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Die olympischen Spiele.

Erstellt von Opala, 06.11.2008, 20:17 Uhr · 25 Antworten · 6.019 Aufrufe

  1. #1
    Opala

    Die olympischen Spiele.

    Die Geschichte der Spiele Der Ursprung der olympischen Spiele liegt im Dunkeln. Die Randlage Olympias im Nordwesten der Peloponnes prädestinierte den Ort eigentlich nicht als eine panhellenische Kultstätte. Doch bestand hier offenbar bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. ein Heiligtum, das Muttergottheiten gewidmet war. In mykenischer Zeit wurde in Olympia der Heros Pelops verehrt, dem die Peloponnes ihren Namen verdankt. Der Mythos besagt, dass an dieser Stelle jener Pelops, ein lydischer Königssohn, den König von Pisa (Pisa bei Olympia) in einem Wagenrennen auf Leben und Tod bezwungen hat. Erst Ende des 1. Jahrtausends v. Chr. wurde in Olympia der Zeuskult eingeführt. Nach griechischer Überlieferung fanden im Jahr 776 v. Chr. die erstenOlympischen Spiele statt. Der Läufer Koroibos aus Elis ist laut Siegerlisten der erste Olympiasieger der Geschichte. Er siegte im Stadionlauf, der einzigen Disziplin, die seinerzeit ausgetragen worden ist.

    Zeus der Blitzeschleuderer

    Die Organisation des Festes war in den Anfangsjahrhunderten zwischen Pisaten und Eleern umstritten. Nach mehrfachem Wechsel der Zugehörigkeit Olympias hatte sich 570 v. Chr. jedoch Elis die Spiele gesichert.
    In diesenfrühen Jahrhunderten besaßen die Spiele nur eine regionale Bedeutung: Für die ersten 15 Olympiaden sind nur Sieger verzeichnet, die aus der Peloponnes stammten. Doch im 6. Jahrhundert v. Chr. waren die Olympischen Spiele ein überregionales Ereignis, eine „Manifestation des griechischen Nationalgefühls“ (H. Bengtson) geworden. Krieg: Die hier dargestellte Phalanx war die im 5. Jh. übliche Kampfformation der schwerbewaffneten Fußsoldaten (Hopliten)

    Einen zusätzlichen Schub erfuhr das griechische Selbstbewusstsein durch die Erfolge der Perserkriege. Griechenland erlebte eine Blütezeit, wovon Kunst, Dichtung und Architektur zeugen. In dieser Zeit waren die Olympischen Spiele ein „Tummelplatz von Athleten aus der ganzen griechischen Welt“ (Bengtson). Diese Phase beendete der Peloponnesische Krieg (431-404 v. Chr.): Die Spiele wurden wieder zu einem vorwiegend regionalen Ereignis der Peloponnes, sie verloren viel von ihrem panhellenischen Glanz.
    Aus dem 4. vorchristlichen Jahrhundert sind uns die ersten Fälle von Korruption in Olympia überliefert: Versuche, Siege durch Bestechung zu kaufen, warfen einen Schatten auf die Spiele.
    In hellenistischer Zeit dominierte das Berufsathletentum die olympischen Bewerbe. Die griechische Öffentlichkeit wie auch die Herrscher zeigten nun wieder großes Interesse an sportlichen Wettkämpfen, so dass der Ruhm, der in Olympia erworben werden konnte, bares Geld wert war.
    Einen schweren Schlag versetzte der römische Gewaltherrscher Sulla Olympia: 85 v. Chr. beraubte er das Heiligtum und 80 v. Chr. verlegte er die 175. Spiele nach Rom. In der Zeit der späten römischen Republik sanken die Spiele wieder zu einem regionalen Ereignis herab.
    Zu Beginn der römischen Kaiserzeit genossen die Olympischen Spiele die Aufmerksamkeit des Kaiserhauses: Das Viergespann des späteren Kaisers Tiberius siegte auf den Spielen der 194. Olympiade (4 v. Chr.), der Wagen seines Stiefsohns Germanicus im Jahr 17 n. Chr..

