BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Erweiterte Suche
Kontakt
BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Benutzerliste

Willkommen bei BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen.
Seite 22 von 30 ErsteErste ... 12181920212223242526 ... LetzteLetzte
Ergebnis 211 bis 220 von 299

Neustrukturierung Bosnien-Herzegowinas

Erstellt von Zurich, 22.05.2007, 23:09 Uhr · 298 Antworten · 14.629 Aufrufe

  1. #211
    bosmix
    geschichte bosnien und hercegowina;

    Bosnien und Herzegowina besteht aus zwei historischen Regionen, die aber keine Beziehung zu der heutigen Einteilung in Entitäten haben: Bosnien und die Herzegowina. Der Landesname Bosnien leitet sich vom Fluss Bosna ab, der nahe der Hauptstadt Sarajevo entspringt. Der Name Herzegowina geht auf den Herrschertitel Herceg = Herzog (Hercegovina=Herzogsland) zurück.

    Die Illyrer [Bearbeiten]

    Die Illyrer waren die frühesten Bewohner des Gebiets des heutigen Bosnien und Herzegowina, über die historische Informationen vorliegen. Sie besiedelten die westliche Hälfte der Balkanhalbinsel und damit auch Bosnien in der Bronzezeit (ca. 1200 - 1100 v. Chr.). Archäologische Forschungen haben gezeigt, dass die Stämme vor allem Viehzucht und weniger Ackerbau betrieben. Auch Bergbau (Silber) wurde in Bosnien schon von den Illyrern betrieben.
    Aus der schriftlichen Überlieferung der Griechen (seit dem 6. Jhdt. v. Chr.) sind nur wenige Stämme des Binnenlandes namentlich bekannt. Das Gebiet der an der Küste beheimateten Liburner und Delmaten reichte im Landesinneren aber vermutlich bis in das bosnische Bergland.
    Im 4. Jahrhundert v. Chr. bildete sich im Norden des heutigen Serbien das Volk der Skordisker. Sowohl die schriftlichen antiken Quellen als auch die ausgegrabenen archäologischen Artefakte haben erwiesen, dass die Skordisker sowohl keltische als auch illyrische und dakische Vorfahren hatten. Sie bildeten ein Bindeglied zwischen den eisenzeitlichen Kulturen des Balkans und der La-Tène-Kultur. Ihr Gebiet reichte bis in den Nordosten Bosniens, das schon seit der Hallstattzeit eine kulturelle Übergangszone zwischen dem mitteleuropäischen Ost-Hallstattkreis und den illyrischen Kulturen bildete.
    Westlich der Skordisker siedelten an der Save die illyrischen Breuker und in Mittelbosnien die Daesitaten. Nur diese beiden binnenländischen Stämme sind schriftlich belegt. Illyrische Siedlungen und Gräberfelder haben Archäologen aber in allen Teilen Bosniens entdeckt. Es scheint, dass im 4. und 3. Jahrhundert v. Chr. der keltische Einfluss in der Region zurückging, denn die Funde aus dieser Zeit (Schmuck, Waffen und Keramik) gehören vornehmlich zum illyrischen Formenkreis. Daneben nehmen griechische Importe zu.
    Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. gelangte die illyrische Küste der Adria ins Blickfeld der Römer. Nach den römisch-illyrischen Kriegen (229-219 v. Chr.) stand die Küste unter dem Protektorat der römischen Republik, während die Völker im Binnenland ihre Freiheit behielten.



