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Das Osmanische Sextreiben

Erstellt von Thrakian, 06.08.2010, 14:49 Uhr · 89 Antworten · 14.604 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Thrakian

    Registriert seit
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    2.437

    Das Osmanische Sextreiben

    In der muslimischen Gesellschaft, wie die Osmanen es waren, regelte sich das sexuelle Leben im allgemeinen nach den strengen Richtlinien der Religion.

    Die Familie galt als Kern der Gesellschaft. Jungfräulichkeit war heilig.
    Die Fortpflanzung war eine göttliche Pflicht. Der Mensch war ein Lebewesen, das an der Schöpfung der Natur und am Gebären teilnahm.

    Der Mensch ist ein soziales Geschöpf. Er bewegt sich in der Gesellschaft, wie seine sexuellen Triebe es ihm vorgeben.

    Aus diesem Grunde hat man wie in anderen Religionen versucht, die sexuellen Triebe des Menschen und sein Geschlechtsleben zu zähmen. Die Regeln stellte man mit einiger Nachsicht auf.

    Man achtete darauf, den Neigungen und Abweichungen in der menschlichen Anlage gerecht zu werden und ihnen mindestens Verständnis und eine gewisse Freiheit zu gewähren.

    In vielen Suren und Versen im Koran wird zwar auf die Fortpflanzung als Grundlage für die Sexualität hingewiesen, aber dem Mann wird auch sinnliche Begierde eingeräumt.
    Den Frauen ist beim Geschlechtsverkehr mit ihren Ehemännern ebenfalls Lust in Maßen und mit Vernunft erlaubt.

    In erotischer Beziehung ist die Frau verpflichtet, ihre ganze Weiblichkeit mit Schönheit und Eleganz einzusetzen, wie der Mann seiner männlicher Pflicht nachzukommen hat. Dieses sind nicht nur religiöse sondern auch familiäre Obliegenheiten.

    Fortpflanzung des menschlichen Geschlechtes, Wollust, die nicht an die Öffentlichkeit dringen soll, Einschränkung der Hurerei geben in der islamischen Religion dem Mann die Erlaubnis, unter bestimmten Bedingungen vier Frauen gleichzeitig zu heiraten.

    Mit neutralen Augen betrachtet, schützen die Vorschriften des Islam die Seite der Männer. Islamische Gesellschaften sind Gesellschaften, in denen die Männer gewichtig sind. Für jedes einzelne Familienmitglied gilt das Recht auf Scheidung.

    Allerdings ist die Durchführung der Scheidung für den Mann viel einfacher. Für Frauen waren Impotenz des Mannes oder der Wunsch nach Analverkehr ein Scheidungsgrund.

    In der osmanischen Gesellschaft schloss sich die Familie grundsätzlich nach außen ab, lebte aber untereinander in großmöglichster Zuneigung. Architektonische Baupläne sind sogar daraufhin abgestimmt. Für den Teil des Hauses, in dem die Frauen wohnen, gibt es einen eigenen Namen: "Harem".

    Dieser Teil war fremden Besuchern in keiner Weise zugänglich.
    Da der Islam das Leben der Frauen von dem der Männer trennt, für die militärische Macht der Osmanen, die Janitscharen, Heiratsverbot bestand, und andere gesellschaftliche Bräuche hatten bei den Osmanen, wie auch in anderen Gesellschaften, sexuelle Abarten zur Folge.

    In Texten, die von den Osmanen bis in die heutige Zeit überliefert sind, findet man Aussagen über natürlichen Sex, hin und wieder aber auch Zeilen von sexuellen Irrungen. Strenge Formen, die in den ersten Jahren des Islam gebräuchlich waren, wurden im Osmanischen Reich weicher angewendet, wie man erkennen kann.

    Vielleicht haben die Sultane, die im Palast der Osmanen sexuelle Freiheiten genossen, die Augen ein wenig zugedrückt, wenn das Volk diese Freiheiten teilen wollte.

