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Platons Höhlengleichnis...

Erstellt von absolut-relativ, 06.08.2006, 17:27 Uhr · 13 Antworten · 1.323 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von absolut-relativ

    Registriert seit
    17.03.2006
    Beiträge
    10.378

    Platons Höhlengleichnis...

    hallo zusammen , ich grüsse euch

    Ich würd mit euch gerne über "PLATONS HÖHLENGLEICHNIS" diskutieren und hoffe, dass sich hier so einige interessenten beteiligen....

    ------

    "In dem Höhlengleichnis wird von Platon folgende Szene beschrieben:

    Einige Menschen sind von Geburt an in einer dunklen Höhle so festgebunden, dass sie immer nur auf die ihnen gegenüberliegende Höhlenwand blicken können, die lediglich durch einen über ihnen angebrachten Schlitz beleuchtet wird. Ein Stück entfernt von der Höhle, auf der Seite der Lichtöffnung, befinden sich, hinter einer niedrigen Mauer, andere Menschen. Hinter diesen Menschen brennt ein Feuer, vor dem sie – ähnlich Puppenspielern – Figuren von Lebewesen und Dingen an Stöcken über der Mauer halten und bewegen. Diese Gegenstände werfen – von hinten angeleuchtet durch das Feuer – flackernde, unscharfe Schatten durch den Lichtschlitz, an die den Menschen in der Höhle gegenüberliegende Wand. Die Wahrnehmung der Welt außerhalb ihrer Höhle beschränkt sich für die an die Höhle gefesselten Menschen also auf unscharfe, flackernde Schatten von künstlich erzeugten Figuren von Lebewesen und Dingen, die ihnen gezeigt werden. Da sie nichts anderes wahrnehmen, halten die Menschen diese Schattenbilder für die wirklichen Dinge. Dies bleibt auch so, als einer von ihnen, der losgebunden wurde, von draußen in die Höhle zurückkehrt und den anderen über die wahren Verhältnisse Aufschluss zu geben versucht. (frei nach Politeia VII, 514a-517a) "

    (Quelle: Wikipedia)

    So, nun meine fragen:

    Stellen wir uns mal vor, wir sind diejenigen, die von geburt an in der höhle sind und nichts anderes kennen als den schatten.

    was wäre für uns die wirklichkeit?

    würden wir es wagen, dem, der sich losgebunden hatte, zu folgen?

    wie würden wir uns fühlen?

    in diesem sinne

    biba

  2. #2
    Avatar von master_of_sociology

    Registriert seit
    25.02.2006
    Beiträge
    378

    Re: Platons Höhlengleichnis...

    Zitat Zitat von absolut relativ
    hallo zusammen , ich grüsse euch

    Ich würd mit euch gerne über "PLATONS HÖHLENGLEICHNIS" diskutieren und hoffe, dass sich hier so einige interessenten beteiligen....

    ------

    "In dem Höhlengleichnis wird von Platon folgende Szene beschrieben:

    Einige Menschen sind von Geburt an in einer dunklen Höhle so festgebunden, dass sie immer nur auf die ihnen gegenüberliegende Höhlenwand blicken können, die lediglich durch einen über ihnen angebrachten Schlitz beleuchtet wird. Ein Stück entfernt von der Höhle, auf der Seite der Lichtöffnung, befinden sich, hinter einer niedrigen Mauer, andere Menschen. Hinter diesen Menschen brennt ein Feuer, vor dem sie – ähnlich Puppenspielern – Figuren von Lebewesen und Dingen an Stöcken über der Mauer halten und bewegen. Diese Gegenstände werfen – von hinten angeleuchtet durch das Feuer – flackernde, unscharfe Schatten durch den Lichtschlitz, an die den Menschen in der Höhle gegenüberliegende Wand. Die Wahrnehmung der Welt außerhalb ihrer Höhle beschränkt sich für die an die Höhle gefesselten Menschen also auf unscharfe, flackernde Schatten von künstlich erzeugten Figuren von Lebewesen und Dingen, die ihnen gezeigt werden. Da sie nichts anderes wahrnehmen, halten die Menschen diese Schattenbilder für die wirklichen Dinge. Dies bleibt auch so, als einer von ihnen, der losgebunden wurde, von draußen in die Höhle zurückkehrt und den anderen über die wahren Verhältnisse Aufschluss zu geben versucht. (frei nach Politeia VII, 514a-517a) "

    (Quelle: Wikipedia)

    So, nun meine fragen:

    Stellen wir uns mal vor, wir sind diejenigen, die von geburt an in der höhle sind und nichts anderes kennen als den schatten.