    Die Römer
    Unter Kaiser Augustus wurden die illyrischen Gebiete 12 - 9 v. Chr. in das Römische Reich eingegliedert und die Grenze des Imperiums schließlich bis an die Donau vorverlegt. Zunächst waren die neuen Territorien in einem einzigen Verwaltungsbezirk Illyricum zusammengefasst. Die Organisation einer umfassenden Provinzialverwaltung erfolgte noch nicht. Im Jahr 6 n. Chr. kam es zu einem letzten großen illyrischen Aufstand gegen die Römerherrschaft und das Imperium verlor vorübergehend die Kontrolle über das Landesinnere (in etwa Bosnien und Slawonien), weil zur selben Zeit die Auseinandersetzungen mit den Germanen am Rhein eskalierten. Der spätere Kaiser Tiberius konnte die Breuker, Daesitatenden und ihre Verbündeten 9 n. Chr. an der Save endgültig schlagen. Danach wurden die Provinzen Dalmatia und Pannonia geschaffen, die beide jeweils auch einen Teil des heutigen Bosnien umfassten. Zur Provinz Pannonia gehörten die nördlichen Gebiete an der Save, zu Dalmatia der größere Teil des Landes inklusive der Herzegowina.
    Seitdem unterstanden alle illyrischen Gebiete römischer Herrschaft, und in der Folgezeit entstand ein Netz von römischen Straßen und Siedlungen, darunter einigen wohlhabenden Handelsstädten. Militärposten wurden nur im Norden an der Save zum Schutz der Reichsgrenze errichtet. In Dalmatia waren keine Truppen stationiert, denn die Provinz galt als befriedet und sicher. In Ostbosnien wurden bereits damals Gold, Silber und Blei abgebaut. Von der römischen Präsenz zeugen heute noch viele Ausgrabungsfunde und Befestigungsanlagen. Letztere wurden seit dem 3. Jahrhundert angelegt, als die Bedrohung durch die Völkerwanderung zunahm.
    Römische Städte auf bosnischem Gebiet waren in Dalmatia: die Kolonien Delminum (vorher Hauptort der Delmaten), und Bistue Nova, ferner die alten Siedlungen Argentaria, Ad Salinas, Bigeste und Raetinum. Für den pannonischen Teil ist Servitium an der Save zu nennen. Das von den Römern im bosnischen Raum angelegte Straßennetz diente vor allem der schnellen Verlegung von Truppen vom Adriahafen Salona an die pannonische Grenze. Strahlenförmig führten mehrere Routen von Salona Richtung Norden: die kürzeste Verbindung ging durch Mittelbosnien nach Servitium, eine weitere Straße führte weiter westlich über Raetinum an die Save, zwei Routen verliefen in nordöstlicher Richtung nach Sirmium und weiter nach Mösien. Dabei hatte die später so genannte Via Argentaria (Silberstraße) auch wirtschaftliche Bedeutung, weil sie die Verbindung der Bergbauregion um Srebrenica mit der Küste herstellte.
    Dalmatia gehörte zu den südosteuropäischen Provinzen, in denen sich das Lateinische als wichtigste Sprache schnell durchsetzte. Das Griechische spielte nur in den Küstenstädten an der Adria eine Rolle.
    Bei der Neueinteilung der Provinzen unter Kaiser Diokletian wurde Pannonien geteilt. Die späteren bosnischen Gebiete wurden dabei Pannonia Savia zugeteilt, deren Hauptstadt Siscia war.
    Das Christentum fand frühzeitig Eingang in Dalmatia und Pannonia. Bereits im 3. Jahrhundert sind in diesen Regionen Märtyrer der Christenverfolgungen bezeugt. Wann sich die neue Religion aber im Inneren Bosniens durchsetzen konnte, ist weitgehend unbekannt. Es wird vermutet, dass Delminum bereits im 4. Jahrhundert Bischofssitz gewesen ist. Vermutlich ist dieses frühe Bistum in den Wirren der Völkerwanderung untergegangen. Schon in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts erfolgte aber die Neugründung. Ein wichtiges Zentrum des frühen Christentums war das pannonische Sirmium, dessen Erzbischof im 4. Jahrhundert wohl auch Gebiete im nördlichen Bosnien unterstanden.




