BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Erweiterte Suche
Kontakt
BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Benutzerliste

Willkommen bei BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen.
Seite 4 von 4 ErsteErste 1234
Ergebnis 31 bis 33 von 33

Das Leben meiner Großmutter

Erstellt von Fitnesstrainer NRW, 12.04.2011, 15:02 Uhr · 32 Antworten · 3.277 Aufrufe

  1. #31
    Avatar von Allissa

    Registriert seit
    07.08.2009
    Beiträge
    44.232
    das leben meiner oma (väterlicherseits) ich versuche mich kurz zu fassen...

    meine oma hat mit 16 jahren geheiratet, mein opa hat sie entführt. sie erzählte uns enkelkindern das mein opa sie sah und sich auf der stelle unsterblich verliebt hat. ihre eltern wollten nicht das sie meinen opa heiratet also brannten sie durch. meine grosseltern haben sich sehr geliebt, mein opa kam aus visegrad und meine oma aus maglaj. also er entführte sie und brachte sie nach visegrad in ein haus wo die ganze familie wohnte. meine oma musste alle hausarbeiten verrichten, jeder hatte was zu sagen nur sie nicht. sie gebar insgesamt 13 kinder aber nur 8 kinder überlebten. als der krieg damals ausbrach war mein opa bei den partizanen und sie blieb alleine mit den kindern in visegrad. die meisten männer waren weg, in der gesamten stadt waren fast nur frauen und kinder. sie erzählte mir wie schlimm es war als sie mit den kindern fliehen musste weil ustase kamen und alles umbrachten was atmete. sie ging zu fuss mit 8 kindern, einer alten kranken schwiegermutter und noch anderen frauen und kindern von visegrad nach sarajevo zu fuss. ich erinnere mich nicht mehr wie lange es gedauert hatte war aber ein sehr langer, harter weg. das jüngste kind war 2 und das älteste 10-12 jahre alt. sie erzähle mir als sie über die brücke in visegrad gingen war sie bis zu den knöcheln im blut, die brücke war voll von abgetrennten köpfen....das hatten die ustasas getan. sie haben geplündert, gefoltert,vergewaltigt,gemordet...sich ausgetobt an den frauen und kindern. am schlimmsten war es für die serben damals, sie hatten die meisten opfer in visegrad. irgendwie hatte sie es nach sarajevo geschafft und musste zu sehen wie sie zurecht kam mit ihren kindern, von meinem opa hatte sie nichts gehört, wusste nicht mal ob er noch am leben ist. am schlimmsten sagte sie war es die kinder weinen zu sehen vor hunger. als mein opa dann endlich kam ging es ihnen etwas besser. mein opa war ein sehr lieber mensch der seine frau und kinder sehr liebte aber durch den krieg war er eine zeitlang sehr verändert. er trank viel und tyranisierte die ganze familie, sie hat es alles ertragen. so ging es einige jahre und er kam dann wieder zu vernunft. meine oma hat sehr viel immer für ihre familie getan, ihre kinder und später die enkelkinder waren ihr ein und alles. sie hat immer sehr hart gearbeitet und nebenbei die familie versorgt. ganz egal wie hart das leben war und wie schlimm die schicksalschläge sie hat ihren humor nie verloren. ich kenne sie als eine sehr lustige, liebevolle, wunderschöne frau. mein herz glüht wenn mir jemand sagt ich wäre ihr ähnlich. leider ist sie vor 20 jahren gestorben aber ´meine erinnerungen und meine liebe zu ihr sind immer noch sehr lebendig. als meine oma starb ist mein opa ein jahr später an gebrochenem herzen gestorben....

    das war eine kurzversion vom leben meiner oma, vielleicht schreibe ich irgendwann mal ein buch über ihr leben. verdient hat sie es.



  2. #32
    Ohrid-Albaner
    Zitat Zitat von Allissa Beitrag anzeigen
    das leben meiner oma (väterlicherseits) ich versuche mich kurz zu fassen...

