Noch vor den 09.09.1944 befiehlt die Regierung von Muraviev den Ruckzug der Bulgarischen Armee von Serbien und Makedonien in den alten Grenzen Bulgariens. Gegen den 09.09 ist Makedonien oestlich vom Wardar schon von den Deutschen besetzt, die bei Gueschevo sogar mit der Bulgarischen Armee kaempfen mit der klaren Absicht Kjustendil zu erobern und vielleicht auch weiter nach Sofia zu marschieren (die Rote Armee erreicht Sofia erst am 13.09.1994). Tief in das deutsche Hinterland bleibt aber die 15. Bulgarische Division isoliert. Die drei Regimente besetzen den Dreieck Ohrid – Bitolja – Prilep. Von dem alten Bulgarien trennen sie 200 km und ...die 200 000 – Mann deutsche Armee von General Loer, die sich aus Griechenland durch das Wardar – Tal nach Norden zurueckzieht. Das Schicksal dieser 12 000 bulgarischen Soldaten und Offizieren scheint geklaert zu sein – sie werden zum Opfer der Deutschen fallen. Noch mehr, dass der neue junge Kommandeur Mladenov das Befehl fuer die Demobilisation der makedonischen Bulgaren befolgt, obwohl sie mehr als die Haelfte der Division darstellen.
Am 06.09 wird dem Oberst Mladenov befohlen die Regimente aus Ohrid und Bitolja in Prilep zu sammeln und sich zurueckzuziehen. Am 08.09 ist das Regiment von Ohrid schon in Bitolja, aber um 05.30 h am 09.09 verhaften die Deutschen durch Betrug die Kommandeure und entwaffnen die Abteilungen. Nur 1200 Krieger gefuehrt von Oberst Canev entkommen den Deutschen. Sie wandern aber in die entgegengesetzte Richtung zum Gebirge Pelister. Nach zahlreichen Gefaechten schafft er es auch nach Bulgarien, doch das ist eine andere Geschichte.
Mit 3600 Soldaten ist Oberst Mladenov in Prilep, wie auf einer kleinen Insel, umgeben von dem 200 000 – Mann deutschem Meer. Die Deutschen haben auch Armee in Prilep und sie schlagen Mladenov vor sich zu ergaeben. Man versucht ihn auch durch Betrug zu verhaften, indem man ihn zu Verhandlungen einladet. Mladenov sagt ab und die Deutschen eroeffnen Feuer gegen seinen Stab.
Um 06.00 h am 09.09 befiehlt Oberst Mladenov Attacke gegen die Deutschen ueber alle Linien der Kreisabwehr um Prilep. Nach ein paar Stunden haeftigen Strassenkaempfen ist die deutsche Garnison zerschlagen. Viele deutsche Offiziere und Soldaten sind tot, 250 Leute und 60 Kampffahrzeuge sind gefangengenommen. Man waehrt auch die deutsche Infanterieattacke ab, die von Panzern von der Strasse unterstuetzt wird.
Am 09. und 10. September bombardieren ein paar bulgarische Bomber die deutschen Abteilungen, die von Bitolja nach Prilep vorruecken. Die Deutschen haben keine Flugzeuge in Makedonien und halten ihren Marsch fuer 2 Tage an. Dann rueckt Mladenov nach Bitolja vor um sich eventuell mit Oberst Canev zu verbuenden. Am 12. und 13. schlaegt er die Deutschen hinter den Fluss Tscherna zurueck, doch wird dann von einer frisch angekommenen Division des Feindes gestoppt. Bis zum 16. September halten die schwachen Abteilungen von Mladenov die Deutschen an, danach ziehen sie sich wieder zu den Positionen vor Prilep zurueck.
Am 18.09 rueckt der Feind gegen Prilep vor. Er hat 4 mal mehr Leute und Artillerie, schafft es aber nach 3-taegigen Attacken nicht die bulgarischen Positionen zu durchbrechen. Ein Ordonnanzoffizier von Canev schafft es am 19.09 nach Prilep und meldet, dass Oberst Canev schon in Kavadarci ist. Mladenov gibt das befehl, dass Canev die Deutschen durch das Pass Pletvar angreift und sich mit ihm in Prilep verbuendet. Canev versucht es, doch die deutsche Abwehr im Bergpass ist stark und er wendet mit seinen 1200 Mann in Richtung Bulgarien, das er auch nach 10 Tagen ohne grosse Verluste erreicht.