    Völkerwanderungszeit [Bearbeiten]

    Im Jahr 376 überschritten die Westgoten die Donaugrenze. Nach einem fehlgeschlagenen Versuch Kaiser Valens' sie in Thrakien als Föderaten anzusiedeln, kam es 378 zur Schlacht von Adrianopel, in der die Goten siegten und das römische Heer auf dem Balkan völlig aufrieben. In den folgenden zwei Jahrzehnten blieben die Westgoten ein ständiger Unsicherheitsfaktor in den Balkanprovinzen. Nachdem sie Griechenland verwüstet hatten, zogen die Goten 401 nordwärts und verheerten auf ihrem Weg nach Italien auch die Provinz Dalmatia.
    Nach einigen Jahrzehnten verhältnismäßiger Ruhe fielen die Hunnen unter Attila zwischen 441 und 447 in die römischen Balkanprovinzen ein. In den sechziger Jahren des 5. Jahrhunderts konnte der spätere Kaiser Zenon als Feldherr Leos I. die Vandalen, Hunnen und Gepiden aus den Gebieten südlich der Donau vertreiben. Nach dem Ende des weströmischen Reiches (476) hatte es Zenon, der nunmehr Kaiser war, auf dem Balkan noch mit den Ostgoten unter Theoderich zu tun. Es gelang ihm 488, Theoderich gegen Odoaker, den Herrscher Italiens, zu lenken. Die Verlagerung der ostgotischen Hauptmacht nach Italien bildete die Voraussetzung, dass Kaiser Justinian I. das Gebiet des späteren Bosnien, das bei der Reichsteilung von 395 an Westrom gefallen war, unter die byzantinische Herrschaft bringen konnte. Allerdings dauerten die Auseinandersetzungen mit den Ostgoten in Dalmatia noch bis in die 520er Jahre an. Unter Justinian verlief die Nordgrenze des Römischen Reiches durch Bosnien. Nördlich davon hielten sich in dieser Zeit die Langobarden und Gepiden auf, und ab 555 tauchte als neue Bedrohung das Steppenvolk der Awaren in der pannonischen Ebene auf. Ein Teil der Awaren wurden 558 als Föderaten auf dem Reichsboden angesiedelt. Dies ebenete ihnen und den unter ihrer Oberherrschaft stehenden slawischen Stämmen den Weg auf den Balkan.

    Die slawische Besiedlung Dalmatiens und Pannoniens [Bearbeiten]

    Der genaue Verlauf der slawischen Landnahme auf dem Balkan seit dem letzten Drittel des 6. Jahrhunderts lässt sich im Detail nicht rekonstruieren. Fest steht, dass sie sich unter der Oberherrschaft der weit weniger zahlreichen Awaren vollzog und ungefähr mit dem Tod Justinians I. 565 begann, als sich abzeichnete, dass die Renovatio Imperii gescheitert war.
    Um 620 waren die Slawen vermutlich in den größten Teil Bosniens vorgedrungen. In diese Zeit zu Anfang des 7. Jahrhunderts werden die ältesten slawischen Siedlungsfunde in Bosnien-Herzegowina datiert. Nur an der dalmatinischen Küste und auf den vorgelagerten Inseln konnten sich einige befestigte römische Städte halten. Die kroatische Forschung geht davon aus, dass in einer zweiten Welle der slawischen Einwanderung die Kroaten als eigenständige Volksgruppe nach Kroatien vordrangen. Dies lässt sich aber weder durch schriftliche noch durch archäologische Quellen mit Sicherheit belegen. Nach einer viel späteren Beschreibung in De administrando imperii von Konstantin VII. Porphyrogennetos (10. Jhdt.), sollen die Kroaten von Kaiser Herakleios in ihre späteren Siedlungsgebiete gerufen worden sein.
    Die Slawen waren in Großfamilien, Sippen und Stämmen (Plemena) organisiert. Oberhaupt eines Stammes war der Župan. Die soziale Differenzierung nahm in der neuen Heimat bald zu und mit der Zeit bildete sich der Adel heraus. Damit zusammenhängend waren aber die Besitzungen der meisten Adligen sehr klein und viele von ihnen hatten so wenig Knechte, dass sie sich selbst an der Feldarbeit beteiligen mussten. Dieser Kleinadel hat die Geschichte Bosniens bis zur osmanischen Eroberung entscheidend mitgeprägt.
    Bereits im 7. Jahrhundert begann die Christianisierung der slawisch/illyrischen Bevölkerung Bosniens. Neben den Bischofssitzen an der dalmatinischen Küste als Missionszentren gab es in der Herzegovina das bereits erwähnte Bistum Duvno. Im 7. Jahrhundert soll noch ein weiteres Bistum in Mittelbosnien errichtet worden sein. Ebenso wurden die in Bosnien lebenden Slawen etwas später von Süden und Südosten her von Sawenaposteln chistianosiert.
    Im 8. und 9. Jahrhundert lebten die slawischen Stämme in Bosnien an den Rändern der großen Reiche jener Zeit. Neben Byzanz trat das Bulgarenreich als neue Großmacht auf dem Balkan hinzu. Zeitweise reichte der bulgarische Einfluss bis nach Bosnien hinein.

