Natürlich stimmt, dass die Rückständigkeit Kosovos auf verfehlte Politik in Belgrad zurückzuführen ist. Ein anderer Grund ist - und das wird hier wahrscheinlich so manchem nicht schmecken - die hohe Geburtenrate der Albaner und damit der ganzen Region. Natürlich hat Kosovo eine Entwicklung verzeichnet, sie ist aber in dem viel schnelleren Wachstum des Volkes 'versickert'. Wenn die Wirtschaft um 5% wächst, die Gesellschaft im gleichen Zeitraum insgesamt aber auch mindestens gleich schnell, dann ist sie am Ende genau so arm oder reich wie davor. Das ist auch das Hauptproblem der dritten Welt heute.
Warum die Albaner im Kosovo aber nicht so arm sind, wie es die Statistiken vermuten lassen, liegt an dem albanischen Gesellschaftsmodell, das im Grunde genommen aus dem engen und weitreichenden Familienzusammenhalt besteht. Das ist im Grunde ein sehr gutes 'Sozialsystem', weil es den Staat nicht belastet, Armut aber vermieden wird.
In Kosovo besitzt fast jede Familie ihr eigenes Haus, meist sehr groß und geradezu luxuriös. Hübsche Autos stehen auch immer öfter in den großen Gründstücken geparkt. Die Straße, die dazu führt, ist aber oft nicht mal asphaltiert, die Kanalisation ist extrem erneuerungsbedürftig,etc., etc..
Das liegt eben daran, dass die Albaner alles immer privat verwerten, und öffentlich nur wenig gemacht wird. Der Staat kann nicht viel machen, weil er kein Geld hat, da kaum ein Albaner Steuern oder Rechnungen zahlt. Dieses Geld fließt stattdessen in die eigenen vier Wände, z.B..
Soll heißen, wenn man so durch die Straßen von Kosovo läuft denkt man 'Oh Gott, hier siehts aus wie in Zimbabwe!', die Leute, die aber dort Leben, führen ein die Umständen beachtend sehr gutes Leben.