    Eine Farce war die 211. Olympiade: Kaiser Nero ließ die Spiele von 65 n. Chr. auf das Jahr 67 verlegen, um selbst anzutreten. Nero siegte in sechs Disziplinen (Wagenrennen mit Viergespann von Pferden, Viergespann von Fohlen, Zehnerzug von Fohlen, Wettbewerbe der Herolde, der Tragöden und der Kitharöden). Die Bewerbe der Tragöden und der Kitharöden waren eigens auf seinen Wunsch nur für diese Spiele eingeführt worden. Nero ließ es sich nicht nehmen, selbst die Wagen zu lenken. Ein anderer Sieger als er kam sowieso nicht in Frage, so konnte auch ein Sturz seinen Sieg nicht verhindern.

    Kaiser Nero
    (54-68)

    Bis zur Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. gediehen die Olympischen Spiele, doch für die darauffolgende Zeit werden Aufzeichnungen über die olympischen Sieger sporadischer.
    Die Zerstörungsgeschichte des olympischen Heiligtums begann um 260 n. Chr., als zum Schutz vor Angriffen des germanischen Stamms der Heruler eine Festungsmauer aus Steinen abgerissener Gebäude in Olympia errichtet wurde. Es wurden noch Spiele ausgerichtet, aber wohl in kleinerem Rahmen. Die letzten Olympischen Spiele, die 293. Olympiade, fanden 393 n. Chr. statt. Im Jahr 394 verbot Kaiser Theodosius den heidnischen Kult. Mit der griechischen Religion fanden auch die Olympischen Spiele der Antike ihr Ende.

    Kaiser Theodosius I.(379-395)

  2. #2
    Opala

    Das Tal von Olympia heute
    Bilder aus Ruinen: Die Bauten Olympias 1776 wurde die Stätte des alten Olympia durch den englischen Forschungsreisenden Chandler wiederentdeckt, 1829 wurden durch die französische Expédition de Morée die ersten wissenschaftlichen Sondierungen vorgenommen, aber erst 1875 begann die systematische Ausgrabung Olympias unter Leitung des deutschen Historikers Ernst Curtius.

    Herakles, Fries am Zeustempel in Olympia


    Zeustempel (Modell)
    Die Forschung erbrachte folgende Ergebnisse zu den Bauten des alten Olympia (Karte):
    Zentrum des heiligen Bezirks (altis), ein offener Hain, war der Zeusaltar und der im 5. Jahrhundert v. Chr. errichtete Zeustempel. Ältester Tempel war jedoch das Heraion, hier wurden ursprünglich Zeus und Hera gemeinsam verehrt. Seit 430 v. Chr. stand im Zeustempel das vom berühmten athenischen Bildhauer Phidias errichtete 12,5 Meter hohe, goldelfenbeinerne Kultbild des Zeus, das im Altertum zu den Weltwundern gezählt wurde.
    Um 350 v. Chr. wurde das Stadion errichtet, von dem nur noch die Erdwälle erhalten sind. 40 000 Zuschauer fasste die Wettkampfstätte. (Vorgänger-Stadien befanden sich zentraler zum heiligen Bezirk.) Südlich des Stadions lag das Hippodrom, der Austragungsort für die Pferdesportdisziplinen (noch nicht ausgegraben). Badegebäude, Gymnasium, Schatzhäuser und Verwaltungsgebäude ergänzten das Gebäudeensemble.

    Zielschwelle im Stadion von Olympia

    Ruinen des dorischen Heratempels, Anfang des 6. Jh. v. Chr. gebaut

  3. #3
    Opala
    Die Disziplinen Die Disziplinen des Wettkampfsports wurden von den Griechen in zwei Gruppen eingeteilt:
    Die gymnischen Sportarten waren Leichtathletik und Kampfsport. Gymnisch wurden diese Sportarten genannt, weil sie nackt ausgeübt wurden (gr. gymnos = nackt). Bei den Agonen (den griechischen Wettkampfspielen) fanden diese Disziplinen im Stadion statt.
    Pferderennen und Wagenrennen waren die hippischen Bewerbe (gr. hippos = Pferd). Austragungsort war das Hippodrom.
    Im Gegensatz zu den übrigen panhellenischen (gesamtgriechischen) Spielen gab es in Olympia keine musischen Agone.

