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PONTOS - musikalisch, historisch, mythologisch, geographisch, politisch

Erstellt von Amphion, 14.01.2014, 16:01 Uhr · 100 Antworten · 6.017 Aufrufe

  1. #91

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    Fuat Sakas
    : Ela Ela Léo Sé
    [Komm Komm Sage ich Dir]


    - - - Aktualisiert - - -



    Der Pontier setzt auf Fortsetzung der friedlichen Tradition
    Fuat Sakas - Derule


    - - - Aktualisiert - - -



    Frieden schaffen und Grenzen sprengen durch Tradition
    Fuat Sakas - Ah be dünya


    - - - Aktualisiert - - -



    Der Pontier ist ein Kosmopolit;
    mit der linken Hand greift er nach seiner Tasse Tee aus Trabzon, mit der rechten das Glas Ouzo aus Athen.
    Fuat Sakas - ey gidi yalan dünya

  2. #92
    Avatar von Heraclius

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    Zitat Zitat von Amphion Beitrag anzeigen
    Die Situation der Rum-Pontier der TR ist mit den Südslawen zu fyrom natürlich nicht gleichzusetzen, es lässt sich nicht vergleichen.

    Die Südslawen sind keine griechischen Elemente, sind in das Gebiet des Balkan zugewandert, und leben seitdem.
    Sie können weder als Makedonen noch als sonstige Griechen anerkannt werden, das wäre ein Witz der Geschichte.

    Bei den Rum-Pontiern ist es anders: sie sind aus der Osmanischen Zeit heraus islamisierte Griechen, waren nie Türken, und haben jetzt auch nur den türkischen Paß. Deine Antworten geben ausreichend Auskunft, welcher Ethnie sie angehören: KEINEM TURKVOLK.

    In diesem Falle ist der Verlust der Sprache zweitrangig, da die politischen Ereignisse seit dem Untergang des Vielvölkerreiches Osmania jedem bekannt sind.
    Aus diesem Wissen heraus habe ich bereits mehrfach gepostet, daß die für die Rum-Pontier bekannte politische Haltung auch okay sei.

    Die Türkei betrachtet das alles aber mit sehr gemischten Gefühlen, nicht grundlos haben sie einst den Bürger aus Deiner Stadt Of (griech.: OFIS = Schlange) ÖMER ASAN wegen separatistischer Tendenzen in den Knast geworfen, nur weil er ein Buch über die Kultur der Pontier geschrieben hat. Das alles hat sich inzwischen geändert, heute haben die Pontier mehr Rechte.

    Die Türkei ist immer ein Teil Europas gewesen, und ist es weiterhin, sie gehört zur EU




    Die Nachfahren der Pontier welche heute Türkisch als Muttersprache haben und die Romeika verloren haben sind doch keine Griechen. Das sind Türken. Man ist nun mal die Sprache die man spricht, und die Kultur und Identität die man lebt.

    Die Südslawen in Mazedonien sind, wie alle übrigen Völker in Europa auch, eine Synthese aus verschiedenen ethnischen Komponenten. Dass sie heute ein slawisches Gepräge haben kommt daher, weil in ihrem Lebensbereich das slawische Element überwog. Die slawischsprachigen Ntopioi um Florina, Kilkis etc. wurden ab 1913 in die griechische Kultur (wieder)integriert, aber ansonsten ist doch das Bevölkerungssubstrat dort das Gleiche wie im ex-jugoslawischen Bereich.


    Heraclius

  3. #93

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    Zitat Zitat von Heraclius Beitrag anzeigen
    Die Nachfahren der Pontier welche heute Türkisch als Muttersprache haben und die Romeika verloren haben sind doch keine Griechen. Das sind Türken. Man ist nun mal die Sprache die man spricht, und die Kultur und Identität die man lebt.