    Meine Landsleute haben diese Texte auch erst vor kurzer Zeit zu lesen bekommen.
    Eine Besonderheit dieser Texte ist, dass sie die Leser zuerst in englischer Sprache erreichten, bevor sie ins Türkische übersetzt worden sind.

    Ich wünsche Ihnen viel vergnügen beim Lesen der erotischen Texte, die nicht nur interessant und amüsant, sondern auch meinen Landsleuten kaum bekannt sind.

  2. #2
    Avatar von Thrakian

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    2.437
    Gibt es Skandale, die Osmanen nicht in die Hand bekamen? Besonders in einer muselmanischen Gesellschaft erweckten Sex- Skandale ein außergewöhnliches Echo und wurden mit sehr schweren Strafen verfolgt.
    Hier sind einige Skandale, allerdings ohne zeitliche Reihenfolge:
    Die rasende Frau des Helden:
    Bali Bey und seine Familie gehörten zu denen, die dem Osmanischen Reich auf den Feldzügen in Rumelien (europäische Türkei) große Dienste geleistet haben, sie waren wegen ihrer kriegerischen Fähigkeiten und ihrer Heldenhaftigkeit berühmt.

    Die Frau Bali beys, Herr über Samothrake, war die Tochter einer vermögenden Familie. Sie wohnte weit entfernt von ihrem Ehemann in Skopje. In das Haus dieser Frau im besten Alter gingen junge Männer ein und aus. Sie war eine verheiratete Frau und außerdem die Gemahlin eines Helden. Eines Tages dringt man in den Konak ein und erwischt sie im Bett auf frischer Tat beim Liebesakt.

    Vor dem Richter löst sich die Zunge des Jünglings: "Sie gibt mir Geld, ernährt und kleidet mich, "sagt er. Er bestätigt damit, der erste Gigolo in der osmanischen Geschichte zu sein.

    Einer der Diener des Bali Bey, der sich im Gerichtssaal befand, zog sein Schwert, als der Richter sein Urteil verkündete, zerstückelte den Jüngling, einen Bedientesten und die Frau, die ihrer Herrin junge Burschen zuführte. Dadurch war die Ehre des Bali Bey zu mindestens teilweise wieder hergestellt.

    Der Richter stellte die Ehefrau des Bali Bey unter den Schutz eines Verwaltungsbeamten von Skopje.

    Allerdings gab diese Frau, die eine Vorliebe für junge Männer hatte, keine Ruhe. Sie kam nach Istanbul und begann, mit einem Jüngling zusammen zu leben. Sie wurde wiederum ertappt. Der Richter ließ den jungen Mann öffentlich prügeln und schickte ihn in die Verbannung, wo der Jüngling verstarb.

    Die Gemahlin Bali beys, eilt zum Grab ihres Geliebten, lässt ihn aus dem Grab holen und es wird sogar berichtet, dass sie den Toten geschändet haben soll. Nach Istanbul zurückgekehrt, tat sie sich mit dem Bruder ihres ehemaligen Geliebten zusammen. Damit war die ganze Angelegenheit vollständig aus der Bahn geraten.

    Das schändliche Benehmen der Frau des Helden Bali Bey war bis zu den Ohren des Herrschers der damaligen Zeit, Yavuz Sultan Selim gedrungen. Welche Entscheidung der Sultan jedoch getroffen hat, blieb im Dunkel.