    Gymnische Disziplinen
    Stadionlauf: Nach antiker Überlieferung war die Kurzstrecke unter den Laufdisziplinen der älteste Wettbewerb der Spiele von Olympia; seit 776 v. Chr. sollen sich Sportler um das Prädikat des schnellsten Läufers bemüht haben. Die Laufstrecke maß die Länge eines Stadions (Der Begriff Stadion steht sowohl für die Wettkampfstätte als auch für ein Längenmaß von 600 Fuß. Das olympische Stadion betrug 192 Meter.)
    Doppellauf (gr. diaulos): Zu den 14. Olympien soll der Laufwettbewerb über die zweifache Strecke des Stadions eingeführt worden sein. Da das antike Stadion keine Rundbahnen hatte, nimmt man an, dass am Ende jeder Laufbahn Holzpfosten standen, die den Läufern als Wendemarke dienten.

    Kurzstreckenläufer (Krug aus Rhodos, Mitte 6. Jh. v. Chr.)

    Langlauf (gr. dolichos): Beim Langstreckenbewerb soll eine Strecke von 20 Stadien gelaufen worden sein, was ca. 3,8 Kilometern entspricht.
    Übrigens: Der heutige Marathonlauf war natürlich keine Sportdisziplin der Antike. Er wurde erst 1896 mit den Olympischen Spielen der Neuzeit aus der Taufe gehoben. Die Idee dazu basierte auf der Legende vom Botenläufer, der 490 v. Chr. den Athenern den Sieg über die Perser in der Schlacht von Marathon meldete und danach tot zusammenbrach.

    Waffenlauf: Diese aus der militärischen Sphäre stammende Disziplin wurde 520 v. Chr. in Olympia eingeführt. Ursprünglich hatten die Athleten in der vollen Rüstung eines Hopliten, eines griechischen Schwerbewaffneten, d. h. mit Helm, Beinschienen, Speer und Schild einen Lauf über die doppelte Stadionlänge zu bestreiten, später verzichtete man auf Beinschienen und Speer.

    Waffenläufer (attische Amphore, Mitte 6. Jh. v. Chr.)

    Ringen: Seit 708 v. Chr. soll der Ringkampf Bestandteil des olympischen Programms gewesen sein. Da es keine Gewichtsklassen gab, waren schwergewichtige Athleten bevorteilt. Die Kämpfe endeten mit dem dreimaligen Bodenkontakt eines der Ringer.
    Übrigens: Da Griffe an allen Körperbereichen erlaubt waren, entspricht das antike Ringen dem heutigen Freistilringen eher als der modernen Disziplin des griechisch-römischen Ringens, bei dem nur der Griffansatz oberhalb der Gürtellinie zulässig ist!