    Die Südslawen in Mazedonien sind, wie alle übrigen Völker in Europa auch, eine Synthese aus verschiedenen ethnischen Komponenten. Dass sie heute ein slawisches Gepräge haben kommt daher, weil in ihrem Lebensbereich das slawische Element überwog. Die slawischsprachigen Ntopioi um Florina, Kilkis etc. wurden ab 1913 in die griechische Kultur (wieder)integriert, aber ansonsten ist doch das Bevölkerungssubstrat dort das Gleiche wie im ex-jugoslawischen Bereich.

    Heraclius
    Das ist richtig.
    Die Pontier sind der Staatszugehörigkeit nach türkische Staatsbürger, aber ihrer Ethnie nach nahezu alle Rum, also Griechen. Sie leben ihre Tradition, haben sich kaum mit anderen Ethnien vermischt, und öffnen sich ihrer Tradition immer mehr (siehe TV, etc.) Wenn ich zu türkischen Vereinen gehe, dann werde ich vom Betreiber gleich auf die "griechische Ecke" aufmerksam gemacht, obwohl ich das nie wissen wollte.

    Wo ist der Unterschied?
    --> Keiner!

    Es gab Zeiten, da wurden die Griechen christianisiert, dann gab es eine Zeit, da wurden die Griechen innerhalb des Christentums aufgeteilt in Katholiken und Orthodoxe, also West- und Ostkirche, und es gab eine Zeit, da wurden die christianisierten Griechen islamisiert. Sie wurden Moslems nach der bynzantinischen Zeit, weil sie besser leben wollten, genauso wie heute jemand Deutscher wird, den deutschen Pass beantragt. Nur tut er das OHNE Grund heute, es sei denn, er wollte Bundeskanzler werden.

    Das ist eben der Fluch, der aus diesen Politideologien Christentum und Islam hervorkommt.

    In uralter Zeit gab es einen Gottkaiser, der hat ALLE seine Bürger beschützt, soweit sie sich an die staatliche Ordnung hielten, egal ob Buddhist oder Manituist, Religion war frei, jedermanns Entscheid.

    Das ganze wurde innerhalb des Christentums mit dem kleinen semitischen Einfluss erstmalig verändert, der die absolute Wahrheit abverlangte, etwas, was der Grieche als Universalist nicht kennt. (wie es sich dann weiter entwickelte und warum wir heute an Jesus bzw. Mohamed glauben, und nicht an Dionysos, das werde ich hier nicht angehen).
    -

    Zu den Slawen muß nicht viel gesagt werden, sie sind zugewandert in ein Gebiet, welches schon besiedelt war.
    Nur weil die Slawen neben einem griechiem (also z.B. makedonischem) Amphitheater gelebt haben und neben dem Amphitheater sich geliebt und dort ihre Kinder geboren haben macht sie nicht zu Makedonen, da die Makedonen weiterhin in dieser Ecke lebten, wenn auch teilweise von den eindringenden Slawen vertrieben.

    Was gibt es hier zu diskutieren?


    Erinnere Dich an drei Jahre zurück!
    Da wurde ich hier einst gelyncht, als ich das Thema anging, daß es keinen griechisch-türkischen Austausch gab, sondern einen christlich-islamischen innerhalb der griechischen Ethnie.

  4. #94
    Avatar von Tatar

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    Zitat Zitat von Amphion Beitrag anzeigen

    Erinnere Dich an drei Jahre zurück!
    Da wurde ich hier einst gelyncht, als ich das Thema anging, daß es keinen griechisch-türkischen Austausch gab, sondern einen christlich-islamischen innerhalb der griechischen Ethnie.
    Du bist mit der türkischen Geschichte nicht ganz vertraut. Die Griechen Westanatoliens, die im Bevölkerungsaustausch nach Griechenland umsiedelten, waren in ihrer überwiegenden Mehrheit selbst Einwanderer aus Griechenland, die von den Osmanen im 19 Jahrhundert als Handwerker oder Händler angesiedelt wurden.