    Frühmittelalterliche serbische und kroatische Fürstentümer [Bearbeiten]

    So bildeten sich im 9. Jahrhundert die ersten kroatischen und serbischen Fürstentümer, die jeweils auch Teile Bosniens einschlossen. Unter dem ersten kroatischen König Tomislav (910-928) gehörte mutmaßlich ein Teil zu Kroatien, während ein Teil im Osten unter bulgarischer Herrschaft stand und andere Teile unter serbischer Herrschaft. Allerdings war das kroatische Königreich kein straff organisierter Staat, wie das Byzantinische Reich, in dessen Abhängigkeit sich Kroatien zeitweise befand. Unter der Anerkennung der Oberherrschaft des Königs waren die einzelnen Stämme und ihre Župane weitgehend selbstständig. Nach dem Tod Tomislavs gingen die wenigen bosnischen Gebiete verloren. Der größte Teil Bosniens wurde vom erstarkten serbischen Fürstentum Raszien eingenommen, das wiederum selbst die Oberherrschaft des byzantinischen Kaiserreichs anerkannte. Aus dieser Zeit stammt die erste überlieferte Erwähnung Bosniens als einer gesonderten Landschaft. Jedoch meinte man damit nur ein kleines Gebiet am Oberlauf des namensgebenden Flusses Bosna.
    Kaiser Basileios II. (985-1025) konnte den direkten Einfluss von Byzanz noch einmal bis an die Donau (Sirmium) und nach Bosnien hinein ausdehnen. Bald danach verloren die Griechen aber endgültig die Kontrolle über die weit im Nordwesten gelegenen Gebiete. In dieser Zeit entstand das serbische Fürstentum Doclea, zu dem ebenso wie zum benachbarten Fürstentm Hum (Zahlumije) auch Teile der Herzegowina gehörten. Nach 1080 waren Mittel- und Ostbosnien unter König Konstantin Bodin wiederum Teil des serbischen Raszien.
    Vgl. dazu auch Geschichte Kroatiens und Geschichte Serbiens

    Das bosnische Fürstentum zwischen Ungarn und Serbien [Bearbeiten]

    Auch nachdem Kroatien 1102 durch Personalunion an die Könige von Ungarn gekommen war blieb Bosnien ein umstrittenes Land. Weder die Kroaten und Ungarn noch die Serben konnten ihre Herrschaft dort stabilisieren. Und im 12. Jahrhundert entstand in diesem Machtvakuum ein mehr oder weniger eigenständiges Fürstentum, dessen Bane aber nominiell Vasallen der Stephanskrone oder des Kaisers in Konstantinopel waren.
    Seit 1137 führte König Bela II. von Ungarn auch den Titel rex Ramae und beanspruchte damit auch die Herrschaft über Rama, einer Landschaft in der nördlichen Herzegowina und dem östlich angrenzenden Serbien. Beginnend mit der Herrschaft des aus Slawonien stammenden Bans Borić seit 1154 war Bosnien ein halbautomes Füstentum. Borić, verlor die Herrschaft, weil er sich in die ungarischen Thronstreitigkeiten auf Seiten der Verlierer engagiert hatte. Er war ein Vorfahr der Familie Kotromanić, die im 14. Jahrhundert ein unabhängiges Königreich Bosnien errichtete.