Unerwartete “Hilfe” bekommt Mladenov von 2 Kampfeinheiten serbomanischer Jugo – Partizanen. Ihre Kampfleistungen sind gering, doch sie schaffen es meisterhaft ein paar kleine bulgarische Abteilungen zu entwaffnen, solange die Soldaten schliefen. Mladenov verlangt die sofortige Zurueckgabe der Waffen. Die Kommandeure der Partizanen klagen, dass sie schlecht bewaffnet waeren, versprechen aber die Waffen zurueckzuliefern. Das tun sie nicht und schlagen letztendlich vor, dass das Ganze als “bratska bugarska pomost” (bulgarische Bruederhilfe) angesehen wird.
Am 21.09 finden schwere Gefaechte statt. Der Kampf wird von 06 h bis 18 h gefuehrt. Die bulgarische Artillerie stopt viele Attacken des Feindes. Am fruehen Abend wird aber auch das letzte Geschoss abgefeuert. Die Munitionen fuer die Artillerie sind aus und Oberst Mladenov entscheidet sich Prilep zu verlassen und sich nach Bulgarien mit Kampf durchzuschlagen.
Am 22.09, nach 13 tagen schweren Gefaechten, ziehen 3200 Krieger und Offiziere nach Bulgarien los. Mit ihnen verlassen Prilep auch 500 Frauen und Kinder. Der Terrain sind jetzt 150 km hohe kahle Berge, die jetzt passiert werden muessen und auch noch zwei tiefe Fluesse – Wardar und Bregalnica. Und all das in der feindlichen deutschen Umgaebung. Zu den Feinden werden auch die jugoslawischen Partizanen gezaehlt, die immer wieder versuchen kleine bulgarische Abteilungen in Form von “bruederlicher Hilfe” zu entwaffnen. Es kommt sogar dazu, dass der Kommandeur der 10-ten Grenzabteilung Kapitaen Dimitrov gezwungen ist die Partizanen mit MG – Feuer zu verjagen. Danach folgen ernste Verhandlungen mit dem Stab der Partizanen und die Angriffe hoeren auf.
Der Marsch der 15-ten Division dauert 9 Tage. Die Kolonne wird persoehnlich von Oberst Mladenov gefuehrt. In der Nachhut sorgt die Pionierkompanie von Oberleutenant Danchev dafuer, dass die Bruecken und Stuetzmauer auf dem Chausee von Prilep nach Weles gesprengt warden, was die Deutschen entscheidend verzoegert. Sie schaffen es kein einziges mal die Division von Mladenov, die jetzt die Groesse eines Regiments hat zu erreichen. Die Pioniere, die unter dem Feuer der Deutschen wirken muessen geben zahlreiche Opfer, retten aber das Leben ihrer Kameraden.
Am 30.09 erreicht die 15-te Division die Grenze Bulgariens und kommt in die Stadt Simitli. Mit Traenen in den Augen werden die Soldaten und Offiziere von der Bevoelkerung in Simitli begruesst. Viele von den Soldaten haben Verwandte in Simitli und man hatte sie nicht mehr zu den Lebenden gerechnet.
Die Verluste der Division in den dreiwoechigen Kaempfen sind 70 tote Soldaten und Offiziere und 180 Verwundete.
Die Verluste der Deutschen, nach deren Angaben sind 300 Tote und 1000 Verwundete. Die in Prilep gefangengenommenen 300 Deutsche wurden den Partisanen geliefert.
In diesem heldenhaften und meisterlichen Marsch rettet Oberst Mladenov das Leben und die Ehre seiner Soldaten und Offiziere. Sie erreichen Bulgarien unbesiegt und ruhmreich.

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Wer ist Oberst Dimitar Mladenov?

Er ist in Bansko gebohren. Sein Vater nimmt im Ilindenaufstand teil und waehrend den Balkankriegen ist er in der Kampfgruppe von Hristo Tschernopeev.
Dimitar Mladenov beendet sein Studieum in der Militaerschule 1916 und bis zum Ende des Ersten Weltkrieges ist er an der Makedonischen Front taetig. Man zeichnet ihn mit dem Orden “St. Alexander mit Schwertern” aus. Nach seiner Heldentat in Makedonien am Ende des Zweiten Weltkrieges bekommt er den Tapferkeitsorden. Er wird im Stab der IV Bulgarischen Armee eingestellt, die wieder gegen die Deutschen in Makedonien kaempft. Er dient bis zum Ende 1947.
1948 wird er von den Kommunisten verhaftet und kommt ohne Gericht und Prozess in dem Lager “Kucijan”. Danach wird er nach “Nikolaevo” und danach nach “Belene” versetzt, wo er auch 1951 stirbt.

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