  5. #95
    Avatar von Sonne-2012

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    Zitat Zitat von Heraclius Beitrag anzeigen
    Die Nachfahren der Pontier welche heute Türkisch als Muttersprache haben und die Romeika verloren haben sind doch keine Griechen. Das sind Türken. Man ist nun mal die Sprache die man spricht, und die Kultur und Identität die man lebt.

    Heraclius

    Die Sprache hat keine Rolle gespielt war nicht ausschlaggebend, sondern die Religion.

    Ein Beispiel:

    Οι Ντερεμπέηδες και η απώλεια της Ελληνικής γλώσσας από τους Πόντιους Παφραίους


    Σε ό,τι αφορά το θέμα της απώλειας της Ελληνικής γλώσσας από τους Παφραίους, καβζαλίδες, Καραμανλήδες κ.λ.π. ο Αρχιμανδρίτης Πανάρετος λέγει ότι κυρίως μετά το 1666 απαγορεύτηκε αυστηρά η χρήση της Ελληνικής γλώσσας. Για τον εκτουρκισμό των Ελλήνων οι Τούρκοι και μάλιστα ορισμένοι φανατικοί Τιμαριούχοι εκτός των άλλων χρησιμοποίησαν και την αποτρόπαιη και βάρβαρη μέθοδο του κοψίματος της γλώσσας των γονέων, για να μη μάθουν τα παιδιά τους, τα βλαστάρια τους, τη γλώσσα των πατεράδων τους.
    Η μακρόχρονη αναγκαστική αποχή από τη χρήση της Ελληνικής γλώσσας και η καθημερινή επικοινωνία και αναστροφή με τους Μουσουλμάνους, κατά τον Πανάρετο, παρέδωσε στη δεύτερη και τρίτη γενεά σαν μητρική γλώσσα την Τουρκική και έτσι δημιουργήθηκαν τρεις τάξεις κρυπτοχριστιανών.
    Η πρώτη έχασε τη γλώσσα και τη θρησκεία, διατήρησε όμως από κληρονομική παράδοση έθιμα και συνήθειες καταγωγής ελληνικές και χριστιανικές επενδυμένες όμως με μουσουλμανική χροιά. Αυτοί αισθάνονταν ορμέμφυτα οικειότητα προς τους Χριστιανούς. Στην τάξη αυτή ανήκαν οι κατά καιρούς με διαφόρους τρόπους προστατεύσαντες τους Χριστιανούς μουσουλμάνοι.
    Η δεύτερη τάξη διατήρησε την Ελληνική γλώσσα στο σπίτι και λησμόνησε τη θρησκεία. Διατήρησε τύπους χριστιανικούς, λατρείας, σεβασμού στους Αγίους και στη Θεοτόκο. Είχαν φανερή οικειότητα στους Χριστιανούς Έλληνες, φύλαγαν κειμήλια πολύτιμα των πατέρων, Ευαγγέλια, Εκκλησιαστικά βιβλία, δισκοπότηρα, θυμιατήρια, Αντιμήνσια. Ομολογούσαν ότι κατάγονταν από Έλληνες και με βία εξισλαμίσθησαν. Έδιδαν στους Τούρκους τους σοφούς Ιεροδιδασκάλους και χοτσάδες και τους καλύτερους αξιωματικούς και εργάτες της θάλασσας.
    Η τρίτη τάξη μιλούσε και τις δύο γλώσσες στο σπίτι. Την Ελληνική γλώσσα μόνο στο σπίτι. Εξωτερικά εμφανίζονταν σαν Μουσουλμάνοι. Με την πάροδο του χρόνου αύξησαν περισσότερο το θρησκευτικό τους ζήλο και έγιναν εσωτερικά ακλόνητοι Χριστιανοί. Πιο αφοσιωμένοι στα πάτρια από τους συγχρόνους Χριστιανούς, στη λατρεία και στα ελληνικά ιδανικά της φυλής.
    Οι δυσκολίες, οι κίνδυνοι, οι περιπέτειες που αντιμετώπιζαν σε κάθε βήμα της ζωής τους, για να κατορθώσουν να φανούν μουσουλμάνοι, τόνωσε περισσότερο την εσωτερική τους ψυχική αντοχή και αντίσταση. Έτσι αφοσιώθηκαν περισσότερο στις θρησκευτικές τους πεποιθήσεις και παρέμειναν Χριστιανοί. Αυτοί ήσαν διεσπαρμένοι, όπως λέγει ο Πανάρετος, σ’ όλο τον Πόντο αλλά κυρίως στα χωριά.