    Nach einem Sieg über die Ungarn konnte Kaiser Manuel I. 1166 die byzantinische Oberhoheit über Bosnien für einige Zeit wiederherstellen. In jener Zeit stieg Ban Kulin zum Herrscher Bosniens (1180–1204) auf. Bald schüttelte er die byzantinische Oberhoheit ab und verbündete sich 1183 mit den Ungarn und den Serben unter Stefan Nemanja gegen die Griechen. Die Herrschaft Ban Kulins gilt als goldenes Zeitalter Bosniens, denn nach dem Krieg gegen Byzanz konnte der Fürst den Frieden für das Land bewahren, was auch zu wirtschaftlicher Prosperität führte. Der Ban schloss Handelsverträge mit den Republiken von Venedig und Ragusa ab, die vor allem an den Erzeugnissen des bosnischen Bergbaus interessiert waren.
    Ban Kulin verfasste 1189 das erste überlieferte Dokument in der bosnischen Variante der kyrillischen Schrift, in dem er seinen Staat beschrieb und dessen Bewohner zum ersten Mal als Bosnier (Bošnjani) bezeichnete. Während Kulins Herrschaft entwickelte sich die Bosnische Kirche zu einer unabhängigen Religionsgemeinschaft, deren Theologie von den Bogomilen beeinflusst war, die anders als im übrigen Südosteuropa in Bosnien nicht verfolgt wurden. Sowohl die Orthodoxen als auch die Katholiken betrachteten die Bosnische Kirche als Häresie. Es ist jedoch bis heute unklar, inwieweit die bosnische Kirche mit den Bogumilien gleichzusetzen ist. Als Fürst Vukan von Dioklea die Bosnier beim Papst als Häretiker anschwärzte, gelang es Kulin jedenfalls, die ausgesandten päpstlichen Emissäre zu überzeugen, dass er ein treuer Katholik sei. Wie auch immer, die Bosnische Kirche führte ein Eigenleben und weder der Papst noch die Orthodoxie konnten Einfluss über sie geltend machen.
    Kulins Sohn und Nachfolger Stefan nahm jedoch zu wenig Rücksicht auf die Besonderheiten der Bosnischen Kirche; er wollte sie wieder zum Katholizismus zurückführen, was 1232 zu einer erfolgreichen Revolte gegen ihn führte. Er wurde durch den einheimischen Adeligen Matej Ninoslav (1232–1250) ersetzt. Dessen Verwandter Prijezda, führte die katholische Opposition an. Auch der ungarische König Andreas II. griff in den innerbosnischen Machtkampf ein, indem er eine eigene Partei aufzubauen suchte. 1234 vergab er den Titel des Bans von Bosnien an Herzog Koloman. Daneben versuchte auch Sibislav, Graf von Usora, aus der Familie Kulins Bosnien in seine Gewalt zu bringen.
    Papst Gregor IX. war mit den Ungarn verbündet, die somit die katholische Partei im bosnischen Machtkampf bildeten. Er ersetzte 1235 den häretischen bosnischen Bischof durch Johann, ein Mitglied des Dominikanerordens und erkannte Koloman als legitimen Ban von Bosnien an. Johann und Koloman führten fünf Jahre lang einen als Kreuzzug bezeichneten Krieg gegen Ban Matej, um das Land unter ihre Kontrolle zu bekommen. Auch Graf Sibislav ging in dieser Zeit zur ungarisch-päpstlichen Partei über. Einziger Verbündeter Ban Matejs war die Republik Ragusa (Urkunde v. 22. Mai 1240), die zwar nicht gegen die Katholiken kämpfte, dem Ban aber Rückendeckung gegen den serbischen König Stefan Vladislav gab, der nur auf einen günstigen Augenblick wartete, um sich bosnische Gebiete aneignen zu können.