    Faustkampf (gr. pygme): Das Boxen war seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. olympische Disziplin. Die Kämpfer umwickelten ihre Hände mit Lederriemen, die die Wirkung der Schläge verstärken sollten. Der Kampf endete mit der Kampfunfähigkeit oder der Aufgabe eines der Kontrahenten. Nicht selten führten die Kämpfe zu Verletzungen, bisweilen hatten sie auch einen tödlichen Ausgang. Durch eine Grabinschrift ist der Todesfall des Boxers Agathos Daimon überliefert, der 35-jährig im Kampf um den Olympiasieg starb.
    Pankration: Bei dieser Mischung aus Faust- und Ringkampf war außer Beißen und Kratzen fast alles erlaubt. Entsprechend brutal verliefen die Kämpfe dieser 648 v. Chr. in Olympia eingeführten Disziplin. Übliche Kampfpraktiken waren Schläge, Tritte, Würfe, Luftabdrücken und Gelenkeverdrehen. Der Kampf wurde solange ausgetragen bis einer der Gegner seine Aufgabe signalisierte.
    Sieg und Tod
    Die 54. Olympien des Jahres 564 v. Chr. waren die letzten Spiele, die Arrhichion aus Phigaleia erleben sollte. Bereits zweimal hatte er im Pankration den Olympiasieg errungen. Auch dieses Mal erreichte er den Endkampf. Dort traf er jedoch auf einen Gegner, den er zwar besiegte, aber nicht überlebte: Sein Gegner schnürte ihm die Luft ab. Doch in dem Moment, in dem Arrhichion im Kampf starb, gab sein Gegner auf. Arrhichion hatte ihm den Zeh gebrochen, so dass er die Schmerzen nicht länger ertrug. Die Kampfrichter erklärten den toten Arrhichion zum Sieger. [Pausanias VI 3,7. VIII 40,1f. Eikones II,6]

    Fünfkampf (gr. pentathlon): Der antike Mehrkampf vereinigte die Disziplinen Diskuswerfen, Weitsprung, Speerwurf, Laufen und Ringkampf. 708 v. Chr. soll er erstmals in Olympia ausgetragen worden sein. Im Gegensatz zu heute standen Diskus- und Speerwurf sowie der Weitsprung nicht als Einzeldisziplinen auf dem olympischen Programm.
    Beim Diskuswerfen fanden ca. 5 kg schwere Scheiben aus Bronze, Eisen, Blei oder auch Stein Verwendung. Die Weitspringer nutzten Sprunggewichte in jeder Hand. Der Sprung erfolgte wahrscheinlich in fünf aufeinander folgenden Sätzen aus dem Stand. Die Technik des Speerwurfs unterscheidet sich von der modernen Sportart dadurch, dass der antike Athlet das Wurfgeschoss unter Nutzung einer Lederriemenschlaufe in die Weite katapultierte. Die Disziplin des Laufens wurde wahrscheinlich über die Distanz eines Stadions ausgetragen. Das Ringen im Rahmen des Fünfkampfs unterschied sich vom Einzelwettbewerb durch die Statur der Mehrkämpfer, die gewiss nicht so schwergewichtig waren wie die Spezialisten.
    Der Fünfkampf wurde wohl in der Reihenfolge der hier erfolgten Darstellung bestritten. Der Sieger wurde wahrscheinlich nicht nach einem Punktesystem – wie es für heutige Mehrkampfsportarten üblich ist – ermittelt, sondern in einem fortgesetzten Ausscheidungsverfahren.

    Auf der unten abgebildeten Amphore sind 3 der 5 Disziplinen des Fünfkampfs zu sehen (von links nach rechts): Diskuswurf, Speerwurf, Weitsprung. Die Amphore war der Preis für den Sieger im Fünfkampf bei den panathenäischen Wettspielen (kurz vor 500 v. Chr.)
    Wettbewerbe der Trompeter und Herolde: Nichts mit unserem heutigen Sportverständnis gemein hatten die seit 396 v. Chr. durchgeführten Wettbewerbe der Trompeter und Herolde. Unbekannt ist, auf welche Weise diese Wettkämpfe entschieden worden sind.