    Ο Κερασούντιος ιστορικός Γεώργιος Κ. Βαλαβάνης λέγει ότι στην περιοχή Αμινσού, Πάφρας, Αλάτσαμ, Βεζύρκιοπρου και Κάβζας έχασαν μεν τη γλώσσα τους αλλά κρατήθηκαν ως Έλληνες χριστιανοί.
    Στην περιοχή της Πάφρας και των χωριών γύρω στον Άλυ ποταμό Λύκο και Ίρι και στα βουνά Νεπιέν Νταγ Αγιού Τεπέ είχαν αναλάβει τον εξισλαμισμό των κατοίκων οι Ουλεμάδες και οι Δερβίσιδες. Όσους κατόρθωναν να εξισλαμίσουν τους έδιδαν συνήθως το όνομα Ad-bulla Η.
    Και όποιος εξισλαμίζετο ήταν υποχρεωμένος να πει παρουσία όλων των κατοίκων, υψώνοντας το δάκτυλό του La il lagh il Lalach που σήμαινε ένας είναι ο Θεός και προφήτης αυτού Μωάμεθ.
    Στην περίοδο 1700 με 1800 και υπό την πίεση της Αυστρίας και της Ρωσίας, των μεγάλων δυνάμεων της εποχής, οι τουρκικές δυνάμεις έπρεπε να παρέχουν εγγυήσεις για τη ζωή και τη θρησκευτική ελευθερία των χριστιανών υπηκόων τους. Στις πόλεις υπήρχε ένας κάποιος αναγκαστικός σεβασμός των Ελλήνων από τους Τούρκους.
    Στις πόλεις υπήρχαν Πρόξενοι και ξένοι διπλωμάτες που υπερασπίζονταν τα δικαιώματα των μειονοτήτων. Στο εσωτερικό όμως και κυρίως στα βουνοχώρια, που ήσαν απομονωμένα από τις πόλεις και δεν ελέγχονταν από τους ξένους, η καταπίεση συνεχίζονταν και μάλιστα με σκληρό τρόπο.
    Το Οικ. Πατριαρχείο δεν ήταν σε θέση να προστατεύσει τους κατοίκους των χωριών. Ενώ στις πόλεις Πάφρα και Αμισό κτίζονταν σχολεία και Εκκλησίες, στο εσωτερικό πυρπολούσαν οι Τούρκοι τις Εκκλησίες και τα σχολεία., τα οποία με τόσο κόπο και μόχθο έκτιζαν οι Παφραίοι χωρικοί.
    Για τους τουρκόφωνους γενικά η παιδεία αποτελούσε τον ακρογωνιαίο λίθο και το βάθρο πάνω στο οποίο σφυρηλατήθηκαν οι αιώνιοι και ακατάλυτοι δεσμοί με τη μητέρα Ελλάδα και διατήρησαν το αθάνατο Ελληνικό Πνεύμα, τα γράμματα και τη γλώσσα, έστω και παρεφθαρμένη, λόγω συγχρωτισμού τους με διάφορες φυλές.
    Την εμμονή τους προς την κατεύθυνση αυτή δεν κατόρθωσαν να ανακόψουν ούτε οι επιδρομείς κατά καιρούς των ημιβάρβαρων ούτε και οι διωγμοί των Τούρκων που έφτασαν μέχρι και το κόψιμο της γλώσσας. Γι’ αυτό και τους ονόμασαν οι Τούρκοι Καραμανλή δες (από το καρά-ιμάν που σημαίνει μαύρη πίστη), επειδή έχασαν την Ελληνική γλώσσα τους, αλλά δεν άλλαξαν με κανένα τρόπο την πίστη τους. Το ίδιο συνέβη και με τους Παφραίους που μάθαιναν τα Ελληνικά στα σχολεία. Ελάχιστοι όμως είχαν τη δυνατότητα να πάνε στην Πάφρα στο σχολείο.
    Η αγάπη των τουρκόφωνων Ελλήνων προς το Χριστό ήταν πολύ μεγάλη. Οι Τουρκόφωνοι Έλληνες της περιοχής Τσαρσαμπά δεν έκαμναν καμιά δουλειά χωρίς να κάνουν το σταυρό τους λέγοντας τη λέξη, «Οριστέμ», που είναι παραφθορά του Ιησού Χριστέ μου.
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  6. #96
    Avatar von Heraclius