    Koloman trat den Titel des Bans von Bosnien vermutlich 1238 an Prijezda ab, der etwa drei Jahre im Land regieren konnte. Der Einfall der Mongolen nach Ungarn und Dalmatien 1241 bzw. 1242 veränderte das Kräfteverhältnis in der Region. Kolomans Truppen wurden in Ungarn gebraucht und daher konnte Matej Ninoslav sich wieder in den Besitz Bosniens setzen; Prijezda ging ins ungarische Exil. Im März 1244 erneuerte Matej das Bündnis mit Ragusa. So gestärkt konnte er sich in Dalmatien in die Streitigkeiten der Städte Traù und Spalato einmischen. Damit stieß er in das Einflussgebiet des ungarischen Königs an der Adriaküste vor, weshalb Bela IV. erneut Truppen gegen Bosnien entsandte, aber bald Frieden schloss, wodurch Kreuzzugspläne des Papstes und der ungarischen Bischöfe nicht mehr verwirklicht werden konnten.
    Nach dem Tod Matejs (1250) konnte der ungarische König seinen Parteigänger Prijezda I. als neuen Ban in Bosnien installieren, während der Sohn des Vorgängers leer ausging. Prijezda ging gegen die Bogumilen vor und versuchte die Bosnische Kirche dem Papst zu unterstellen. Einen Aufstand der Häretiker konnte er 1253 nur mit Hilfe des ungarischen Königs Bela IV. niederschlagen. Damit wurde Prijezda noch abhängiger von der ungarischen Krone, doch scheint Prijezda stets in gutem Einvernehmen mit dem König gestanden zu haben. Bela ging dann auch daran, die südlichen Grenzprovinzen seines Reiches auf Kosten Priezdas neu zu ordnen. Das bosnische Banat wurde auf das Gebiet zwischen den Flüssen Vrbas und Bosna eingeschränkt, und die Banate von Usora und Soli neu gebildet, die dem Banat von Mačva unterstellt wurden, wo ein Enkel des Königs als Herzog eingesetzt wurde.
    1254 eroberte Bela in einem Krieg gegen den serbischen König Stefan Uros I. Zahumlije (in etwa Herzegowina und Mitteldalmatien) und übergab diese Region zur Verwaltung an Prijezda, der ebenfalls an dém Feldzug teilgenommen hatte. Aber schon wenige Jahre später fiel das Gebiet an die Serben zurück. 1260 führte der Ban bosnische Truppen in den Krieg des Ungarnkönigs mit Böhmen. Als Bela IV. 1270 starb, wurde auch Bosnien in die ungarischen Thronwirren der folgenden Jahre hineingerissen und Prijezdas Stern begann zu sinken, hatte er sich doch ganz an den verstorbenen Herrscher gebunden. Er konnte sich aber bis zu seinem Tod 1287 als Ban behaupten. Gegen die ihn bedrängenden ungarischen Hochadeligen suchte er Verbündete bei den Serben.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  2. #212
    Avatar von Stranac