  3. #3
    Avatar von Thrakian

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    10.06.2010
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    h war ein schönes Mädchen, im Alter von sechzehn,
    war jedes Jahr in einer Villa in Baglarbasi zu sehn.
    Meine Tage vergingen mit dem Wunsch größer zu werden,
    ich erlebte diese Zeit in der guten Luft am Camlica und den Erden.
    Wir hatten einen Koch, er hieß Alli Fettah,
    er breitete uns Süßspeisen in jedem Jahr.
    Er wich nicht von meiner Seite, war hinter mir her,
    mit ihm spazierte ich durchs Feld und ging im Garten einher.
    Wir vergnügten uns sehr und lachten zusammen,
    manchmal jagte er mich und ich ließ mich fangen,
    war ich müde, ruhte ich an seinem Knie,
    er streichelte mein Haar, und küsste wie nie.
    Mit seinen kräftigen Fingern griff er überall zu,
    ich lebte für Jahre und gewöhnte mich an sein Tun.
    Wenn Fettah mich nicht sah, tat er keine Arbeit,
    ich wuchs heran, viele Jahre verliefen mit der Zeit.
    Ich wurde ein Pummelchen, das etwas vom Leben verstand,
    meine Wimpern und das Spiel der Augen brachte viele
    um den Verstand.
    In meinen schmachtenden Blicken loderte Feuer,
    das Wachsen der Brüste war ungeheuer.
    Mein lustiges Lachen erklang überall,
    vorbei war der Kindheit Atemzug.
    Mit seltsamen Gefühlen suchte ich Männer,
    was ich im Traum sah, war nur was für Kenner.
    Ich stellte mir vor, des Nachbarn Jungen,
    war bis in die Gartenwinkel vorgedrungen.
    Saß eines Tages wieder auf Fettahs Knien,
    lag ein andermal ausgestreckt bei ihm.
    In der Hose wölbte sich etwas heraus,
    mit dem Finger tippte ich darauf,
    Fettah schwieg, ich drängte mich heran,
    und schloss meine Hand um das Ding, das da kam.
    Es bewegte sich leicht, ich war erstaunt,
    und fragte Fettah, ist die Bewegung erlaubt?
    Er war voller Furcht und sagte verschämt,
    das ist mein "Ding", es ist ungezähmt.
    Ich wollt es nicht glauben, das könnte es sein.
    Ich wusste so Dinger sind einfach nur klein.
    Ich drang in Fettah es mir zu zeigen,
    Neugier war mir schon immer zu eigen.
    Er streichelte meine Hände und öffnete die Knöpfe seines Stalles,
    heraus drang eine Birne, doch das war nicht alles.
    Ein rosiger dicker Körper kam dann noch hervor.
    Für Fettahs Lob war ich ganz Ohr.
    Das ist eine tüchtige Peitsche von Fleisch gemacht,
    sie will zur Hüfte und zwischen die Beine,
    sie ist ein Gerät, das nicht zum Sattwerden scheine.
    Ein jeder hat es zum Leben gern,
    dem höchsten Genus ist es niemals fern.
    Ich hörte zu und betastete es bang,
    dabei wurde es noch härter und lang.
    Je länger es wurde in aller Pracht,
    zitterte Fettahs Körper mit aller Macht.
    Er seufzte ganz tief mit "ach" und "oh",
    ergriff mich plötzlich um die Hüfte so...
    Umklammerte mich und küsste meine Fesseln,
    nahm mich auf den Schoß, war wie besessen.
    Er stieß mit dem Glied auf meinen Po ein,
    rieb es an meinem Schlüpfer einmal, vielleicht zwei.
    Ich fand keine Lust an diesem künstlichen Tun,
    Dann griff er zum Schlüpfer, was nun?
    Zog in nach unten, zerriss das Band,
    streifte ihn vom Bein und warf ihn aus der Hand.
    Er drückte meinen jugendfrischen Popo
    und forderte: "Komm näher, so..."
    "Ich zeige dir nun die Kunst, was es kann,
    und er fing gleich hinten damit an.