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    Zitat Zitat von Sonne-2012 Beitrag anzeigen
    Die Sprache hat keine Rolle gespielt war nicht ausschlaggebend, sondern die Religion.

    Ein Beispiel:

    Οι Ντερεμπέηδες και η απώλεια της Ελληνικής γλώσσας από τους Πόντιους Παφραίους



    Ich gebe zu, dass ich nicht über sämtliche Zwangsmaßnahmen aus osmanischer Zeit informiert bin die angewendet wurden, um das osmanische Reich von seinen Minderheitensprachen zu "säubern". Dennoch habe ich an dieser Stelle schon verschiedentlich zu den Kriterien und Modalitäten des Bevölkerungsaustauschs zwischen der TR und GR 1922 Stellung bezogen. Das Kriterium der Religionszugehörigkeit zur Ermittlung der Ethnie war nun mal ein Witz. Eine gewisse "verzerrte Sichtweise" vonseiten der damaligen griechischen Regierung im Sinne von "ein Grieche der nicht Orthodox ist, ist kein Grieche" würde ich unterstellen. Ansonsten hätten 1922 nicht zehntausende von ethnischen Griechen in Kleinasien bleiben müssen, oder umgekehrt zehntausende Griechen ihre griechische Heimat verlassen müssen, nur weil sie Muslime waren!

    Heraclius

    - - - Aktualisiert - - -

    Zitat Zitat von Amphion Beitrag anzeigen
    Das ist richtig.
    Die Pontier sind der Staatszugehörigkeit nach türkische Staatsbürger, aber ihrer Ethnie nach nahezu alle Rum, also Griechen. Sie leben ihre Tradition, haben sich kaum mit anderen Ethnien vermischt, und öffnen sich ihrer Tradition immer mehr (siehe TV, etc.) Wenn ich zu türkischen Vereinen gehe, dann werde ich vom Betreiber gleich auf die "griechische Ecke" aufmerksam gemacht, obwohl ich das nie wissen wollte.

    Wo ist der Unterschied?
    --> Keiner!

    Es gab Zeiten, da wurden die Griechen christianisiert, dann gab es eine Zeit, da wurden die Griechen innerhalb des Christentums aufgeteilt in Katholiken und Orthodoxe, also West- und Ostkirche, und es gab eine Zeit, da wurden die christianisierten Griechen islamisiert. Sie wurden Moslems nach der bynzantinischen Zeit, weil sie besser leben wollten, genauso wie heute jemand Deutscher wird, den deutschen Pass beantragt. Nur tut er das OHNE Grund heute, es sei denn, er wollte Bundeskanzler werden.

    Das ist eben der Fluch, der aus diesen Politideologien Christentum und Islam hervorkommt.

