkt welche Gräueltaten die Japaner während der Besatzung Koreas an den Koreanern verübten erscheint es doch mehr als unlogisch das sich auch nur ein Koreaner in die Dienste Japans begeben hätte.


    Koreaner in der Welt:

    Regions with significant populations

    South Korea 50,062,000 (2009 est.)

    North Korea 24,051,218 (2009 est.)

    Overseas populations as of 2009

    People's Republic of China2,336,771

    United States of America2,102,283

    Japan912,770

    Canada223,322

    Russian Federation222,027

    Uzbekistan175,939

    Australia150,873

    Philippines115,400

    Kazakhstan103,952

    Vietnam84,566

    Brazil48,419

    United Kingdom45,925

    Indonesia31,760

    Germany31,248

    New Zealand30,792

    Argentina22,024

    Thailand20,200[4]

    Kyrgyzstan18,810

    France14,738

    Malaysia14,580

    Singapore13,509

    Ukraine13,001

    Mexico12,072

    Guatemala9,921

    India8,337

    Paraguay5,229

    Cambodia4,772

    Italy4,203

    South Africa3,949

    Spain3,647

    Taiwan3,158

    United Arab Emirates3,114

  6. #6

    Registriert seit
    15.04.2011
    Beiträge
    2.418
    wozu machst du dir die mühe eigentlich? lol

  7. #7
    Avatar von Snežana

    Registriert seit
    21.06.2011
    Beiträge
    2.846
    Zitat Zitat von ZakZak Beitrag anzeigen
    wozu machst du dir die mühe eigentlich? lol

    hab ich mich auch grad gefragt.

    obwohls teilweise schon interessant ist...

  8. #8

    Registriert seit
    15.04.2011
    Beiträge
    2.418
    Zitat Zitat von Snežana Beitrag anzeigen
    hab ich mich auch grad gefragt.

    obwohls teilweise schon interessant ist...



  9. #9
    ökörtilos
    Wilsooon......


  10. #10
    Avatar von Barbaros

    Registriert seit
    29.07.2004
    Beiträge
    12.209
    Zitat Zitat von ZakZak Beitrag anzeigen
    wozu machst du dir die mühe eigentlich? lol
    als zusätzliche information.
    die welt besteht ja nicht nur aus dem balkan.

Ähnliche Themen

  1. Koreaner als Arbeitssklaven auf Danziger Werft
    Von Rehana im Forum Aussenpolitik
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 24.03.2006, 15:31