    Registriert seit
    14.02.2007
    Beiträge
    334
    WEN INTERESSIERT DIE GOTTVERDAMMTE VERGANGENHEIT???? DIE HAT UNS NUR UNHEIL UND VERDERBEN GEBRACHT, LEUTE SCHAUT VORWÄRTS, ÖFFENT EURE AUGEN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  3. #213
    cro_Kralj_Zvonimir
    Zitat Zitat von thatz_me Beitrag anzeigen
    Hercegovina war immer im Zwiespalt von Bosnien, Serben und Kroatien...genauso war aber auch der Sandzak mal unter bosnischer, mal unter serbischer Herrschaft...



    Kulin Ban war Katholik, was nicht heißt, dass er automatisch Kroate war. Er war offiziell Katholik, weil er keine Probleme mit dem Papst wollte, der damals die mächtigste Person war, aber innenstaatlich sympatisierte er mit den Bogomilen.

    sein Fürstengeschlecht war aber ein kroatisches!

    Und was heißt hier im Zwiespalt?


    Die Herzegowina war um 800 rum schon kroatisch!!!und wann kamm Kulin erst um 1080 rum!

  4. #214
    bosmix
    Bane im mittelalterlichen Bosnien Borić 1154-1163 Kulin 1180-1204 Stefan Kulinić 1204-1232 Matej Ninoslav 1232-1250 Prijezda I. 1250-1287 Prijezda II. 1287-1290 Kotroman 1287/90-1299/1314 Pavao Šubić Bribirski & Mladen Šubić 1299-1322
    (kontrollierten das Banat von Bosnien,
    hatten aber den Titel nicht)
    Stefan Kotromanić 1314-1353

  5. #215
    Avatar von thatz_me

    Registriert seit
    07.02.2007
    Beiträge
    2.738
    Zitat Zitat von cro_Kralj_Zvonimir Beitrag anzeigen
    Und was heißt hier im Zwiespalt?


    Die Herzegowina war um 800 rum schon kroatisch!!!und wann kamm Kulin erst um 1080 rum!

    Wenn es nach der Geschichte gehen würde, dann müssten wir uns alle nach Russland verpissen und den Nachfolgern der Illyrern den ganzen Balkan überlassen

  6. #216
    Avatar von Stranac

    Registriert seit
    14.02.2007
    Beiträge
    334
    Zitat Zitat von Stranac Beitrag anzeigen
    WEN INTERESSIERT DIE GOTTVERDAMMTE VERGANGENHEIT???? DIE HAT UNS NUR UNHEIL UND VERDERBEN GEBRACHT, LEUTE SCHAUT VORWÄRTS, ÖFFENT EURE AUGEN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    ....................

  7. #217
    cro_Kralj_Zvonimir
    Zitat Zitat von bosmix Beitrag anzeigen
    Bane im mittelalterlichen Bosnien Borić 1154-1163 Kulin 1180-1204 Stefan Kulinić 1204-1232 Matej Ninoslav 1232-1250 Prijezda I. 1250-1287 Prijezda II. 1287-1290 Kotroman 1287/90-1299/1314 Pavao Šubić Bribirski & Mladen Šubić 1299-1322
    (kontrollierten das Banat von Bosnien,
    hatten aber den Titel nicht)
    Stefan Kotromanić 1314-1353
    SO jtzt hast du was schönes Angesprochen!

    Nordbosnien direkt an Kroatien sngeschlossen und im Süden und Dalmatien herrschte das kroatische Fürstengeschlcecht der Bribir die das Gebiet als kroatische Banovina bezeichneten!

    Pavao Šubić Bribirski & Mladen Šubić 1299-1322
    (kontrollierten das Banat von Bosnien,

    Subic ebenso wie Bribir waren 2 der einflussreichsten Adelshäuser Kroatiens!

  8. #218
    cro_Kralj_Zvonimir
    Zitat Zitat von thatz_me Beitrag anzeigen
    Wenn es nach der Geschichte gehen würde, dann müssten wir uns alle nach Russland verpissen und den Nachfolgern der Illyrern den ganzen Balkan überlassen
    Mach doch!

    Pech aber ihr merkt selber das Bosnien viel früher und viel länger kroatisches oder serbisches Land wahr!

  9. #219
    Avatar von thatz_me

    Registriert seit
    07.02.2007
    Beiträge
    2.738

  10. #220
    bosmix
    Zitat Zitat von Jastreb Beitrag anzeigen
    Ich habe nie behauptet das die RS zu Serbien gehörte... Und welchem glauben hatte dieser "bosnische" König?
    Zitat Zitat von thatz_me Beitrag anzeigen
    Hercegovina war immer im Zwiespalt von Bosnien, Serben und Kroatien...genauso war aber auch der Sandzak mal unter bosnischer, mal unter serbischer Herrschaft...