    Sind wir doch auch. Du wirst in eine bestimmte Gesellschaft (wenn man es jetzt von dieser Warte aus sehen möchte) hineingeboren, bekommst deren "Ansichten" aufoktroiert und hinterfragst dann in der Regel deren Werte und Normen auch nicht. Das Aufoktruierte und Unhinterfragte stellt dann den Schatten dar.

    was wäre für uns die wirklichkeit?

    siehe oben.

    würden wir es wagen, dem, der sich losgebunden hatte, zu folgen?

    Wohl kaum oder eben nur in sehr seltenen Fällen. Das kannst du an den Diskussionen von Serben und Albanern sehr gut feststellen, sobald eine der beiden Seiten aufgefordert wird, sich in die Lage des anderen zu versetzen.

    wie würden wir uns fühlen?

    Siehe vorhergehende Antwort.

    in diesem sinne

    biba

  3. #3
    Avatar von absolut-relativ

    Registriert seit
    17.03.2006
    Beiträge
    10.378
    hallo zusammen , ich grüsse dich...

    hmm master , interessant , denkst du aber , dass die innere werte auch einfach so irgendeinem anderen beeinflusst werden ? sprich einer bestimmten nation ?

    aber , du hast recht , du hast einen sehr guten beispiel dafür gegeben..

    in diesem sinne

    biba

  4. #4
    Avatar von master_of_sociology

    Registriert seit
    25.02.2006
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    378
    Zitat Zitat von absolut relativ
    hallo zusammen , ich grüsse dich...

    hmm master , interessant , denkst du aber , dass die innere werte auch einfach so irgendeinem anderen beeinflusst werden ? sprich einer bestimmten nation ?

    aber , du hast recht , du hast einen sehr guten beispiel dafür gegeben..

    in diesem sinne

    biba

    Ich würde es nicht vom Gebilde der Nation, und nichts anderes ist sie, abhängig machen. Aber du musst nur folgendes bedenken: Werte und Normen (auf nichts anderem basieren ja innere Werte) sind erstmal abstrakte Gebilde, die aber natürlich im Bewusstsein des Kollektivs verankert sind. Die Frage ist aber: Wie werden diese Werte und Normen als Ausdruck von Glaubenssätzen einer bestimmten Gemeinschaft vermittelt? Wie ich schon gesagt habe, nicht durch Abstraktionen, sondern sie werden vorgemacht, vorgelebt, also durch Personen verkörpert. Sieh dir nur Religionen an. Eine Ansammlung von abstrakten Glaubenssätzen, die erst durch die sie verkörpernden Personen sozusagen lebendig werden. Ich hoffe, das hilft dir erstmal weiter.

  5. #5

    Registriert seit
    19.04.2006
    Beiträge
    3.173
    Zitat Zitat von master_of_sociology
    Zitat Zitat von absolut relativ
    hallo zusammen , ich grüsse dich...

    hmm master , interessant , denkst du aber , dass die innere werte auch einfach so irgendeinem anderen beeinflusst werden ? sprich einer bestimmten nation ?

    aber , du hast recht , du hast einen sehr guten beispiel dafür gegeben..

    in diesem sinne

    biba

    Ich würde es nicht vom Gebilde der Nation, und nichts anderes ist sie, abhängig machen. Aber du musst nur folgendes bedenken: Werte und Normen (auf nichts anderem basieren ja innere Werte) sind erstmal abstrakte Gebilde, die aber natürlich im Bewusstsein des Kollektivs verankert sind. Die Frage ist aber: Wie werden diese Werte und Normen als Ausdruck von Glaubenssätzen einer bestimmten Gemeinschaft vermittelt? Wie ich schon gesagt habe, nicht durch Abstraktionen, sondern sie werden vorgemacht, vorgelebt, also durch Personen verkörpert. Sieh dir nur Religionen an. Eine Ansammlung von abstrakten Glaubenssätzen, die erst durch die sie verkörpernden Personen sozusagen lebendig werden. Ich hoffe, das hilft dir erstmal weiter.
    Hallo alle zusammen,

    seid gegrüßt.