    In uralter Zeit gab es einen Gottkaiser, der hat ALLE seine Bürger beschützt, soweit sie sich an die staatliche Ordnung hielten, egal ob Buddhist oder Manituist, Religion war frei, jedermanns Entscheid.

    Das ganze wurde innerhalb des Christentums mit dem kleinen semitischen Einfluss erstmalig verändert, der die absolute Wahrheit abverlangte, etwas, was der Grieche als Universalist nicht kennt. (wie es sich dann weiter entwickelte und warum wir heute an Jesus bzw. Mohamed glauben, und nicht an Dionysos, das werde ich hier nicht angehen).




    Ich wollte darauf hinaus, dass das Kriterium bei der Ethnie nicht die Abstammung und "das Blut" sind, sondern die Muttersprache und die gelebte Kultur und Identität die damit verknüpft sind. In Süditalien, um hier mal ein Beispiel zu nennen, hast du in den Regionen Lukanien (Basilikata), Kalabrien, Sizilien und südliches Apulien ein Bevölkerungssubstrat welches bis zu stellenweise 98% aus heute italianisierten und katholisierten ehemaligen orthodoxen Griechen besteht. Dies ist jetzt nicht einfach nur eine Behauptung von mir. Diese Tatsache ist belegt durch die Dokumente der Verwaltung aus der Zeit des Königreichs Neapel, und aus den Akten des Vatikans und der katholischen Diözesen, welche nach dem Konzil von Trient (1545 bis 1563) im Zuge der Gegenreformation daran gegangen sind die orthodoxen Griechen in den Katholizismus zu integrieren, indem man ihnen ihre Religion und Sprache quasi "verboten" hat. Die meisten dieser ehemaligen orthodoxen Griechen sind heute katholische Italiener (abgesehen von zwei Sprachinseln deren Bewohner der italienische Staat seit 1999 offiziell als "ethnische Griechen" anerkennt), auch wenn sie italianisierte Griechische Nachnamen tragen und in Ortschaften leben mit italianisierten Griechischen Namen (siehe meinen Zitierten Beitrag hier unten), und sie glauben schon immer Italiener gewesen zu sein. Es ist nunmal so, man ist die Sprache und die Identität die man heute lebt, und nicht die der Vorfahren vor acht Generationen.

    Heraclius


    Zitat Zitat von Heraclius Beitrag anzeigen
    Der Stadtname Maratea hat übrigens eine griechische Etymologie. Vom Griechischen Namen Μαραθέα, was auf Deutsch in etwa "Ort wo der Fenchel wächst" heißt. Jetzt sag bloß nicht du heißt zum Nachnamen irgendetwas Richtung Cucurachi (Κουκουράκης), Condò (Κοντός), Stefanachi (Στεφανάκης), Petrachi (Πετράκης), Palamà (Παλαμάς), Dionisio (Διονύσιος), Ippolito (Ιππόλυτος), Crisostomo (Χρυσόστομος), Macrì (Μακρής), Chiriacò (Κυριακός), Calogiuri (Καλοκύρης), Giannachi (Γιαννάκης), Protopapa (Πρωτόπαπας), Campa (Κaμπάς), Marati (Μαράθης), Scordari (Σκορδάρης), Callisto (Κάλλιστος), Foca (Φοκάς), Macedonio (Μακεδόνιος), Macario (Μακάριος), Logoteta (Λογοθέτης), Palamara (Παλαμάρας), Arachi (Αράκης), Papandrea (Παπανδρέας), Paravati (Παραβάτης), Pirrò (Πυρρός), Politi (Πολίτης), Simmaco (Συμμάχος), Spanò (Σπανός), Candioti (Κανδιώτης), nur um hier mal paar wenige Beispiele zu nennen. Von solchen "genuin italienischen" Nachnamen ist Süditalien nämlich voll. Alles stolze Italiener, mindestens seit der Zeit des Homo Erectus. :

    Halli Hallo ihr lieben Menschen :-)