    Hippische Disziplinen
    Eine Attraktion der Olympischen Spiele waren die hippischen Wettbewerbe. Die älteste Pferdesportdisziplin Olympias soll das 680 v. Chr. eingeführte vierspännige Wagenrennen gewesen sein; manche Forscher halten es jedoch für wahrscheinlicher, dass das Rennen mit dem traditionelle Zweigespann (laut Überlieferung erst seit 408 v. Chr.) früher eingeführt worden ist. 648 v. Chr. soll dann das erste Pferderennen ausgetragen worden sein. Über die Jahrhundert wurde das olympische Programm um eine Reihe von hippischen Wettbewerben erweitert: Zweigespann von Maultieren, Stutenrennen, Viergespann von Fohlen, Zweigespann von Fohlen, Fohlenrennen. Schon diese Programmausdehnung ist ein Indiz für die außerordentliche Beliebtheit des Pferdesports bei Publikum und Teilnehmern.
    Da der Pferdesport mit hohen Kosten verbunden war, konnten sich nur Angehörige reicher und aristokratischer Familien an den Wettbewerben beteiligen. Als Teilnehmer galten nicht die Wagenlenker oder Reiter, sondern die Besitzer der Pferde. Auf diese Weise konnten auch Frauen Olympiasiege erringen. (Sonst waren Frauen von der Teilnahme an olympischen Wettbewerben ausgeschlossen. siehe: Zuschauer).
    Viergespann kurz vor dem Wendepfosten (weiße Linie), Siegespreis bei den Panathenäen



    BerühmtePersönlichkeiten errangen im Pferdesport den olympischen Siegeskranz: Philipp II. von Makedonien, Vater Alexanders des Großen, war ebenso Olympiasieger (sogar dreifacher) wie der spätere römische Kaiser Tiberius.


  4. #4
    Opala
    Stars der Antike
    Auch in der Antike gab es bereits gefeierte Sportstars, Athleten, die durch ihren Ruhm Geld und Einfluss gewannen und deren sportliche Leistungen legendär waren. Hier nur ein paar Beispiele:

    Der ‚Ringerkönig’ Milon aus Kroton: Die griechische Stadt Kroton in Unteritalien entsandte im 6. Jahrhundert eine Vielzahl erfolgreicher Sportler zu den Olympischen Spielen: Athleten aus Kroton siegten zwischen 588 und 488 v. Chr. bei nahezu allen Olympischen Spielen, insbesondere im Stadionlauf erzielten die Krotoniaten eine großartige Bilanz. Aber auch im Ringen verzeichneten sie Triumphe.
    Für die Erfolge Krotons steht v. a. der Ringer Milon, vielleicht der berühmteste Athlet der Antike. In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts errang er sechs Olympiasiege, nachdem er 540 v. Chr. bereits bei den Knabenwettkämpfen gesiegt hatte. Hinzu kamen Siege bei den anderen panhellenischen Spielen (7 in Delphi, 10 bei den Isthmischen Spielen, 9 in Nemea). Er war damit sechsfacher Periodonike. Um die Person Milons rankten sich Legenden: Eine berichtet davon, wie Milon im Kampf gegen das mit seiner Heimatstadt verfeindete Sybaris an der Spitze des Heeres, wie Herakles mit Löwenhaupt bekleidet und Keule schwingend, den Gegner in die Flucht schlug.
    Die Familie des Diagoras von Rhodos: Die Familie des Diagoras war wohl die erfolgreichste Sportlerdynastie der Antike. Über drei Generationen konnte die Familie außergewöhnliche Erfolge in den Kampfsportarten verzeichnen, so dass ihr sogar göttliche Abkunft nachgesagt wurde (Hermes oder Herakles). Diagoras errang 464 v. Chr. den Olympiasieg im Faustkampf. Als Berufsathlet gewann er eine Reihe weiterer Wettkämpfe und war Periodonike. Ihm hat der Dichter Pindar seine 7. Olympische Ode gewidmet. Den stolzesten Moment in seinem Leben erlebte Diagoras jedoch nach dem Ende seiner sportlichen Laufbahn, als bei den Spielen 448 v. Chr. seine Söhne Akusilaos und Damagetos am selben Tag Olympiasiege errangen (Akusilaos im Faustkampf, Damagetos im Pankration). Übertroffen wurden sie noch von Dorieus, ihrem jüngeren Bruder, der als Pankratiast zwischen 432 und 424 dreifacher Olympiasieger und dreifacher Periodonike war. Nach Beendigung seiner sportlichen Karriere wurde er ein wichtiger Politiker seiner Heimat Rhodos. Die Enkel des Diagoras, die Söhne seiner Töchter Pherenike und Kallipateira, erkämpften sich wahrscheinlich 404 v. Chr. Olympiasiege im Faustkampf (Eukles in der Männerklasse, Peisirodos in der Knabenklasse).
    Leonidas von Rhodos: Der erfolgreichste Läufer der Antike war Leonidas von Rhodos. Leonidas errang 12 Olympiasiege! Zwischen 164 und 152 v. Chr. beherrschte er die Laufdisziplinen: Er gewann je viermal den Stadionlauf, den Doppellauf und den Waffenlauf. Allerdings wurde Leonidas nie Periodonike.