    Hmm..., innere Werte hin oder her, ein erschaffenes Wort der Menschen, welche so unterschiedlich wie die Individualität jedes Einzelnen und die vorgelebten Kulturen, bzw. Gesellschaften sind. Hat der master ja auch schon schön beschrieben.

    Mich würde allerdings vielmehr eine andere Frage in Bezug zu dieser Thematik interessieren. Der master sagt ja, dass uns unsere gebildeten Werte uns mehr oder weniger vorgelebt werden, aber für mich schränkt das in gewisser Weise die eigene Intelligenz des eigenen Verstandes und der entstehenden Gefühle in uns ein. Wie ein auferlegter Zwang, oder nicht?? Ist das nicht irgendwo ein Beschnitt der eigenen Freiheit von den Einflüssen der äußeren Welt?? Sind dann nicht in den Jahren von uns selbst gebildeten Werte nicht mehr oder weniger wie eine Gefangenschaft unseres Daseins??

    Weiterhin frage ich mich, ob der Mensch nicht vielleicht doch andere innere "Werte" besitzt? Oder besser gesagt, sein eigenes ICH, welches er durch die Umwelt so manches mal nicht mehr selbst erkennen kann, weil er im großen und ganzen eigentlich zum einen von außen manipuliert wird und sich selbst wahrscheinlich somit auch noch etwas vormacht?! Grenzt doch fast alles nur an reiner Lüge oder nicht??

    Ist das ganze Leben und die Wirklichkeit vielleicht nur alles eine Lüge?? Eine Traumblase, von uns selbst erschaffen??

    In diesem Sinne

    LG
    eure Gaia

  6. #6
    Gast829627
    das leben ist geil...es ist wirklich und es ist da...wir müssen es nur leben......unwirklich sind nur religionen nationen rassen und ideeologien...alles ander IST ...der mensch lebt die natur lebt und wir sind alle das wahre leben nur das wir es nicht leben sondern durch unsere probleme die schatten eher wahr nehmen als das wirkliche um uns herrum 8)



    schatten sind dinge die uns vorgespielt werden um uns in bahnen des unwirklichen zu locken und uns dort auch dann zu kontrollieren :!:

  7. #7
    Gast829627
    scheisse man ist die gandza gut 8)

  8. #8

    Registriert seit
    10.06.2006
    Beiträge
    1.894
    was für einen Pilz hat man dir wieder heute auf die Pizza gepackt? :?

  9. #9
    Gast829627
    Zitat Zitat von Tornado
    was für einen Pilz hat man dir wieder heute auf die Pizza gepackt? :?

    ich verrat nur das es sich um keinen fusspilz handelt 8)

  10. #10
    Avatar von master_of_sociology

    Registriert seit
    25.02.2006
    Beiträge
    378
    Mich würde allerdings vielmehr eine andere Frage in Bezug zu dieser Thematik interessieren. Der master sagt ja, dass uns unsere gebildeten Werte uns mehr oder weniger vorgelebt werden, aber für mich schränkt das in gewisser Weise die eigene Intelligenz des eigenen Verstandes und der entstehenden Gefühle in uns ein. Wie ein auferlegter Zwang, oder nicht?? Ist das nicht irgendwo ein Beschnitt der eigenen Freiheit von den Einflüssen der äußeren Welt?? Sind dann nicht in den Jahren von uns selbst gebildeten Werte nicht mehr oder weniger wie eine Gefangenschaft unseres Daseins??

