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Schuldenschnitt für Deutschland - 27. Februar 1953

Erstellt von papodidi, 27.02.2013, 14:20 Uhr · 2 Antworten · 1.562 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von papodidi

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    Cool Schuldenschnitt für Deutschland - 27. Februar 1953

    Das deutsche "Wirtschaftswunder" wurde nicht nur von Fleiss und Erfindunskraft getragen, sondern auch massgeblich von dem Abkommen auf der Londoner Schuldenkonferenz gestützt, das heute vor 60 Jahren unterzeichnet wurde.

    Hier einige Auszüge aus dem Beitrag des Deutschlandfunks:

    Bei der Londoner Schuldenkonferenz zeigten sich die einstigen Kriegsgegner 1953 großzügig: Die junge BRD durfte ihre Schulden langsam abtragen und profitierte zudem von einem teilweisen Forderungsverzicht der USA. Im Ost-West-Konflikt sollte die Adenauer-Republik gestärkt werden.

    Wie wichtig die Kreditwürdigkeit von Staaten ist, erleben wir seit dem Ausbruch der Staatsschuldenkrise in Europa. Wenn internationale Anleger einem Staat wie Griechenland Kredit gar nicht mehr oder nur zu sehr hohen Zinsen geben, ist eine wirtschaftliche Entwicklung nahezu unmöglich.
    ...
    An der Schuldenkonferenz waren neben der Bundesrepublik 22 Gläubigerländer beteiligt, darunter die westlichen Alliierten USA, Großbritannien und Frankreich, aber auch Ceylon, Spanien, Italien, Iran oder Südafrika. Außen vor blieben die Ostblockstaaten - es herrschte Kalter Krieg zwischen West und Ost.
    ...
    Die meisten Gläubiger der Bundesrepublik brauchten für die Beseitigung von Kriegsschäden selbst dringend Geld. Trotzdem kamen sie Abs bei den langwierigen Verhandlungen weit entgegen: Sie stimmten mit dem Londoner Abkommen vom 27. Februar 1953 unter anderem niedrigeren Zinssätzen und einer deutlichen Verlängerung der Rückzahlungsfristen zu. So musste die Bundesrepublik am Ende nur 14,5 Milliarden D-Mark zahlen. Das war weniger als die Hälfte der ausstehenden Schulden der Weimarer Republik und der Nachkriegszeit.
    ...
    Im Falle eines Handelsbilanzdefizits hätte Deutschland den Schuldendienst also aussetzen können. So war sicher gestellt, dass der junge Staat die Rückzahlung aus seinen Exporteinnahmen decken konnte. Außerdem sah der Plan wachstumsfördernde Maßnahmen vor.
    ...
    Die Schulden der Bundesrepublik betrugen am Ende sechs Prozent der Wirtschaftsleistung. Dem Land fiel es aber leicht, diese Schulden nach den vereinbarten Regeln abzutragen. Angetrieben von Marshall-Plan-Hilfe und globalem Nachkriegsboom wuchs die westdeutsche Wirtschaftsleistung nämlich nach dem Schuldenschnitt jährlich zwischen acht und neun Prozent. 1988 zahlte Deutschland die letzte Tranche zurück.


    Nach dem Ende des Kalten Krieges folgten dann auch bilaterale Abkommen mit Ostblockstaaten, die Deutschland im Jahr 2010 erfüllte. Außen vor geblieben war bei dem Londoner Schuldenabkommen von 1953 die Frage der Reparationen für die von Nazi-Deutschland besetzten Länder, unter anderem Griechenland. Die Zahlungen sollten erst nach einer Wiedervereinigung in einem Friedensvertrag geregelt werden. Auch diese Vereinbarung erwies sich als vorteilhaft für Deutschland. Denn die Reparationsfrage wurde im sogenannten 2+4-Vertrag ausgelassen, der 1990 in Moskau unterzeichnet wurde. Entsprechend bezeichnen Juristen die Ansprüche als "untergegangen".

    Als Deutschland viel Kredit genoss - Vor 60 Jahren wurde das Abkommen über die | Kalenderblatt | Deutschlandfunk

    In "Nachrichten aus Griechenland" hab ich meine Meinung zum speziellen Thema GR bereits ausgedrückt. Letztlich sollte dieses Abkommen Vorbild für die Handhabung der aktuellen Schuldenkrise sein, man kann eben Staaten nicht einfach "totsparen"...

  2. #2
    Avatar von BlackJack

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    Vermutlich ware das auch notwendige Lehren aus der Zeit nach WKI und Versailler Vertrag

  3. #3
    Avatar von papodidi

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    Beiträge
    13.501

    Cool

    Zitat Zitat von BlackJack Beitrag anzeigen
    Vermutlich ware das auch notwendige Lehren aus der Zeit nach WKI und Versailler Vertrag
    Ohne Zweifel!!!
    Der Versailler Vertrag war einer der schlimmsten und folgereichsten (Friedens-)Verträge der Weltgeschichte, ohne ihn kein WK II und keine Kolonialkriege bis hin nach Algerien und Vietnam!
    US-Präsident Wilson hatte mit seinen "14 Punkten" schon die ideale Aufstellung der Staaten für das 20. Jahrhundert skizziert, zuckte dann aber leider unter dem Druck seiner Allierten Frankreich und Grossbritannien und seiner inneramerikanischen Opposition (Isolationismus) zurück.

    Die spätere Entwicklung in Deutschland ist nur ein Beleg, aber auch andere Konflikte haben ihren Ursprung in Versailles. So kam beispielsweise ein schmaler, schlanker Mann mit einer kleinen Aktentasche nach Frankreich, um den dort versammelten Weltpolitikern die Unabhängigkeitserklärung Vietnams zu unterbreiten, unter dem Eindruck der 14 Punkte und sehr stark an die amerikanische Erklärung gleichen Namens angelehnt. Er wurde nicht empfangen, sein Name war übrigens Ho Chi Minh!

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