    Sprinter auf einer Amphore (ca. 500 v. Chr.)

  5. #5
    Opala

    IOC-Mitglieder in Athen 1896: von links Gebhardt (Deutschland), Coubertin (am Tisch sitzend), Guth-Jarkovsky (Böhmen), Bikelas (Griechenland), Kemeny (Ungarn), Butowsky (Russland), Balck (Schweden)
    Die olympische Idee: Wiederbelebung nach 1500 Jahren
    Am 25. November 1892 schlug der französische Baron Pierre de Coubertin bei einem Vortrag in der Pariser Sorbonne ein internationales Sportfest vor, das dem Frieden und der Völkerver- ständigung dienen und den Namen der berühmtesten Wettkampfveranstaltung des Altertums tragen sollte: Olympische Spiele. Coubertin war damit nicht der erste, der an das antike Olympia anknüpfen wollte, indem er eine Sportveranstaltung ins Leben rief. Olympia begeisterte spätestens seit dem Beginn der deutschen Ausgrabungen der antiken Stätten die Menschen. Bereits vor Coubertins Vorschlag hatten „Olympien“ im nationalen Rahmen stattgefunden (so in Griechenland). 1891 hatten der Australier J. A. Cooper und der englische Historiker J. A. Froude „Pan-Britannische Olympische Spiele“ angeregt. Doch nur Coubertin gelang es eine internationale Bewegung zu begründen, die der olympischen Idee in einer erfolgreichen Veranstaltung dauerhaft Gestalt gab.
    Auf einem Leibeserzieherischen Internationalen Kongress in Paris wurde am 23. Juni 1894 die Neubegründung der Olympischen Spiele beschlossen und ein Internationales Olympisches Komitee (IOC) gegründet. Entgegen dem Willen Coubertins vergab das IOC die ersten Olympischen Spiele nicht für 1900 nach Paris, sondern beschloss bereits 1896 Spiele zu veranstalten, die im Ursprungsland der Olympischen Idee, in Athen stattfinden sollten.
    Am Ostersonntag des Jahres 1896 (5. April) begannen in Athen die elftägigen Wettkämpfe. Austragungsort war das nach antikem Vorbild errichtete Stadion, das vom griechischen Millionär Georg Avaroff gestiftet worden war. 295 Athleten aus 13 Ländern ermittelten 42 Olympiasieger. Wie in der Antike nahmen bei den Wettkämpfen nur Männer teil. Erfolgreichste Nationwurden die USA (11 Olympiasiege) vor Griechenland (10) und Deutschland (7). Erfolgreichster Sportler war der deutsche Turner Carl Schuhmann mit vier ersten und einem dritten Platz.
    Seit 112 Jahren werden nun wieder Olympische Spiele ausgetragen – eine kurze Zeitspanne im Vergleich mit den antiken Spielen. Doch die Olympische Bewegung der Moderne hat in diesem Jahrhundert eine Reihe schwerer Prüfungen (kriegsbedingter Ausfall von Spielen, Missbrauch durch die Nazis, Kalter Krieg mit Boykotten, Professionalisierung des Sports, Bestechungsskandale im IOC) überstanden, so dass man trotz allem auf ihre Fortdauer hoffen kann – wenn die olympische Idee und die Wurzeln der Bewegung nicht in Vergessenheit geraten!