    Er zielte auf das Loch und es war wie Pfeil,
    Fettah saugte an meinen Warzen und wurde ganz geil.
    Mit zitternde Stimme rief er; "Es geht los!"
    Schon spürte auch ich ein Zittern im Schoß.
    Mein Herz gab sich dem Geschehen ganz hin
    ich war voller Lust im Herz und im Sinn.
    Weder in Helva noch Honig schmeckte ich solche Süße,
    da brach aus dem Organ etwas, als solle ich büßen.
    Es war eine Milch, die kam aus der Birne,
    beschmutzte mich hinten, war ich eine Dirne?
    Dann senkte sich das Organ, als wenn es sich schäme,
    ich dachte, wann ich auf meine Kosten käme.
    Vielleicht wusste es Fettah und ich könnte es üben,
    drum küsste ich seine Lippen, um ihn nicht zu betrüben.
    Ich sprach: "Du bist kräftig und mein einziger Held,
    ich fühlte das Leben bei dir, du bist meine Welt
    Ich flehe dich an, bring die Lust mir zu Ende,
    ich flehe dich an, dich nicht von mir wende."
    Fettah ließ mein Flehen nicht unerhört,
    "Wenn ich nicht Folge leiste", sagt er, "bist du empört."
    Mit seinen starken Armen umschlang er meine Lenden,
    stand mir gegenüber hob den Rock mit den Händen,
    von den Waden ab küsste er jeden Platz voller Lust,
    saugte an meinen Lippen und spielte an der Brust.
    Dann beugte er sich und spreizte meine Knie,
    leckte mit seiner Zunge, was ich zeige nie...
    Das war eine neue Lust, in der ich mich fand,
    für eine Minute verlor ich den Verstand.
    Schnelle Blitze schossen mir durch meinen Kopf,
    ich falle in Ohnmacht dachte ich noch,
    da war er schon über meinen Lenden, ich voller Genus,
    minutenlang lag ich von Vergnügen erschöpft,
    diese erste Übung hatte mich wunderbar ergötzt.
    Allerdings nach kurzer Frist,
    mein Körper wieder in Feuer ist.
    Der Funke in mir brach wieder auf,
    Ich sprach zu Fettah: "Mach die Kunst zum Brauch.
    Las mich das alles noch einmal erleben,
    er lehnte ab: "Du wirst heiraten, eben
    dann kannst du befehlen, was dir genehm.
    Wenn der Tag kommt, wird es wie du willst geschehen.
    Ich hoffe, du brauchst nicht zu flehen,
    dass es soll wieder und wieder geschehen.
    Beim ersten Mal wird's vielleicht schmerzen,
    dafür fühlst du im Herzen
    das Hindernis ist überwunden,
    nun klappt es immer mit süßen Stunden.
    Bei den Jünglingen ist es manchmal noch klein,
    das finden die Frauen meist nicht so fein.
    Es gehört zu einem normalen Mann,
    doch ist der bevorzugt, der es besser kann.
    Man läuft ihm nach,
    scheut keine Plag!"
    "Zu welcher Sorte gehört nur Fettah?
    Was du mir erzählst, macht mich ganz verrückt,
    was du hervorholst, zeigt dich gut bestückt.
    Drum warte ich auf keinen Ehemann,
    denn ich weiß ja nicht, ob er das auch kann!"
    So sagte ich und umschlang seine Lenden,
    suchte, dass sich unsere Lippen fanden.
    Da fiel er augenblicklich über mir her,
    wir schaukelten wild, wie auf stürmischem Meer,
    Mit seinen großen Händen ergriff er meine Wade,
    Ich wollte schon denken, oh wie schade,
    da warf er meinen Fuß übers Schulterbein,
    und drang ganz einfach in mich ein.
    Nun war es erledigt, ich war ganz erschöpft,
    doch er musste anhalten, sonst würde er geköpft!
    Wir hatten es beide zugleich geschafft,
    doch kurz daran verließ uns die Kraft.
    So süß war der Abschied von der Jungfernschaft,
    ich bin froh, wenn er mir jeden Tag wieder Pflege verschafft.

