INteressant finde ich, wie der serbische Staat und ORthodoxe Kirche die rechtsradikalen Grupierungen unterstützt.

Und wie die Universitäten diese rechtsradikalen Gruppen zulässt.

Und Das schlimmste find ich, dass diese Gruppen längst in INternationale NEtzwerke eingedrungen sind.


Der Artikel stammt aus dem Jahre 2006, nach 2 Jahren hatt sich wohl nichts viel geändert, auser dass es shlimemr gewoden ist.


Noch was persöhnliches: Einige serb. USer bestätigen wohl dieses Bild!!!

Rechtsradikale Jugendgruppen in Serbien
[h1]Zwischen Skinheads und Kirchentreuen[/h1]
Sie verehren die als Kriegsverbrecher gesuchten Serbenführer Mladic und Karadic genauso wie den Nationalheiligen Sava und die serbisch-orthodoxe Kirche: Unter Serbiens Jugend gewinnen nationalistische und rechtsradikale Gruppen an Einfluss. Westlich orientierte Studenten denken dagegen ans Auswandern.
Von Eberhard Nembach, ARD-Hörfunkstudio Südosteuropa
"Blut und Ehre“, "Nationaler Aufbau“, "Rasse-Nationalisten“ – solche Namen führen die neuen rechtsradikalen Gruppen und Grüppchen, die unter Serbiens Jugend zunehmend Erfolg haben. Mehr als 40 solcher Organisationen soll es geben. Inzwischen hat sogar das serbische Innenministerium dem Phänomen einen Bericht gewidmet. Dort werden die wichtigsten Vorstellungen und Ziele der Radikalen aufgelistet, unter anderem "Feindschaft gegenüber dem Westen, Nationalismus, Unterstützung für Radovan Karadzic und Ratko Mladic, Homophobie, Antisemitismus“.
[Bildunterschrift: Die neue Radikalen verehren die alten Serbenführer - wie die als Kriegsverbrecher gesuchten Mladic und Karadzic (hier 1993) ]
Zu den fest strukturierten Gruppierungen kommen noch lose organisierte Skinhead-Schläger und Internet-Foren mit antiwestlicher und antisemitischer Propaganda. Die gesuchten Kriegsverbrecher Karadzic und Mladic gelten ihnen als „serbische Helden“, die auf T-Shirts und Aufklebern gefeiert werden. Roma, andere "Nicht-Serben" und Homosexuelle sind wiederholt tätlich angegriffen worden, vor allem in der Region Vojvodina, wo es starke Minderheiten gibt, besonders Kroaten und Ungarn. In der Provinzhauptstadt Novi Sad stürmten am 9. November 2005 rechte Schläger eine Veranstaltung gegen Rassismus und Neonazismus, was auch internationales Aufsehen erregte.
[h2]Innenministerium warnt vor "Klerikofaschismus"[/h2]
Viele der Rechtsradikalen suchen und finden Anschluss an internationale Netzwerke. Spezifisch serbisch ist das, was das Innenministerium in Belgrad in seiner Studie als "Klerikofaschismus“ bezeichnet – einen Faschismus, der sich auf die serbisch-orthodoxe Kirche stützt.
[Bildunterschrift: Geschichtsstudent Mladen Obradovic führt die Organisastion "Obraz" an, die das orthodoxe Kreuz als Symbol gewählt hat. ]
"Unser Symbol ist das orthodoxe christliche Kreuz mit dem biblischen Alpha und Omega“, erklärt der 26-jährige Mladen Obradovic. Er ist noch Geschichtsstudent, aber schon Chef von Obraz, einer der wichtigsten neuen rechten Gruppierungen. Einer "Bewegung“, wie er sagt, keiner politischen Partei. Obraz, das heißt soviel wie "Antlitz“ oder auch „Würde“. Es ist ein religiöser Begriff, den man bewusst gewählt habe, betont Obradovic. Er trägt kurzes, militärisch gescheiteltes Haar und ein T-Shirt mit religiösen Symbolen. An den Wänden hängen Bilder von Heiligen, gesuchten Kriegsverbrechern und Angehörigen des ehemaligen serbischen Herrscherhauses Karadjordjevic.
[h2]Kult um Nationalheiligen Sava[/h2]
Obraz beruft sich auf Serbentum, Monarchie und die serbisch-orthodoxe Kirche. Vor allem die Schriften einiger rassistischer und stark antisemitischer Geistlicher aus dem frühen 20. Jahrhundert dienen als Grundlage für die Obraz-Ideologie. Gemeinsam mit vielen Vertretern der orthodoxen Geistlichkeit betreibt Obraz den Kult um den Nationalheiligen Sava und vor allem um Fürst Lazar. Lazar starb 1389 in der Schlacht auf dem Amselfeld im heutigen Kosovo gegen die Türken starb und ist Anknüpfungspunkt für den serbischen Opfermythos ist, der sich bis heute eng mit dem Kosovo verbindet.
Obraz verfolgt den Anspruch auf ein "Groß-Serbien“, zu dem auch Gebiete des heutigen Bosnien-Herzegowina und Kroatiens gehören - und selbstverständlich auch das Kosovo, das gerade auf dem Weg in eine von der internationalen Gemeinschaft verordnete Unabhängigkeit ist. Obraz stellt die Serben als bedrohtes Volk dar. Der Staat Serbien brauche einen "Herren im Haus“, sagt Obradovic. Serbien solle den Serben gehören. Roma, Kroaten und Albaner hätten in seinem Traumstaat nicht viel zu lachen, das wird sehr deutlich. Schon heute werden sie von Obraz-Anhängern und anderen rechten Schlägern angegriffen.