    Kulin Ban war Katholik, was nicht heißt, dass er automatisch Kroate war. Er war offiziell Katholik, weil er keine Probleme mit dem Papst wollte, der damals die mächtigste Person war, aber innenstaatlich sympatisierte er mit den Bogomilen.
    Für viele Kroaten ist er Kroate, weil er katholisch war. Aber man muss bedenken, dass fast ganz Europa damals katholisch war...waren jetzt alle in Europa damals Kroaten deswegen?
    fast richtig beantwortet mein lieber;

    kulin ban war katholik außerpolitisch, aber innenpolitisch war er ein sympatisant der bogumilen und der bosnischen kirche.
    Die mittelalterliche bosnische Kirche ist ein guter Ausgangspunkt, um das moderne Bosnien und Herzegowina zu begreifen. Die neuangekommenen Slawen haben von den alteingesessenen Illyrern das leidenschaftliche Verhältnis zu sich selbst geerbt und eine sich eigene Form des Christemtums, den Bogomilismus, entwickelt. Dieser dualistische Glaube, der aus Persien stammt und bei anderen Völkern auch bekannt ist, hatte in Bosnien eine spezifische Form. Während der Großteil Europas und Balkans unter dem Einfluss zweier Hauptrichtungen des Christentums stand, ehrte man im geographisch isolierten Bosnien und Herzegowina den christlichen Gott mit vielen paganen Zusatzelementen. Obwohl die römisch – katholische und die orthodoxe Kirche um Übermacht in der Region kämpften, gelang es der bosnischen Kirche ihr einzigartiges Glaubenssystem, die manichäische Weltanschauug, durch Jahrhunderte zu erhalten.

    Der katholische Einfluss war in den Zentral- und Nordteilen von Bosnien spürbar, während die Orthodoxie in der Ost-Herzegowina und längs der Grenze zwischen Bosnien und Herzegowina und Serbien ihre Wurzeln schlug. Die Übernahme der Herrschaft durch das Osmanische Reich hatte einen gößeren geschichtlichen Einfluss auf die Religion in Bosnien und Herzegowina, als die Versuche der römisch-katholischen und orthodoxen Kirche in der vorhergehenden Periode. Das Osmanische Reich kam in diese Region im 14. Jahrhundert und in den darauffolgenden 250 Jahre kehrte die Mehrheit der Bevölkerung zum Islam um. Im 16. Jahrhundert kommt die vierte ethnische Gruppe: Viele der sefardischen Juden, die im Jahre 1492 aus Spanien vertrieben waren, siedelten sich in Sarajevo, Mostar, Travnik und in anderen größeren bosnischen Städten an und fanden unter osmanischen Herrschaft Aufnahme als Händler mit ihrer Kultur, Sprache und Religion. In Titos Jugoslawien entfremdeten sich die meisten Menschen von ihrer Religion. Die Religion zu praktizieren war zwar erlaubt, aber man sah es misstraurisch an, der Säkularismus wurde ermutigt, und die Religionsleader wählte die kommunistische Partei aus. Bosnien ist ein land vieler relligionen.

    Bosnische Kirche, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstandene eigenständige Kirche Bosniens. Die Bosnische Kirche war wahrscheinlich (?) durch die →Bogomilen beeinflusst und wurde durch die Päpste als häretische Kirche bekämpft. Als Staatskirche gehörte ihr die Bevölkerung Bosniens an. Mit dem Übertritt der feudalen Oberschicht zum Islam nach der türkischen Eroberung Bosniens (1463) ging die Bosnische Kirche unter.

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 567
    Letzter Beitrag: 15.10.2017, 14:40
  2. Schönste Stadt Bosnien-Herzegowinas?
    Von Zurich im Forum Balkan-Städte
    Antworten: 288
    Letzter Beitrag: 02.05.2016, 16:56
  3. Die Juden Bosnien und Herzegowinas
    Von Südslawe im Forum Religion und Soziales
    Antworten: 26
    Letzter Beitrag: 13.09.2011, 12:46
  4. Antworten: 15
    Letzter Beitrag: 23.01.2010, 19:09
  5. Regierung Bosnien-Herzegowinas?
    Von Gummo im Forum Politik
    Antworten: 24
    Letzter Beitrag: 18.08.2009, 01:37