  4. #4
    Kelebek
    Haben sie das auch nicht von den prächtigen Griechen abgeschaut, wie alles andere in der türkischen Kultur auch?

  5. #5
    Avatar von Thrakian

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    Zitat Zitat von CAPO Beitrag anzeigen
    Haben sie das auch nicht von den prächtigen Griechen abgeschaut, wie alles andere in der türkischen Kultur auch?
    natuerlich haben sie. Aber was fuer tuerkische Kultur?

  6. #6
    Jehona_e_Rahovecit
    Auch die Tochter des serbischen Königs Lazar nahm an einem derartigen Sextreiben teil.

  7. #7
    Emir
    Zitat Zitat von Thrakian Beitrag anzeigen
    natuerlich haben sie. Aber was fuer tuerkische Kultur?

  8. #8
    Avatar von Thrakian

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    Zitat Zitat von Jehona_e_Rahovecit Beitrag anzeigen
    Auch die Tochter des serbischen Königs Lazar nahm an einem derartigen Sextreiben teil.
    Was glaubst du gabs da auch ein paar albanische Toechter in dem Sextreiben?

  9. #9
    Jehona_e_Rahovecit
    Zitat Zitat von Thrakian Beitrag anzeigen
    Was glaubst du gabs da auch ein paar albanische Toechter in dem Sextreiben?
    Wenn das so ist dann kannst du dies ja nachweisen oder versucht wie immer zu provozieren.?

  10. #10
    Avatar von Thrakian

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    Sprace der Liebe
    Am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatten Frauen wie Männer, die der heimlichen Liebe nachjagten, eine eigene Art der Verständigung über Zeichen und Körpersprache gefunden, um sich gegen Verbote und Tradition durchzusetzen. Aus dieser Zeit berichtet der bekannte Schriftsteller Ahmet Rasim (1864-1932) als Zeuge mit süßer Zunge: "Beim Liebkosen und Tändeln hatte ich begonnen in der Sprache der Liebe zu reden.

    Um es zur Vollkommenheit zu bringen, hätte ich noch viele Jahre gebraucht. Besonders die "Pantomime" fiel mir sehr schwer. Damals war es unmöglich, dass man wie heute nebeneinander hergehen, in irgendeinem Laden, in der Straßenbahn, im Schiff miteinander reden konnte oder aber zusammen in einen Wagen stieg.

    Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass die Polizei einen Freund aufgriff, der in einer Seitenstraße mit einer Negerin gesprochen hatte, was ein Beamter gesehen hatte. Um dem Kommissar deutlich zu machen, dass es seine Kinderfrau gewesen war, brachte er Stunden auf der Zentralwache zu. (Damals waren Negerinnen oftmals als Kinderfrauen beschäftigt!).

    Das heißt also, dass es sehr gefährlich war "in verlassenen Gegenden du bist mein, ich bin dein" zu praktizieren. Diese Zeichensprache, das Winken mit den Augen, das Losungswort, die Absprachen waren eine Wissenschaft, ohne Bücher, alle diese Art von Gebärden hatten wieder Unterteilungen. Wenn die Verliebten auch vom Scheitel bis zur Sohle verhüllt waren, konnten sie sich durch die Art der Kleidung immer nach Ort und Zeit verständlich machen, durch eine Sinnesempfindung, durch ein Wort, durch ein Gespräch oder durch ein bedeutungsvolles Zeichen.

    Diese Zeichen, "ismar" genannt, spielten eine wichtige Rolle, wenn man im Wagen oder Boot unterwegs war, wenn man auf der Straße sogar auf unterschiedlichen Straßenseiten ging, wenn man von Weitem verfolgt wurde, oder jemanden direkt hinter sich hatte, wenn man sich gegenüberstand, wenn man aneinander vorbeistreifte und weiterging, die Hosenfalte richtete, den Schnürsenkel band, alle Dinge, die einen zum "Stillstehen" zwangen, alle Unterhaltungen von Fenster zu Fenster, in Häusern, Flanieren vor Geschäften, nächtliches Husten, das Anzünden von Zündhölzern, festes Auftreten, am Tage ein Taschentuch oder ein Stück Papier in der Hand tragen, alles das gehörte zu diesen bedeutungsvollen Zeichen.

