Vor 70 Jahren, am 24. November 1941, ging der erste Transport aus Prag mit jungen Männern Richtung Theresienstadt (Terezín) ab. Insgesamt wurden während des Zweiten Weltkriegs fast 160.000 Menschen in das KZ deportiert. Anlässlich des traurigen Jahrestags wurde in der Spanischen Synagoge in Prag der neue Dokumentarfilm „Der letzte Flug von Petr Ginz“ gezeigt. Im Leben dieses hoch begabten Jungen spielte Theresienstadt eine wichtige Rolle.

Bis zum tragischen Flug der Raumfähre Columbia im Jahre 2003 wusste die Öffentlichkeit nicht viel über Petr Ginz. Damals nahm der israelische Astronaut Ilan Ramon eine von Petrs Illustrationen mit ins Weltall. Das Bild hatte Ramon von der Gedenkstätte Yad Vashem erhalten. Es hieß die „Mondlandschaft“. Mit der Übergabe des Bildes beginnt auch der neue amerikanische Film, der von der Wake Forest University in North Carolina und vom Institut für Dokumentarfilme der University of Florida produziert wurde. Regie führten Sandy Dickson und Churchill Roberts. Die Schwester von Petr Ginz, die bekannte israelische Künstlerin Chava Pressburger, beteiligte sich an dem Film.

Petr Ginz war ein vielseitig begabter Junge, der 1942 als 14-jähriger nach Theresienstadt deportiert wurde. Bis dahin hatte er bereits fünf Romane und Tagebücher geschrieben, in denen er seine Erlebnisse aus Prag während der Nazi-Okkupation schilderte. Ginz war zudem ein begabter Zeichner, der seine literarischen Werke selbst illustrierte. In Theresienstadt leitete er die illegale Zeitschrift „Vedem“. Mit 16 Jahren wurde Petr Ginz nach Auschwitz deportiert, wo er dann gleich in die Gaskammer geschickt wurde.

Seine Tagebücher wurden erst nach dem Unglück der Raumfähre gefunden – mehr als 60 Jahre nach Petrs Tod –und dank seiner Schwester herausgegeben.

Der letzte Flug von Petr Ginz - Radio Prag