    Du hast es erkannt, genau da liegt der Hase im Pfeffer. In unserer Gesellschaft kann man zwar relativ frei leben, aber im Endeffekt gibt es kein freies Denken. Du wirst in eine bestimmte Gemeinschaft hineingeboren und saugst deren Werte und Normen von Kindesbeinen an auf. Damit du in Bezug auf das Glaubenssystem (ich meine jetzt die allgemeinen Glaubenssätze der Gesellschaft und nicht Religion) auch wirklich loyal zur Gesellschaft stehst, wirst du von Anfang an in institutionalisierte Formen des Handelns und Verstehens eingebunden. Institutionen, die das leisten sind der Kindergarten, die Schule, das Elternhaus, später das Berufsleben usw. usw. Was in Bezug auf die Legitimität der gesellschaftlichen Vorgaben dir gegenüber noch wichtig ist, ist nichts anderes als dass du auch selbst diese Vorgaben akzeptierst. D.h. dir wird, nur als Beispiel, von klein auf eingetrichtert, dass Stehlen eine Straftat ist. Du hinterfragst diesen Sachverhalt überhaupt nicht, sondern nimmst ihn so an, wie er dir übermittelt wurde. Es handelt sich um eine abstrakte Norm, deren Einhaltung du in Form von Institutionalisierung präsentiert bekommst. Die Institutionaliserung ist in diesem Fall als oberste Stufe die Jurisprudenz im Allgemeinen, auf einer niedrigeren Stufe ein spezielles Gericht, noch weiter absteigend, die institutionalisierte Kraft, die diesen Glaubenssatz durchdrückt, also die Polizei.
    Nochmal zu deiner Feststellung. Wir sind alle Kinder unserer Zeit und gesellschaftlichen Lebensformen. Niemand von uns kann sich dessen völlig frei fühlen bzw. machen. Wäre das möglich, dann hätte es die Verbrechen unter Hitler niemals gegeben, nur als Beispiel. Denn du wirst mir wohl zustimmen, dass dieses System auch von außergewöhnlich intelligenten Leuten gestützt wurde, die nach deiner Interpretation doch eigentlich kraft ihres Intellekts in der Lage hätten sein müssen, diese internen institutionalisierten Kräfte zu durchschauen, um dieses mörderische System zu stoppen. Taten sie aber nicht. Also: Freiheit des Denkens gibt es im Grunde genommen nicht. Wir alle unterliegen tatsächlich den gedanklichen Zwängen unserer Gesellschaft, von denen wir uns nur außerordentlich schwer befreien können. Und in diesem Sinne sind wir in der Tat Gefangene unseres selbst geschaffenen Normen- und Wertesystems.
    Das alles ist auch der Grund, warum mich manche Kommentare bestimmter Leute, die sich z.B. so allumfassend ihrer religiösen Orientierung hingeben, so gut amüsieren. Sie argumentieren mit den wüstesten Mitteln und sind der Meinung sie wären gedanklich frei, aber ohne zu durchschauen, dass sie ganz und gar die Gefangenen ihrer Gesinnung und ihrer Umwelt sind.




    Weiterhin frage ich mich, ob der Mensch nicht vielleicht doch andere innere "Werte" besitzt? Oder besser gesagt, sein eigenes ICH, welches er durch die Umwelt so manches mal nicht mehr selbst erkennen kann, weil er im großen und ganzen eigentlich zum einen von außen manipuliert wird und sich selbst wahrscheinlich somit auch noch etwas vormacht?! Grenzt doch fast alles nur an reiner Lüge oder nicht??


    Stimmt, da hast du wieder Recht. Das Problem ist bloß, dass dies eine Überlegung ist, die auf grundlegende philosophische Probleme rekurriert und bis heute nicht geklärt sind. Was ist überhaupt der freie Wille, sind wir in der Lage zum Kern des freien Willens durchzudringen (und hier ergibt sich ein ganzer Rattenschwanz ungelöster methodischer Probleme), kann man freien Willen vermitteln (die Krux bei der Sache ist hier die Vermittlung, weil dies wieder Beeinflussung bedeutet) und, und, und. Also meine Meinung ist, dass wir wirklich alle manipuliert sind und es keinen Menschen gibt auf dieser Welt, der tatsächlich einen etwaigen freien Willen verkörpern könnte (ähm und jetzt ist die Verkörperung wieder das Problem). Du siehst also, circulus vitiosus!


    Ist das ganze Leben und die Wirklichkeit vielleicht nur alles eine Lüge?? Eine Traumblase, von uns selbst erschaffen??

    Ja, ja, ja und nochmals ja!


    In diesem Sinne

    LG
    eure Gaia[/quote]

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