    Diese "ismar" unterschieden sich von Person zu Person und je eigener sie waren, erweckten sie Gefühle, Geschlechtsbezogene Fertigkeiten und zeigten im Gedächtnis eine besondere Art von Verständnis und Auffassung. Zum Beispiel bin ich in der Zeit, in der ich private Beziehungen zu Frauen unterhielt, auch private Paroli und Absprachen eingegangen.

    Wenn die Frau, mit der ich in Verbindung stand, auch ihre Augen mit einem Gesichtsschleier verdeckt hatte, signalisierte sie mir durch einen Haarknoten auf dem Kopfe, dass wir uns zu einem entfernten Platz wenn sie keinen Knoten trug, zu einem nahe gelegenen Platz begeben würden. Auch die Art ihrer Kleidung gab mir nach Losungsworten zu verstehen:

    "Ich gehe jetzt nach Hause, hast du das verstanden? Ich erwarte dich!"
    Wenn sie den Straßenschleier mit der Hand festhielt, oder besonders sorgfältig gekleidet war. zeigte sie mir, dass sie zu einer Hochzeitsfeier oder einem wichtigen Besuch unterwegs war, vor allem, wenn sie an gewöhnlichen Wochentagen, nicht an den Tagen, wo man sich sowieso draußen sehen ließ, in einen Wagen stieg und vorbeifuhr, hieß das, wir können uns ein, zwei Tage nicht sehen, ich fahre an den Bosporus oder übers Meer, auf die Insel oder nach Kadiköy.

    Falls sie wie eine Dienerin gekleidet mit verschleiertem Gesicht oder in ungewöhnlicher Kleidung herauskam, machte sie mich darauf aufmerksam, dass sie beschattet würde. Je nachdem ob sie den Kamm rechts oder links am Überwurf trug (Kämme waren in der Traumdeutung sogar ein Symbol für strenge Zucht!), teilte sie mir mit, dass sie unbedingt einen Besuch bei ihrer Mutter oder Schwiegermutter zu machen habe.

    Ihre wirren Locken bedeuteten mir, dass sie meinetwegen die Nacht schlaflos verbracht habe, oder ihre Augen zeigten, dass sie in der vergangenen Nacht kein Auge zugetan habe. Das Zwinkern ihres rechten Auges sagte, dass sie viel Vergnügen mit mir habe, einmaliges Zwinkern ihres linken Auges, dass sie um ein Uhr, zweimaliges Zwinkern, dass sie um zwei Uhr auf mich warte. Wenn sie ihre beiden Augen schloss und einen Augenblick so verharrte, teilte sie mir mit, dass sie in ein bis zwei Stunden zurückkehre, falls sie die Augen gleich wieder öffnete dauerte die Zeit bis zur Rückkehr eine halbe Stunde.

    Der Fächer in ihrer Hand, den sie nachdenklich an die rechte Schläfe führte, signalisierte, dass sie unter innerem Druck stand, aber trotz dieses Druckes an mich denke, ein drohender Blick auf jemanden neben ihr wies daraufhin, dass die Person keinesfalls Mitwisser sei, ein Lächeln und Blicke zwischen einer Person und mir bedeutete, dass sie mich in Abwesenheit vorzustellen gedenke, plötzlich hochgezogene Brauen warnten: Um Gottes Willen, komm nicht, schau nicht her.