    meine oma hat mit 16 jahren geheiratet, mein opa hat sie entführt. sie erzählte uns enkelkindern das mein opa sie sah und sich auf der stelle unsterblich verliebt hat. ihre eltern wollten nicht das sie meinen opa heiratet also brannten sie durch. meine grosseltern haben sich sehr geliebt, mein opa kam aus visegrad und meine oma aus maglaj. also er entführte sie und brachte sie nach visegrad in ein haus wo die ganze familie wohnte. meine oma musste alle hausarbeiten verrichten, jeder hatte was zu sagen nur sie nicht. sie gebar insgesamt 13 kinder aber nur 8 kinder überlebten. als der krieg damals ausbrach war mein opa bei den partizanen und sie blieb alleine mit den kindern in visegrad. die meisten männer waren weg, in der gesamten stadt waren fast nur frauen und kinder. sie erzählte mir wie schlimm es war als sie mit den kindern fliehen musste weil ustase kamen und alles umbrachten was atmete. sie ging zu fuss mit 8 kindern, einer alten kranken schwiegermutter und noch anderen frauen und kindern von visegrad nach sarajevo zu fuss. ich erinnere mich nicht mehr wie lange es gedauert hatte war aber ein sehr langer, harter weg. das jüngste kind war 2 und das älteste 10-12 jahre alt. sie erzähle mir als sie über die brücke in visegrad gingen war sie bis zu den knöcheln im blut, die brücke war voll von abgetrennten köpfen....das hatten die ustasas getan. sie haben geplündert, gefoltert,vergewaltigt,gemordet...sich ausgetobt an den frauen und kindern. am schlimmsten war es für die serben damals, sie hatten die meisten opfer in visegrad. irgendwie hatte sie es nach sarajevo geschafft und musste zu sehen wie sie zurecht kam mit ihren kindern, von meinem opa hatte sie nichts gehört, wusste nicht mal ob er noch am leben ist. am schlimmsten sagte sie war es die kinder weinen zu sehen vor hunger. als mein opa dann endlich kam ging es ihnen etwas besser. mein opa war ein sehr lieber mensch der seine frau und kinder sehr liebte aber durch den krieg war er eine zeitlang sehr verändert. er trank viel und tyranisierte die ganze familie, sie hat es alles ertragen. so ging es einige jahre und er kam dann wieder zu vernunft. meine oma hat sehr viel immer für ihre familie getan, ihre kinder und später die enkelkinder waren ihr ein und alles. sie hat immer sehr hart gearbeitet und nebenbei die familie versorgt. ganz egal wie hart das leben war und wie schlimm die schicksalschläge sie hat ihren humor nie verloren. ich kenne sie als eine sehr lustige, liebevolle, wunderschöne frau. mein herz glüht wenn mir jemand sagt ich wäre ihr ähnlich. leider ist sie vor 20 jahren gestorben aber ´meine erinnerungen und meine liebe zu ihr sind immer noch sehr lebendig. als meine oma starb ist mein opa ein jahr später an gebrochenem herzen gestorben....

    das war eine kurzversion vom leben meiner oma, vielleicht schreibe ich irgendwann mal ein buch über ihr leben. verdient hat sie es.


    Solche Geschichten gibt's auf dem Balkan abertausende. Respekt vor diesen Müttern!

  3. #33
    Avatar von Ilan

    Registriert seit
    25.06.2009
    Beiträge
    10.225
    Also meine Oma mütterlichseits musste ihren Schwager heiraten, da ihre ältere Schwester verstorben war, daher war auch der Altersunterschied enorm, etwa 25 Jahre. Und dazu kam noch, dass sie auf die 3 Stiefkinder aufpassen musste. Sie setzte noch 7 weitere Kinder auf der Welt, von denen 2 in Folge verstorben sind. Also der eine war geboren und starb mit 4 Jahren an einer Krankheit. Dann hat sie noch einen Sohn gebärt mit gleichem Namen und starb 2 Jahre später am Autounfall, er wurde angefahren. Über diese Todesfälle ist sie auch heute nicht darüber hinweg gekommen und wird es mit ihren 85 Jahren wohl auch nicht mehr. Seit mein Grossvater vor 16 Jahren verstorben ist, war trotz enormen Altersunterschieds und zu seiner Zeit ein lieber Kerl, ist sie auch dement geworden. Sie ist eines der Menschen, für die ich am meisten Respekt und Hochachtung gegenüber bringe.

Seite 4 von 4 ErsteErste 1234

Ähnliche Themen

  1. Entstehung Bulgariens/ Großmutter fand Buch
    Von Burgas im Forum Geschichte und Kultur
    Antworten: 45
    Letzter Beitrag: 25.10.2011, 00:15
  2. Unfassbar! Großmutter mit 23!
    Von Cobra im Forum Rakija
    Antworten: 61
    Letzter Beitrag: 08.03.2011, 18:34
  3. Des Teufels Großmutter
    Von Cobra im Forum Rakija
    Antworten: 31
    Letzter Beitrag: 15.03.2010, 18:22
  4. Obamas Großmutter pilgert nach Mekka
    Von Chechen im Forum Religion und Soziales
    Antworten: 28
    Letzter Beitrag: 11.06.2009, 12:33