    Das Olympiastadion der Spiele von Athen 1896 (zeitgenössische Darstellung)

  6. #6

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    Zitat Zitat von Opala Beitrag anzeigen
    Die Geschichte der Spiele

    Bis zur Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. gediehen die Olympischen Spiele, doch für die darauffolgende Zeit werden Aufzeichnungen über die olympischen Sieger sporadischer.
    Die Zerstörungsgeschichte des olympischen Heiligtums begann um 260 n. Chr., als zum Schutz vor Angriffen des germanischen Stamms der Heruler eine Festungsmauer aus Steinen abgerissener Gebäude in Olympia errichtet wurde. Es wurden noch Spiele ausgerichtet, aber wohl in kleinerem Rahmen. Die letzten Olympischen Spiele, die 293. Olympiade, fanden 393 n. Chr. statt. Im Jahr 394 verbot Kaiser Theodosius den heidnischen Kult. Mit der griechischen Religion fanden auch die Olympischen Spiele der Antike ihr Ende.

    So dargelegt stimmt es nicht, prüfe es nach. Und die Religion hatte nie ein Ende, sie existiert weiterhin, keine andere kommt an sie ran.
    Wärest du bereit, ausgereift darzulegen, warum dieser Nichtgrieche Theodosios die Spiele und Religion verboten hatte und was er und andere damit bezwecken wollten.

    Ferne möchte ich dich bitten, wenigstens in diesem Zusammenhang nicht vor und nach Christi zu schreiben, weil es einfach nicht stimmt, und in diesem Zusammenhang völlig unpassend ist. Wenn vor und nach, so nach Sosygenes, er hat im Auftrag Cäsers den Kalender reformiert. Lies nach.

  7. #7

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    Alexander der Große war Slawe



  8. #8

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    Ich war dort, letzten Sommer.
    Muss sagen, dass die Überreste ziemlich beeindruckend sind, auch wenn sie zum gröten Teil durch Erdbeben zerstört wurden.

  9. #9
    Opala
    Zitat Zitat von Balkanmensch Beitrag anzeigen

    So dargelegt stimmt es nicht, prüfe es nach. Und die Religion hatte nie ein Ende, sie existiert weiterhin, keine andere kommt an sie ran.
    Wärest du bereit, ausgereift darzulegen, warum dieser Nichtgrieche Theodosios die Spiele und Religion verboten hatte und was er und andere damit bezwecken wollten.


    Ich bin mir nicht 100 % sicher aber ich denke Theodosius schaffte die Olympische spiele ab da sie Heidnisch waren? mehr weiß ich leider auch nicht darüber aber ich würde gerne den tieferen grund wissen.

  10. #10

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    Opala, du hast dir Mühe gemacht, das Thema vorzustellen. Doch fehlt das wesentlichste deutlich ausgeschrieben, weil man es sonst mit dem Charakter der heutigen Zeit leichtfertig verwechseln könnte.

    Das Wort AGON hat nichts mit dem Spiel zu tun.

    Du solltest erwähnen, das es sich bei den Olympischen Agonai um rein religiöse Handlungen handelt.

    Genauso, wie heute ein Christ Sonntags zur Kirche geht, und stundenlang schläft, indem er vollbesudelt wird mit diesen arabischen Geklängen aus Männerkehlen, war das das griechische Verhalten, die griechische Religion, sich als Mensch dem Menschen zu stellen.

    Als Bester wollte man sich Zeus präsentieren, die eifrigen und leistungsbereiten wurden und werden weiterhin von ihm geliebt und gefördert, nicht die rumhänger und um Hilfe Gottes winselnden.

    Der BESTE sollte als Beispiel fungieren, das lernwütige Volk der Hellenen wollte sich immer am besten ein Beispiel nehmen, nicht am zweiten Sieger, oder gar am dritten, den der zweite war schon Verlierer, der dritte erst recht.

    Dieses elitäre Denken der Wahrheitsliebe als Ausdruck der Religion war Grund, daß sich aus dem Dunkel alles entwickeln konnte, was uns allen heute lieb und teuer zu sein scheint. Einigen sehr lieb und sehr teuer.

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