    Augenzwinkern und Mundbewegungen sagten, was sie meine, Hände, die am Wagenfenster hervorlugten, zeigten mit der Anzahl der Finger die Zahl der Tage bis zu unserm nächsten Treffen, wenn sie zu Fuß unterwegs war und Handbewegungen machte, als wolle sie ihren Kopfputz richten, hieß das, ich will dich unbedingt von Angesicht zu Angesicht sehen, falls sie den Gesichtsschleier hob und sofort wieder senkte, dass sie am nächsten Tag wieder hier vorbeikomme, falls sie den Schleier sofort senkte oder den Schirm aufspannte, folge mir nicht, wenn sie den Kragen zurecht zog und schnellen Schrittes weiterging, wir können uns später treffen, falls sie Gesichtsschleier oder den Umhang seitlich zusammen raffte, und nach vorne zog, du kannst dich auf meine Gangart einstellen und mir folgen, wenn sie in aller Schicklichkeit einen Blick rückwärts warf, verstand ich, dass ich ein wenig näher herankommen dürfe, wenn sie beim Gehen sehr oft anhielt oder plötzlich stehen blieb, dass sie keine Kraft mehr aufbringen könne, um es kurz zu machen, wenn ich hinter ihr herging oder ihr begegnete, konnte ich aus den Bewegungen des Kopfes, der Schultern, aus Blicken nach hinten oder aus der Art, wie sie ihre Füße setzte erkennen, wie es um sie stand und was sie beabsichtigte.

    Sie können sicher gehen, dass die meisten dieser Zeichen sofort zu verstehen waren, die eigentlich wortreicher Erklärungen bedurft hätten, das lag in der Natur der Liebe. Was versteht man schon durch ein Taschentuch? Wenn es an die Augen geführt wird und an die Augen gedrückt wird, wenn nur ein Auge mit ihm berührt wird, wenn damit die Stirn gewischt wird, wenn es an Nase und Mund geführt und dort ein wenig oder mehr gehalten und wieder fortgenommen wird, wenn es wie ein Fächer benutzt wird, es sagt "weinen", "wo habe ich dich nur gesehen, hätte ich dich nur nicht gesehen", "bei meinem Augenlicht, die Untreue, die du mir zuschreibst, ist unberechtigt, sie ist nicht wahr", "sie beobachten uns", "hüte dich vor der Person neben mir", "ich bin entbrannt", "wann wird dieses Feuer erkalten, ach...", "ich will aber nicht, dass es erkalte", wie der Dichter sagt "warum soll ich dem Feuer des Herzens nicht widerstehen", "wenn ich das gesagt haben soll, was du mir mitteilen ließest, soll mein Mund vertrocknen"; "ich halte mein Wort", "ich weine oder ich kann nicht weinen", "was ich dir alles zu sagen habe, du Grausamer! "All diese und ähnliche Dinge konnte man mit dem Taschentuch ausdrücken.

    Wenn man mit dem Schirm im Boot war... Und sich ein wenig zur Seite neigte, "ich bin gekränkt", sich noch mehr neigte "ich bin dir bei Gott böse", wenn sie das Gesicht vollständig verbarg "du wirst mein Gesicht niemals mehr sehen", oder "ich will dich nicht sehen, hast du das nicht verstanden?", wenn sie den Schirm von der rechten auf die linke Bordseite bewegte: "Halt nicht an, fahr vorbei!", "Kehr um und fahre zurück!", wenn er leicht nach vorne fiel, "ich bekomme sehr starkes Herzklopfen", wenn sie sich nach hinten begab, "oooooh," wenn sie ihn ganz nach hinten lehnte, "du siehst in welcher Lage ich bin, habe Mitleid mit mir", sie sagt, wenn sie den Schirm seitlich hielt, "Herrlich! Welches Glück!", wenn sie ihn zumachte und wieder öffnete, "heute Nacht nicht, aber morgen", wenn sie ihn ganz schloss, bedeutete sie mir:
    "Wir werden uns später über den Tag einigen!".