Serbiens rechtsradikale Jugend
[h1]Zwischen Skindheads und Kirchentreuen (2)[/h1]
Rechtes, auch rechtsradikales Gedankengut ist unter Serbiens Jugend salonfähig geworden. Die extremistischen Gruppen sprechen das aus, was viele denken, meint Milica Popovic. Sie ist 24 Jahre alt, Jura-Studentin in Belgrad und in Studentengruppen aktiv, die gegen die Aktionen der Rechten demonstrieren. "Leider gibt es eine ganze Menge rechtsextremistischer Studenten- und Jugendorganisationen an den serbischen Universitäten, besonders an der Uni Belgrad. Das hat in den 90er Jahren unter Milosevic begonnen", sagt Popovic: "Ich persönlich glaube, dass das eine logische Folge von 15 Jahren Isolation und Krieg ist, die Serbien durchgemacht hat."
Eine Studie des serbischen Studentenverbandes habe ergeben, dass 70 Prozent der serbischen Studenten noch nie im Ausland waren: "So sind diese neuen Generationen aufgewachsen, und das sind diejenigen, die jetzt studentische Jugendorganisationen bilden. Sie haben radikale Ansichten. Sie werden - auch mit Geld - unterstützt von der Diaspora und von der serbisch-orthodoxen Kirche.“
[h2]Drohungen der Rechten: "Wir kriegen euch!"[/h2]
Popovic hat sich auch an den Protesten gegen das umstrittene Srebrenica-Forum beteiligt, das rechte Gruppen im vergangenen Jahr in Räumen der Belgrader Universität organisierten. Das Forum sollte eine Gegenveranstaltung sein zu den Gedenkfeiern für die Opfer des von serbischen Militärs begangenen Massakers von 1995.
Obraz unter der Führung von Mladen Obradovic kümmerte sich seinerzeit um den Saalschutz gegen die Demonstranten. Mit Erfolg, wie Popopvic erzählt: "Das war eine der schlimmsten Erfahrungen meines Lebens. Sie waren perfekt organisiert, dort im Hörsaal. Sie haben uns gefilmt und gedroht: ‚Wir kriegen euch, wir werden euch finden, jetzt wo wir Euch auf Video haben!’ Normalerweise würden sich die Obraz-Leute auf verbale Gewalt beschränken, sagt Popovic: "Aber sie werden auch handgreiflich. Wir waren viel zu wenige. Als wir merkten, dass es gefährlich wurde, sind wir sofort da heraus gegangen.“
[h2]Die Uni-Leitung duldet die Radikalen[/h2]
Vertreter der Universität dulden die rechten Umtriebe in ihren Räumen. Stille oder offene Unterstützung kommt auch von Kirchenvertretern und Regierungspolitikern um den von vielen Westlern als „gemäßigt“ nationalistisch eingestuften Regierungschef Vojislav Kostunica. Ihm wirft Popovic vor, seit dem Mord am westlich orientierten Regierungschef Zoran Djindjic im Frühjahr 2003 ein Klima geschaffen zu haben, das radikale Ansichten begünstige: „Wenn man eine Atmosphäre schafft, in der so genannter ‚guter’ Nationalismus allgemein akzeptiert ist, dann ist es leichter, radikale Standpunkte einzunehmen. Nicht nur diejenigen, die wirklich in Organisationen aktiv sind, haben solche akzeptierten radikalen Ansichten."
Die Ursachen dafür: "Auch die Wirtschaft läuft immer noch wirklich schlecht. Und die Hälfte der Arbeitslosen sind Jugendliche. Da stellt sich doch die Frage: Ihr wollt also dieses Land in der EU haben - aber was wird das für ein Land sein, wenn alle fortschrittlichen jungen Leute weggehen, und nur diese radikalen Studenten da bleiben?"
Popovic ist sicher: "Das kann nicht funktionieren.“ Auch sie träumt davon, ins Ausland zu gehen. In einem Serbien, das sich immer weiter vom Westen, von der Europäischen Union entfernt, möchte sie nicht leben. Genau so ein Serbien aber wünscht sich Obraz-Chef Mladen Obradovic: „Wir sind gegen den EU-Beitritt“, sagt er. Die EU sei doch ohnehin nur ein "amerikanisches Protektorat“.

Serbiens rechtsradikale Jugend (Teil 2) | tagesschau.de