    Heraclius

  7. #97
    Avatar von Sonne-2012

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    Zitat Zitat von Heraclius Beitrag anzeigen
    Ich gebe zu, dass ich nicht über sämtliche Zwangsmaßnahmen aus osmanischer Zeit informiert bin die angewendet wurden, um das osmanische Reich von seinen Minderheitensprachen zu "säubern". Dennoch habe ich an dieser Stelle schon verschiedentlich zu den Kriterien und Modalitäten des Bevölkerungsaustauschs zwischen der TR und GR 1922 Stellung bezogen. Das Kriterium der Religionszugehörigkeit zur Ermittlung der Ethnie war nun mal ein Witz. Eine gewisse "verzerrte Sichtweise" vonseiten der damaligen griechischen Regierung im Sinne von "ein Grieche der nicht Orthodox ist, ist kein Grieche" würde ich unterstellen. Ansonsten hätten 1922 nicht zehntausende von ethnischen Griechen in Kleinasien bleiben müssen, oder umgekehrt zehntausende Griechen ihre griechische Heimat verlassen müssen, nur weil sie Muslime waren!

    Heraclius
    War es bei der türkischen Regierung den anders? Im Sinne, ein Türke der nicht Moslem ist, kein Türke?

    Desweiteren sind folgende Punkte offen:

    1) Wer hatte die Vertreibungen legitimiert? (Vertreibungen = andere nennen es Bevölkerungsaustausch)

    2) Wer hatte die Idee das man diese nach Religion unterteilen sollte?

    3) Konnte man seine Religion wechseln bevor man vertreiben wurde um so in seiner Heimat zu bleiben?

    Erst wenn wir zu diesen Punkten genügend Informationen haben, dann erst können wir uns ein Bild der damaligen Situation verschaffen und die Ursachen der Fehlentscheidungen bzw. die Schuldigen ermitteln.

  8. #98
    Avatar von Heraclius

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    Zitat Zitat von Sonne-2012 Beitrag anzeigen
    War es bei der türkischen Regierung den anders? Im Sinne, ein Türke der nicht Moslem ist, kein Türke?

    Desweiteren sind folgende Punkte offen:

    1) Wer hatte die Vertreibungen legitimiert? (Vertreibungen = andere nennen es Bevölkerungsaustausch)

    2) Wer hatte die Idee das man diese nach Religion unterteilen sollte?

    3) Konnte man seine Religion wechseln bevor man vertreiben wurde um so in seiner Heimat zu bleiben?

    Erst wenn wir zu diesen Punkten genügend Informationen haben, dann erst können wir uns ein Bild der damaligen Situation verschaffen und die Ursachen der Fehlentscheidungen bzw. die Schuldigen ermitteln.




    Es ging mir nicht darum einen Schuldigen zu suchen, respektive die Schuld auf die griechische Seite zu schieben. Ich meinte einfach nur, dass die Religion aus meiner Sicht nicht zwangsläufig mit der Ethnie übereinstimmen muss.

    Heraclius

  9. #99
    Avatar von Sonne-2012

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    Zitat Zitat von Heraclius Beitrag anzeigen
    Es ging mir nicht darum einen Schuldigen zu suchen, respektive die Schuld auf die griechische Seite zu schieben. Ich will einfach nur darauf hinaus, dass die Religion aus meiner Sicht nicht zwangsläufig mit der Ethnie übereinstimmen muss.

    Heraclius
    Das stimmt zwar, aber es wäre interessant wenn du Informationen hättest bezüglich dieser Punkte.

    Ich bin der Meinung das diese wichtig sind, um ein ganzes Bild sich von der damaligen Situation zu verschaffen.

  10. #100

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    Rum Papazdan Efsane Horon



    So soll es sein, der Tanz setzt Gefühle und Identitäten frei.
    Gut für die Völkerverständigung, der einheimischen Pontier und der zugewanderten Turaner.

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