    All dieses Ausweichen, die heimlichen Begrüßungen, das Heben der Brauen, die schmachtenden Blicke, herausfordernd oder begeisternd, verweinte Augen, sehr deutliche Blicke, Seufzer, das Spitzen der Lippen, sie zittern lassen oder sie aufwerfen, in die Lippen beißen, das Einziehen der Wange, bis sie wie eine Grube wirkt, Das Saugen an der Lippe, Schlucken, jede Art den Kopf zu bewegen, die Hand zum Herzen führen, Stöhnen, die Augen schließen und tief einatmen, zartes Lächeln, lächeln und vor sich auf den Boden schauen, lächeln und den Kopfdrehen, aufmerksame Blicke um sich werfen und die Augen senken, Nichtbeachtung, den Zeigerfinger zum Munde führen und wissen lassen, "ich tat ein Versprechen", bedeuten, dass man etwas zu sagen habe, die Stirne runzeln, die Augenstarr nach vorne gerichtet, die Nase rümpfen, trauriger Ausdruck, Stirnrunzelnd warnen" man sieht uns, schau nicht so offensichtlich hierher", mit dem Ellenbogen am Bootsrand abgestützt, den Kopf auf der Faust liegend, den Gesichtsschleier oder den Teil des Umhangs, der die Beine bedeckt, richten, der Versuch einen Gegenblick zu erhaschen, das Ziel im Blickwinkel den Kopf wenden, den Hals aufblasen oder wenden, Wortwechsel mit Begleiterinnen, anstoßen, mit Hand oder Fuß berühren, plötzliches Interesse für vorbeifahrende Kähne oder Boote, hinter sich schauen, Dankesbezeugungen mit den Augenlidern, wobei man die Lider ganz langsam senkt und sie leicht wieder anhebt, um zu sagen: "Lass mich nicht reden, du Tyrann, du weißt nicht, was sich in meinem Inneren verbirgt!", mit kräftigen Atemstößen wird diese Feststellung bekräftigt, zwischen den Zähnen: "Oh Gott! Oder du Unmenschlicher!" Murmeln, den Mund für Küsschen spitzen, Worte, die sie verstehen sollen, im Vorbeigehen auffangen, wie: "Hast du verstanden, beim nächsten Treffen?", dabei Augenaufschlag und Kopfdrehung, Boote in eine ungewöhnliche Richtung lenken oder an einem falschen Platz anlegen lassen, dabei heimlich unter dem Schirm tuscheln, während des Gesprächs, die Schulter auffällig bewegen, oder aber mit dem linken Auge jemanden leicht musternd, ein sehr höfliches verkürztes "efendim", "fem...", was etwa "wie bitte" heißt, erklingen lassen, sobald man das Wort gemurmelt hat, die Lippen zusammenpressen, den Kopf in die Entgegengesetzte Richtung wenden, das Tuch um Schulter und Hüfte richten, all dieses zusammengenommen sind Methoden und Arten sich in einer eigenen mimischen Sprache zu verständigen.

    Flüchtige Bekanntschaften, erste Begegnungen, Beziehungen die im Laufe der Zeit abgenutzt sind, Erzürnt sein, Trennungen, erwachsen aus diesen Formen. Briefe werden aus diesem Grunde geschrieben, Nachrichten, Vorwürfe, Dankesworte, Herzensströme, Bitten, Ausflüchte, Rivalität, Eifersüchteleien wurden auf diesen Zeichen errichtet. Jetzt ist uns von den "Pantomimen" nichts nachgeblieben.

    Die Feinheit von Herzensgedanken und Wünschen ist verloren gegangen, es ist ebenso nicht mehr notwendig, die Seele, ihr Innerstes und das, was sie tief bewegt, hervorzukehren. Hurerei erfüllt leere und zerstreute Straßen, geschieht an Mauerecken, an armseligen Behausungen und an öden Plätzen, am Meeresufer und unter Bäumen im Schatten.

    Die ehemalige Unzucht, die immer darauf bedacht war, dass niemand davon erfuhr, würde heutzutage, wenn sie ihre Augen aufmachen könnte, die heutigen Skandale in aller Öffentlichkeit mit ansehen und ich denke, sie würde sich darob schämen und förmlich Blut schwitzen.

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