Die Mirdita (albanisch auch Mirditë) ist eine gebirgige Region in Nordalbanien. Ursprünglich war sie Siedlungsgebiet der Mirditen, eines der wichtigsten nordalbanischen Stämme.

Versammlung von Mirditen
Mirdita kann man als das "Gut-Tag-Land" bezeichnen, da mirëdita auf Albanisch guten Tag heißt.
Die Legende besagt, dass ein Mann bei seinem Tod drei Söhne hinterließ. Sein ganzer Besitz bestand aus einem Sattel und einem Sieb. Der älteste nahm den Sattel (albanisch: Shala), der zweitälteste das Sieb (albanisch: Shosha). Dem jüngsten Bruder blieb nicht anders übrig, als den anderen Guten Tag zu wünschen. Und so seien die drei Stämme der Shala, Shosha und der Mirditen zu ihren Namen gekommen.
Eine andere Deutung sieht den Ursprung in der Lage der Region. Von der Küste aus liegt die Mirdita im Osten, dort wo die Sonne aufgeht. Mirdita ist also der Ort, wo der neue Tag beginnt.
Die Mirdita war über Jahrhunderte ein Zentrum des gesellschaftlichen und spirituellen Lebens der nordalbanischen Stämme. Damaliges Zentrum war der Ort Orosh. Hier trafen sich einerseits die Familienoberhäupter der Mirditen zu Beratungen, einer Art Landsgemeinde resp. Thing. Von großer Bedeutung war auch die Abtei von Orosh, aus der das heutige Bistum Rrëshen hervorgegangen ist. Wie die anderen Stämme der Region waren auch die Mirditen katholisch (noch heute leben im Bezirk mehr als 90 Prozent Katholiken).
Obwohl die Nordalbaner keine zentrale Herrschaft anerkannten, gab es auch eine Art weltliche Autorität in Orosh. Der Kapedan ("Kapitän"), der jeweils vom Oberhaupt der Familie Gjonmarku gestellt wurde, war Anführer der Mirditen und letzte Instanz in Entscheidungen und Streitfragen. Die Rechte der privilegierten Familie und die Rolle des Kapedan waren im Kanun genau umschrieben. Jeder Mirdite, der jemanden tötete, musste den Gjonmarku eine Abgabe zahlen. Sogar die Osmanen, unter denen die Mirditen stark litten, anerkannten die Vorrangsstellung der Gjonmarku.

Mirdite in traditioneller Tracht
Nach dem Ersten Weltkrieg kam es in der Mirdita zu einem inneren Machtkampf, nachdem der Kapedan ohne männliche Nachkommen gestorben war. Der unbeliebte und enterbte Neffe Gjon Marka Gjoni versuchte trotzdem, an die Macht zu kommen. Von den Jugoslawen erbat er sich (finanzielle) Unterstützung, die er auch erhielt, da Belgrad an einer Destabilisierung des jungen albanischen Staates interessiert war. Er forderte die Mirditen erfolglos auf, sich gegen die "türkische" (= muslimische) Regierung in Tirana zu erheben. In der Folge rief Gjon Marka Gjoni, der des Lesens und Schreibens nicht mächtig war, am 17. Juli 1921 in Prizren die Republik Mirdita aus, erklärte sich zu deren Präsidenten und verlangte vom Völkerbund die Anerkennung. Das aussichtslose Unternehmen wurde bald nicht einmal mehr von Jugoslawien unterstützt, das Gjoni aber trotzdem mit Waffen und Soldaten versorgte. Albanischen Regierungstruppen unter Bajram Curri gelang es, die fremden Truppen, zu denen nur wenige Mirditen gehörten, zurückzuschlagen. Im November 1921 floh Gjon Marka Gjoni wieder nach Prizren. Die Mirditen erklärten sich nach Verhandlungen unter der Leitung von Ahmet Zogu loyal zur albanischen Regierung.
Als Überrest der Republik Mirdita tauchen gelegentlich Briefmarken der Republik Mirdita im Handel auf.